Das Neue Testament

Die Psalmen

Die Sprüche

in deutscher Fassung

 

Lk  Jh  Apg  Rm  1Kr  2Kr  Gal  Eph  Php  Kol  1Th  2Th  1Tm  2Tm  Tit  Phm  Heb  Jk  1P  2P  1Jh  2Jh  3Jh  Off  

Inhalt   

Mt Die gute Botschaft nach Matthäus Mt 1 Mt 2 Mt 3 Mt 4 Mt 5 Mt 6 Mt 7 Mt 8 Mt 9 Mt 10 Mt 11 Mt 12 Mt 13 Mt 14 Mt 15 Mt 16 Mt 17 Mt 18 Mt 19 Mt 20 Mt 21 Mt 22 Mt 23 Mt 24 Mt 25 Mt 26 Mt 27 Mt 28

Mk Die gute Botschaft nach Markus Mk 1 Mk 2 Mk 3 Mk 4 Mk 5 Mk 6 Mk 7 Mk 8 Mk 9 Mk 10 Mk 1 1 Mk 1 2 Mk 1 3 Mk 1 4 Mk 1 5 Mk 1 6

Lk Die gute Botschaft nach Lukas Lk 1 Lk 2 Lk 3 Lk 4 Lk 5 Lk 6 Lk 7 Lk 8 Lk 9 Lk 10 Lk 11 Lk 12 Lk 13 Lk 14 Lk 15 Lk 16 Lk 17 Lk 18 Lk 19 Lk 20 Lk 21 Lk 22 Lk 23 Lk 24

Jh Die gute Botschaft nach Johannes Jh 1 Jh 2 Jh 3 Jh 4 Jh 5 Jh 6 Jh 7 Jh 8 Jh 9 Jh 10 Jh 11 Jh 12 Jh 13 Jh 14 Jh 15 Jh 16 Jh 17 Jh 18 Jh 19 Jh 20 Jh 21

Apg Die Apostelgeschichte Apg 1 Apg 2 Apg 3 Apg 4 Apg 5 Apg 6 Apg 7 Apg 8 Apg 9 Apg 10 Apg 11 Apg 12 Apg 13 Apg 14 Apg 15 Apg 16 Apg 17 Apg 18 Apg 19 Apg 20 Apg 21 Apg 22 Apg 23 Apg 24 Apg 25 Apg 26 Apg 27 Apg 28

Rm Der Römerbrief Rm 1 Rm 2 Rm 3 Rm 4 Rm 5 Rm 6 Rm 7 Rm 8 Rm 9 Rm 10 Rm 11 Rm 12 Rm 13 Rm 14 Rm 15 Rm 16

1Kr Der 1. Korintherbrief 1Kr 1 1Kr 2 1Kr 3 1Kr 4 1Kr 5 1Kr 6 1Kr 7 1Kr 8 1Kr 9 1Kr 10 1Kr 11 1Kr 12 1Kr 13 1Kr 14 1Kr 15 1Kr 16

2Kr Der 2. Korintherbrief 2Kr 1 2Kr 2 2Kr 3 2Kr 4 2Kr 5 2Kr 6 2Kr 7 2Kr 8 2Kr 9 2Kr 10 2Kr 11 2Kr 12 2Kr 13

Gal Der Galaterbrief Gal 1 Gal 2 Gal 3 Gal 4 Gal 5 Gal 6

Eph Der Epheserbrief Eph 1 Eph 2 Eph 3 Eph 4 Eph 5 Eph 6

Php Der Philipperbrief Php 1 Php 2 Php 3 Php 4

Kol Der Kolosserbrief Kol 1 Kol 2 Kol 3 Kol 4

1Th Der 1. Thessalonicherbrief 1Th 1 1Th 2 1Th 3 1Th 4 1Th 5

2Th Der 2. Thessalonicherbrief 2Th 1 2Th 2 2Th 3

1Tm Der 1. Timotheusbrief 1Tm 1 1Tm 2 1Tm 3 1Tm 4 1Tm 5 1Tm 6

2Tm Der 2. Timotheusbrief 2Tm 1 2Tm 2 2Tm 3 2Tm 4  

Tit Der Titusbrief Tit 1 Tit 2 Tit 3 Phm Der Philemonbrief Phm 1

Heb Der Hebräerbrief Heb 1 Heb 2 Heb 3 Heb 4 Heb 5 Heb 6 Heb 7 Heb 8 Heb 9 Heb 10 Heb 11 Heb 12 Heb 13

Jk Der Jakobusbrief Jk 1 Jk 2 Jk 3 Jk 4 Jk 5

1P Der 1. Petrusbrief 1P 1 1P 2 1P 3 1P 4 1P 5 2P Der 2. Petrusbrief 2P 1 2P 2 2P 3

1Jh Der 1. Johannesbrief 1Jh 1 1Jh 2 1Jh 3 1Jh 4 1Jh 5

2Jh Der 2. Johannesbrief 2Jh

3Jh Der 3. Johannesbrief 3Jh

Jud Der Judasbrief Jud

Off Die Offenbarung Off 1 Off 2 Off 3 Off 4 Off 5 Off 6 Off 7 Off 8 Off 9 Off 10 Off 11 Off 12 Off 13 Off 14 Off 15 Off 16 Off 17 Off 18 Off 19 Off 20 Off 21 Off 22

 

Die Psalmen Erstes Buch Ps 1 Ps 2 Ps 3 Ps 4 Ps 5 Ps 6 Ps 7 Ps 8 Ps 9 Ps 10 Ps 11 Ps 12 Ps 13 Ps 14 Ps 15 Ps 16 Ps 17 Ps 18 Ps 19 Ps 20 Ps 21 Ps 22 Ps 23 Ps 24 Ps 25 Ps 26 Ps 27 Ps 28 Ps 29 Ps 30 Ps 31 Ps 32 Ps 33 Ps 34 Ps 35 Ps 36 Ps 37 Ps 38 Ps 39 Ps 40 Ps 41 Zweites Buch Ps 42 Ps 43 Ps 44 Ps 45 Ps 46 Ps 47 Ps 48 Ps 49 Ps 50 Ps 51 Ps 52 Ps 53 Ps 54 Ps 55 Ps 56 Ps 57 Ps 58 Ps 59 Ps 60 Ps 61 Ps 62 Ps 63 Ps 64 Ps 65 Ps 66 Ps 67 Ps 68 Ps 69 Ps 70 Ps 71 Ps 72 Drittes Buch Ps 73 Ps 74 Ps 75 Ps 76 Ps 77 Ps 78 Ps 79 Ps 80 Ps 81 Ps 82 Ps 83 Ps 84 Ps 85 Ps 86 Ps 87 Ps 88 Ps 89 Viertes Buch Ps 90 Ps 91 Ps 92 Ps 93 Ps 94 Ps 95 Ps 96 Ps 97 Ps 98 Ps 99 Ps 100 Ps 101 Ps 102 Ps 103 Ps 104 Ps 105 Ps 106 Fünftes Buch Ps 107 Ps 108 Ps 109 Ps 110 Ps 111 Ps 112 Ps 113 Ps 114 Ps 115 Ps 116 Ps 117 Ps 118 Ps 119 Ps 120 Ps 121 Ps 122 Ps 123 Ps 124 Ps 125 Ps 126 Ps 127 Ps 128 Ps 129 Ps 130 Ps 131 Ps 132 Ps 133 Ps 134 Ps 135 Ps 136 Ps 137 Ps 138 Ps 139 Ps 140 Ps 141 Ps 142 Ps 143 Ps 144 Ps 145 Ps 146 Ps 147 Ps 148 Ps 149 Ps 150

 

 

Die Psalmen

Übersetzung aus dem hebräischen Masoretischen Text

Verantwortlich für die Übertragung: Thomas Jettel und Herbert Jantzen

Urheberrechte bei den Verfassern

September 2017

 

Die Psalmen

°Erstes Buch

 

°Ps 1

Inhalt

1:01  Selig* ist der Mann,

            der nicht wandelt nach dem Rat[1] der Ehrfurchtslosen*

            und nicht betritt den Weg der Sünder

            und sich nicht setzt in den Kreis[2] der Spötter,

1:02    sondern seine Lust hat an der Weisung*[3] Jahwehs

            und in seiner Weisung* nachsinnt[4] Tag und Nacht.

 

1:03    Und er ist wie ein Baum,

            gepflanzt an Wasserbächen[5],

            der seine Frucht gibt zu seiner Zeit

            und dessen Blätter nicht verwelken.

            Und alles, was er tut, gelingt.[6]

 

1:04    Nicht so die Ehrfurchtslosen,

            sondern sie sind wie Spreu, die der Wind zerstreut[7].

1:05 <>          Deshalb bestehen die Ehrfurchtslosen nicht im Gericht

            noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten;

1:06    denn Jahweh kennt den[8] Weg der Gerechten,

            aber der Weg der Ehrfurchtslosen führt ins Verderben[9].

 

Inhalt

°Ps 2

 

2:01    Warum empörten sich[10] [die] Völker*

            und sannen[11] Vergebliches [die] Volksscharen?

2:02    Es treten an [die] Könige der Erde[12],

            und [die] Obersten haben sich zusammengesetzt[13]

            gegen Jahweh und gegen seinen Gesalbten[14]:

2:03    „Lasst uns abstreifen ihre Fesseln

            und von uns werfen ihre Seile.“

 

2:04    Der, der in den Himmeln sitzt[15], lacht.

            Mein Herr[16] spottet ihrer.

2:05 <>          Dann redet er zu ihnen in seinem Grimm,

            und in der Glut seines Zorns schreckt er sie.

2:06    „Und ich, ich habe meinen König °eingesetzt

            auf Zijon[17], meinem heiligen Berge.“

 

2:07    Ich gebe Bericht[18] von einer Festsetzung[19]:

            Jahweh sagte zu mir: „Du bist mein Sohn.

            Ich habe dich heute geboren[20].

 

2:08    Bitte von mir,

            und ich gebe dir Völker* zum Erbe

            und dir zum Besitz die Enden der Erde.

2:09    Du wirst sie regieren[21] mit eisernem Stabe,

            zerbrechen wie Töpfergeschirr.“

 

2:10 <>          Und nun, Könige, handelt klüglich.

            Lasst euch unterweisen[22], Richter der Erde.

2:11    Dient Jahweh mit Furcht

            und freut euch mit Zittern.

2:12    Küsst[23] den Sohn,

            damit er nicht zürne und ihr umkommt auf dem Wege[24],

            denn in Kürze wird entbrennen sein Zorn[25].

            Selig* alle, die Zuflucht nehmen bei ihm![26]

 

Inhalt

°Ps 3

3:01    Ein Psalm

            Von David,

            als er vor Absalom, seinem Sohn, floh

 

3:02    Jahweh! Wie zahlreich sind meine Bedränger geworden!

            Viele erheben sich gegen mich.

3:03    Viele sagen[27] von meiner Seele:

            „Es ist keine Rettung für ihn bei Gott.“ – Sela*

 

3:04    Aber du, Jahweh, bist ein Schild um mich her,

            meine Herrlichkeit* und der mein Haupt erhebt[28].

3:05 <>          Mit meiner Stimme rufe ich zu Jahweh,

            und er erhört mich[29] vom Berge seiner Heiligkeit. – Sela

 

3:06    Ich legte mich nieder und schlief.

            Ich bin erwacht, denn Jahweh stützt mich.

3:07    Ich fürchte mich nicht vor Zehntausenden des Volkes,

            die sich ringsum gegen mich lagern[30].

 

3:08    Stehe auf, Jahweh!

            Rette mich, mein Gott,

            denn du schlägst alle meine Feinde auf die Backe.

            Die Zähne der Ehrfurchtslosen* zerbrichst du.

 

3:09    Jahwehs ist die Rettung.

            Dein Segen sei über deinem Volk. – Sela

 

Inhalt

°Ps 4

4:01    Dem leitenden Musiker

            Mit Saitenspiel

            Ein Psalm

            Von David

 

4:02    Erhöre mich, wenn ich rufe, Gott meiner Gerechtigkeit[31]!

            In Bedrängnis hast du mir [stets] Raum gemacht.

            Sei mir gnädig* und höre mein Gebet!

 

4:03    Ihr Herrensöhne[32], bis wann soll meine Ehre* zur Schande sein?

            [Bis wann] werdet ihr Nichtiges lieben,

            Lüge[33] suchen? – Sela*

 

4:04    Erkennt denn, dass Jahweh einen Frommen*[34] für sich ausgesondert[35] hat.

 

            Jahweh hört, wenn ich zu ihm rufe.

4:05 <>          Bebt[36] und sündigt nicht!

            Redet mit eurem Herzen auf eurem Lager und werdet stille. – Sela

4:06    Opfert Opfer der Gerechtigkeit

            und vertraut auf Jahweh.

 

4:07    Viele sagen: Wer wird uns Gutes sehen lassen?

 

            Erhebe über uns das Licht deines Angesichts,[37] Jahweh.

4:08    Du hast Freude in mein Herz gegeben,

            mehr als in der Zeit, wenn sie Korn und Most in Fülle haben.

 

4:09    In Frieden* will ich beides, mich niederlegen und schlafen,

            denn du, Jahweh, du allein

            schaffst mir sicheres Wohnen.

 

Inhalt

°Ps 5

5:01    Dem leitenden Musiker*

            Nach[38] „Die Erbschaften“[39]

            Ein Psalm

            Von David

 

5:02    Nimm zu Ohren, Jahweh, meine Worte*.

            Merke auf mein Murmeln[40].

5:03    Merke auf die Stimme meines Rufens[41],

            mein König und mein Gott,

            denn zu dir bete ich.

 

5:04    Jahweh! Frühmorgens hörst du meine Stimme;

            frühmorgens richte ich dir zu[42] und halte ich Ausschau;

5:05 <>          denn du bist nicht ein Gott*, der an Ehrfurchtslosigkeit* Gefallen hat.

            Böses[43] darf bei dir nicht weilen.

5:06    Vermessene[44] dürfen nicht bestehen

            vor deinen Augen.

            Du hassest alle Übeltäter*.

5:07    Du lässt umkommen die Lügenredner[45].

            Den Mann des Blutes und des Truges verabscheut Jahweh.[46]

 

5:08    Und ich, durch die Größe deiner Güte*[47]

            darf ich hineingehen in dein Haus;

            ich werfe mich nieder[48] zu deinem heiligen Tempel[49]

            in der Furcht vor dir[50].

 

5:09    Jahweh, leite mich in deiner Gerechtigkeit meiner Nachsteller wegen[51];

            ebne vor mir deinen Weg;

5:10 <>          denn in ihrem Munde ist nichts Zuverlässiges[52]. Ihr Inneres ist Verderben.

            Ihre Kehle ist ein offenes Grab.

            Mit ihrer Zunge sind sie glatt[53].

5:11    Sprich sie schuldig, Gott!

            Lass sie fallen durch ihre Anschläge[54].

            Ob der Menge ihrer Übertretungen stoße sie weg,

            denn sie trotzen dir;

 

5:12    und freuen werden sich alle, die in dir Zuflucht nehmen.

            Ewiglich jubeln sie[55], und du beschirmst sie,

            und es frohlocken[56] in dir, die deinen Namen lieben,

5:13    denn du, Jahweh, segnest den Gerechten;

            wie mit einem großen Schilde[57] umgibst du ihn[58] mit Gunst.

 

Inhalt

°Ps 6

6:01    Dem leitenden Musiker*

            Mit Saitenspiel. Auf acht Saiten[59]

            Ein Psalm

            Von David

 

6:02    Jahweh, strafe mich nicht in deinem Zorn

            und züchtige mich nicht in deiner Grimmglut!

6:03    Sei mir gnädig*, Jahweh, denn ich bin verwelkt[60].

            Heile mich, Jahweh, denn meine Gebeine sind bestürzt[61].

6:04    Und sehr bestürzt ist meine Seele.

            Und du, Jahweh: Bis wann[62]?

 

6:05 <>          Kehre zurück, Jahweh! Befreie meine Seele!

            Rette mich deiner Güte* wegen,

6:06    denn im Tode gedenkt man deiner nicht.

            Im Scheol*, wer wird dir ‹Lob› bekennen[63]?

6:07    Müde bin ich durch mein Seufzen.

            Jede Nacht schwemme ich mein Bett;

            zur Tränenflut mache ich mein Lager.

6:08    Verfallen ist mein Auge vor Gram,

            gealtert wegen aller meiner Bedränger.

 

6:09    Weicht von mir, [ihr] Übeltäter* alle,

            denn Jahweh hört die Stimme meines Weinens.

6:10 <>          Jahweh hört mein Flehen*.

            Jahweh nimmt mein Gebet an.

6:11    Zuschanden und sehr bestürzt werden alle meine Feinde.

            Sie kehren sich ab, werden zuschanden im Nu.

 

Inhalt

°Ps 7

7:01    Ein feierliches Lied[64]

            Von David,

            das er Jahweh sang wegen der Worte Kuschs, des Benjaminiters

 

7:02    Jahweh, mein Gott, zu dir nehme ich Zuflucht!

            Rette mich von allen meinen Verfolgern und befreie mich,

7:03    dass man[65] nicht – wie ein Löwe – meine Seele zerreiße,

            sie wegreiße, und kein Befreier ist da.

 

7:04    Jahweh, mein Gott! Habe ich solches getan,

            ist Unrecht an meinen Händen*,

7:05 <>          habe ich dem, der mit mir im Frieden* war, Böses vergolten

            und den beraubt, der mich bedrängte ohne Grund,

7:06    so verfolge der Feind meine Seele und hole sie ein,

            und er trete zu Boden mein Leben,

            und meine Ehre[66] lasse er wohnen im Staube. – Sela*

 

7:07    Stehe auf, Jahweh, in deinem Zorn!

            Erhebe dich gegen das Wüten meiner Bedränger

            und wache auf zu mir. Du hast [ja] Gericht befohlen.

7:08    Und die Versammlung der Völkerscharen wird dich umgeben[67].

            Und fahre über sie hin wieder zur Höhe hinauf[68].

 

7:09    Jahweh richtet die Völker.

 

            Schaffe mir Recht[69], Jahweh,

            nach meiner Gerechtigkeit und nach meiner Lauterkeit*, [die] auf mir [ist].

7:10 <>          O dass die Bosheit der Ehrfurchtslosen* ein Ende nähme!

            Und wollest du den Gerechten festigen[70]!

 

            Und ein Prüfer der Herzen und Nieren[71] [bist du], Gott, Gerechter.

 

7:11    Meinen Schild trägt Gott[72],

            der Retter der von Herzen Aufrichtigen*.

7:12    Gott ist ein gerechter Richter

            und ein Gott*, der an jedem Tag zürnt[73].

 

7:13    Wenn man[74] nicht umkehrt, wetzt er sein Schwert,

            spannt er seinen Bogen und hält ihn bereit.

7:14    Und Werkzeuge des Todes hat er für ihn bereitet[75].

            Seine Pfeile steckt er in Brand[76].

 

7:15 <>          Sieh! Er[77] ist in Geburtswehen mit Übel,

            und schwanger mit Unheil wird er Lüge[78] gebären.

7:16    Er hat eine Grube gegraben und ausgehöhlt.

            Und er ist in die Grube gefallen, die er gemacht hat.

7:17    Sein Unheil[79] wird auf sein Haupt zurückkehren

            und seine Gewalttat auf seinen Scheitel herabstürzen.

 

7:18    Danken will ich Jahweh nach seiner Gerechtigkeit,

            will singen ‹und spielen›* dem Namen Jahwehs, des Höchsten.

 

Inhalt

°Ps 8

8:01    Dem leitenden Musiker*

            Auf der Gittith[80]

            Ein Psalm

            Von David

 

8:02    Jahweh, unser Herr,

            wie ehrenhaft[81] ist dein Name auf der ganzen Erde,

 

            der du ausbreitest deine Majestät über die Himmel![82]

8:03    Aus dem Munde von Unmündigen und Säuglingen richtetest du dir mächtiges [Lob][83] zu –

            wegen deiner Bedränger[84],

            um zum Schweigen zu bringen den Feind und den Rachgierigen[85].

 

8:04    Wenn ich sehe deine Himmel, ein Werk deiner Finger,

            Mond und Sterne, die du befestigt[86] hast,

 

8:05 <>          was ist der Mensch*[87], dass du seiner gedenkst,

            und[88] der Sohn des Menschen[89], dass du nach ihm schaust[90]?

 

8:06    Du machtest ihn ein wenig geringer als die Mächtigen[91].

            Mit Herrlichkeit* und Pracht[92] kröntest du ihn.

 

8:07    Und du machtest ihn zum Herrscher über die Werke deiner Hände.

            Alles tatst du unter seine Füße[93],

 

8:08    Schafe und Rinder allesamt

            und auch die Tiere des Feldes,

8:09    die Vögel des Himmels und die Fische des Meeres,

            [alles,] was die Pfade der Meere durchwandert.

 

8:10 <>          Jahweh, unser Herr,

            wie ehrenhaft ist dein Name auf der ganzen Erde!

 

Inhalt

°Ps 9

9:01    Dem leitenden Musiker*

            Nach „Stirb für den Sohn“[94]

            Ein Psalm

            Von David

 

9:02    °Ich will [dir] ‹Lob› bekennen, Jahweh, von ganzem Herzen,

            will aufzählen alle deine wunderbaren Taten.

9:03    In dir[95] will ich mich freuen und frohlocken,

            will singen ‹und spielen›* deinem Namen, ‹du› Höchster,

 

9:04    wenn meine Feinde zurückweichen,

            straucheln und umkommen, hinweg von deinem Angesicht,

9:05 <>          denn du hast mein Recht und meine Rechtssache ausgeführt.

            Du sitzest auf dem Thron als ein gerechter Richter[96].

 

9:06    Du hast [die von den] Völkern* gescholten, hast umkommen lassen den Ehrfurchtslosen*,

            ausgelöscht ihren Namen für immer und ewig.

9:07    Die Feinde[97] – erledigt sind sie, Trümmer[98] für immer!

            Und Städte hast du entwurzelt[99]; verschwunden ist das Gedenken an sie, ja sie.[100]

 

9:08    Und Jahweh thront[101] auf ewig.

            Seinen Thron hat er gestellt zum Gericht.

9:09    Und er, er richtet die Welt* in Gerechtigkeit,

            richtet die Völkerscharen mit Recht[102].

 

9:10 <>          Und es sei Jahweh dem Unterdrückten eine hohe Feste[103],

            eine hohe Feste für Zeiten der Not.

9:11    Und die deinen Namen kennen, sollen auf dich vertrauen,

            denn du, Jahweh, verlässt nicht, die dich suchen.

 

9:12    Singt ‹und spielt[104] Jahweh, der in Zijon wohnt.

            Verkündet unter den Völkern sein Tun[105],

9:13    denn der, der [den] Bluttaten nachforscht[106], hat ihrer gedacht,

            hat nicht vergessen das Rufen der Gebeugten*.

 

9:14    Sei mir gnädig*, Jahweh! Sieh an mein Elend* durch meine Hasser[107],

            du, der du mich hebst aus den Pforten des Todes,

9:15 <>          damit ich all dein Lob erzähle in den Toren der Tochter Zijons,

            mich freue über dein Heil.

 

9:16    Gesunken sind [die von den] Völkern* in die Grube, die sie machten.

            Im Netz, das sie versteckt hatten, ist gefangen ihr Fuß.

9:17    Jahweh hat sich kundgetan, hat Gericht gehalten,

            hat den Ehrfurchtslosen* verstrickt in dem Werk seiner Hände*.

            Higgajoon[108], Sela*

 

9:18    Die Ehrfurchtslosen müssen zum Scheol* kehren,

            alle Völker*, die Gott vergessen,

9:19    denn nicht für immer bleibt der Arme vergessen

            noch für ewig verloren die Hoffnung der Gebeugten*.

 

9:20 <>          Stehe auf, Jahweh! Nicht der Mensch* soll die Oberhand haben.[109]

            Mögen [die von den] Völkern* gerichtet werden vor deinem Angesicht.

9:21    Lege Furcht auf sie, Jahweh!

            Mögen [die von den] Völkern* erkennen, dass sie Menschen* sind.

            Sela

 

Inhalt

°Ps 10

 

10:0Warum, Jahweh, stehst du fern,

            verbirgst du dich in Zeiten der Not?

10:0Durch den Hochmut des Ehrfurchtslosen* brennt[110] der Gebeugte*.

            Sie[111] werden gefangen in den Plänen, die jene ausgeheckt haben;

 

10:0denn der Ehrfurchtslose rühmt sich der Begierde seiner Seele,

            und er segnet den Habgierigen; Jahweh verschmäht er.

10:0Der Ehrfurchtslose sagt in seiner Hochnäsigkeit: „Er wird nicht nachforschen.“

            „Es ist kein Gott“, sind alle seine Gedanken.[112]

 

10:05 <>        Seine Wege gelingen[113] zu jeder Zeit.

            Deine Gerichte sind himmelweit ferne von ihm.

            Alle seine Widersacher bläst[114] er an.

10:0Er sagt in seinem Herzen: „Ich werde nicht wanken,

            von Geschlecht zu Geschlecht nicht im Unglück sein[115].“

 

10:0Sein Mund ist voll Fluchens und Truges[116] und Bedrückung.

            Unter seiner Zunge ist Unheil und Übel.

10:0Er sitzt im Hinterhalt der Dörfer.[117]

            Er mordet im Versteck den Unschuldigen.

 

            Seine Augen spähen dem Armen[118] nach.

10:0Er lauert im Versteck wie ein Löwe im Dickicht[119].

            Er lauert, um den Gebeugten zu fangen.

            Er fängt den Gebeugten. In sein Netz zieht er ihn.

 

10:10 <>        Er duckt sich, kauert nieder,

            und in seine starken Klauen fallen die Unglücklichen.[120]

10:11  Er sagt in seinem Herzen: „Gott* vergisst.

            Er verbirgt sein Angesicht. Er sieht es niemals.“

 

10:12  Stehe auf, Jahweh! Erhebe, Gott*, deine Hand!

            Vergiss die Gebeugten nicht!

10:13  Warum soll der Ehrfurchtslose Gott verachten,

            in seinem Herzen sagen, du werdest nicht nachforschen[121]?

 

10:14  Du hast es gesehen,

            denn du blickst auf Leid und Gram, um es in deine Hand zu legen[122].

            Der Hilflose überlässt es dir[123].

            Du bist der Helfer der Waise.

 

10:15 <>        Zerbrich den Arm des Ehrfurchtslosen und Bösen.

            Seinen Frevel[124] wollest du ahnden, dass man ihn[125] nicht [mehr] findet.

10:16  Jahweh ist König immer und ewiglich.

            Geschwunden sind [die von den] Völkern*, ‹fort› von seinem Lande.

 

10:17  Das Begehren der Gebeugten hast du, Jahweh, gehört.

            Du machst fest ihr Herz, und dein Ohr merkt auf,

10:18  um Recht zu schaffen der Waise und dem Unterdrückten,

            dass der Mensch*, der von der Erde ist, hinfort nicht mehr wüte[126].

 

Inhalt

°Ps 11

11:0Dem leitenden Musiker*

            Von David

 

            Bei Jahweh habe ich Zuflucht.

            Wie sprecht ihr zu meiner Seele:

            „Flattere [wie] ein Vögelchen auf euren Berg“? –

11:0denn – siehe! – die Ehrfurchtslosen* spannen den Bogen,

            haben ihren Pfeil auf die Sehne gelegt,

            um im Dunklen zu schießen auf die von Herzen Aufrichtigen*.

11:0Wenn die Grundpfeiler umgerissen werden,

            was richtet der Gerechte aus?

 

11:0Jahweh ist in seinem heiligen Palast[127],

            Jahweh, – in den Himmeln ist sein Thron.

            Seine Augen schauen,

            seine Lider prüfen die Söhne Adams.

 

11:05 <>        Jahweh prüft den Gerechten.

            Aber den Ehrfurchtslosen und den, der Gewalttat liebt,

            hasst seine Seele.

11:0Er lässt Schlingen regnen auf die Ehrfurchtslosen;

            Feuer und Schwefel und Glutwind

            ist das Teil ihres Bechers;

11:0denn Jahweh ist gerecht. Er liebt Gerechtigkeiten[128].

            Aufrichtige* werden schauen sein Angesicht.

 

Inhalt

°Ps 12

12:0Dem leitenden Musiker*

            Auf acht Saiten[129]

            Ein Psalm

            Von David

 

12:0Rette, Jahweh, denn der Fromme* ist dahin,

            denn die Treuen sind verschwunden[130] unter den Söhnen Adams.

12:0Falschheit[131] reden sie, ein jeder mit seinem Nächsten.

            Ihre Lippe ist glatt.[132]

            Sie reden mit doppeltem Herzen[133].

12:0Jahweh rotte aus alle glatten Lippen,

            die Zunge, die große Dinge redet[134],

12:05 <>        sie, die sagen: „Wir werden überlegen sein mit unserer Zunge.[135]

            Unsere Lippen sind mit uns.

            Wer ist uns Herr?“[136]

 

12:0„Wegen der gewalttätigen Behandlung der Gebeugten*, wegen des Seufzens der Armen

            stehe ich jetzt auf“, sagt Jahweh.

            „Ich will ins Heil[137] setzen den, der danach schmachtet[138].“

12:0Die Worte*[139] Jahwehs sind reine Worte*,

            sind Silber, [das] ausgeschmolzen im Schmelzofen zur Erde hin [fließt],

            geläutert siebenmal[140].

12:0Du, Jahweh, wirst °sie[141] bewahren, 

            wirst °es[142]  behüten vor diesem Geschlecht ewiglich,

12:0[während] ringsum Ehrfurchtslose* sich umtreiben,

            da Gemeinheit obenauf ist bei den Söhnen Adams[143].

 

Inhalt

°Ps 13

13:0Dem leitenden Musiker*

            Ein Psalm

            Von David

 

13:0Bis wann, Jahweh, willst du mich vergessen immerdar?

            Bis wann willst du dein Angesicht verbergen vor mir?

13:0Bis wann soll ich Sorgen hegen[144] in meiner Seele,

            Kummer haben in meinem Herzen bei Tage?

            Bis wann soll mein Feind sich über mich erheben?

 

13:0Schau her und erhöre mich, Jahweh, mein Gott.

            Mache hell meine Augen[145], dass ich nicht entschlafe zum Tode,

13:05 <>        damit mein Feind nicht sage: „Ich habe ihn überwältigt!“,

            meine Bedränger sich nicht freuen, wenn ich wanke.

 

13:0Und ich, ich vertraue auf deine Güte*.

            Mein Herz soll sich freuen über dein Heil[146].

            Singen will ich Jahweh,

            weil er mir wohlgetan hat.

 

Inhalt

°Ps 14

14:0[147]Dem leitenden Musiker*

            Von David

 

            Der Törichte[148] sagt in seinem Herzen: „Es ist kein Gott.“

            Sie handeln verderblich,

            begehen abscheuliche Taten.

            Da ist keiner, der Gutes tut[149].

 

14:0Jahweh schaut vom Himmel herab

            auf die Söhne Adams[150],

            zu sehen, ob ein Verständiger da sei,

            einer, der Gott suche.

 

14:0Alle wichen ab. Allesamt sind sie verderbt[151].

            Da ist keiner, der Gutes tut;

            da ist auch nicht einer.

 

14:0Haben keine Erkenntnis alle Übeltäter*,

            die mein Volk verzehren, als äßen sie Brot?

            Jahweh rufen sie nicht an.

 

14:05 <>        Da überfiel sie ein Schrecken[152],

            denn Gott ist beim gerechten Geschlecht[153].

14:0Ihr wollt zuschanden machen den Rat des Gebeugten*,

            wo doch Jahweh seine Zuflucht ist.

 

14:0O dass aus Zijon die Rettung Israels käme![154]

            Wenn Jahweh die Gefangenschaft seines Volkes wendet,

            soll Jakob frohlocken,

            Israel sich freuen.

 

Inhalt

°Ps 15

15:0Ein Psalm

            Von David

 

            Jahweh, wer wird[155] in deinem Zelt weilen?

            Wer wird wohnen auf dem Berge deiner Heiligkeit[156]?

 

15:0Der, der untadelig* wandelt und Gerechtigkeit übt

            und Wahrheit* redet in seinem Herzen,

15:0nicht verleumdet mit seiner Zunge,

            nicht Böses tut seinem Gefährten

            und nicht Hohn bringt auf seinen Nächsten[157],

15:0in dessen Augen verachtet ist der Verworfene,

            der aber die ehrt, die Jahweh fürchten,

            der, hat er zum Schaden geschworen, es nicht ändert,

15:05 <>        der sein Geld nicht auf Zins gibt

            und nicht Geschenke[158] nimmt gegen den Schuldlosen:

 

            Wer dieses[159] tut, wird nicht wanken in Ewigkeit.

 

Inhalt

°Ps 16

16:0Ein Michtam*

            Von David

 

            Schütze mich[160], Gott*, denn zu dir nehme ich Zuflucht.

16:0Ich habe zu Jahweh gesagt[161]: „Du bist mein Herr.

            Mein Gut bist nur du[162]“,

16:0zu den Heiligen, die im Lande sind, und den Prächtigen[163]:

„An ihnen habe ich alle meine Lust.“[164]

16:0Viele Schmerzen haben die, die einen anderen umwerben[165].

            Ihre Trankopfer von Blut werde ich nicht spenden[166]

            und ihre Namen nicht auf meine Lippen nehmen.

 

16:05 <>        Jahweh ist das Teil meines Erbteils[167] und meines Bechers[168].

            Du sicherst mir mein Los.

16:0Die Messschnüre sind mir gefallen in lieblicher Gegend.

            Ja, ein schönes Erbteil ist mir geworden.

16:0Ich werde Jahweh loben*, der mir Rat gegeben hat.

            Selbst des Nachts unterweisen mich[169] meine Nieren[170].

16:0Ich halte Jahweh allezeit[171] mir vor Augen

            – weil er zu meiner Rechten ist –, damit ich nicht ins Wanken gebracht werde[172].

 

16:0Deswegen ist fröhlich mein Herz

und frohlockt meine Ehre*[173].

            Auch mein Fleisch wird ruhen[174] auf Hoffnung[175],

16:10 <>        weil du meine Seele nicht dem Scheol* überlassen wirst

            und nicht zulassen wirst, dass dein Heiliger* Verwesung[176] sehe[177].

16:11  Du hast mir kundgetan Wege des Lebens[178].

            Sättigung mit Freuden ist[179] bei deinem Angesicht[180].

            Lieblichkeiten sind[181] zu deiner Rechten ewiglich.

 

Inhalt

°Ps 17

17:0Ein Gebet

            Von David

 

            Höre, Jahweh, auf Gerechtigkeit[182]!

            Merke auf mein lautes Rufen!

            Nimm zu Ohren mein Gebet

            von Lippen ohne Trug!

17:0Von deinem Angesicht gehe mein Recht[183] aus.

            Deine Augen mögen Geradheit* schauen[184].

17:0Du prüfst mein Herz. Du durchforschst mich[185] bei Nacht.

            Du läuterst mich[186]: Nichts findest du.

            Was ich ersann[187], davon tritt nichts über meinen Mund.[188]

 

17:0Beim Treiben der Menschen habe ich kraft des Wortes[189] deiner Lippen

            mich gehütet vor den Wegen des Gewalttätigen.

17:05 <>        Meine Schritte halten fest an deinen Spuren.

            Meine Tritte wanken nicht.

 

 

17:0Ich rufe zu dir, denn du, Gott*, erhörst mich.

            Neige dein Ohr zu mir. Höre mein Reden*.

17:0Erweise wunderbar deine Gnaden[taten]*, du Retter derer,

            die vor den Aufständischen Zuflucht nehmen zu deiner Rechten.[190]

17:0Schütze mich wie die Pupille im Auge[191].

            Birg mich im Schatten deiner Flügel

17:0vor den Ehrfurchtslosen*, die mir Gewalt antun,

            meinen Todfeinden[192], die mich umzingeln.

17:10 <>        Ihr fettes Herz verschließen sie.

            Mit ihrem Munde reden sie stolz.

 

17:11  Wo wir auch gehen[193], jetzt haben sie uns umringt.

            Sie richten ihre Augen [darauf], uns zu Boden zu strecken.

17:12  Er[194] ist wie ein Löwe, der nach Raub lechzt[195],

            und wie ein Junglöwe, der im Versteck sitzt.

 

 

17:13  Stehe auf, Jahweh! Tritt ihm[196] entgegen! Stürze ihn nieder[197]!

            Lass meine Seele dem Ehrfurchtslosen entrinnen durch dein Schwert,

17:14  durch deine Hand, Jahweh, den Leuten, den Leuten dieser Welt.

            Ihr Teil ist in diesem Leben,

            und ihren Bauch füllst du mit deinem Schatz.

            Sie haben Söhne in Fülle,

            und ihren Überfluss lassen sie ihren Kindern.

17:15 <>        Ich, ich werde dein Angesicht schauen in Gerechtigkeit,

            werde mich sättigen, wenn ich erwache, mit deinem Bilde.

 

Inhalt

°Ps 18

18:0Dem leitenden Musiker*

            Von dem Knecht Jahwehs, von David,

            der die Worte dieses Liedes zu Jahweh redete an dem Tage, als Jahweh ihn befreit hatte aus der Hand* aller seiner Feinde und aus der Hand Sauls,

18:0und er sagte:

 

            Ich liebe dich[198], Jahweh, meine Stärke.

18:0Jahweh! Mein Fels und meine Burg[199] und mein Retter*,

            mein Mächtiger*, mein Hort[200], zu dem ich Zuflucht nehme,

            mein Schild und das Horn meines Heils, meine hohe Feste[201]!

 

18:0Ich rufe Jahweh an, der zu rühmen ist[202],

            und ich werde gerettet von meinen Feinden.

18:05 <>        Es umschlangen mich die Fesseln des Todes,

            und die Ströme des Unheils[203] überfielen mich.

18:0Die Fesseln des Scheols* umringten mich.

            Es ereilten mich die Fallstricke des Todes.

 

18:0In meiner Bedrängnis rief ich zu Jahweh,

            und ich schrie zu meinem Gott.

            Er hörte aus seinem Tempel meine Stimme.

            Mein innigstes Rufen[204] kam vor ihn in seine Ohren.

18:0Es schwankte und bebte die Erde,

            und die Grundfesten der Berge erzitterten;

            und sie wankten, denn er zürnte.

18:0Rauch stieg auf von seiner Nase,

            und Feuer fraß aus seinem Munde.

            Glühende Kohlen brannten aus ihm.

 

18:10 <>        Und er neigte die Himmel und fuhr hernieder,

            und Dunkel war unter seinen Füßen.

18:11  Und er fuhr auf einem Cherub und flog daher,

            und er schwebte auf den Fittichen des Windes.

18:12  Dunkel machte er zu seinem Bergungsort*, zu seinem Zelt rings um sich her,

            Finsternis der Wasser, dichtes Himmelsgewölk.

18:13  Aus dem Glanz vor ihm brach sein dichtes Gewölk hervor,

            Hagel und feurige Kohlen.

 

18:14  Und es donnerte Jahweh in den Himmeln,

            und der Höchste ließ seine Stimme erschallen

            [mit] Hagel und Feuerkohlen.

18:15 <>        Und er sandte seine Pfeile und zerstreute sie,

            und der Blitze waren viele, und er verwirrte sie[205].

18:16  Und es wurden sichtbar die Betten der Wasser,

            und die Grundfesten der Welt* wurden aufgedeckt

            vor deinem Schelten, Jahweh,

            vor dem Schnauben des Atems deiner Nase[206].

 

18:17  Er streckte seine Hand aus von der Höhe.

            Er nahm mich; er zog mich aus großen Wassern.

18:18  Er befreite mich von meinem starken Feinde

            und von meinen Hassern, denn sie waren mir zu stark.

18:19  Sie ereilten mich am Tage meines Unglücks.

            Aber Jahweh wurde mir zur Stütze.

18:20 <>        Und er führte mich heraus ins Weite.

            Er befreite mich, denn er hatte Lust zu mir.

 

18:21  Jahweh vergilt mir nach meiner Gerechtigkeit;

            nach der Reinheit meiner Hände erstattet er mir;

18:22  denn ich bewahrte[207] die Wege Jahwehs;

            ich wich von meinem Gott nicht frevelhaft ab[208];

18:23  denn alle seine Verordnungen* sind vor mir,

            und seine Satzungen lasse ich nicht von mir weichen.

18:24  Und ich war untadelig* gegen ihn

            und hütete mich vor meiner Ungerechtigkeit[209].

18:25 <>        Und Jahweh erstattete mir nach meiner Gerechtigkeit,

            nach der Reinheit meiner Hände vor seinen Augen.

 

18:26  Zu dem Frommen* verhältst du dich fromm[210];

            gegen den rechtschaffenen* Mann erzeigst du dich rechtschaffen*[211];

18:27  gegen den Reinen erzeigst du dich rein,

            und dem Krummen erweist du dich krumm[212];

 

18:28  denn du rettest das gebeugte* Volk,

            und die hohen Augen erniedrigst du,

18:29  denn du machst hell meine Leuchte.

            Jahweh, mein Gott, erhellt meine Dunkelheit;

18:30 <>        denn mit dir renne ich gegen Kriegsvolk an,

            und mit meinem Gott springe ich über eine Mauer.

 

18:31  Gott*, sein Weg ist vollkommen*.

            Jahwehs Reden* ist geläutert[213].

            Er ist ein Schild allen, die Zuflucht nehmen zu ihm;

18:32  denn wer ist Gott[214] außer Jahweh

            und wer ein Fels außer unserem Gott,

18:33  dem Gott*, der mich mit Kraft umgürtet

            und meinen Weg vollkommen* macht? –

18:34  der meine Füße den Hirschen gleich macht

            und mich hinstellt auf meine Höhen.

18:35 <>        Er lehrt meine Hände den Kampf

            und meine Arme, zu spannen den ehernen Bogen.

 

18:36  Du gabst mir den Schild deines Heils,

            und deine rechte Hand stützte mich,

            und deine Herabneigung machte mich groß.

18:37  Du machtest Raum meinen Schritten unter mir,

            und meine Knöchel wankten nicht.

18:38  Ich jagte meinen Feinden nach und holte sie ein,

            und ich kehrte nicht um, bis sie aufgerieben waren.

18:39  Ich zerschmetterte sie, und sie vermochten nicht aufzustehen.

            Sie fielen unter meine Füße.

 

18:40 <>        Und du umgürtetest mich mit Kraft zum Kampf,

            beugtest unter mich, die gegen mich aufstanden.

18:41  Und du wandtest den Rücken meiner Feinde mir zu[215]

            und meiner Hasser. Ich vernichtete sie[216].

18:42  Sie schrien, und kein Retter war da,

            zu Jahweh, und er antwortete ihnen nicht.

18:43  Und ich zerrieb sie wie Staub vor dem Winde.

            Wie Straßenkot schüttete ich sie hin.

 

18:44  Du ließest mich entrinnen aus den Streitigkeiten des Volkes.

            Du setztest mich zum Haupt von Völkern*.

            Ein Volk, das ich nicht kannte, diente[217] mir.

18:45 <>        Aufs Hören des Ohrs gehorchten sie mir.[218]

            Die Söhne der Fremde schmeichelten mir.

18:46  Die Söhne der Fremde sanken hin

            und zitterten hervor aus ihren Schlössern.

 

18:47  Jahweh lebt! Und gelobt* sei mein Fels!

            Und erhöht sei der Gott meines Heils,

18:48  der Gott*, der mir Rache[219] gibt

            und Völker mir unterwarf,

18:49  mein Retter vor meinen Feinden.

            Ja, vor denen, die gegen mich aufstanden, erhöhtest du mich.

            Vom Mann der Gewalttat befreitest du mich.

 

18:50 <>        Darum will ich dir ‹Lob› bekennen[220], Jahweh, unter den Völkern*

            und deinem Namen singen ‹und spielen›*,

18:51  der groß macht die Rettungen[221] seines Königs

            und Güte* erweist seinem Gesalbten,

            David, und seinem Samen ewiglich.

 

Inhalt

°Ps 19

19:0Dem leitenden Musiker*

            Ein Psalm

            Von David

 

19:0Die Himmel erzählen die Herrlichkeit* Gottes*,

            und die [Himmels]weite[222] verkündet das Werk seiner Hände.

 

19:0Ein Tag ergießt Rede dem anderen.

            Eine Nacht gibt Kunde der anderen.[223]

19:0Ohne Worte und ohne Reden,

            ungehört ist ihre Stimme.

19:05 <>        In jeden ‹Teil› der Erde geht aus ihre °Messschnur[224],

            und bis ans Ende der Welt* [gehen] ihre Worte.

            In ihnen[225] hat er der Sonne ein Zelt gemacht.

 

19:0Und sie geht hervor wie ein Bräutigam aus seiner Kammer.

            Sie freut sich wie ein Held und läuft ihre Bahn.

19:0Vom Ende des Himmels geht sie aus

            und läuft bis ans andere Ende[226],

            und nichts ist vor ihrer Glut verborgen.

 

19:0Die Weisung* Jahwehs ist vollkommen*,

            und sie stellt die Seele wieder her[227].

            Das Zeugnis Jahwehs ist zuverlässig

            und macht die Einfältigen[228] weise.

 

19:0Die Vorschriften Jahwehs sind richtig*

            und erfreuen das Herz.

            Das Gebot Jahwehs ist lauter[229]

            und macht leuchten die Augen.

 

19:10 <>        Die Furcht Jahwehs[230] ist rein

            und bleibt ewiglich.

            Die Verordnungen* Jahwehs sind Wahrheit*,

            sind alle gerecht.

 

19:11  Sie sind begehrenswerter als Gold

            und viel Feingold,

            süßer als Honig[231]

            und Honig aus Waben.

 

19:12  Auch wird dein Knecht durch sie gewarnt.

            Großer Lohn liegt auf dem Einhalten[232] derselben.

19:13  Verfehlungen – wer erkennt sie?[233]

            Sprich mich frei von verborgenen[234].

19:14  Auch von vermessenen[235] halte deinen Knecht zurück.

            Mögen sie nicht Macht über mich haben! Dann bin ich ohne Tadel[236]

            und rein von großer Übertretung.

 

19:15 <>        Lass wohlgefällig sein die Worte* meines Mundes

            und das Sinnen[237] meines Herzens vor deinem Angesicht,

            Jahweh, mein Fels und mein Erlöser!

 

Inhalt

°Ps 20

20:0Dem leitenden Musiker*

            Ein Psalm

            Von David

 

20:0Jahweh erhöre dich am Tage der Not.

            Der Name des Gottes Jakobs rücke dich empor[238].

20:0Er sende dir Hilfe vom Heiligtum,

            und von Zijon her stütze er dich.

20:0Er gedenke aller deiner Opfergaben[239],

            und dein Brandopfer finde er fett[240]. – Sela*

20:05 <>        Er gebe dir nach deinem Herzen,

            und deinen ganzen Plan bringe er zur Erfüllung.

20:0Jubeln wollen wir über dein Heil[241]

            und im Namen unseres Gottes [das] Banner erheben.

 

            Jahweh erfülle alle deine Bitten.

 

20:0Nun weiß ich,

            dass Jahweh seinen Gesalbten rettet.

            Er erhört ihn von seinem heiligen Himmel

            mit rettenden Krafttaten seiner rechten Hand.

20:0Diese [denken] an Wagen und jene an Rosse,

            aber wir denken an den Namen Jahwehs, unseres Gottes.

20:0Jene straucheln[242] und fallen,

            aber wir stehen und bleiben aufrecht[243].

20:10 <>        Jahweh, rette!

            Der König[244] erhöre uns am Tage, da wir rufen[245].

 

Inhalt

°Ps 21

21:0Dem leitenden Musiker*

            Ein Psalm

            Von David

 

21:0Ob deiner Stärke[246], Jahweh, freut sich der König,

            und wie sehr frohlockt er über deine Rettung.

21:0Den Wunsch seines Herzens hast du ihm gegeben

            und das Verlangen seiner Lippen nicht verweigert, – Sela*

21:0denn mit Segnungen des Guten kamst du ihm zuvor[247].

            Auf sein Haupt setztest du eine Krone von gediegenem Gold.

21:05 <>        Leben erbat er von dir. Du gabst es ihm:

            Länge der Tage immer und ewiglich.

21:0Groß ist seine Herrlichkeit* durch deine Rettung.

            Hoheit und Pracht[248] legtest du auf ihn,

21:0denn zu Segnungen setztest du ihn auf ewig.

            Du erfreutest ihn mit Freude durch dein Angesicht[249];

 

21:0denn der König vertraut auf Jahweh,

            und durch die Güte[250]* des Höchsten wird er nicht wanken.

 

21:0Deine Hand wird finden alle deine Feinde.

            Deine Rechte wird finden deine Hasser.

21:10 <>        Wie einen Feuerofen machst du sie zur Zeit deines Angesichts[251].

            Jahweh verschlingt sie in seinem Zorn,

            und Feuer verzehrt sie.

21:11  Ihre Frucht lässt du schwinden von der Erde

            und ihren Samen von den Söhnen Adams,

21:12  denn sie sinnen Böses gegen dich[252],

            schmieden Pläne. Sie werden nichts vermögen.

21:13  Ja, du machst, dass sie den Rücken kehren,

            zielst mit deinem Bogen[253] ihnen ins Gesicht.

 

21:14  Erhebe dich, Jahweh, in deiner Stärke!

            Wir wollen singen und spielen* deiner Heldenkraft.

 

Inhalt

°Ps 22

22:0Dem leitenden Musiker*

            Nach „Hirschkuh der Morgenröte“

            Ein Psalm

            Von David

 

22:0Mein Gott*, mein Gott*, warum hast du mich verlassen[254],

            bist fern von meiner Rettung, [von] den Worten meines Gestöhns?

22:0Mein Gott! Ich rufe des Tages, und du antwortest nicht,

            und des Nachts, und mir wird keine Ruhe.

22:0Aber du bist heilig,

            der du thronst über den Lobgesängen Israels.

22:05 <>        Auf dich vertrauten unsere Väter.

            Sie vertrauten, und du ließest sie entrinnen.

22:0Zu dir riefen sie und wurden gerettet[255].

            Sie vertrauten auf dich und wurden nicht zuschanden.

 

22:0Aber ich bin ein Wurm und kein Mann,

            ein Hohn der Menschen und verachtet vom Volk.

22:0Alle, die mich sehen, verspotten mich.

            Sie reißen die Lippen auf[256], schütteln den Kopf:

22:0„Wälze es auf Jahweh!“ „Der rette ihn[257],

            befreie ihn, wenn er Gefallen an ihm[258] hat.“

 

22:10 <>        Ja, du bist es, der mich aus dem Mutterleibe gezogen hat,

            der mich vertrauen ließ an meiner Mutter Brüsten.

22:11  Auf dich bin ich geworfen von Mutterschoß an.

            Von meiner Mutter Leibe an bist du mein Gott*.

22:12  Sei nicht fern von mir, denn Bedrängnis ist nahe,

            denn kein Helfer ist da.

 

22:13  Viele[259] Stiere haben mich umgeben,

            gewaltige von Baschan mich umringt.

22:14  Sie sperren ihr Maul gegen mich auf

            wie ein reißender und brüllender Löwe.

22:15 <>        Wie Wasser bin ich hingeschüttet,

            und alle meine Gebeine haben sich zertrennt.

            Wie Wachs ist geworden mein Herz,

            zerschmolzen in meinem Inneren[260].

22:16  Meine Kraft ist vertrocknet wie eine Scherbe,

            und meine Zunge klebt an meinem Gaumen.

            Und in den Staub des Todes legst du mich;

 

22:17  denn Hunde haben mich umgeben,

            eine Schar von Bösgesinnten hat mich umzingelt.

            Sie haben meine Hände und Füße °durchgraben[261].

22:18  Ich zähle[262] alle meine Gebeine.

            Sie schauen her und sehen mich an.

22:19  Sie verteilen meine Kleider unter sich,

            und über mein Gewand werfen sie das Los.

 

22:20 <>        Aber du, Jahweh, sei nicht ferne!

            Meine Stärke, eile mir zur Hilfe!

22:21  Entreiße dem Schwert meine Seele,

            meine Einzige[263] aus des Hundes Gewalt.

22:22  Rette mich von dem Rachen des Löwen

            und von den Hörnern der Büffel. –

            Du hast mich erhört.

22:23  Ich will deinen Namen meinen Brüdern ‹lobend› künden,

            inmitten der Gemeinde dir lobsingen.

 

22:24  Ihr, die ihr Jahweh fürchtet, preist ihn.

            Aller Same Jakobs, verherrlicht ihn;

            und scheut euch vor ihm, aller Same Israels;

22:25 <>        denn er hat nicht verachtet noch verabscheut das Elend* des Gebeugten*,

            noch hat er sein Angesicht vor ihm verborgen.

            Und als er zu ihm rief, hörte er.

22:26  Von dir her ist mein Lobgesang in großer Versammlung.

            Meine Gelübde will ich bezahlen vor denen, die ihn fürchten.

 

22:27  Die Gebeugten werden essen und satt werden.

            Es werden Jahweh preisen, die ihn suchen.

            Euer Herz soll ewiglich leben.

22:28  Dessen werden gedenken und zu Jahweh sich wenden

            alle Enden der Erde

            und vor dir huldigen[264]

            alle Sippen[265] der Völker*,

22:29  denn Jahwehs ist das Königtum,

            und er herrscht über die Völker*.

 

22:30 <>        Es werden essen und huldigen alle Fetten der Erde.

            Vor ihm werden sich beugen alle, die zum Staube hinabfahren[266],

            und [jeder], der seine Seele nicht am Leben erhielt[267].

22:31  Ein Same wird ihm dienen.

            Einem Geschlecht[268] wird erzählt werden von meinem Herrn.[269]

22:32  Sie werden kommen und verkünden seine Gerechtigkeit

            einem Volk, das geboren wird, dass er es getan hat.

 

Inhalt

°Ps 23

23:0Ein Psalm

            Von David

 

            Jahweh ist mein Hirte.

            Mir mangelt nicht.

23:0Auf Auen von zartem Gras[270] lässt er mich lagern.

            Er führt mich zu[271] Wassern der Ruhe.

 

23:0Meine Seele stellt er wieder her[272].

            Er leitet mich auf Pfaden des Rechten[273]

            seines Namens wegen.

 

23:0Auch wenn ich im Tal des Todesschattens gehe,

            fürchte ich kein Übel,

            denn du bist bei mir.

            Dein Stock und dein Stab,

            die trösten mich.

 

23:05 <>        Du richtest vor mir[274] einen Tisch angesichts meiner Bedränger.

            Du hast mein Haupt mit Öl gesalbt[275].

            Mein Becher ist Überfluss[276].

 

23:0Nur Gutes und Gnade[277] verfolgen mich

            alle Tage meines Lebens.

            Und ich werde wohnen im Hause Jahwehs

            für lange, lange Zeit[278].

 

Inhalt

°Ps 24

24:0Von David

            Ein Psalm[279]

 

            Jahwehs ist die Erde und ihre Fülle[280],

            die Welt* und die darauf wohnen,

24:0denn er hat sie gegründet an Meeren

            und befestigt[281] an Strömen.

24:0Wer wird[282] steigen auf den Berg Jahwehs?

            Und wer wird stehen an der Stätte seiner Heiligkeit[283]?

24:0Der unschuldige Hände* [hat] und reinen Herzens ist,

            der nicht zur Falschheit[284] erhebt seine Seele

            und nicht schwört zum Betrug.

24:05 <>        Er wird Segen empfangen[285] von Jahweh

            und Gerechtigkeit von dem Gott seines Heils.

24:0Dieses ist das Geschlecht derer, die nach ihm trachten[286],

            die dein Angesicht suchen: [Das ist] Jakob. – Sela*

 

24:0Erhebt, [ihr] Tore, eure Häupter,

            und erhebt euch, ewige Pforten[287],

            dass einziehe der König der Herrlichkeit*!

24:0Wer ist dieser König der Herrlichkeit?

            Jahweh, stark und heldenhaft,

            Jahweh, heldenhaft im Kampf.

24:0Erhebt, [ihr] Tore, eure Häupter,

            und erhebt sie[288], ewige Pforten,

            dass einziehe der König der Herrlichkeit!

24:10 <>        Wer ist er, dieser König der Herrlichkeit?

            Jahweh der Heere.

            Er ist der König der Herrlichkeit. – Sela

 

Inhalt

°Ps 25

25:0Von David

 

            °Zu dir, Jahweh, erhebe ich meine Seele.

25:0Mein Gott, auf dich vertraue ich[289]. Lass mich nicht zuschanden werden!

            Lass meine Feinde nicht aufjubeln[290] über mich!

25:0Auch alle, die auf dich warten, werden nicht zuschanden.

            Zuschanden werden die, die ohne Grund[291] in treuloser Weise handeln.[292]

25:0Deine Wege, Jahweh, lass mich kennen.

            Lehre mich deine Pfade.

25:05 <>        Lass mich wandeln[293] in deiner Wahrheit* und lehre mich,

            denn du bist der Gott meines Heils.

            Auf dich harre[294] ich den ganzen Tag.

25:0Gedenke deiner Erbarmungen, Jahweh, und deiner Gnaden[erweisungen][295],

            denn von Vorzeiten her sind sie.

25:0Der Sünden meiner Jugend und meiner Übertretungen gedenke nicht.

            Nach deiner Gnade[296] gedenke du meiner –

            wegen deiner Güte, Jahweh.

 

25:0Gut und gerade* ist Jahweh.

            Darum weist er Sündern den Weg.

25:0Er lässt die Gebeugten* wandeln[297] im Recht[298]

            und lehrt die Gebeugten seinen Weg.

25:10 <>        Alle Wege Jahwehs sind Güte[299]* und Wahrheit*

            für die, die seinen Bund und seine Zeugnisse wahren[300].

25:11  Deines Namens wegen, Jahweh,

            vergib[301] meine Schuld, denn sie ist groß.

25:12  Wer ist der Mann, der Jahweh fürchtet?

            Ihn unterweist er betreffs des Weges, den er wählen soll.

25:13  Seine Seele wird wohnen im Guten,

            und sein Same wird das Land erben.

25:14  Die Vertrautheit[302] Jahwehs ist für die, die ihn fürchten,

            und [ist dazu da], seinen Bund sie kennen zu lassen[303].

25:15 <>        Meine Augen [sehen] stets auf Jahweh,

            denn er zieht meine Füße aus dem Netz.

 

25:16  Wende dich zu mir und sei mir gnädig*,

            denn ich bin einsam und gebeugt*.

25:17  Die Beengungen[304] meines Herzens haben sich vermehrt.

            Führe mich heraus aus meinen Bedrängnissen!

25:18  Sieh an mein Elend* und mein Leid

            und nimm weg[305] alle meine Sünden.

25:19  Sieh an meine Feinde, denn ihrer sind viele,

            und mit gewaltigem Hass hassen sie mich.

25:20 <>        Bewahre meine Seele und befreie mich.

            Lass mich nicht zuschanden werden, denn ich nehme Zuflucht zu dir.

25:21  Lauterkeit* und Aufrichtigkeit* mögen mich behüten,

            denn ich harre auf dich.

25:22  Gott, erlöse Israel

            aus allen seinen Bedrängnissen!

 

Inhalt

°Ps 26

26:0Von David

 

            Schaffe mir Recht[306], Jahweh, denn ich, ich wandelte in meiner Lauterkeit[307].

            Und ich vertraue auf Jahweh[308]. Ich werde nicht wanken.

26:0Prüfe mich, Jahweh, und erprobe mich.

            Läutere meine Nieren und mein Herz!

 

26:0denn deine Güte* ist mir vor Augen,

            und ich wandle in deiner Wahrheit*.

26:0Nicht habe ich gesessen bei trügerischen Leuten[309],

            und mit Hinterlistigen gehe ich nicht um.

26:05 <>        Ich hasse die Versammlung der Bösgesinnten,

            und bei Ehrfurchtslosen* sitze ich nicht.

 

26:0Ich wasche meine Hände* in Unschuld;

            und ich will deinen Altar, Jahweh, umschreiten,

26:0um mit ‹lauter› Stimme Dank hören zu lassen[310]

            und zu erzählen alle deine Wunder*.

 

26:0Jahweh, ich liebe die Stätte[311] deines Hauses

            und den Wohnort deiner Herrlichkeit*.

26:0Raffe meine Seele nicht weg mit den Sündern

            noch mein Leben mit den Menschen des Blutes[312],

26:10 <>        in deren Händen böses Vorhaben[313]

            und deren Rechte voll Bestechung ist.

 

26:11  Aber ich, ich wandle in meiner Lauterkeit*.

            Erlöse mich und sei mir gnädig*!

26:12  Mein Fuß steht auf ebenem Boden.

            Ich will Jahweh loben* in den Versammlungen.

 

Inhalt

°Ps 27

27:0Von David

 

            Jahweh ist mein Licht und mein Heil.

            Vor wem sollte ich mich fürchten?

            Jahweh ist die Schutzwehr meines Lebens.

            Vor wem sollte ich erschrecken?

 

27:0Als Bösgesinnte mir nahten,

            um mein Fleisch zu fressen,

            meine Bedränger und meine Feinde,

            da strauchelten sie und fielen.

27:0Wenn ein Heer sich gegen mich lagert,

            so fürchtet sich mein Herz nicht.

            Wenn Krieg sich gegen mich erhebt,

            auch dann vertraue ich.

 

27:0Eines erbat ich von Jahweh;

            nach dem trachte ich:

            zu wohnen im Hause Jahwehs

            alle Tage meines Lebens,

            um anzuschauen die Lieblichkeit Jahwehs

            und nachzuforschen[314] in seinem herrlichen Haus;

27:05 <>        denn er birgt mich in seiner Hütte

            am Tage des Übels;

            er verbirgt mich im Bergungsort* seines Zeltes.

            Auf einen Felsen erhöht er mich.

27:0Nun ragt mein Haupt empor

            über meine Feinde rings um mich her.

 

            Und Opfer des Jubelrufes will ich opfern in seinem Zelt,

            will singen und spielen* Jahweh.

 

27:0Höre, Jahweh, meine Stimme! Ich rufe.[315]

            Und sei mir gnädig* und erhöre mich!

27:0Mein Herz spricht dir [nach][316]:

            „Sucht mein Angesicht!“

            Dein Angesicht, Jahweh, suche ich.

27:0Verbirg dein Angesicht nicht vor mir.

            Weise deinen Knecht nicht ab im Zorn.

            Du bist meine Hilfe[317].

            Verstoße mich nicht und verlasse mich nicht,

            Gott meines Heils!

27:10 <>        Ja, mein Vater und meine Mutter haben mich verlassen,

            aber Jahweh nimmt mich zu sich[318].

 

27:11  Lehre mich, Jahweh, deinen Weg

            und leite mich auf ebenem Pfade

            meiner Nachsteller wegen.

27:12  Gib mich nicht preis der Gier meiner Bedränger;

            denn falsche Zeugen sind gegen mich aufgestanden

            und der [Mann], der Gewalttat schnaubt.

27:13  Wenn ich nicht geglaubt hätte,

            das Gute Jahwehs zu schauen[319]

            im Lande der Lebenden!

 

27:14  Harre auf Jahweh.

            Sei stark. Und dein Herz beweise Stärke,

            und harre auf Jahweh.

 

Inhalt

°Ps 28

28:0Von David

 

            Zu dir, Jahweh, rufe ich.

            Mein Fels, wende dich nicht schweigend von mir ab,

            damit nicht, wenn du gegen mich[320] verstummst,

            ich denen gleich sei, die in die Grube fahren.

28:0Höre die Stimme meines Flehens*,

            wenn ich zu dir rufe,

            wenn ich meine Hände aufhebe zum Sprachort[321] deines Heiligtums.

28:0Reiße mich nicht fort mit den Ehrfurchtslosen*

            und mit den Übeltätern*,

            die „Frieden*“ reden mit ihrem Nächsten,

            und Böses ist in ihrem Herzen.

 

28:0Gib ihnen nach ihrem Tun

            und nach der Bosheit ihrer Taten.

            Nach dem Werk ihrer Hände gib ihnen;

            vergilt ihnen[322], wie sie es verdienen[323]!

28:05 <>        denn sie achten nicht auf die Taten Jahwehs

            noch auf das Werk seiner Hände.

            Er wird sie niederreißen und nicht bauen.

 

28:0Gelobt* sei Jahweh,

            denn er hat auf die Stimme meines Flehens gehört!

28:0Jahweh ist meine Stärke und mein Schild.

            Auf ihn vertraute mein Herz, und mir wurde geholfen.

            Daher frohlockt mein Herz,

            und ich werde ihm ‹Lob› bekennen[324] mit meinem Liede.

28:0Jahweh ist ihre[325] Stärke;

            und die rettende Schutzwehr[326] seines Gesalbten ist er.

28:0Rette[327] dein Volk

            und segne dein Erbe

            und sei ihnen Hirte und trage sie bis in Ewigkeit.

 

Inhalt

°Ps 29

29:0Ein Psalm

            Von David

 

            Gebt Jahweh, [ihr] °Gottessöhne[328],

            gebt Jahweh Herrlichkeit* und Stärke!

29:0Gebt Jahweh die Herrlichkeit seines Namens.

            Huldigt Jahweh[329] in heiliger Pracht.

 

29:0Die Stimme Jahwehs ist über den Wassern.

            Der Gott* der Herrlichkeit donnert,

            Jahweh über großen Wassern.

29:0Die Stimme Jahwehs ist ‹voll› Kraft[330].

            Die Stimme Jahwehs ist ‹voll› Pracht.

29:05 <>        Die Stimme Jahwehs zerbricht Zedern.

            Ja, Jahweh zerbricht die Zedern des Libanons,

29:0und er lässt sie hüpfen wie ein Kalb,

            den Libanon und Sirjon[331] wie einen jungen Wildochsen.

29:0Die Stimme Jahwehs sprüht Feuerflammen aus[332].

29:0Die Stimme Jahwehs erschüttert die Wüste.

            Jahweh erschüttert die Wüste Kadesch.

29:0Die Stimme Jahwehs lässt Hirschkühe kalben[333]

            und legt Wälder bloß[334]. Und in seinem Tempel

            spricht alles[335]: „Herrlichkeit.“

 

29:10 <>        Jahweh thront[336] über der Wasserflut[337].

            Ja, Jahweh thront als König ewiglich.

29:11  Jahweh wird seinem Volk Stärke geben.

            Jahweh wird sein Volk segnen mit Frieden*.

 

Inhalt

°Ps 30

30:0Ein Psalm

            Ein Einweihungslied des Hauses

            Von David

 

30:0Ich will dich erheben, Jahweh, denn du zogst mich empor,

            ließest meine Feinde sich meiner nicht freuen.

30:0Jahweh, mein Gott!

            Zu dir rief ich, und du hast mich geheilt.

30:0Jahweh! Du hast meine Seele aus dem Scheol* geführt,

            hast mich leben lassen aus denen[338], die in die Grube hinabfahren.

 

30:05 <>        Singt ‹und spielt›* Jahweh, [ihr] seine Frommen*,

            und bekennt ‹Lob› seinem heiligen Gedenken[339],

30:0denn einen Augenblick [ist man] unter seinem Zorn,

            ein Leben [lang] unter seiner Gunst.[340]

            Am Abend kehrt Weinen ein[341],

            und am Morgen ist Jubel da.

 

30:0Aber ich sagte in meiner Sorglosigkeit[342]:

            „Ich werde ewiglich nicht wanken.“

30:0Jahweh, in deiner Gunst[343] hast du meinem Berge[344] Stärke verliehen[345].

            Du verbargst dein Angesicht: Ich war bestürzt.

30:0Zu dir, Jahweh, rief ich,

            und zu meinem Herrn flehte ich[346].[347]

 

 

30:10 <>        Was für Gewinn ist in meinem Blut,

            in meinem Hinabfahren in die Grube?

            Wird der Staub dir ‹Lob› bekennen[348]?

            Wird er deine Wahrheit* verkünden?

30:11  Höre, Jahweh, und sei mir gnädig*!

            Jahweh, sei mir ein Helfer.

 

30:12  Meine Wehklage hast du mir in einen Reigen verwandelt,

            mein Sackgewand[349] hast du gelöst,

            und du hast mich mit Freude umgürtet,

30:13  auf dass [meine] Ehre*[350] dir singe[351]* und nicht schweige.

            Jahweh, mein Gott,

            ewiglich will ich dir ‹Lob› bekennen!

 

Inhalt

°Ps 31

31:0Dem leitenden Musiker*

            Ein Psalm

            Von David

 

31:0Zu dir, Jahweh, nehme ich Zuflucht[352]!

            Lass mich auf ewig nicht zuschanden werden!

            Rette mich in deiner Gerechtigkeit!

31:0Neige zu mir dein Ohr!

            Eilends befreie mich!

            Sei mir ein schützender Fels[353],

            ein befestigtes Haus[354], mich zu retten;

31:0denn mein Fels und meine Burg bist du.

            Und deines Namens wegen wirst du mich führen und leiten,

31:05 <>        mich herausziehen aus dem Netz, das sie mir heimlich gelegt haben,

            denn du bist meine Schutzwehr.

31:0In deine Hand befehle ich meinen Geist.

            Du erlöst mich[355], Jahweh, du Gott* der Wahrheit*.

 

31:0Ich hasse, die auf nichtige Götzen[356] achten.

            Aber ich, ich vertraue auf Jahweh[357].

31:0Ich will frohlocken und mich freuen in[358] deiner Güte[359]*.

            Du sahst mein Elend* an,

            nahmst Kenntnis von den Bedrängnissen meiner Seele,

31:0und du überliefertest mich nicht in Feindeshand,

            stelltest meine Füße in weiten Raum.

31:10 <>        Sei mir gnädig*, Jahweh, denn ich bin in Bedrängnis!

            Vor Gram verfällt mein Auge,

            meine Seele und mein Leib,

31:11  denn in Kummer schwindet mein Leben dahin,

            und meine Jahre [vergehen] in Seufzen.

            Meine Kraft wankt[360] infolge meiner Schuld,

            und meine Gebeine verfallen.

31:12  Vor allen meinen Bedrängern bin ich zum Hohn[361] geworden,

            auch für meine Nachbarn gar sehr,

            zum Schrecken für meine Bekannten;

            die auf der Straße mich sehen,

            fliehen vor mir.

31:13  Vergessen bin ich wie ein Toter dem Herzen;

            ich bin wie ein zerbrochenes Gefäß,

31:14  denn ich habe die Verleumdung[362] vieler gehört.

            Schrecken ist um und um.

            Sie halten zusammen Rat gegen mich,

            sinnen darauf, [mir] meine Seele[363] zu nehmen.

 

31:15 <>        Aber ich, ich vertraue auf dich, Jahweh.

            Ich sage: „Du bist mein Gott.“

31:16  In deiner Hand sind meine Zeiten.

            Befreie mich aus der Hand meiner Feinde und von meinen Verfolgern!

31:17  Lass dein Angesicht leuchten über deinen Knecht.

            Rette mich in deiner Güte*!

31:18  Jahweh, lass mich nicht zuschanden werden, denn ich rufe dich an!

            Möchten zuschanden werden die Ehrfurchtslosen*,

            zum Schweigen gebracht – in den Scheol*!

31:19  Verstummen sollen die Lügenlippen,

            die gegen den Gerechten Freches reden

            in Stolz und Verachtung.

31:20 <>        Wie groß ist dein Gutes, das du aufgespart hast[364] denen, die dich fürchten,

            gewirkt hast denen, die ihre Zuflucht zu dir nehmen

            angesichts der Söhne Adams!

31:21  Du birgst sie im Bergungsort* deines Angesichts[365] vor den Ränken[366] der Leute.

            Du verbirgst sie in einer Hütte vor dem Gezänk der Zungen.

 

31:22  Gelobt* sei Jahweh,

            denn wunderbar erwies er seine Güte* an mir in einer befestigten Stadt[367].

31:23  Und ich, ich hatte zwar in meiner Bestürzung[368] gesagt:

            „Ich bin abgeschnitten von deinen Augen.

            Doch hast du die Stimme meines Flehens* gehört,

            als ich zu dir rief.

31:24  Liebt Jahweh, alle seine Frommen*!

            Die Treuen behütet Jahweh

            und vergilt reichlich dem, der Hochmut übt.

31:25 <>        Seid stark. Und euer Herz beweise Stärke,

            alle, die ihr auf Jahweh harrt.

 

Inhalt

°Ps 32

32:0Von David

            Eine Unterweisung*

 

            Selig* ist der, dessen Übertretung vergeben[369],

            dessen Sünde bedeckt wurde.

32:0Selig ist der Mensch[370],

            dem Jahweh Schuld nicht anrechnet

            und in dessen Geist kein Trug ist.

 

32:0Als ich schwieg, verfielen meine Gebeine[371]

            durch mein Stöhnen[372] den ganzen Tag,

32:0denn Tag und Nacht lastete[373] auf mir deine Hand.

            Verwandelt wurde mein Saft [wie] bei ‹trockener› Sommerhitze[374]. – Sela*

 

 

32:05 <>        Da tat ich dir kund meine Sünde und deckte meine Schuld nicht zu.

            Ich sagte: „Ich will Jahweh meine Übertretungen bekennen.“

            Und du, du hast vergeben[375] die Schuld meiner Sünde. – Sela

 

32:0Deshalb soll jeder Fromme* zu dir beten zur Zeit, da du zu finden bist[376].

            Bei Flut großer Wasser, gewiss,

            ihn werden sie nicht erreichen.

32:0Du bist ein Bergungsort* für mich.

            Vor Bedrängnis behütest du mich.

            Mit Jubel der Befreiung[377] umgibst du mich. – Sela

 

 

32:0„Ich will dich unterweisen[378] und dich lehren

            den Weg, den du gehen sollst.

            Ich will [dir] raten, mein Auge auf dich [richten][379].“

 

32:0„Seid nicht wie ‹das› Ross,

            wie ‹das› Maultier, [die] ohne Verstand sind;

            mit Zaum und Zügel[380], ihrem Schmuck[381], muss man sie bändigen;

            sonst nahen sie dir nicht.“

 

32:10 <>        Viele Schmerzen hat ein Ehrfurchtsloser.

            Aber wer auf Jahweh vertraut,

            den umgibt er mit Güte*[382].

32:11  Freut euch in[383] Jahweh und frohlockt, [ihr] Gerechten,

            und jubelt, alle von Herzen Aufrichtigen*!

 

Inhalt

°Ps 33

 

33:0Jubelt in Jahweh[384], [ihr] Gerechten!

            Den Aufrichtigen* ziemt Lobgesang.

33:0Dankt Jahweh[385] mit der Laute.

            Spielt* ihm auf dem Zehnsait[386].

33:0Singt ihm ein neues Lied;

            spielt wohl mit Jubelschall[387];

 

33:0denn das Wort Jahwehs ist gerade*,

            und all sein Tun geschieht in Treue*.

33:05 <>        Er liebt Gerechtigkeit und Recht[388].

            Die Erde ist voll von der Güte* Jahwehs.

33:0Durch das Wort Jahwehs sind die Himmel gemacht

            und durch den Hauch seines Mundes ihr ganzes Heer.

33:0Er sammelt die Wasser des Meeres wie ein Staudamm,

            gibt in Speicher die Fluten[389].

 

 

33:0Alle Erde fürchte Jahweh;

            mögen sich scheuen vor ihm alle Bewohner der Welt*;

33:0denn er sprach, und es geschah;

            er gebot, und es stand da.

33:10 <>        Jahweh zerbricht den Ratschluss der Völker*,

            vereitelt die Gedanken der Volksscharen[390].

33:11  Der Ratschluss Jahwehs besteht ewiglich,

            seines Herzens Gedanken von Geschlecht zu Geschlecht.

 

33:12  Selig* ist das Volk*[391], dessen Gott Jahweh ist,

            die Volksschar[392], die er sich zum Erbe erwählt hat.

33:13  Jahweh blickt vom Himmel herab.

            Er sieht alle Menschenkinder[393].

33:14  Von der Stätte seiner Wohnung

            schaut er auf alle Bewohner der Erde.

33:15 <>        Er formt ihnen allen das Herz,

            hat Acht auf alle ihre Werke.

 

 

33:16  Ein König wird nicht gerettet durch große Heeresstärke.

            Ein Held kommt nicht frei durch große Kraft.

33:17  Ein Trug ist das Ross als Hilfe*[394],

            und die Größe seiner Kraft hilft nicht zum Entrinnen[395].

33:18  Sieh! Das Auge Jahwehs [blickt] auf die, die ihn fürchten,

            auf die, die auf seine Güte* harren,

33:19  um ihre Seele dem Tode zu entreißen

            und sie am Leben zu erhalten in Hungersnot.

 

33:20 <>        Unsere Seele harrt auf Jahweh

            er ist unsere Hilfe und unser Schild –,

33:21  denn an ihm[396] freut sich unser Herz,

            denn auf seinen heiligen Namen haben wir vertraut[397].

33:22  Deine Güte*, Jahweh, sei über uns,

            wie wir auf dich harren[398].

 

Inhalt

°Ps 34

34:0Von David,

            als er sich vor Abimelech[399] wie ein Wahnsinniger verstellte und dieser ihn von sich trieb und er hinwegging

 

34:0°Ich will Jahweh loben* allezeit.

            Sein Lob soll stets in meinem Munde sein.

34:0Meine Seele soll sich rühmen Jahwehs.

            Gebeugte* sollen es hören und sich freuen.

 

34:0Macht Jahweh groß mit mir

            und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen.

34:05 <>        Ich suchte Jahweh, und er erhörte mich,

            und aus allen meinen Ängsten befreite er mich.

 

34:0Die auf ihn blicken, erstrahlen[400],

            und ihr Angesicht wird nicht zuschanden.

34:0Da ist ein Gebeugter: Er rief, und Jahweh hörte

            und rettete ihn aus allen seinen Bedrängnissen.

 

 

34:0Der Bote* Jahwehs lagert sich um die her, die ihn fürchten,

            und er befreit sie.

34:0Schmeckt und seht, dass Jahweh gut ist.

            Selig* ist der, der zu ihm Zuflucht nimmt.

 

34:10 <>        Fürchtet Jahweh, [ihr] seine Heiligen,

            denn die, die ihn fürchten, haben keinen Mangel.

34:11  Junglöwen darben und hungern,

            aber die, die Jahweh suchen, entbehren kein Gut.

 

 

34:12  Kommt, Söhne, hört auf mich:

            Die Furcht Jahwehs will ich euch lehren.

34:13  Wer ist der Mann, der Lust hat am Leben,

            der gerne [viele] Tage hätte, um Gutes zu sehen[401]?

 

34:14  Behüte deine Zunge vor Bösem

            und deine Lippen, dass sie nicht Trügendes reden.

34:15 <>        Biege ab vom Bösen und tue Gutes.

            Suche Frieden* und jage ihm nach.

 

 

34:16  Jahwehs Augen sind auf die Gerechten [gerichtet]

            und seine Ohren auf ihr inniges Rufen[402].

34:17  Das Angesicht Jahwehs ist gegen die [gerichtet], die Böses tun,

            dass er ihr Andenken[403]  von der Erde vertilge.

 

34:18  Sie rufen, und Jahweh hört,

            und aus allen ihren Bedrängnissen befreit er sie.

34:19  Nahe ist Jahweh denen, die zerbrochenen Herzens sind,

            und er rettet die, die im Geiste zerschlagen sind.

 

 

34:20 <>        Viele sind die Leiden des Gerechten[404],

            aber aus ihnen allen befreit ihn Jahweh.

34:21  Er bewahrt alle seine Gebeine.

            Von ihnen wird nicht eines zerbrochen.

 

34:22  Den Ehrfurchtslosen* tötet das Übel,

            und die, die den Gerechten hassen, werden schuldig sein[405].

34:23  Jahweh erlöst die Seele seiner Knechte,

            und alle, die zu ihm Zuflucht nehmen, werden nicht schuldig sein.

 

Inhalt

°Ps 35

35:0Von David

 

            Streite[406], Jahweh, mit denen, die gegen mich streiten.

            Kämpfe mit denen, die mich bekämpfen!

35:0Ergreife Kleinschild[407] und Großschild[408]

            und stehe auf zu meiner Hilfe!

35:0Und zücke den Speer und versperre meinen Verfolgern den Weg.[409]

            Sprich zu meiner Seele: „Ich bin deine Rettung.“

 

35:0Beschämt und zuschanden sollen werden,

            die nach meiner Seele[410] trachten.

            Es sollen weichen und mit Schande bedeckt werden,

            die Übles gegen mich sinnen.

 

35:05 <>        Sie sollen werden wie Spreu vor dem Winde,

            und der Bote* Jahwehs stoße sie weg;

35:0ihr Weg sei finster und glatt,

            und der Bote Jahwehs verfolge sie;

 

35:0denn ohne Grund haben sie mir ihr Netz heimlich gelegt[411],

            ohne Grund meiner Seele ‹eine Grube› gegraben.

35:0Verderben[412] komme über ihn, ohne dass er es wisse,

            und sein Netz, das er heimlich gelegt hat, fange ihn;

            er falle ins Verderben hinein.

 

35:0Aber meine Seele wird frohlocken in Jahweh,

            sich freuen in seiner Rettung.

35:10 <>        Alle meine Gebeine werden sagen:

            „Wer ist wie du, Jahweh,

            der du den Gebeugten* befreist von dem Stärkeren[413]

            und den Gebeugten und Armen von seinem Räuber[414]?“

 

35:11  Es treten ungerechte Zeugen auf.

            Sie fragen mich, was ich nicht weiß.

35:12  Sie vergelten mir Böses für Gutes.

            Verwaist ist meine Seele.

 

35:13  Und ich – als sie krank waren, war Sackleinen[415] mein Kleid.

            Ich kasteite mit Fasten meine Seele,

            und mein Gebet kehrte in meinen Schoß zurück[416].

35:14  Als wäre es mein Freund, mein Bruder gewesen, so ging ich [trauernd] einher.

            Wie leidtragend um die Mutter beugte ich trauernd mich nieder.

 

35:15 <>        Aber sie freuen sich über mein Straucheln[417] und tun sich zusammen.

            Schmäher tun sich gegen mich zusammen, und ich kenne sie nicht.

            Sie lästern und hören nicht auf.[418]

35:16  Mit skrupellos spottenden Schmarotzern[419]

            knirschen sie mit den Zähnen gegen mich.

 

35:17  Mein Herr, wie lange willst du zusehen?

            Bringe meine Seele zurück von ihren Verwüstungen,

            von den Junglöwen meine Einzige[420]!

35:18  Ich will dir ‹Lob› bekennen[421] in großer Versammlung,

            unter zahlreichem Volk dich preisen.

 

35:19  Lass sich nicht über mich freuen, die aus Falschheit mich befeinden,

            nicht zwinkern mit den Augen, die mich hassen ohne Grund;

35:20 <>        denn nicht von Frieden* reden sie,

            und gegen die Stillen im Lande[422]

            ersinnen sie Worte des Truges.

 

35:21  Und sie sperren ihr Maul gegen mich auf,

            sagen: „Haha. Haha.

            Unser Auge hat’s gesehen.“

35:22  Du hast es gesehen, Jahweh. Du wollest nicht schweigen.

            Mein Herr, du wollest nicht fern sein von mir.

 

35:23  Rege dich und erwache zu meinem Recht,

            mein Gott und mein Herr, zu meinem Rechtsstreit!

35:24  Schaffe mir Recht nach deiner Gerechtigkeit, Jahweh, mein Gott!

            Und lass sie sich nicht über mich freuen!

35:25 <>        Lass sie nicht sagen in ihrem Herzen: „Ha! So wollten wir’s.“[423]

            Lass sie nicht sagen: „Wir haben ihn verschlungen.“

 

35:26  Es sollen sich schämen und zuschanden werden

            alle, die meines Unglücks sich freuen.

            Mit Schimpf und Schande sollen bekleidet werden,

            die gegen mich großtun.

 

35:27  Es sollen jubeln und sich freuen, die Lust haben an meinem Recht[424].

            Und stets sollen sie sagen: „Groß sei Jahweh,[425]

            der Lust hat am Wohl[426] seines Knechtes.“

35:28  Und meine Zunge wird hersagen[427] deine Gerechtigkeit,

            dein Lob den ganzen Tag.

 

Inhalt

°Ps 36

36:0Dem leitenden Musiker*

            Von dem Knecht Jahwehs, von David

 

36:02  Die Abtrünnigkeit des Ehrfurchtslosen* spricht[428] im Inneren meines Herzens:

            „Es ist keine Furcht Gottes vor seinen Augen“[429];

36:0denn es schmeichelt ihm in seinen Augen,

            seine Ungerechtigkeit zu erreichen[430], Hass auszuüben.

 

36:0Die Worte seines Mundes sind Bosheit und Trug.

            Er hat es aufgegeben, verständig zu sein, Gutes zu tun.

36:05 <>        Bosheit ersinnt er auf seinem Lager.

            Er stellt sich auf einen Weg, der nicht gut ist.

            Das Böse verabscheut er nicht.

 

 

36:0Jahweh, bis in die Himmel [reicht] deine Güte[431]*,

            deine Treue* bis zu den Wolken.

36:0Deine Gerechtigkeit ist wie [die] Gottesberge[432].

            Deine Gerichte[433] sind eine große Tiefe[434].

            Jahweh, du rettest[435] Menschen und Vieh.

 

36:0Wie kostbar ist deine Güte*, Gott!

            Und Adams Söhne haben Zuflucht im Schatten deiner Flügel.

36:0Sie werden sich laben vom Mark[436] deines Hauses,

            und mit dem Strom deiner Wonnen tränkst du sie;

36:10 <>        denn bei dir ist die Quelle[437] des Lebens.

            In deinem Licht sehen wir [das] Licht.

 

36:11  Lass deine Güte* fortdauern denen, die dich kennen,

            und deine Gerechtigkeit den von Herzen Aufrichtigen*!

36:12  Der Fuß des Stolzen[438] erreiche mich nicht,

            und des Ehrfurchtslosen Hand vertreibe mich nicht.

36:13  Dort sind gefallen die Übeltäter*.

            Sie wurden umgestoßen und können nicht aufstehen.

 

Inhalt

°Ps 37

37:0Von David

 

            °Erzürne dich nicht über die Bösgesinnten;

            ereifere dich nicht über die Täter des Unrechts;

37:0denn wie Gras verdorren sie schnell,

            und wie grünes Gewächs welken sie dahin.

 

37:0Vertraue auf Jahweh und tue Gutes.

            Wohne im Lande und hüte [die] Treue*[439].

37:0Habe deine Lust[440] an Jahweh,

            und er wird dir geben, was dein Herz begehrt[441].

 

37:05 <>        Befiehl Jahweh[442] deinen Weg

            und vertraue auf ihn, und er wird handeln,

37:0und er wird deine Gerechtigkeit aufgehen lassen wie das Licht

            und dein Recht wie den Mittag[443].

 

 

37:0Sei stille Jahweh

            und harre auf ihn.

            Erzürne dich nicht über den, dessen Weg gelingt,

            über den Mann, der Arglist übt.

 

37:0Stehe ab vom Zorn und lass die Grimmglut.

            Entflamme dich nicht. Es ist nur zum Übel;

37:0denn die Bösgesinnten werden abgeschnitten,

            aber die auf Jahweh warten, erben das Land[444].

 

37:10 <>        Und noch um ein Kleines, und der Ehrfurchtslose* ist nicht mehr.

            Und siehst du dich um nach seiner Stätte, ist er nicht da.

37:11  Aber die Gebeugten* erben das Land

            und haben ihre Lust an Fülle von Frieden*.

 

 

37:12  Der Ehrfurchtslose sinnt[445] gegen den Gerechten,

            und fletscht seine Zähne[446] gegen ihn.

37:13  Mein Herr lacht über ihn,

            denn er sieht, dass sein Tag kommt.

 

37:14  Die Ehrfurchtslosen haben das Schwert gezogen

            und ihren Bogen gespannt,

            um zu fällen den Gebeugten und den Armen,

            hinzuschlachten die, die aufrichtig wandeln[447].

37:15 <>        Ihr Schwert dringt in das eigene Herz,

            und ihre Bogen werden zerbrochen.

 

 

37:16  Besser ist das Wenige des Gerechten

            als der Überfluss vieler Ehrfurchtsloser,

37:17  denn die Arme der Ehrfurchtslosen werden zerbrochen;

            doch Jahweh stützt die Gerechten.

 

37:18  Jahweh kennt die Tage der Lauteren*,

            und ihr Erbteil wird ewig sein.

37:19  Sie werden nicht zuschanden zur Zeit des Übels,

            und in den Tagen des Hungers werden sie satt;

 

 

37:20 <>        denn die Ehrfurchtslosen kommen um,

            und die Feinde Jahwehs

            sind wie die Pracht der Auen:

            Sie schwinden. Im Rauch schwinden sie.

 

37:21  Der Ehrfurchtslose borgt und erstattet nicht wieder.

            Aber der Gerechte ist gnädig und gibt;

37:22  denn die von ihm Gesegneten erben das Land,

            aber die von ihm Verfluchten werden abgeschnitten.

 

 

37:23  Von Jahweh werden befestigt die Schritte des Mannes,

            und an seinem Wege hat er Gefallen.

37:24  Wenn er fällt, wird er nicht hingestreckt,

            denn Jahweh stützt seine Hand.

 

37:25 <>        Ich war jung und bin alt geworden,

            und nie sah ich den Gerechten verlassen

            noch seinen Samen nach Brot gehen;

37:26  den ganzen Tag ist er gnädig und leiht,

            und sein Same ist zum Segen.

 

 

37:27  Weiche vom Bösen und tue Gutes

            und bleibe[448] auf ewig, –

37:28  denn Jahweh liebt das Recht

            und verlässt seine Frommen* nicht.

 

            Ewiglich werden sie bewahrt,

            aber der Same der Ehrfurchtslosen wird ausgerottet[449].

37:29  Die Gerechten erben das Land

            und wohnen darin immerdar.

 

 

37:30 <>        Der Mund des Gerechten tut Weisheit kund[450],

            und seine Zunge redet Recht.

37:31  Die Weisung* seines Gottes ist in seinem Herzen.

            Seine Schritte wanken nicht.

 

37:32  Der Ehrfurchtslose lauert auf den Gerechten

            und sucht, ihn zu töten.

37:33  Jahweh überlässt ihn nicht seiner Hand

            und verurteilt ihn nicht[451], wenn er gerichtet wird.

 

37:34  Harre auf Jahweh

            und halte seinen Weg ein[452],

            und er wird dich erhöhen, das Land zu erben.

            Wenn die Ehrfurchtslosen abgeschnitten werden, wirst du zusehen.

 

 

37:35 <>        Ich sah einen Ehrfurchtslosen, der gewalttätig war

            und der sich ausbreitete wie ein heimischer[453] üppiger Baum;

37:36  und man ging vorbei, und – siehe! – er war nicht mehr.

            Und ich suchte ihn, und er wurde nicht gefunden.

 

37:37  Achte auf den Lauteren* und sieh auf den Aufrichtigen*,

            dass es eine Zukunft[454] gibt für den Mann des Friedens*.

37:38  Aber die Abtrünnigen werden vernichtet allesamt.

            Es wird abgeschnitten die Zukunft[455] der Ehrfurchtslosen.

 

37:39  Aber die Hilfe*[456] der Gerechten ist von Jahweh her,

            [der] ihre Schutzwehr [ist] in der Zeit der Not.

37:40 <>        Und Jahweh hilft ihnen und lässt sie entrinnen;

            entrinnen lässt er sie den Ehrfurchtslosen, und er rettet sie,

            denn sie nehmen Zuflucht[457] zu ihm.

 

Inhalt

°Ps 38

38:0Ein Psalm

            Von David zum Gedächtnis

 

38:0Jahweh, strafe mich nicht in deinem Zorn

            und züchtige mich nicht in deiner Grimmglut,

38:0denn deine Pfeile sind in mich eingedrungen[458],

            und deine Hand hat sich auf mich herabgesenkt.

 

38:0Nichts Heiles ist an meinem Fleisch

            wegen deines Zürnens[459];

            kein Friede* ist in meinen Gebeinen

            wegen meiner Sünde,

38:05 <>        denn meine Ungerechtigkeiten gehen über mein Haupt;

            wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer.

 

38:0Es stinken, es eitern meine Wunden

            wegen meiner Torheit.

38:0Ich bin gekrümmt, gar sehr gebeugt*.

            Den ganzen Tag gehe ich trauernd einher;

 

38:0denn voll Brand sind meine Lenden,

            und nichts Heiles ist an meinem Fleisch.

38:0Ich bin ermattet und sehr, sehr[460] zerschlagen.

            Ich heule[461] vor Gestöhn meines Herzens.

 

 

38:10 <>        Mein Herr, vor dir ist all mein Begehren,

            und mein Seufzen ist nicht verborgen vor dir.

38:11  Mein Herz pocht. Verlassen hat mich meine Kraft.

            Und das Licht meiner Augen, auch das ist nicht bei mir.

 

38:12  Meine Lieben und meine Gefährten stehen fernab von meiner Plage,

            und meine Verwandten[462] stehen von ferne.

38:13  Und die nach meiner Seele[463] trachten, legen Schlingen.

            Und die mein Unglück suchen, reden von Verderben

            und raunen[464] Betrügereien den ganzen Tag.

 

38:14  Und ich bin wie ein Tauber, höre nicht,

            und bin wie ein Stummer, der seinen Mund nicht auftut.

38:15 <>        Und ich bin wie ein Mann, der nicht hört

            und in dessen Mund keine Entgegnungen[465] sind,

 

38:16  denn auf dich, Jahweh, warte ich.

            Du, mein Herr, wirst erhören. Mein Gott!

38:17  denn ich sagte: Dass sie sich ‹nur› nicht freuen über mich,

            nicht großtun gegen mich, wenn mein Fuß wankt[466]! –

 

38:18  denn ich bin nahe daran zu straucheln[467],

            und mein Schmerz ist ständig vor mir,

38:19  denn meine Schuld bekenne ich.

            Ich bin bekümmert wegen meiner Sünde.

 

 

38:20 <>        Und meine Feinde sind lebensfrisch, sind stark,

            und viele sind derer, die mich hassen ohne Grund.

38:21  Sie vergelten Böses für Gutes,

            feinden mich an, weil ich dem Guten nachjage.

 

38:22  Verlasse mich nicht, Jahweh.

            Mein Gott, sei nicht ferne von mir!

38:23  Eile, mir zu helfen,

            mein Herr, meine Hilfe*!

 

Inhalt

°Ps 39

39:0Dem leitenden Musiker*

            Dem Jeduthun

            Ein Psalm

            Von David

 

39:0Ich hatte gesagt: „Ich will meine Wege bewahren[468],

            dass ich nicht sündige mit meiner Zunge.

            Ich will meinen Mund mit einem Maulkorb verwahren,

            solange der Ehrfurchtslose* vor mir ist.“

39:0Ich war verstummt in Stilleschweigen,

            schwieg vom Guten;

            doch mein Schmerz wurde aufgerührt.

 

39:0Mein Herz wurde heiß in meinem Inneren.

            Bei meinem Nachsinnen[469] entzündete sich Feuer.

            Geredet habe ich mit meiner Zunge.

 

39:05 <>        Lass mich erkennen, Jahweh, mein Ende

            und welches das Maß meiner Tage ist[470];

            dass ich erkenne, wie vergänglich[471] ich bin.

39:0Siehe! Handbreit hast du meine Tage gemacht,

            und meine Lebensdauer ist wie nichts vor dir.

            Wahrlich, nur Hauch[472] ist jeder Mensch, [wie] fest er [auch] steht[473]. – Sela*

 

39:0Wahrlich, als ein Schattenbild wandelt der Mensch einher.

            Wahrlich, Hauch[474] ist es, um was sie lärmen.

            Er häuft auf und weiß nicht, wer es einsammeln wird.

39:0Und nun, worauf harre[475] ich, mein Herr?

            Mein Hoffen gilt dir[476].

 

39:0Reiße mich heraus aus allen meinen Übertretungen!

            Mache mich nicht zum Hohn des Törichten[477]!

39:10 <>        Ich bin verstummt, tue meinen Mund nicht auf,

            denn du, du hast es getan.

39:11  Wende deine Plage von mir ab.

            Vom Streit[478] deiner Hand [gegen mich] vergehe ich[479].

 

39:12  Strafst du einen Mann mit Züchtigungen wegen seiner Schuld,

            so lässt du seine Schönheit zergehen wie die Motte.

            Wahrlich, ein Hauch[480] ist jeder Mensch. – Sela

 

39:13  Höre mein Gebet, Jahweh,

            und nimm zu Ohren mein innigstes Rufen[481]!

            Schweige nicht zu meinen Tränen,

            denn ein Fremdling bin ich bei dir,

            ein Ausländer[482] – wie alle meine Väter.

39:14  Blicke von mir weg, dass ich mich erquicke,

            ehe ich dahingehe und nicht mehr bin.

 

Inhalt

°Ps 40

40:0Dem leitenden Musiker*

            Von David

            Ein Psalm

 

40:0Ich harrte und harrte[483] auf Jahweh,

            und er neigte sich zu mir und hörte mein innigstes Rufen[484].

40:0Und er zog mich empor aus der Grube des Verderbens[485],

            aus dem Schmutz des Schlammes,

            und stellte meine Füße auf einen Felsen,

            machte fest meine Schritte.

40:0Und in meinen Mund hat er ein neues Lied gelegt,

            einen Lobgesang unserem Gott.

            Viele werden es sehen und sich fürchten

            und auf Jahweh vertrauen.

40:05 <>        Selig* ist der Mann,

            der Jahweh zu seiner Zuversicht macht

            und sich nicht wendet zu den Stolzen

            und zu denen, die lügnerisch abweichen.

 

40:0Vielfach hast du erwiesen[486], Jahweh, mein Gott,

            deine Wundertaten* und deine Ratschlüsse an uns.

            Nichts ist dir gleich.[487]

            Wollte ich davon verkünden und reden,

            es ist zu viel, um [es] aufzuzählen.

40:07 °An Opfer und Dargebrachtem hattest du nicht Lust.[488]

            Ohren[489] hast du mir gegraben.

            Brandopfer und Sündopfer hast du nicht gefordert.[490]

40:0Da sagte ich: „Siehe! Ich komme[491]

            (in der Rolle des Buches ist über mich geschrieben),

40:0deinen Willen, mein Gott, zu tun ist meine Lust.

            Und deine Weisung* ist mitten in meinem Inneren[492].“

 

40:10 <>        Ich habe Gerechtigkeit verkündet[493] in großer Versammlung.

            Siehe, meine Lippen halte ich nicht zurück[494].

            Jahweh, du weißt es.

40:11  Nicht verbarg ich deine Gerechtigkeit mitten in meinem Herzen.

            Von deiner Treue* und deinem Helfen* redete ich.

            Deine Güte[495]* und deine Wahrheit*[496] verhehlte ich nicht

            vor großer Versammlung.

40:12  Du, Jahweh, wollest[497] deine Erbarmungen nicht von mir zurückhalten.

            Deine Güte* und deine Wahrheit* mögen[498] stets mich behüten,

40:13  denn Übel bis zur Unzahl umgeben mich.

            Meine Ungerechtigkeiten haben mich erreicht,

            und ich kann sie nicht überschauen.

            Zahlreicher sind sie als die Haare meines Hauptes,

            und mein Herz hat mich verlassen.

 

 

40:14  Lass es dir gefallen, Jahweh, mich zu befreien!

            Jahweh, eile mir zur Hilfe!

40:15 <>        Sich schämen und zuschanden werden sollen alle,

            die nach meiner Seele[499] trachten, sie wegzuraffen.

            Zurückweichen und schamrot werden sollen sie,

            die Gefallen haben an meinem Unglück.

40:16  Sie sollen sich entsetzen ob ihrer Schande,

            die von mir sagen: „Haha. Haha.“

40:17  Alle, die dich suchen,

            sollen fröhlich sein und sich freuen in[500] dir.

            Die deine Hilfe* lieben, sollen stets sagen:

            „Groß sei Jahweh[501]!

40:18  Und ich bin gebeugt* und bedürftig.

            Mein Herr denkt ‹in Fürsorge› an mich[502].

            Du bist meine Hilfe und mein Retter*.

            Mein Gott, verziehe nicht!

 

Inhalt

°Ps 41

41:0Dem leitenden Musiker*

            Ein Psalm

            Von David

 

41:0Selig* ist der, der Acht hat auf den Geringen[503].

            Am Tage des Übels lässt Jahweh ihn entrinnen.

41:0Jahweh bewahrt ihn und hält ihn am Leben. Ein Seliger ist er im Lande.[504]

            Und du gibst ihn nicht preis der Gier[505] seiner Feinde.

41:0Jahweh wird ihn stützen am Siechbett.

            Sein ganzes Lager wandelst du um, wenn er krank ist[506].

 

41:05 <>        Ich, ich sage: „Jahweh, sei mir gnädig*!

            Heile meine Seele, denn an dir habe ich gesündigt.“

41:0Meine Feinde wünschen mir Böses[507]:

            „Wann wird er sterben und sein Name vergehen?“

41:0Und wenn einer kommt, mich zu sehen, redet er Falschheit[508].

            Sein Herz sammelt sich Übles;

            er geht nach draußen, [und] er redet es ‹weiter›.

 

41:0Vereint tuscheln alle meine Hasser gegen mich.

            Gegen mich ersinnen sie Böses:

41:0„Ein heilloses Übel[509] ist über ihn ausgegossen.

            Und der, der da liegt[510], steht nicht wieder auf.“

41:10 <>        Selbst der Mann meiner Freundschaft[511],

            auf den ich vertraute, der mein Brot isst,

            hat die Ferse gegen mich aufgehoben.

 

41:11  Aber du, Jahweh, sei mir gnädig und richte mich auf,

            so will ich ihnen vergelten.

41:12  Daran erkenne ich, dass du Gefallen an mir hast,

            dass mein Feind nicht über mich triumphieren kann.

41:13  Doch mich, in meiner Lauterkeit* hältst du mich aufrecht[512]

            und stellst mich hin vor dein Angesicht auf ewig.

 

 

41:14  Gelobt* sei Jahweh, der Gott Israels,

            von Ewigkeit her und bis in Ewigkeit!

            Amen. Ja, Amen.


 

°Zweites Buch

 

Inhalt

°Ps 42

42:0Dem leitenden Musiker*

            Eine Unterweisung*

            Von den Söhnen Korachs

 

42:0Wie die Hirschkuh lechzt nach Wasserbächen[513],

            so lechzt meine Seele, Gott, nach dir.

42:0Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebenden Gott*.

            Wann werde ich kommen und erscheinen vor Gottes Angesicht?

42:0Meine Tränen sind mir zur Speise geworden Tag und Nacht,

            da man den ganzen Tag zu mir sagt: „Wo ist dein Gott?“

42:05 <>        Daran will ich denken, und [ich will] ausschütten meine Seele in mir,

            wie[514] ich dahinzog in der Schar, mit ihnen feierlich hinschritt

            bis zum Hause Gottes

            mit der Stimme[515] des Jubelns und Dankens: Eine feiernde Menge!

 

42:0Was bist du aufgelöst[516], meine Seele, und bist unruhig[517] in mir?

            Warte auf Gott, °denn ich werde ihm noch danken[518]

            für das Heil[519] seines °Angesichts[520].

 

 

42:0Mein Gott, gebeugt* ist meine Seele in mir.

            Darum denke ich an dich °vom Lande des Jordan

            und des Hermon, vom Berge Mizhar her.°

42:0Tiefe ruft der Tiefe zu[521] beim Tosen[522] deiner Wassergüsse.

            Alle deine Wogen und deine Wellen sind über mich hingegangen.

42:0Des Tages wird Jahweh seine Güte* entbieten,

            und des Nachts wird sein Lied bei mir sein,

            ein Gebet zu dem Gott* meines Lebens.

42:10 <>        Sagen will ich zum Mächtigen, meinem Felsen: „Warum vergisst du mich?

            Warum muss ich trauernd[523] einhergehen unter dem Druck[524] des Feindes?“

42:11  Mit Zermalmung in meinen Gebeinen höhnen mich meine Bedränger,

            indem sie den ganzen Tag zu mir sagen: „Wo ist dein Gott?“

 

42:12  Was bist du aufgelöst, meine Seele, und bist unruhig in mir?

            Warte auf Gott, denn ich werde ihm noch danken,

            [der] das Heil meines Angesichts ist und mein Gott.

 

Inhalt

°Ps 43

 

43:0[525]Schaffe mir Recht, Gott, und streite meinen Streit[526] gegen ein liebloses Volk*[527];

            vor dem Mann des Trugs und des Unrechts lass mich entrinnen; –

43:0denn du bist der Gott meiner Schutzwehr[528]! Warum verstößt du mich?

            Warum muss ich trauernd einhergehen unter dem Druck[529] des Feindes?

43:0Sende dein Licht und deine Wahrheit*. Sie sollen mich leiten,

            mich bringen zum Berge deiner Heiligkeit[530] und zu deinen Wohnungen.

43:0‹So› werde ich kommen zum Altar Gottes,

            zu Gott*, der meine Jubelfreude ist,

            und dir danken mit der Laute,

            Gott, mein Gott!

 

43:05 <>        Was bist du aufgelöst, meine Seele, und bist unruhig in mir?

            Warte auf Gott, denn ich werde ihm noch danken,

            [der] das Heil meines Angesichts ist und mein Gott.

 

Inhalt

°Ps 44

44:0Dem leitenden Musiker*

            Von den Söhnen Korachs

            Eine Unterweisung*

 

44:0Gott, mit unseren Ohren hörten wir es.

            Unsere Väter erzählten uns die Tat,

            die du wirktest in ihren Tagen,

            den Tagen der Vorzeit.

44:0Du selbst hast mit deiner Hand vertrieben die Völker*, und sie hast du gepflanzt;

            den Völkerscharen hast du übel getan, und sie hast du ausgebreitet;

44:0denn nicht durch ihr Schwert nahmen sie das Land in Besitz,

            und nicht ihr Arm rettete sie,

            sondern deine Rechte und dein Arm und das Licht deines Angesichts,

            weil du Gefallen an ihnen hattest.

 

44:05 <>        Du bist derselbe, mein König[531], Gott.

            Gebiete die Rettungen Jakobs!

44:0Durch dich stoßen wir unsere Bedränger nieder.

            Durch deinen Namen zertreten wir die, die gegen uns aufstehen;

44:0denn nicht auf meinen Bogen vertraue ich,

            und nicht wird mich retten mein Schwert,

44:0denn du rettest uns von unseren Bedrängern,

            und unsere Hasser machst du zuschanden.

44:0In Gott rühmen wir den ganzen Tag,

            und deinem Namen werden wir ewiglich ‹Lob› bekennen[532]. – Sela

 

44:10 <>        Ja, du hast uns verworfen und zuschanden gemacht

            und ziehst nicht aus mit unseren Heeren.

44:11  Du lässt uns zurückweichen vor dem Bedränger,

            und unsere Hasser rauben für sich.

44:12  Du gibst uns hin wie Speiseschafe[533]

            und zerstreust uns unter die Völker*.

44:13  Du verkaufst dein Volk um ein Geringes

            und setzest nicht hoch seinen Preis.

44:14  Du machst uns zum Hohn unseren Nachbarn,

            [zu] Spott und Schimpf denen rings um uns her.

44:15 <>        Du machst uns zum Sprichwort[534] unter den Völkern*,

            zum Kopfschütteln unter den Völkerschaften.

44:16  Den ganzen Tag ist meine Schmach vor mir,

            und die Schamröte meines Angesichts bedeckt mich

44:17  wegen der Stimme des Schmähers und Lästerers,

            wegen des Feindes und des Rachgierigen.

 

44:18  Dieses alles ist über uns gekommen, und wir haben dich nicht vergessen,

            noch handelten wir trügerisch an deinem Bund.

44:19  Nicht wich zurück unser Herz,

            noch bog von deinem Pfad ab unser Schritt,

44:20 <>        obgleich du uns zermalmtest am Ort der Schakale

            und uns bedecktest mit Todesschatten.

44:21  Wenn wir vergessen hätten den Namen unseres Gottes

            und unsere Hände* ausgestreckt hätten zu einem fremden Gott*,

44:22  würde Gott das nicht erforschen?

            Er kennt ja die Geheimnisse des Herzens.

 

44:23  Doch deinetwegen werden wir getötet den ganzen Tag.

            Als Schlachtschafe wurden wir gerechnet.

44:24  Erwache! Warum schläfst du, mein Herr?

            Wache auf! Verstoße uns nicht für immer!

44:25 <>        Warum verbirgst du dein Angesicht,

            vergisst du unser Elend* und unseren Druck[535]? –

44:26  denn unsere Seele ist gebeugt in den Staub[536].

            Unser Bauch klebt an der Erde.

44:27  Stehe auf, uns zur Hilfe,

            und erlöse uns – wegen deiner Güte*!

 

Inhalt

°Ps 45

45:0Dem leitenden Musiker*

            Nach „Lilien“

            Von den Söhnen Korachs

            Eine Unterweisung*

            Ein Lied der Liebe[537]

 

45:0Mein Herz wallt auf von schönem Wort.

            Ich sage meine Gedichte[538] dem König.

            Meine Zunge ist Schreibzeug eines gewandten Schreibers[539].

45:0Du bist schöner als [die] Söhne der Menschen[540].

            Anmut ist ausgegossen über deine Lippen.[541]

            Darum hat Gott dich gesegnet für ewig.

 

45:0Gürte dein Schwert an die Hüfte, ‹du› Held,

            deine Hoheit und deine Pracht.

45:05 <>        Und deine Pracht: Sei siegreich[542]! Zieh aus[543]! –

            für die Sache der Wahrheit* und Sanftmut der Gerechtigkeit[544]!

            Und Furchtgebietendes lehre dich deine Rechte[545].

45:0Deine Pfeile sind scharf[546]

            – Völker fallen unter dir hin.

            [Sie dringen] ins Herz der Feinde des Königs.[547]

 

45:0Dein Thron, Gott, [besteht] immer und ewiglich.

            Ein Zepter der Aufrichtigkeit* ist das Zepter deines Königreiches[548].

45:0Du liebtest Gerechtigkeit und hasstest Gesetzwidrigkeit[549].

            Deswegen, Gott, salbte dein Gott dich

            mit Öl des Frohlockens ‹im Vorzug› vor[550] deinen Gefährten.

 

45:0Myrrhen und Aloe, Kassia sind alle deine Kleider.

            Aus Palästen von Elfenbein erfreut dich Saitenspiel.

45:10 <>        Königstöchter sind unter deinen Kostbaren[551].

            Die Königin[552] steht zu deiner Rechten in Gold von Ophir.

 

45:11  Höre, Tochter! Sieh her und neige dein Ohr

            und vergiss dein Volk und das Haus deines Vaters.

45:12  Begehrt der König deine Schönheit,

            denn er ist dein Herr, so huldige ihm[553].

45:13  Und die Tochter Tyrus, die Reichen des Volkes,

            suchen mit Geschenken deine Gunst.

 

45:14  Ganz herrlich ist des Königs Tochter drinnen[554],

            von Goldgewebe ihr Gewand;

45:15 <>        in bunt gewirkten Kleidern wird sie zum König geführt;

            Jungfrauen hinter ihr her, ihre Freundinnen,

            sie werden zu dir[555] gebracht.

45:16  Sie werden geführt unter Freude und Jubel,

            ziehen ein in des Königs Palast.

 

45:17  An deiner Väter Statt werden dir Söhne sein.

            Zu Fürsten wirst du sie setzen im ganzen Lande.

45:18  Ich will deines Namens gedenken lassen

            von Geschlecht zu Geschlecht[556].

            Darum werden Völker dir ‹Lob› bekennen

            immer und ewiglich.

 

Inhalt

°Ps 46

46:0Dem leitenden Musiker*

            Von den Söhnen Korachs

            Für die Jungfrauen[557]

            Ein Lied

 

46:0Gott ist uns Zuflucht und Stärke,

            als Hilfe in Nöten reichlich gefunden[558].

46:0Darum fürchten wir uns nicht, wenn sich verändert die Erde[559]

            und wenn Berge wanken im Herzen des Meeres[560];

46:0mögen tosen, [ja] schäumen seine Wasser.

            Mögen Berge erbeben beim Anschwellen desselben[561]. – Sela

46:05 <>        Ein Strom! – seine Bäche erfreuen die Stadt Gottes,

            das Heiligtum der Wohnungen des Höchsten.

46:0Gott ist in ihrer Mitte. Sie wird nicht wanken.

            Gott wird ihr helfen beim Anbruch des Morgens.

46:0Völker* toben. Königreiche wanken.

            Er lässt seine Stimme erschallen[562]: Die Erde zerschmilzt.

46:0Jahweh der Heere ist mit uns.

            Eine hohe Feste[563] ist uns der Gott Jakobs. – Sela

 

46:0Geht, schaut die Werke Jahwehs,

            der schaurige Verwüstungen anrichtet auf Erden;

46:10 <>        der die Kriege beschwichtigt bis ans Ende der Erde,

            den Bogen zerbricht und den Speer zerschlägt,

            die Wagen mit Feuer verbrennt.

46:11  Lasst ab[564] und erkennt: Ich bin Gott.

            Ich werde hoch sein unter den Völkern*, hoch sein auf Erden.

46:12  Jahweh der Heere ist mit uns.

            Eine hohe Feste ist uns der Gott Jakobs. – Sela

 

Inhalt

°Ps 47

47:0Dem leitenden Musiker*

            Von den Söhnen Korachs

            Ein Psalm

 

47:0Klatscht in die Hände*, alle Völker!

            Ruft Gott laut zu mit Jubelschall! –

47:0denn Jahweh, der Höchste, ist furchtgebietend,

            ein großer König über die ganze Erde.

47:0Er unterwirft uns Völker

            und Völkerscharen unter unsere Füße.

47:05 <>        Er erwählt uns unser Erbteil,

            den Stolz Jakobs, den er liebt. – Sela

47:0Gott ist emporgestiegen mit Jubelschall[565],

            Jahweh beim Schall des Horns[566].

 

47:0Singt ‹und spielt›* Gott! Singt ‹und spielt›!

            Singt ‹und spielt› unserem König! Singt ‹und spielt›! –

47:0denn Gott ist König der ganzen Erde.

            Singt ‹und spielt› Unterweisungslieder[567]!

47:0Gott herrscht als König über die Völker*.

            Gott hat sich auf den Thron seiner Heiligkeit gesetzt.

47:10 <>        Die Edlen der Völker haben sich versammelt,

            das Volk des Gottes Abrahams,

            denn die Schilde[568] der Erde sind Gottes.

            Hoch erhaben ist er.

 

Inhalt

°Ps 48

48:0Ein Lied

            Ein Psalm

            Von den Söhnen Korachs[569]

 

48:0Groß ist Jahweh und sehr zu rühmen

            in der Stadt unseres Gottes

            auf dem Berge seiner Heiligkeit[570].

48:0Schön ragt empor, eine Freude der ganzen Erde,

            der Berg Zijon, der nördliche Rücken[571],

            die Stadt des großen Königs.

48:0Gott ist bekannt in ihren Palästen

            als hohe Feste[572];

 

48:05 <>        denn – siehe! – die Könige sammelten sich,

            zogen gemeinsam heran.

48:0Sie, sie sahen. Da staunten sie,

            wurden bestürzt, flohen in Hast.

48:0Beben erfasste sie dort,

            Wehen wie die einer Gebärenden.

48:0Durch den Ostwind

            zerbrichst du die Tarsisschiffe[573].

 

48:0Wie wir gehört, so sahen wir es

            in der Stadt Jahwehs der Heere,

            in der Stadt unseres Gottes:

            Gott wird sie befestigen für ewig. – Sela

 

48:10 <>        Gott, wir denken an deine Güte*

            im Inneren deines Tempels.

48:11  Wie dein Name, Gott, so ist dein Lob

            bis an die Enden der Erde.

            Deine Rechte ist gefüllt mit Gerechtigkeit.

48:12  Es freue sich der Berg Zijon.

            Fröhlich seien die Töchter Judas

            wegen deiner Gerichte[574].

 

48:13  Umkreist Zijon; zieht rings um ihn herum;

            zählt seine Türme;

48:14  richtet euer Herz auf seine Bollwerke;

            mustert[575] seine Paläste,

            damit ihr davon erzählt dem künftigen Geschlecht;

48:15 <>        denn dieser ist Gott, unser Gott,

            immer und ewiglich.

            Er wird uns leiten °bis über den Tod hinaus°.

 

Inhalt

°Ps 49

49:0Dem leitenden Musiker*

            Von den Söhnen Korachs

            Ein Psalm

 

49:0Hört dieses, alle Völker!

            Nehmt es zu Ohren, alle Bewohner der Welt*,

49:0Söhne der Einfachen[576] als auch der Vornehmen[577],

            Reiche und Arme mitsammen!

49:0Mein Mund soll Weisheiten reden,

            und das Sinnen meines Herzens soll Einsicht[578] sein.

49:05 <>        Neigen will ich mein Ohr zu einem Spruch,

            mein Rätsel eröffnen bei der Laute.

 

49:0Warum sollte ich mich fürchten in Tagen des Übels[579],

            wenn die Ungerechtigkeit meiner Verfolger[580] mich umringt? –

49:0die sich verlassen auf ihr Vermögen

            und sich rühmen der Größe ihres Reichtums?

49:0Niemals vermag ein Mann seinen Bruder zu erlösen[581];

            er kann Gott das Lösegeld nicht geben,

49:0denn kostbar ist die Erlösung ihrer Seele,

            und er muss davon abstehen auf ewig –,

49:10 <>        dass er fortlebe für immer

            [und] die Grube nicht sehe;

49:11  denn er sieht: Die Weisen sterben;

            der Törichte und der Unvernünftige kommen mitsammen um,

            und ihr Vermögen lassen sie anderen.

49:12  Ihr Gedanke ist, dass ihre Häuser in Ewigkeit [bleiben],

            ihre Wohnungen von Geschlecht zu Geschlecht.

            Sie nennen Ländereien nach ihrem Namen.

49:13  Doch der Mensch in [seiner] Herrlichkeit[582] bleibt nicht[583].

            Er wird gleich dem Vieh, das vertilgt wird[584].

 

49:14  Dieser ihr Weg ist ihre Torheit.

            Und die nach ihnen kommen, haben Gefallen an ihren Worten[585]. – Sela

49:15 <>        Sie lagern sich – wie eine Schafherde, ‹hin› zum Scheol*.

            Der Tod weidet sie[586].

            Und am Morgen[587] herrschen die Aufrichtigen* über sie.

            Und der Scheol* verzehrt ihre Gestalt, sodass ihr keine Wohnung bleibt[588].

49:16  Wahrlich, Gott wird meine Seele erlösen von der Gewalt des Scheols*,

            denn er wird mich [auf]nehmen. – Sela

49:17  Fürchte dich nicht, wenn ein Mann sich bereichert,

            wenn sich mehrt die Herrlichkeit* seines Hauses,

49:18  denn bei seinem Tode nimmt er das alles nicht mit.

            Nicht folgt ihm hinab seine Herrlichkeit.

49:19  Ob er auch seine Seele segnete in seinem Leben

            – und man rühmt dich, dass du dir gütlich tust –,

49:20 <>        hinfahren wird sie[589] zum Geschlecht seiner Väter.

            Sie werden[590] in Ewigkeit das Licht nicht sehen.

49:21  Der Mensch in [seiner] Herrlichkeit – und ohne Verstand

            wird gleich dem Vieh, das vertilgt wird.[591]

 

Inhalt

°Ps 50

50:0Ein Psalm

            Von Asaph

 

            Der Mächtige, Gott, Jahweh[592], hat gesprochen,

            und er ruft der Erde zu vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang.

50:0Aus Zijon, der Schönheit Vollendung,

            strahlt Gott ‹im Lichtglanz› hervor.

50:0Unser Gott kommt;

            und er wird nicht schweigen.

            Feuer frisst vor ihm her,

            und rings um ihn stürmt es sehr.

50:0Er ruft dem Himmel droben zu

            und der Erde[593], um sein Volk zu richten:

50:05 <>        „Versammelt zu mir meine Frommen*,

            die meinen Bund [mit mir] geschlossen haben über dem Opfer.“

50:0Und die Himmel verkünden seine Gerechtigkeit,

            weil Gott sich anschickt zu richten. – Sela

 

50:0„Höre, mein Volk, und ich will reden,

            Israel, und ich will gegen dich zeugen.

            Ich bin Gott, dein Gott.

50:0Nicht wegen deiner Schlachtopfer tadle ich dich,

            und deine Brandopfer sind ständig vor mir.

50:0Nicht werde ich einen Stier nehmen aus deinem Hause

            noch Böcke von deinen Hürden,

50:10 <>        denn mein ist alles Wild[594] des Waldes,

            das Vieh auf tausend Bergen.

50:11  Ich kenne alle Vögel der Berge,

            und das Getier[595] des Feldes ist mir bekannt.

50:12  Hungerte mich, ich würde es dir nicht sagen,

            denn mein ist die Welt* und ihre Fülle.

50:13  Sollte ich Fleisch von Stieren[596] essen

            und Blut von Böcken trinken?

50:14  Opfere Gott Dank[597]

            und bezahle dem Höchsten deine Gelübde

50:15 <>        und rufe mich an am Tage der Not[598],

            so werde ich dich retten, und du wirst mich ehren[599].“

 

50:16  Und zum Ehrfurchtslosen* sagt Gott:

            „Was hast du meine Satzungen aufzuzählen

            und nimmst meinen Bund auf die Lippen[600]?

50:17  Und du selbst hassest Zucht[601]

            und wirfst meine Worte hinter dich[602].

50:18  Siehst du einen Dieb,

            so gefällt es dir bei ihm,

            und mit Ehebrechern ist dein Teil[603].

50:19  Deinen Mund schickst du aus zum Bösen,

            und deine Zunge spannt Betrug davor.

50:20 <>        Du sitzest da und redest gegen deinen Bruder.

            Gegen den Sohn deiner Mutter stößt du Schmähworte aus.

50:21  Das hast du getan, und ich schwieg.

            Da hast du gedacht, ich wäre gleich wie du.

            Ich will dich rügen[604] und es dir vor Augen stellen.

50:22  Merkt doch dieses, die ihr Gott[605] vergesst,

            damit ich nicht zerreiße – und kein Befreier ist da.

50:23  Wer Dank opfert, ehrt[606] mich, und er bahnt einen Weg:

            Ihn lasse ich sehen das Heil Gottes.“[607]

 

Inhalt

°Ps 51

51:0Dem leitenden Musiker*

            Ein Psalm

            Von David,

51:0als der Prophet Nathan zu ihm kam,

            nachdem er zu Bathseba eingegangen war

 

51:0Sei mir gnädig*, Gott, nach deiner Güte*!

            Nach der Menge deiner Erbarmungen[608] tilge meine Übertretungen!

51:0Wasche mich völlig[609] von meiner Ungerechtigkeit

            und von meiner Sünde reinige mich;

51:05 <> denn ich kenne meine Übertretungen,

            und meine Sünde ist stets vor mir.

51:0Gegen dich, dich allein, habe ich gesündigt,

            und das Böse in deinen Augen habe ich getan; –

            auf dass du gerecht seist[610] in deinem Reden

            und rein seist in deinem Richten[611].

51:0Siehe! In Ungerechtigkeit bin ich geboren,

            und in Sünde empfing mich meine Mutter.

51:0Siehe! Du hast Lust an Wahrheit* im Inneren.[612]

            Und im Verborgenen tust du mir Weisheit kund[613].

 

51:0Entsündige mich mit Ysop[614], so werde ich rein sein.

            Wasche mich[615], so werde ich weißer sein als Schnee.

51:10 <>        Lass Frohlocken[616] und Freude mich hören,

            so werden die Gebeine sich freuen, die du zerschlugst.

51:11  Verbirg dein Angesicht vor meinen Sünden

            und tilge alle meine Ungerechtigkeiten!

51:12  Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz

            und einen gefestigten Geist erneuere in meinem Inneren.

51:13  Verwirf mich nicht von deinem Angesicht

            und den Geist deiner Heiligkeit nimm nicht von mir!

51:14  Lass mir wiederkehren das Frohlocken ‹über› dein Heil[617]

            und mit einem willigen Geist[618] stütze mich.

 

51:15 <>        Ich will die Übertreter[619] lehren deine Wege,

            dass die Sünder zu dir umkehren.

51:16  Befreie mich von Blutschuld, Gott,

            ‹du› Gott meiner Hilfe*!

            Meine Zunge soll jubelnd loben deine Gerechtigkeit.

51:17  Mein Herr, tue meine Lippen auf,

            und mein Mund soll dein Lob verkünden,

51:18  denn du hast nicht Lust an Schlachtopfern; ich gäbe sie.

            An Brandopfern hast du kein Gefallen.

51:19  Die Opfer Gottes sind ein zerbrochener Geist.

            Ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz

            wirst du, Gott, nicht verachten.

51:20 <>        Tue Zijon Gutes in deiner Gunst.

            Baue die Mauern Jerusalems.

51:21  Dann wirst du Lust haben an Gerechtigkeitsopfern, Brandopfern und Ganzopfern.

            Dann wird man Stiere opfern auf deinem Altar.

 

Inhalt

°Ps 52

52:0Dem leitenden Musiker*

            Eine Unterweisung* von David,

52:0als Doeg, der Edomiter, kam und Saul berichtete und ihm sagte:

            „David ist in das Haus Ahimelechs gekommen.“

 

52:0Was rühmst du dich des Bösen, ‹du› Gewaltmensch?

            Die Güte[620]* des Mächtigen[621] währt den ganzen Tag.

52:0Verderben plant deine Zunge

            wie ein geschliffenes Schermesser, ‹du› Betrüger.

52:05 <>        Du liebst das Böse mehr als das Gute[622],

            die Lüge mehr, als Gerechtigkeit zu reden. – Sela

52:0Du liebst alle verderblichen Worte[623],

            ‹du› Zunge des Truges.

52:0Der Mächtige wird dich auch stürzen für immer.

            Er wird dich holen und herausreißen aus dem Zelt

            und entwurzeln aus dem Lande der Lebenden. – Sela

 

52:0Und sehen werden es die Gerechten und sich fürchten,

            und sie werden über ihn lachen:

52:0„Siehe, [das ist] der Mann[624],

            der Gott nicht zu seiner Schutzwehr machte

            und vertraute auf die Fülle seines Reichtums

            und stark war durch sein frevlerisches Tun[625].“

52:10 <>        Aber ich bin wie ein grüner Olivenbaum

            im Hause Gottes.

            Ich vertraue auf die Güte* Gottes

            immer und ewiglich.

52:11  Ich will dir ewiglich ‹Lob› bekennen[626], weil du es vollführst,

            will harren auf deinen Namen ­– denn er ist gut –

            vor deinen Frommen*.

 

Inhalt

°Ps 53

53:0[627]Dem leitenden Musiker*

            Nach „Krankheit“[628]

            Eine Unterweisung*

            Von David

 

53:0Der Törichte[629] sagt in seinem Herzen: „Es ist kein Gott.“

            Sie handeln verderblich,

            begehen abscheuliche Taten.

            Da ist keiner, der Gutes tut.

 

53:0Gott schaut vom Himmel herab

            auf die Söhne Adams[630],

            zu sehen, ob ein Verständiger da sei,

            einer, der Gott suche.

 

53:0Alle wichen ab. Allesamt sind sie verderbt[631].

            Da ist keiner, der Gutes tut;

            da ist auch nicht einer.

 

53:05 <>        Haben keine Erkenntnis die Übeltäter*,

            die mein Volk verzehren, als äßen sie Brot?

            Gott rufen sie nicht an.

 

53:0Da überfiel sie ein Schrecken[632],

            ohne dass ein Schrecken da war,

            denn Gott hat die Gebeine deines Belagerers zerstreut.

            Du machst sie zuschanden, denn Gott hat sie verworfen.

 

53:0O dass aus Zijon die Rettungen Israels kämen![633]

            Wenn Gott die Gefangenschaft seines Volkes wendet,

            soll Jakob frohlocken,

            Israel sich freuen.

 

Inhalt

°Ps 54

54:0Dem leitenden Musiker*

            mit Saitenspiel

            Eine Unterweisung*

            Von David,

54:0als die Siphiter kamen und zu Saul sagten:

            „Hält David sich nicht bei uns verborgen?“

 

54:0Gott, durch deinen Namen rette mich

            und durch deine Heldenkraft schaffe mir Recht!

54:0Gott, höre mein Gebet!

            Nimm zu Ohren die Worte* meines Mundes,

54:05 <>        denn Fremde[634] stehen gegen mich auf,

            und Gewalttätige trachten nach meiner Seele[635].

            Sie haben Gott nicht vor sich gestellt. – Sela

 

54:0Siehe! Gott ist mir ein Helfer.

            Mein Herr ist die Stütze meiner Seele.[636]

54:0Auf meine Nachsteller lasse er das Böse zurückkehren.

            In deiner Wahrheit* vertilge sie![637]

54:0In Freiwilligkeit will ich dir opfern,

            ‹Lob› bekennen[638] deinem Namen, Jahweh, denn er ist gut;

54:0denn aus aller Bedrängnis hat er mich befreit,

            und mein Auge schaut auf meine Feinde herab*.

 

Inhalt

°Ps 55

55:0Dem leitenden Musiker*

            mit Saitenspiel

            Eine Unterweisung*

            Von David

 

55:0Nimm zu Ohren, Gott, mein Gebet

            und verbirg dich nicht vor meinem Flehen*!

55:0Merke auf mich und erhöre mich!

            Ich irre umher in meiner Klage und stöhne

55:0vor der Stimme des Feindes,

            vor der Bedrückung des Ehrfurchtslosen*,

            denn sie wälzen Übles auf mich

            und befeinden mich im Zorn.

55:05 <>        Mein Herz bebt in mir[639],

            und Schrecken des Todes befallen mich.

55:0Furcht und Zittern kommen mich an,

            und Schauder bedeckt mich.

55:0Und ich sagte: „O dass ich Flügel hätte wie die Taube![640]

            Ich wollte hinfliegen und ruhen.

55:0Siehe! Weithin wollte ich fliehen,

            weilen in der Wüste.“ – Sela

55:0Ich wollte eilends entrinnen

            vor dem heftigen Wind, vor dem Sturm.

 

55:10 <>        Verwirre[641] [sie], mein Herr! Zerteile ihre Zunge[642]! –

            denn ich sehe Gewalttat und Hader in der Stadt.

55:11  Tag und Nacht umkreisen sie sie auf ihren Mauern.

            Und Übel und Unheil sind in ihrer Mitte[643].

55:12  In ihrer Mitte ist Verderben,[644]

            und von ihrem Markte[645] weichen nicht Bedrückung und Trug,

55:13  denn nicht ein Feind ist es, der mich höhnt;

            das würde ich ertragen;

            nicht mein Hasser ist es, der gegen mich großtut;

            vor ihm würde ich mich verbergen;

55:14  sondern du, ein Mensch* meinesgleichen[646],

            mein Freund und mein Vertrauter –

55:15 <>        die wir trauten Umgang miteinander pflegten,

            ins Haus Gottes schritten im Getümmel ‹der Menge›.

55:16  Der Tod überfalle sie!

            Lebend sollen sie hinabfahren in den Scheol*,

            denn Bosheiten sind in ihrer Wohnung,

            in ihrem Inneren.

 

55:17  Ich, ich rufe zu Gott,

            und Jahweh wird mich retten.

55:18  Abends, morgens und mittags

            will ich klagen und stöhnen,

            und er hört meine Stimme.

55:19  Er hat in Frieden*[647] meine Seele erlöst vom Angriff gegen mich[648],

            denn ihrer waren viele gegen mich[649].

55:20 <>        Der Mächtige wird hören und ihnen antworten[650],

            er, der auf dem Thron sitzt von Vorzeiten her – Sela –,

            ihnen, bei denen es keine Änderung gibt[651]

            und die Gott nicht fürchten.

55:21  Er[652] legte seine Hände an seine Gefährten[653];

            er entweihte seinen Bund[654].

55:22  Glatt sind die milchigen [Worte] seines Mundes,

            und Krieg ist sein Herz.

            Geschmeidiger als Öl sind seine Worte,

            und eben sie sind gezückte Schwerter.

 

55:23  Wirf auf Jahweh deine Last[655],

            und er wird dich erhalten,

            auf ewig nicht zulassen,

            dass der Gerechte wanke.

55:24  Und du, Gott, wirst sie hinabstürzen

            in den Brunnen der Grube[656].

            Die Menschen des Blutes[657] und des Truges

            werden nicht die Hälfte ihrer Tage erreichen.

            Aber ich, ich werde auf dich vertrauen.

 

Inhalt

°Ps 56

56:0Dem leitenden Musiker*

            Nach „Die verstummte Taube der Ferne“

            Von David, ein Michtam*,

            als die Philister ihn zu Gath ergriffen

 

56:0Sei mir gnädig*, Gott,

            denn es schnaubt[658] nach mir der Mensch*.

            Den ganzen Tag bekämpft und bedrängt er mich[659].

56:0Es schnauben meine Nachsteller den ganzen Tag.

            Ja, viele bekämpfen mich in Hochmut.

 

56:0An dem› Tage, da ich mich fürchte, vertraue ich auf dich.

56:05 <>        In Gott[660] rühme ich sein Wort.

            Ich vertraue auf Gott[661]. Ich fürchte mich nicht.

            Was kann Fleisch mir tun?

 

56:0Meine Worte verdrehen sie[662] den ganzen Tag.

            Gegen mich sind alle ihre Gedanken[663] zum Bösen.

56:0Sie rotten sich zusammen. Sie lauern.

            Sie beobachten meine Fersen, weil sie meiner Seele auflauern.

56:0Sollte es bei [ihrer] Bosheit ein Entrinnen für sie [geben]?

            Im Zorn lass die Völker niedersinken, Gott!

 

 

56:0Zähle[664] du selbst mein zielloses Umherschleichen!

            Lege in deinen Schlauch meine Tränen.

            Sind sie nicht in deiner Zählung[665]?

56:10 <>        Dann werden meine Feinde umkehren

            an dem Tage, da ich rufe.

            Dieses weiß ich, dass Gott für mich ist.

 

56:11  In Gott rühme ich das Wort.

            In Jahweh rühme ich das Wort.[666]

56:12  Ich vertraue auf Gott. Ich fürchte mich nicht.

            Was kann ein Mensch mir tun?

 

56:13  Gott, auf mir liegen deine Gelübde[667].

            Ich werde dir Dank erstatten[668],

56:14  denn du hast meine Seele vom Tode befreit – nicht wahr? –

            [und] meine Füße vom Straucheln[669],

            dass ich wandle vor dem Angesicht Gottes

            im Lichte der Lebenden[670].

 

Inhalt

°Ps 57

57:0Dem leitenden Musiker*

            „Verdirb nicht.“

            Von David, ein Michtam*,

            als er vor Saul in die Höhle floh

 

57:0Sei mir gnädig*, Gott! Sei mir gnädig,

            denn zu dir nimmt Zuflucht meine Seele,

            und zum Schatten deiner Flügel nehme ich Zuflucht,

            bis vorübergezogen das Verderben.

 

57:0Ich rufe zu Gott, dem Höchsten,

            zum Mächtigen, der es für mich vollführt.

57:0Er wird vom Himmel senden und mich retten.

            Zum Hohn macht er den, der nach mir schnaubt[671]. – Sela

            Senden wird Gott seine Güte[672]* und seine Wahrheit*.

 

57:05 <>        Mitten unter Löwen ist meine Seele.

            Unter Flammen Sprühenden liege ich,

            unter Söhnen Adams: Ihre Zähne sind Speere und Pfeile.

            Ihre Zunge ist ein scharfes Schwert.

 

57:0Erhebe dich, Gott, über die Himmel!

            Über der ganzen Erde sei deine Herrlichkeit*.

 

57:0Ein Netz haben sie meinen Schritten bereitet[673].

            Meine Seele ist niedergebeugt[674].

            Eine Grube haben sie vor mir gegraben.

            Sie fielen mitten hinein. – Sela

 

57:0Fest[675] ist mein Herz, Gott, fest mein Herz.

            Ich will singen und spielen*.

57:0Wache auf, meine Ehre[676]!

            Wacht auf, Harfe und Laute!

            Ich will das Morgenrot wecken.

 

57:10 <>        Ich will dir ‹Lob› bekennen[677], mein Herr, unter den Völkern,

            will dir singen* unter den Völkern,

57:11  denn groß bis zu den Himmeln ist deine Güte*

            und deine Wahrheit* bis zu den Wolken.

 

57:12  Erhebe dich, Gott, über die Himmel!

            Über der ganzen Erde sei deine Herrlichkeit.[678]

 

Inhalt

°Ps 58

58:0Dem leitenden Musiker*

            „Verdirb nicht.“

            Von David

            Ein Michtam*

 

58:0Seid ihr denn wirklich stumm?

            Gerechtigkeit solltet ihr reden.

            In Aufrichtigkeit* solltet ihr richten,

            ihr Söhne Adams[679].

58:0Ja, im Herzen übt ihr Ungerechtigkeiten.

            Im Lande wägt ihr Gewalttat eurer Hände dar[680].

 

58:0Abgewichen sind die Ehrfurchtslosen* von Mutterschoß an.

            Von Mutterleib an irren die Lügenredner.

58:05 <>        Gift haben sie, dem Schlangengift ähnlich,

            wie eine taube Otter, die ihr Ohr verschließt,

58:0die nicht hört auf die Stimme der Beschwörer,

            des Bannfluchers, der im Bannsprechen kundig ist.

 

58:0Gott, zerschmettere ihre Zähne in ihrem Maul!

            Das Gebiss der Junglöwen zermalme, Jahweh!

 

58:0Sie sollen zergehen wie Wasser, das verrinnt!

            Legt er[681] seine Pfeile an, so seien sie wie gekappt[682].

58:0Wie die Schnecke zerschmilzt, soll er vergehen,

            wie einer Frau Fehlgeburt, die nie die Sonne erblickt.

58:10 <>        Noch ehe eure Töpfe die Dornstacheln[683] verspüren –

            ob grün oder in Glut[684], soll er[685] ihn fortwirbeln.

 

58:11  Freuen wird sich der Gerechte,

            wenn er die Rache anschaut.

            Er wird seine Füße baden im Blut des Ehrfurchtslosen.

58:12  Und der Mensch wird sagen:

            „Fürwahr, es gibt Frucht für den Gerechten.

            Fürwahr, es gibt einen Gott, der richtet im Lande.“

 

Inhalt

°Ps 59

59:0Dem leitenden Musiker*

            „Verdirb nicht.“

            Von David

            Ein Michtam*,

            als Saul sandte und sie sein Haus bewachten, um ihn zu töten

 

59:0Entreiße mich meinen Feinden, mein Gott!

            Rücke mich empor[686] von denen, die gegen mich aufstehen!

59:0Entreiße mich den Übeltätern*

            und rette mich von den Menschen des Blutes[687]! –

59:0denn – siehe! – sie lauern auf meine Seele.

            Starke rotten sich gegen mich

            ohne meine Übertretung und ohne meine Sünde, Jahweh.

59:05 <>        Ohne eine Schuld meinerseits laufen sie und rüsten sie sich.

            Wache auf, mir entgegen, und sieh!

59:0Und du, Jahweh, Gott der Heere, Gott Israels,

            erwache, um heimzusuchen alle Völker*.

            Sei keinem von denen gnädig*, die treulos freveln.[688]Sela

 

59:0Am Abend kehren sie wieder, heulen wie Hunde

            und umkreisen die Stadt.

59:0Siehe! Aus ihrem Munde sprudeln sie Böses hervor.

            Schwerter sind auf ihren Lippen,

            denn:[689] „Wer hört es?“

59:0Und du, Jahweh, wirst über sie lachen,

            wirst spotten aller Völker*.

59:10 <>        Seine Stärke [ist es]. Zu dir will ich mich halten.[690]

            Ja, Gott ist meine hohe Feste[691].

 

 

59:11  Mein Gott kommt mir mit seiner Güte[692]* zuvor.[693]

            Gott lässt mich herabschauen* auf meine Nachsteller.

59:12  Töte sie nicht, damit es mein Volk nicht vergesse.

            Lass sie umherirren durch deine Macht. Lass sie sinken[694],

            mein Herr, unser Schild.

59:13  Versündigung ihres Mundes ist das Wort ihrer Lippen.[695]

            Mögen sie sich verfangen in ihrem Hochmut

            und weil sie Fluch und Heuchelei[696] reden.

59:14  Mache ein Ende[697] in Grimmglut! Mache ein Ende, dass sie nicht mehr sind

            und dass sie erkennen, dass Gott in Jakob herrscht

            bis an die Enden der Erde. – Sela

 

59:15 <>        Und am Abend kehren sie wieder, heulen wie Hunde

            und umkreisen die Stadt.

59:16  Sie schweifen umher nach Speise,

            und wenn sie nicht satt werden, bleiben sie über Nacht[698].

59:17  Und ich, ich will singen von deiner Stärke

            und des Morgens jubelnd loben deine Güte*,

            denn du bist mir eine hohe Feste

            und ein Zufluchtsort am Tage meiner Not[699].

59:18  Meine Stärke! Dir will ich singen ‹und spielen›*.

            Ja, Gott ist meine hohe Feste, der Gott meiner Güte*.

 

Inhalt

°Ps 60

60:0Dem leitenden Musiker*

            Nach „Lilie“

            Ein Zeugnis

            Ein Michtam*

            Von David

            Zum Lehren

60:0Als er gestritten hatte mit den Syrern von Mesopotamien[700] und mit den Syrern von Zoba und Joab zurückkehrte und die Edomiter im Salztal schlug, zwölftausend [Mann]

 

60:0Gott, du hast uns verworfen, hast uns zerstreut,

            bist zornig gewesen. Möchtest du uns wieder zurückbringen![701]

60:0Du hast das Land erschüttert, hast es zerrissen.

            Heile seine Risse, denn es wankt.

60:05 <>        Du hast dein Volk Hartes sehen lassen.

            Mit Taumelwein hast du uns getränkt.

60:0Denen, die dich fürchten, hast du ein Banner[702] gegeben,

            dass sie sich erheben[703] für die Wahrheit[704]. – Sela

60:0So denn, damit deine Geliebten befreit werden,

            rette durch deine Rechte und erhöre uns!

 

60:0Gott hat gesprochen in seiner Heiligkeit:

            „Frohlocken will ich, will Sichem verteilen

            und das Tal Sukkoth ausmessen.

60:0Mein ist Gilead, und mein ist Manasse,

            und Ephraim ist die Schutzwehr meines Hauptes,

            Juda mein Herrscherstab.

60:10 <>        Moab ist mein Waschbecken.

            Auf Edom werfe ich meinen Schuh[705].

            Philistäa, jauchze mir zu!“

 

60:11  Wer wird mich führen zur befestigten Stadt?

            Wer wird mich geleiten nach Edom?[706]

60:12  Hast du, Gott, uns nicht verworfen

            und bist nicht ausgezogen, Gott, mit unseren Heeren?

60:13  Schaffe uns Hilfe* vor dem Bedränger!

            Menschenhilfe ist nichtig[707].

60:14  Mit Gott werden wir Mächtiges[708] tun.

            Und er wird unsere Bedränger zertreten.[709]

 

Inhalt

°Ps 61

61:0Dem leitenden Musiker*

            mit Saitenspiel

            Von David

 

61:0Höre, Gott, auf mein lautes Rufen!

            Merke auf mein Gebet!

61:0Vom Ende der Erde rufe ich, wenn[710] mein Herz verzagt, zu dir.

            Du wollest mich zu einem Felsen führen, der höher ist als ich,

61:0denn du bist mir eine Zuflucht,

            ein starker Turm vor dem Feind.

61:05 <>        °Weilen will ich in deinem Zelt in Ewigkeit,

            Zuflucht nehmen zum Bergungsort* deiner Flügel; – Sela

 

61:0denn du, Gott, hast auf meine Gelübde gehört.

            Du gabst mir den Erbbesitz derer, die deinen Namen fürchten.

61:0Mögest du Tage hinzufügen zu den Tagen des Königs.

            ‹Mögen› seine Jahre ‹sein› wie Geschlecht um Geschlecht.

61:0Möge er ewiglich bleiben[711] vor dem Angesicht Gottes.

            Bestelle Güte[712]* und Wahrheit*, dass sie ihn hüten.

61:0So werde ich deinem Namen singen ‹und spielen›* für immer,

            um [damit] meine Gelübde zu bezahlen Tag für Tag.

 

Inhalt

°Ps 62

62:0Dem leitenden Musiker*

            für Jeduthun

            Ein Psalm

            Von David

 

62:0°Wahrlich, zu Gott ist still[713] meine Seele.°

            Von ihm her ist mein Heil.

62:0Wahrlich, er ist mein Fels und mein Heil,

            meine hohe Feste[714]. Ich werde nicht viel[715] wanken.

 

62:0Bis wann wollt ihr einstürmen auf einen Mann,

            allesamt ihn niederstrecken[716]

            wie eine überhängende Wand,

            eine eingestoßene Mauer?

62:05 <>        Ja[717], sie ratschlagen, ihn von seiner Höhe zu stoßen.

            Sie haben Gefallen an der Lüge.

            Mit ihrem Munde segnen sie,

            und in ihrem Inneren fluchen sie. – Sela

 

62:0Wahrlich, zu Gott[718] sei still, meine Seele! –

            denn von ihm her ist meine Hoffnung[719].

62:0Wahrlich, er ist mein Fels und mein Heil,

            meine hohe Feste. Ich wanke nicht.

 

 

62:0Auf Gott [ruht[720]] mein Heil und meine Herrlichkeit*.

            Der Fels meiner Stärke, meine Zuflucht, ist in Gott.

62:0Vertraut auf ihn allezeit, [o] Volk!

            Schüttet vor ihm aus euer Herz!

            Gott ist uns eine Zuflucht. – Sela

 

62:10 <>        Ja, Hauch[721] sind die Söhne Adams[722],

            Täuschung die Herrensöhne[723].

            Auf der Waagschale steigen sie empor.

            Wie Hauch sind sie allesamt.[724]

62:11  Verlasst euch nicht auf Erpressung[725]

            und werdet nicht betört durch Raub[726].

            Wenn der Reichtum wächst,

            hängt euer Herz nicht daran[727]!

 

62:12  Eines hat Gott geredet;

            zweierlei[728] ist es, das ich gehört:

            dass die Stärke Gottes[729] ist

62:13  und dein, mein Herr, die Güte*,

            denn du, du vergiltst[730] einem jeden nach seinem Tun.

 

Inhalt

°Ps 63

63:0Ein Psalm

            Von David,

            als er in der Wüste Juda war

 

63:0Gott, du bist mein Gott*!

            Früh ‹und mit Ernst›[731] suche ich dich.

            Es dürstet nach dir meine Seele.

            Es schmachtet nach dir mein Fleisch

            in einem dürren Lande und lechzend, ohne Wasser.

63:0So[732] schaute ich im Heiligtum nach dir,

            um deine Stärke und deine Herrlichkeit* zu sehen;

 

63:0denn deine Güte* ist besser als Leben.

            Meine Lippen sollen dich rühmen.

63:05 <>        So[733] werde ich dich loben*, während meines Lebens,

            meine Hände* aufheben in deinem Namen.

 

63:0Wie von Mark und Fett wird satt[734] meine Seele,

            und mit jubelnden Lippen wird preisen mein Mund,

63:0wenn ich deiner gedenke auf meinem Lager,

            in den Nachtwachen über dich sinne[735];

 

63:0denn du bist meine Hilfe,

            und im Schatten deiner Flügel werde ich jubeln.

63:0Meine Seele klebt an dir.

            Deine Rechte hält mich fest.

 

63:10 <>        Doch jene, die nach meiner Seele trachten, um sie zu vernichten[736],

            sollen fahren in die untersten Örter der Erde.

63:11  Man soll sie preisgeben der Gewalt des Schwertes.

            Das Teil der Schakale sollen sie sein.

63:12  Und der König wird sich freuen in[737] Gott.

            Rühmen wird sich jeder, der bei ihm[738] schwört,

            denn der Mund der Lügenredner wird verstopft werden.

 

Inhalt

°Ps 64

64:0Dem leitenden Musiker*

            Ein Psalm

            Von David

 

64:0Höre, Gott, meine Stimme in meiner Klage.

            Vor dem Schrecken des Feindes behüte mein Leben!

64:0Verbirg mich vor dem geheimen Rat der Bösgesinnten,

            vor dem Aufruhr der Übeltäter*,

 

64:0die ihre Zunge geschärft haben wie ein Schwert,

            die bitteres Wort als ihren Pfeil angelegt haben,

64:05 <>        um im Versteck auf den Lauteren* zu schießen.

            Plötzlich schießen sie auf ihn, und sie scheuen sich nicht.

 

64:0Sie stärken sich in böser Sache,

            erzählen, wie sie heimlich Fallstricke legen wollen.

            Sie sagen: „Wer wird sie sehen?“

64:0Sie denken sich Schlechtigkeiten aus:

            „Wir haben es fertig. Der Plan ist ausgedacht.“

            Und das Innere des Menschen, das Herz,[739] ist tief.

 

64:0Da schießt Gott einen Pfeil auf sie.

            Ihre Wunden kommen plötzlich.

64:0Und sie werden zu Fall gebracht. Ihre Zunge[740] kommt über sie.

            Alle, die sie sehen, schütteln [den Kopf].

 

64:10 <>        Und alle Menschen werden sich fürchten und das Tun Gottes verkünden

            und sein Handeln erwägen.

64:11  Der Gerechte freut sich an Jahweh und nimmt Zuflucht zu ihm.

            Und alle von Herzen Aufrichtigen* werden sich rühmen.

 

Inhalt

°Ps 65

65:0Dem leitenden Musiker*

            Ein Psalm

            Von David

            Ein Lied

 

65:0Dir [ist] Stille[741] ein Lobgesang[742], Gott, in Zijon,

            und dir bezahlt man Gelübde.

65:0Hörer des Gebets!

            Zu dir herzu kommt alles Fleisch.

65:0Verfehlungen[743] haben mich überwältigt.

            Unsere Übertretungen – du bist es, der sie vergibt[744].

65:05 <>        Selig* ist der, den du erwählst und nahen lässt[745],

            dass er wohne in deinen Vorhöfen.

            Sättigen wollen wir uns an dem Guten deines Hauses,

            deines heiligen Tempels[746].

 

65:0Furchtgebietendes in Gerechtigkeit wirst du uns antworten,[747]

            Gott unseres Heils,

            Zuversicht aller Enden der Erde

            und der fernsten Meere,

65:0der die Berge festigt durch seine Kraft,

            umgürtet ist mit Heldenkraft,

65:0der da stillt das Brausen der Meere,

            das Brausen ihrer Wellen und das Getümmel der Völkerscharen.

65:0Die Bewohner der Enden der Erde fürchten sich vor deinen Zeichen.

            Du lässt die Ausgänge des Morgens und des Abends jubeln[748].

 

65:10 <>        Du suchtest das Land heim[749] und machtest es überfließend[750];

            vielfach[751] bereicherst du es:

            Gottes Bach ist voll Wasser.[752]

            Du ließest sein Getreide gut geraten.

            Ja,[753] so bereitest du es[754].

65:11  Du tränkst seine Furchen, ebnest seine Schollen.

            Du erweichst es mit Regengüssen,

            segnest sein Gewächs.

65:12  Du krönst das Jahr mit deinem Gut[755],

            und deine Spuren[756] triefen von Fett.

65:13  Es triefen die Auen der Steppe,

            und die Hügel umgürten sich mit Jubel.

65:14  Die Auen bekleiden sich mit Kleinvieh[757],

            und die Täler bedecken sich mit Korn.

            Sie jauchzen sich zu; ja, sie singen.

 

Inhalt

°Ps 66

66:0Dem leitenden Musiker*

            Ein Lied

            Ein Psalm

 

            Ruft Gott laut zu, alle Erde!

66:0Singt ‹und spielt›* der Herrlichkeit* seines Namens.

            Macht herrlich sein Lob.

66:0Sprecht zu Gott: „Wie furchtgebietend sind deine Taten!

            Wegen der Größe deiner Stärke schmeicheln dir deine Feinde[758].

66:0Alle Erde, sie[759] huldigen dir,

            singen ‹und spielen› dir, singen ‹und spielen› deinem Namen.“ – Sela

 

66:05 <>        Kommt und seht die großen Taten Gottes!

            Furchtgebietend ist er in seinem Tun an den Söhnen Adams.

66:0Er wandelte das Meer in trockenes Land.

            Sie zogen zu Fuß durch den Strom.

            Da freuten wir uns an ihm.

66:0Ewiglich herrscht er in seiner Heldenkraft.

            Seine Augen haben Acht auf[760] die Völker*.

            Die Widerspenstigen dürfen sich nicht erheben. – Sela

 

66:0Lobt*, [ihr] Völker, unseren Gott

            und lasst hören die Stimme seines Lobes[761],

66:0der unsere Seele am Leben erhält[762],

            und unsere Füße lässt er nicht wanken,

66:10 <>        denn du hast uns geprüft, Gott,

            hast uns geläutert, wie man Silber läutert.

66:11  Du hast uns ins Netz gebracht,

            hast eine drückende Last auf unsere Lenden gelegt.

66:12  Du hast Menschen* reiten lassen auf unserem Haupt.

            Wir sind ins Feuer und ins Wasser gekommen,

            aber du hast uns herausgeführt zum Überfluss[763].

 

66:13  Ich will in dein Haus gehen mit Brandopfern,

            dir bezahlen meine Gelübde,

66:14  zu denen sich meine Lippen aufgetan[764] hatten

            und die mein Mund ausgesprochen hatte in meiner Not[765].

66:15 <>        Brandopfer von fetten [Schafen][766] bringe ich dar

            samt Rauch von Widdern;

            Rinder samt Böcken richte ich dir zu. – Sela

 

66:16  Kommt! Hört zu, alle, die ihr Gott fürchtet,

            und ich will erzählen, was er an meiner Seele getan hat.

66:17  Zu ihm rief ich mit meinem Munde,

            und Erhebung [seines Namens] war unter meiner Zunge.

66:18  Wenn ich es in meinem Herzen auf Unrechtes[767] abgesehen hätte,

            würde mein Herr nicht hören.

66:19  Doch wahrlich, Gott hat gehört,

            hat auf die Stimme meines Betens gemerkt.

 

66:20 <>        Gelobt* sei Gott, der mein Gebet nicht abwies

            und seine Güte* mir [nicht versagte].

 

Inhalt

°Ps 67

67:0Dem leitenden Musiker*

            Mit Saitenspiel

            Ein Psalm

            Ein Lied

 

67:0Gott sei uns gnädig* und segne uns.

            Er lasse sein Angesicht leuchten bei uns – Sela –,

67:0dass man auf Erden[768] erkenne deinen Weg,

            unter allen Völkern* dein Heil.

 

67:0Es sollen dir, Gott, ‹Lob› bekennen die Völker.

            Es sollen dir ‹Lob› bekennen die Völker alle.

 

67:05 <>        Es sollen sich freuen und jubeln die Völkerscharen,

            denn du richtest die Völker in Geradheit*

            und die Völkerscharen auf Erden: Du leitest sie[769]. – Sela

 

67:0Es sollen dir, Gott, ‹Lob› bekennen die Völker.

            Es sollen dir ‹Lob› bekennen die Völker alle.

 

67:0Die Erde gibt[770] ihren Ertrag.

            Es segnet uns Gott, unser Gott.

67:0Es segnet uns Gott,

            und alle Enden der Erde sollen ihn fürchten.

 

Inhalt

°Ps 68

68:0Dem leitenden Musiker*

            Von David

            Ein Psalm

            Ein Lied

 

68:0Gott erhebt sich. Seine Feinde zerstreuen sich,

            und vor seinem Angesicht fliehen seine Hasser.

68:0Wie Rauch verweht, so wehst du sie fort.

            Wie Wachs vor dem Feuer zerschmilzt,

            so kommen die Ehrfurchtslosen* um vor dem Angesicht Gottes.

68:0Aber die Gerechten freuen sich. Sie frohlocken

            vor dem Angesicht Gottes, und sie jubeln in Freude.

 

68:05 <>        Singt Gott! Singt ‹und spielt›* seinem Namen!

            Macht Bahn[771] dem, der einherfährt durch die Wüste

            – °Jah[772] ist sein Name – und frohlockt vor seinem Angesicht!

68:0Ein Vater der Waisen und ein Richter der Witwen

            ist Gott in seiner heiligen Wohnung.

68:0Gott lässt Vereinsamte in einem Hausstand wohnen[773].

            Er führt Gefangene in Wohlstand[774] hinaus.

            Die Widerspenstigen jedoch wohnen in der Dürre.

 

68:0Gott, als du auszogst vor deinem Volk,

            als du einherschrittst durch die Wüste – Sela –,

68:0da erbebte die Erde;

            da trieften die Himmel vor dem Angesicht Gottes,

            der Sinai dort vor dem Angesicht Gottes, des Gottes Israels.

68:10 <>        Regen in Fülle[775] gossest du aus, Gott.

            Dein Erbteil, das ermattet war, du machtest es fest[776].

68:11  Deine Schar[777] wohnte darin[778].

            In deiner Güte[779] sorgtest du für den Gebeugten*, [o] Gott. [780] 

 

68:12  Mein Herr erlässt ein Wort*.

            Der Botinnen[781] ist ein großes Heer.

68:13  Die Könige der Heere fliehen; sie fliehen,

            und die Bewohnerin des Hauses ‹darf› Beute austeilen.

68:14  Wenn ihr zwischen [den] Hürden lagert,

            werdet ihr sein wie die Flügel der Taube,

            mit Silber überzogen, deren Gefieder goldgelblich schimmert.

68:15 <>        Wenn der Allmächtige Könige darin[782] zerstreut,

            wird es schneeweiß auf dem Zalmon[783].

 

68:16  Ein Gottesberg[784] ist der Berg Baschans,

            ein gipfelreicher Berg der Berg Baschans.

68:17  Was blickt ihr neidisch, [ihr] gipfelreichen Berge,

            auf den Berg, den Gott begehrte, darauf zu wohnen?

            Ja, Jahweh wird [dort] wohnen für immer.

68:18  Der Wagen Gottes sind zweimal Zehntausende mal Tausende[785] und Abertausende.

            Mein Herr ist unter ihnen: ein Sinai in Heiligkeit[786].

68:19  Du bist aufgestiegen in die Höhe, führtest Gefangenschaft[787] gefangen,

            hast Gaben genommen an Menschen[788]

            – auch Widerspenstige, um [daselbst] Wohnung zu nehmen, Jah, Gott.

 

 

68:20 <>        Gelobt* sei mein Herr! Tag für Tag trägt er Last für uns.

            Der Mächtige ist unsere Rettung. – Sela

68:21  Der Mächtige ist uns ein Gott*[789] für Rettungstaten[790].

            Und Jahweh, mein Herr, hat Ausgangswege [auch] für den Tod[791].

68:22  Wahrlich, Gott zerschmettert das Haupt seiner Feinde,

            den Haarscheitel dessen, der in seiner Schuld[792] wandelt.

68:23  Mein Herr sagte: „Ich will [sie] zurückbringen aus Baschan,

            zurückbringen aus den Tiefen des Meeres,

68:24  damit du deinen Fuß badest in Blut

            [und] die Zunge deiner Hunde von den Feinden ihr Teil habe.“

 

68:25 <>        Sie sehen dein Umherziehen[793], Gott,

            das Umherziehen meines Gottes*, meines Königs, im Heiligtum[794].

68:26  Voran gehen die Sänger, hinterher die Saitenspieler

            inmitten Handpauken schlagender Jungfrauen.

68:27  „Lobt* Gott in den Versammlungen;

            [lobt] Jahweh, [ihr] aus Israels Quell!“

68:28  Da sind Benjamin, der Jüngste, der sie befehligt,

            die Fürsten Judas, ihre Schar,

            die Fürsten Sebulons, die Fürsten Naphtalis.

 

68:29  Geboten hat dein Gott, dass du stark seist.[795]

            Stärke, [o] Gott, das, was du für uns erwirkt hast[796].

68:30 <>        Von deinem Tempel aus, [hoch] über Jerusalem,

            sollen Könige dir Geschenke bringen.

68:31  Schelte das Untier im Schilf[797],

            die Schar der „Stiere“[798] mitsamt den „Kälbern“ der Völker,

            die sich unterwerfen[799] mit Barren von Silber.

            Er wird zerstreuen die Völker, die Lust haben an Kriegen[800].

68:32  Gesandte[801] werden kommen aus Ägypten.

            Äthiopien[802] wird eilends seine Hände ausstrecken nach Gott[803].

 

68:33  Ihr Königreiche der Erde, singt Gott!

            Singt ‹und spielt›* meinem Herrn[804] Sela –,

68:34  der einherfährt auf den Himmeln, den Himmeln der Vorzeit[805]!

            Siehe! Er lässt seine Stimme erschallen, eine starke Stimme.

68:35 <>        Gebt Gott Stärke. Seine Hoheit ist über Israel

            und seine Stärke in den Wolken.

68:36  Furchtgebietend bist du, Gott, aus deinen Heiligtümern her.

            Der Mächtige Israels, er gibt Stärke dem Volk und ‹Fülle von› Kraft[806].

            Gelobt* sei Gott!

 

Inhalt

°Ps 69

69:0Dem leitenden Musiker*

            Nach „Lilien“

            Von David

 

69:0Rette mich, Gott,

            denn die Wasser sind bis an die Seele gekommen!

69:0Ich bin versunken in tiefem Schlamm,

            und kein Grund ist da.

            In Wassertiefen bin ich gekommen,

            und die Flut überströmt mich.

69:0Ich bin müde[807] vom Rufen. Meine Kehle ist trocken[808].

            Meine Augen schwinden hin[809] vom Harren auf meinen Gott.

69:05 <>        Mehr als die Haare meines Hauptes sind derer, die mich hassen ohne Grund.

            Mächtig[810] sind, die mich vertilgen ‹wollen›[811], die zu Unrecht mir feind sind.

            Was ich nicht raubte, das soll ich erstatten.

69:0Du, Gott, du kennst meine Torheit.

            Und meine Verschuldungen sind dir nicht verborgen.

69:0Lass nicht durch mich zuschanden werden, die auf dich warten[812],

            mein Herr, Jahweh der Heere!

            Lass durch mich nicht beschämt werden, die dich suchen,

            Gott Israels! –

69:0denn deinetwegen trage ich Hohn,

            hat Schande bedeckt mein Gesicht.

69:0Entfremdet wurde ich meinen Brüdern

            und fremd[813] den Söhnen meiner Mutter;

69:10 <>        denn der Eifer um dein Haus hat mich verzehrt,

            und die Beschimpfungen derer, die dich beschimpften, fielen auf mich.[814]

69:11  Als ich weinte [und] meine Seele im Fasten war,

            wurde es mir zu Schmähungen.

69:12  Und als ich mich mit Sackleinen kleidete[815],

wurde ich ihnen zum Sprichwort[816].

69:13  Die im Tor sitzen, reden über mich;

            und ich bin das Saitenspiel derer, die Rauschtrank trinken.

69:14  Und ich, mein Gebet ist zu dir, Jahweh, zur Zeit der Annehmung[817].

            Gott, durch deine große Güte*

            erhöre mich durch die Wahrheit*[818] deines Heils.

69:15 <>        Ziehe mich heraus[819] aus dem Schlamm, dass ich nicht versinke!

            Lass mich entrissen werden meinen Hassern

            und den Tiefen der Wasser!

69:16  Lass die Flut der Wasser mich nicht überströmen

            und die Tiefe mich nicht verschlingen.

            Und lass die Grube ihren Mund nicht verschließen über mir.

69:17  Erhöre mich, Jahweh, denn gut ist deine Güte*.

            Wende dich zu mir nach der Menge deiner Erbarmungen[820]!

69:18  Und verbirg nicht dein Angesicht vor deinem Knecht,

            denn ich bin bedrängt[821]. Eilends erhöre mich!

69:19  Nahe meiner Seele. Erlöse sie![822]

            Erlöse mich meiner Feinde wegen.

69:20 <>        Du, du kennst meinen Hohn

            und meine Schmach und meine Schande.

            Vor dir[823] sind alle meine Bedränger.

69:21  Der Hohn hat mein Herz gebrochen und macht mich krank[824].

            Und ich habe auf Mitleid gehofft[825], und da war keines,

            und auf Tröster, und ich habe keine gefunden.

69:22  Und sie gaben mir Galle zur Speise[826]

            und Essig zu trinken für meinen Durst.

69:23  Ihr Tisch werde vor ihnen zur Schlinge[827]

            und den Sorglosen[828] zum Fallstrick[829].

69:24  Verfinstert seien ihre Augen, um nicht zu sehen.

            Und ihre Hüften lass wanken immerzu.[830]

69:25 <>        Schütte aus über sie deine Verwünschung,

            und deines Zornes Glut erreiche sie.

69:26  Ihre Wohnstätte werde öde[831];

            in ihren Zelten soll niemand wohnen[832].

69:27  Den nämlich, den du geschlagen hast, haben sie verfolgt,

            und von dem Schmerz deiner Verwundeten[833] erzählen sie.

69:28  Füge Schuld zu ihrer Schuld

            und lass sie nicht kommen zu deiner Gerechtigkeit.

69:29  Lass sie gelöscht werden aus dem Buch des Lebens

            und nicht eingeschrieben werden mit den Gerechten.

69:30 <>        Und ich bin gebeugt*. Mir ist wehe.

            Dein Heil[834], Gott, rücke mich empor[835].

 

69:31  Preisen will ich den Namen Gottes im Liede

            und ihn groß machen mit Lob.

69:32  Und es wird Jahweh besser gefallen als ein Stier,

            ein Jungstier mit Hörnern [und] gespaltenen Hufen.

69:33  Die Gebeugten*[836] werden es sehen [und] sich freuen.

            Ihr, die ihr Gott sucht, euer Herz möge leben! –

69:34  denn Jahweh hört auf die Bedürftigen,

            und seine Gefangenen verachtet er nicht.

69:35 <>        Ihn sollen preisen Himmel und Erde,

            die Meere und alles, was in ihnen wimmelt,

69:36  denn Gott wird Zijon retten

            und die Städte Judas bauen,

            dass sie dort wohnen und sie besitzen.

69:37  Und der Same seiner Knechte wird sie erben.

            Und die seinen Namen lieben, werden darin wohnen.

 

Inhalt

°Ps 70

70:0Dem leitenden Musiker*

            Von David

            Zum Gedächtnis[837]

 

70:0Eile, Gott, mich zu befreien,

            Jahweh, mir zu helfen!

70:0Es sollen sich schämen und zuschanden werden,

            die nach meiner Seele[838] trachten.

 

            Sie sollen zurückweichen und beschämt werden,

            die Lust haben an meinem Unglück.

70:0Sie sollen umkehren wegen ihrer Schande,

            die da sagen: „Haha. Haha.“

 

70:05 <>        Es sollen fröhlich sein und sich freuen in[839] dir

            alle, die dich suchen.

            Sie sollen stets sagen: „Groß sei Gott[840]!“,

            [sie,] die dein Heil lieben.

 

70:0Und ich bin gebeugt* und bedürftig.

            Gott, eile zu mir!

            Meine Hilfe und mein Retter* bist du.

            Verziehe nicht, Jahweh!

 

Inhalt

°Ps 71

 

71:0Zu dir, Jahweh, nehme ich Zuflucht:

            Lass mich nicht zuschanden werden ewiglich!

71:0In deiner Gerechtigkeit befreie mich und lass mich entrinnen.

            Neige dein Ohr zu mir und schaffe mir Rettung.

71:0Werde mir ein Fels zum Wohnen, zu dem ich stets kommen ‹darf›.

            Du hast geboten, mich zu retten, denn du bist mein Fels und meine Burg.

71:0Mein Gott, lass mich entrinnen aus der Hand* des Ehrfurchtslosen*,

            aus dem Griff[841] des Missetäters[842] und des Gewalttätigen,

71:05 <>        denn du, mein Herr, bist meine Hoffnung,

            Jahweh, meine Zuversicht von meiner Jugend an.

71:0Auf dich habe ich mich gestützt von Mutterschoß an.

            Aus meiner Mutter Leibe hervor hast du mich entbunden[843].

            Dir ‹gilt› stets mein Lobgesang.

 

71:0Vielen bin ich wie ein Wunder.

            Aber du bist meine starke Zuflucht[844].

71:0Mein Mund ist erfüllt von deinem Lob,

            von deinem Ruhm den ganzen Tag.

71:0Verwirf mich nicht in der Zeit [meines] Alters.

            Verlass mich nicht beim Schwinden meiner Kraft,

71:10 <>        denn meine Feinde reden von mir,

            und die auf meine Seele lauern, beraten sich miteinander.

71:11  Sie sagen: „Gott hat ihn verlassen.

            Verfolgt und ergreift ihn, denn kein Befreier ist da.

 

71:12  Gott, sei nicht ferne von mir!

            Mein Gott, eile mir zu Hilfe!

71:13  Es sollen zuschanden werden, vergehen, die meiner Seele feind sind.

            Mit Hohn und Schande sollen bedeckt werden[845],

            die mein Unheil suchen.

 

71:14  Und ich werde fortwährend harren

            und all dein Lob vermehren.

71:15 <>        Mein Mund soll erzählen von deiner Gerechtigkeit,

            den ganzen Tag von deinem Helfen*[846],

            denn ich weiß es nicht zu zählen[847].

71:16  Ich will kommen mit den mächtigen Taten[848] Jahwehs, meines Herrn.[849]

            Deiner Gerechtigkeit will ich [rühmend] gedenken, deiner allein.

71:17  Gott! Du hast mich gelehrt von meiner Jugend an,

            und bis hierher habe ich deine Wunder* verkündet.

71:18  Und auch bis zum Alter und bis zum grauen Haar[850],

            Gott, verlass mich nicht, bis ich verkünde deinen Arm dem Geschlecht[851],

            allen, die [noch] kommen werden,[852] deine Heldenkraft.

 

71:19  Und deine Gerechtigkeit, Gott, reicht bis zur Höhe.

            [Du,] der du große Dinge getan:  Gott! Wer ist wie du?

71:20 <>        [Du,] der du uns viele Nöte und Übel hast sehen lassen,

            du wirst uns wieder beleben

            und uns wieder heraufführen aus den Tiefen der Erde.

71:21  Du wirst meine Größe mehren und dich wenden [und] mich trösten[853].

71:22  Auch ich will mit der Harfe ‹Lob› bekennen[854] dir, deiner Wahrheit*, mein Gott,

            will dir spielen* mit der Laute,  Heiliger Israels.

71:23  Es jubeln meine Lippen, wenn ich dir singe ‹und spiele›*,

            und[855] meine Seele, die du erlöst hast.

71:24  Auch soll meine Zunge den ganzen Tag reden[856] von deiner Gerechtigkeit,

            denn beschämt, denn mit Schande bedeckt wurden die, die mein Unglück suchten.

 

Inhalt

°Ps 72

72:0Von Salomo[857]

 

            Gott, gib deine Rechtssprüche[858] dem König

            und deine Gerechtigkeit[859] dem Sohn des Königs.

72:0Er richte dein Volk in Gerechtigkeit

            und deine Gebeugten* mit Recht[860].

72:0Frieden* mögen die Berge tragen dem Volk

            und [auch] die Hügel in Gerechtigkeit.

72:0Er schaffe Recht den Gebeugten des Volkes.

            Er rette die Söhne des Armen

            und zertrete den Bedrücker.

 

72:05 <>        Man fürchte dich mit dem Sonnenschein[861]

            und angesichts des Mondes[862] von Geschlecht zu Geschlecht.

72:0Er komme herab wie ein Regen auf die Flur[863],

            wie Regenschauer, Regengüsse auf das Land.

72:0In seinen Tagen sprosse der Gerechte

            und [es sei] Fülle von Frieden, bis der Mond nicht mehr ist.

72:0Er herrsche von Meer zu Meer

            und vom Strom[864] bis zu den Rändern der Erde.

 

72:0Vor ihm beugen sich nieder die Wüstenvölker,

            und seine Feinde lecken den Staub.

72:10 <>        Die Könige von Tarsis[865] und die Küstenländer

            entrichten Geschenke.

            Die Könige von Scheba[866] und Seba[867]

            bringen Abgaben dar.

72:11  Und alle Könige fallen vor ihm nieder[868];

            alle Völker* werden ihm dienen;

 

72:12  denn er befreit den Armen, der um Hilfe ruft,

            und den Gebeugten, der keinen Helfer hat.

72:13  Er erbarmt sich des Geringen und des Armen,

            und die Seelen der Armen rettet er.

72:14  Er erlöst aus Bedrückung und Gewalttat ihre Seele.

            Kostbar ist in seinen Augen ihr Blut.

72:15 <>        Er lebe. Und man gebe ihm vom Gold Schebas.

            Und man soll stets für ihn beten,

            ihn den ganzen Tag segnen[869].

 

72:16  Überfluss von Getreide sei im Lande[870]

            bis auf die Gipfel der Berge.

            Seine Frucht rausche wie der Libanon.

            Und es blühe hervor[871] aus den Städten wie das grüne Gewächs der Erde.

72:17  Sein Name sei ewig.

            Vor der Sonne[872] sprosse sein Name.

            Und in ihm werden sie sich segnen[873],

            [und] alle Völker* sollen ihn seligpreisen[874].

 

 

72:18  Gelobt* sei Jahweh, Gott, der Gott Israels,

            der Wunder* tut, er allein!

72:19  Und gelobt* sei sein herrlicher Name[875] ewiglich.

            Und alle Erde werde voll seiner Ehre[876].

 

            Amen. Ja, Amen.

 

72:20 <>        Es sind zu Ende die Gebete Davids, des Sohnes Isais.

 


 


 

°Drittes Buch

 

Inhalt

°Ps 73

73:0Ein Psalm

            Von Asaph

 

            Fürwahr, Gott ist Israel gut,

            denen, die reinen Herzens sind.

73:0Und ich, wenig fehlte, so wären fehl gegangen[877] meine Füße;

            meine Schritte wären beinahe[878] ins Stolpern gekommen;

73:0denn ich beneidete die Vermessenen[879],

            als ich das Wohlergehen* der Ehrfurchtslosen* sah;

73:0°denn sie haben nicht Qualen zu ihrem Tode hin[880]

            und fett ist ihr Bauch[881].

 

73:05 <>        Sie leben nicht in der Pein der Menschen*,[882]

            und mit den Menschen[883] werden sie nicht geplagt.

73:0Darum ist Hochmut ihr Halsschmuck

            [und] Gewalttat das Gewand, das sie umgibt.

73:0Es tritt aus dem Fett hervor ihr Auge.

            Die Einbildungen [ihres] Herzens quellen über[884].

73:0Sie höhnen und reden in Bosheit.

            Von Bedrückung reden sie von oben herab.

 

73:0Sie setzen in den Himmel ihren Mund,

            und ihre Zunge wandelt[885] auf der Erde.

73:10 <>        Deshalb wendet sein Volk sich ihnen zu[886],

            und es wird Wasser in Fülle von ihnen aufgesogen[887].

73:11  Und sie sagen: „Wie sollte der Mächtige es wissen?

            Und hat der Höchste Kenntnis?“

73:12  Siehe! Diese sind Ehrfurchtslose,

            und immerdar sorglos[888] häufen sie Reichtum.

73:13 

Fürwahr, umsonst hielt ich mein Herz rein

            und wusch ich meine Hände*[889] in Unschuld;

73:14  [umsonst] war ich geplagt den ganzen Tag

            und meine Züchtigung jeden Morgen da.

73:15 <>        Hätte ich gesagt: „Ich will ebenso reden“,

            siehe, so hätte ich treulos gehandelt am Geschlecht deiner Söhne.

73:16  So sann ich denn nach, das zu begreifen.

            Eine Plage[890] war es in meinen Augen –

73:17  bis ich hineinging ins Heiligtum[891] Gottes*

            und Acht gab auf ihr Ende.

 

 

73:18  Fürwahr, du stellst sie auf schlüpfrigen Grund.

            Du lässt sie fallen zu Trümmern[892].

73:19  Wie werden sie so plötzlich verwüstet,

            schwinden sie dahin, nehmen sie ein Ende mit Schrecken!

73:20 <>        Wie [man] einen Traum nach dem Erwachen [verschmäht],

            wirst du, mein Herr, wenn du dich aufmachst[893], verschmähen ihr Bild.

73:21  Als mein Herz erbittert war

            und es mich stach in meinen Nieren,

73:22  da war ich unvernünftig und erkannte es nicht.

            Ein Tier[894] war ich bei dir.

 

73:23  Doch: Ich bin stets bei dir.

            Du hast meine rechte Hand gefasst.

73:24  In deinem Ratschluss[895] leitest du mich,

            und nachher, in Herrlichkeit[896], nimmst du mich auf.

73:25 <>        Wen habe ich in den Himmeln?

            Und bei dir habe ich an nichts Lust auf der Erde[897].

73:26  Vergehen auch mein Fleisch und mein Herz,

            der Fels meines Herzens und mein Teil ist Gott ewiglich;

73:27  denn – siehe! – die fern sind von dir, kommen um[898];

            du vertilgtest alle, die buhlerisch weg[gingen] von dir.[899]

73:28  Aber ich, die Nähe Gottes ist mir Gutes[900].

            Ich habe Jahweh, meinen Herrn, mir zur Zuflucht gemacht,

            zu erzählen alle deine Taten.

 

Inhalt

°Ps 74

74:0Eine Unterweisung* Asaphs

 

            Gott, warum hast du verstoßen für immer

            [und] raucht dein Zorn gegen die Herde deiner Weide?

74:0Gedenke deiner Gemeinde, die du vorzeiten erworben,

            erlöst hast zum Eigentumsvolk[901],

            des Berges Zijon, auf dem du Wohnung genommen.

74:0Erhebe deine Tritte zu den immerwährenden[902] Trümmern.

            Alles im Heiligtum hat der Feind verderbt.

74:0Es brüllen deine Widersacher inmitten deiner Versammlungsstätte.

            Sie haben ihre Zeichen als Zeichen gesetzt[903].

74:05 <>        Es sieht aus, wie wenn einer die Axt emporhebt

            im Dickicht des Waldes;

74:0und jetzt zerschlagen sie sein[904] Schnitzwerk allzumal

            mit Beilen und mit Hämmern.

74:0Sie steckten dein Heiligtum in Brand,

            entweihten die Wohnung deines Namens bis auf den Grund[905].

74:0Sie sagten in ihrem Herzen: „Wir drücken sie allesamt nieder.“

            Sie verbrannten alle Begegnungsstätten Gottes* im Lande.

74:0Unsere Zeichen sehen wir nicht. Kein Prophet ist mehr da,

            und keiner ist bei uns, der weiß, bis wann.

74:10 <>        Bis wann, Gott, soll höhnen der Bedränger,

            soll der Feind deinen Namen verachten immerfort?

74:11  Warum ziehst du deine Hand zurück? Und deine Rechte:

            [Ziehe sie] hervor aus deinem Gewande[906]. Mach ein Ende!

 

74:12  Ist doch Gott mein König von alters her,

            der Rettungen schafft inmitten des Landes.

 

74:13  Du zerteiltest das Meer durch deine Stärke,

            zerschlugst die Köpfe der Meerungeheuer[907] auf dem Wasser.

74:14  Du zerschmettertest die Köpfe des Leviathans[908],

            gabst ihn zur Speise dem Volk der Wüstentiere.

74:15 <>        Du ließest hervorbrechen Quelle und Bach[909].

            Immerfließende Ströme trocknetest du aus.

74:16  Dein ist der Tag, dein auch die Nacht.

            Du bereitetest Gestirne[910] und Sonne.

74:17  Du setztest fest alle Grenzen der Erde.

            Sommer und Winter bildetest du.

74:18  Gedenke dessen: Der Feind hat Jahweh verhöhnt.

            Und ein törichtes[911] Volk hat deinen Namen verachtet.

74:19  Gib nicht dem Raubtier hin die Seele deiner Turteltaube[912].

            Die Schar deiner Gebeugten* vergiss nicht für immer!

74:20 <>        Schaue hin auf den Bund,

            denn die dunklen Winkel[913] des Landes sind voll

            von Stätten der Gewalttat.

74:21  Lass den Unterdrückten nicht beschämt zurückkehren.

            Der Gebeugte und der Bedürftige, sie sollen deinen Namen preisen.

74:22  Stehe auf, Gott! Führe deinen Rechtsstreit!

            Gedenke deiner Verhöhnung durch die Törichten[914] den ganzen Tag.

74:23  Vergiss nicht die Stimme deiner Widersacher.

            Das Getöse derer, die sich gegen dich erheben, steigt unaufhörlich auf.

 

Inhalt

°Ps 75

75:0Dem leitenden Musiker*

            „Verdirb nicht.“

            Ein Psalm

            Von Asaph

            Ein Lied

 

75:0Wir bekennen dir ‹Lob›[915], Gott.

            Wir bekennen dir ‹Lob›. Und nahe ist dein Name.

            Deine wunderbaren Taten verkünden es.

 

75:0Fürwahr, ich werde den Zeitpunkt[916] ergreifen.

            Ich selbst werde richten in Geradheit*.

75:0Sie schmelzen weg, die Erde und alle ihre Bewohner.

            Ich selbst mache fest ihre Säulen.Sela*

75:05 <>        Ich sagte zu den Vermessenen: „Seid nicht übermütig.“

            und zu den Ehrfurchtslosen*: „Erhebt nicht das Horn[917].“

75:0Erhebt nicht hoch euer Horn.

            Redet nicht Freches mit gerecktem Hals,

 

 

75:0denn nicht von Osten[918] noch von Westen[919]

            und nicht von Süden[920] her kommt Erhöhung;

75:0denn Gott ist es, der richtet.

            Diesen erniedrigt er, und jenen erhöht er;

75:0denn ein Becher ist in der Hand Jahwehs,

            und er schäumt von Wein, ist voll von Würzwein,

            und er schenkt daraus ein.

            Ja, seine Hefen[921] müssen schlürfend trinken

            alle Ehrfurchtslosen der Erde.

 

75:10 <>        Und ich, ich will verkünden ewiglich,

            will singen ‹und spielen›* dem Gott Jakobs.

75:11  Und alle Hörner der Ehrfurchtslosen haue ich ab.

            Hoch sollen ragen die Hörner der Gerechten.

 

Inhalt

°Ps 76

76:0Dem leitenden Musiker*

            Mit Saitenspiel

            Ein Psalm

            Von Asaph

            Ein Lied

 

76:0Bekannt ist Gott in Juda,

            in Israel groß sein Name.

76:0Und in Salem ist sein Zelt

            und seine Wohnung in Zijon.

76:0Dort zerbrach er die Blitze[922] des Bogens,

            Schild und Schwert und Kriegswehr. – Sela*

 

76:05 <>        Glanzvoll[923] bist du,

            majestätischer als die Berge des Raubens[924].

76:0Zur Beute geworden sind die Starkherzigen[925]. Sie schlafen ihren Schlaf.

            Und allen Helden versagen ihre Hände.[926]

76:0Von deinem Schelten, Gott Jakobs,

            wurden tiefbetäubt sowohl Reiter[927] als Pferd.

 

76:0Du – furchtgebietend bist du.

            Und wer kann bestehen vor dir[928], wenn du zürnst?

76:0Vom Himmel her ließest du hören Gericht[929].

            Die Erde fürchtete sich und hielt stille,

76:10 <>        als Gott aufstand zum Gericht,

            zu retten alle Gebeugten* der Erde; – Sela

 

76:11  denn die Grimmglut des Menschen wird dir ‹Lob› bekennen,

            [und] mit dem Rest der Grimmgluten wirst du dich gürten.

76:12  Gelobt und bezahlt Gelübde Jahweh, eurem Gott.

            Alle rings um ihn her

            sollen Geschenke bringen dem Furchtgebietenden.

76:13  Er stutzt[930] den Geist[931] der Fürsten,

            ist furchtgebietend gegen die Könige der Erde.

 

Inhalt

°Ps 77

77:0Dem Vorsteher

            Für Jeduthun

            Von Asaph

            Ein Psalm

 

77:0Meine Stimme [ist[932]] zu Gott, und ich will rufen!

            Meine Stimme [ist] zu Gott, und er wolle mich hören[933].

77:0Am Tage meiner Bedrängnis suche ich meinen Herrn.

            Nachts ist meine Hand ausgestreckt[934] und lässt nicht ab[935].

            Meine Seele weigert sich, getröstet zu werden.

77:0Denke ich an Gott, muss ich stöhnen[936].

            Sinne ich nach, verzagt[937] mein Geist. – Sela*

 

77:05 <>        Die Lider meiner Augen hältst du offen.

            Ich bin hin und her gestoßen und kann nicht sprechen.

77:0Ich überdenke die Tage von einst,

            die Jahre der Vorzeit.

77:0Gedenken will ich meines Saitenspiels in der Nacht,

            will nachsinnen mit meinem Herzen,

            und mein Geist ist emsig am Forschen.

 

77:0Wird mein Herr auf ewig verstoßen?

            Und wird er hinfort nicht mehr Gunst erzeigen?

77:0Ist seine Güte[938]* für immer zu Ende?

            Ist die Verheißung[939] zu Ende für alle Geschlechter[940]?

77:10 <>        Hat der Mächtige vergessen, gnädig* zu sein?

            Hat er im Zorn verschlossen seine Erbarmungen? – Sela

 

77:11  Und ich sprach: Mein Leiden ist dieses:

            [schwere] Jahre der Rechten des Höchsten[941].

77:12  Ich will in Erwähnung bringen die[942] Taten Jahs,

            ja, gedenken deiner Wundertat[943] von einst,

77:13  und ich will nachdenken über all dein Tun,

            und über deine Handlungen will ich sinnen.

 

77:14  Gott, dein Weg ist im Heiligtum[944].

            Wer ist ein Mächtiger*, ‹so› groß wie Gott?

77:15 <>        Du bist der Gott*, der Wunder* tut.

            Du hast deine Stärke kundgetan unter den Völkern.

77:16  Du hast mit dem Arm erlöst dein Volk,

            die Söhne Jakobs und Josephs. – Sela

 

77:17  Die Wasser sahen dich, Gott.

            Die Wasser sahen dich. Sie bebten.

            Ja, die Fluten zitterten.

77:18  Die Wolken ergossen Wasser.

            Die Wolkenschwaden[945] ließen [ihre] Stimme erschallen.

            Ja, deine Pfeile[946] flogen hin und her.

77:19  Der Schall deines Donners war im Wirbelwind.

            Blitze erleuchteten die Welt*.

            Es zitterte und erbebte die Erde.

 

77:20 <>        Durchs Meer [führte] dein Weg

            und deine Pfade durch große Wasser,

            und deine Fußstapfen waren nicht zu erkennen.

77:21  Wie eine Herde führtest du dein Volk

            durch die Hand Moses und Aarons.

 

Inhalt

°Ps 78

78:0Eine Unterweisung*

            Von Asaph

 

            Horche, mein Volk, auf meine Weisung*!

            Neigt euer Ohr zu den Worten* meines Mundes!

78:0Ich werde meinen Mund auftun in Gleichnisrede,

            hervorströmen[947] lassen Rätsel aus alter Zeit.

78:0Was wir gehört und gelernt haben

            und was unsere Väter uns erzählt haben,

78:0wollen wir nicht vorenthalten ihren Söhnen,

            dem künftigen Geschlecht

            zu erzählen das Lob[948] Jahwehs

            und seine Stärke und seine Wundertaten*, die er getan;

78:05 <>        denn er richtete ein Zeugnis auf in Jakob,

            und er setzte eine Weisung* fest in Israel;

            er gebot unseren Vätern,

            sie kundzutun ihren Söhnen,

78:0damit ein späteres Geschlecht erkenne[949],

            die Söhne, die geboren würden,

            und sie aufständen und [sie] ihren Söhnen erzählten,

78:0dass sie ihr Vertrauen setzten auf Gott

            und nicht vergäßen die Taten des Mächtigen

            und seine Gebote befolgten

78:0und nicht würden wie ihre Väter,

            ein trotziges und widerspenstiges Geschlecht,

            ein Geschlecht, dessen Herz nicht gefestigt

            und dessen Geist Gott nicht treu war.[950]

 

 

78:0Die Söhne Ephraims, gerüstete Bogenschützen,

            wandten sich um am Tage der Schlacht.

78:10 <>        Sie hielten[951] nicht den Bund Gottes

            und weigerten sich, in seiner Weisung* zu wandeln.

78:11  Und sie vergaßen sein Handeln,

            seine Wundertaten, die er sie schauen ließ.

78:12  Wunderbares tat er vor ihren Vätern

            im Lande Ägypten, im Gefilde Zoans[952].

78:13  Er spaltete das Meer und ließ sie hindurchgehen

            und ließ die Wasser stehen wie einen Damm.

78:14  Und er leitete sie des Tages mit der Wolke

            und die ganze Nacht mit dem Licht eines Feuers.

78:15 <>        Er spaltete Felsen in der Wüste

            und tränkte sie wie mit vielen Fluten.

78:16  Und er ließ Bäche aus dem Felsen hervorkommen

            und Wasser herabfließen wie Ströme.

 

78:17  Doch sie fuhren weiter fort, gegen ihn zu sündigen,

            und waren widerspenstig gegen den Höchsten in der Wüste.

78:18  Und sie versuchten den Mächtigen in ihren Herzen

            und forderten Speise für ihre Gelüste.

78:19  Und sie redeten gegen Gott.

            Sie sagten: „Sollte der Mächtige

            einen Tisch bereiten können in der Wüste?

78:20 <>        Siehe! Den Felsen hat er geschlagen,

            und Wasser flossen heraus, und Bäche strömten.

            Wird er auch Brot geben können

            oder seinem Volk Fleisch verschaffen?“

78:21  Darum, als Jahweh es hörte, ergrimmte er,

            und Feuer entbrannte gegen Jakob,

            und auch Zorn stieg auf gegen Israel,

78:22  weil sie Gott nicht glaubten

            und nicht vertrauten auf seine Rettung.

 

78:23  Und [doch] hatte er den Wolken oben geboten

            und die Türen des Himmels geöffnet

78:24  und Manna auf sie regnen lassen zum Essen

            und ihnen Himmelsgetreide gegeben.

78:25 <>        Der Mensch aß Brot der Starken[953].

            Speise sandte er ihnen bis zur Sättigung.

78:26  Er führte den Ostwind herbei am Himmel,

            und durch seine Stärke trieb er den Südwind herbei.

78:27  Und er ließ Fleisch auf sie regnen wie Staub

            und geflügelte Vögel wie Sand der Meere

78:28  und ließ [sie] fallen mitten in ihr Lager,

            rings um ihre Wohnungen hin.

78:29  Und sie aßen und sättigten sich sehr,

            und was sie begehrten,[954] brachte er ihnen.

78:30 <>        Noch hatten sie nicht gestillt ihre Begierde,

            noch war ihre Speise in ihrem Munde,

78:31  da stieg der Zorn Gottes gegen sie auf;

            und er tötete ihre kräftigen ‹Männer›[955],

            und Israels Jünglinge streckte er nieder.

 

78:32  Bei dem allem sündigten sie wieder

            und vertrauten nicht seinen Wundertaten[956].

78:33  Da ließ er ihre Tage schwinden in Dunst[957]

            und ihre Jahre in Schrecken.

78:34  Wenn er sie tötete, dann fragten sie nach ihm

            und kehrten um und suchten den Mächtigen mit Eifer;

78:35 <>        und sie dachten daran, dass Gott ihr Fels sei

            und Gott* der Höchste, ihr Erlöser.

78:36  Mit ihrem Munde heuchelten sie ihm,

            belogen ihn mit ihrer Zunge.

78:37  Und ihr Herz war nicht fest mit ihm[958],

            und sie waren nicht treu in seinem Bund.

78:38  Aber er war barmherzig, vergab[959] Ungerechtigkeit

            und verderbte sie nicht.

            Und oftmals wandte er seinen Zorn ab

            und ließ nicht erwachen alle seine Grimmglut;

78:39  denn er bedachte, dass sie Fleisch waren,

            ein Hauch[960], der geht und nicht zurückkehrt.

 

 

78:40 <>        Wie oft waren sie widerspenstig gegen ihn in der Wüste,

            betrübten ihn in der Einöde!

78:41  Und sie versuchten den Mächtigen wieder

            und kränkten den Heiligen Israels.

78:42  Sie dachten nicht an seine Hand,

            an den Tag, da er sie von dem Bedränger erlöste,

78:43  als er seine Zeichen tat in Ägypten

            und seine Wundertaten im Gefilde Zoans:

78:44  In Blut wandelte er ihre Flussarme[961],

            sodass sie ihre Bäche[962] nicht tranken.

78:45 <>        Er sandte unter sie Ungeziefer[963], und es fraß sie,

            und Frösche, und sie verderbten sie[964];

78:46  und er gab ihren Ertrag dem Vertilger[965]

            und ihre Arbeit[966] der Heuschrecke.

78:47  Ihre Weinstöcke[967] schlug er nieder mit Hagel

            und ihre Maulbeerfeigenbäume mit Schloßen[968].

78:48  Und ihr Vieh gab er preis dem Hagel

            und ihre Herden den Blitzen.

 

78:49  Er ließ gegen sie los die Glut seines Zornes,

            Grimm und Verwünschung und Bedrängnis,

            eine Gesandtschaft[969] von Boten* des Unheils.

78:50 <>        Er bahnte einen Weg seinem Zorn,

            entzog ihre Seele nicht dem Tode

            und gab ihr Leben der Pest preis.

78:51  Und er schlug alle Erstgeburt in Ägypten,

            die Erstlinge der Kraft in den Zelten Hams.

78:52  Und er ließ sein Volk wegziehen wie Schafe[970]

            und leitete sie in der Wüste wie eine Herde.

78:53  Und er führte sie sicher[971], und sie fürchteten sich nicht[972].

            Ihre Feinde aber bedeckte das Meer.

78:54  Und er brachte sie zur Grenze seines Heiligtums[973],

            zu diesem Berge, den seine Rechte erwarb.

78:55 <>        Und er vertrieb Völker* vor ihnen[974],

            und ließ ihnen Erbbesitz zufallen mit der Messschnur[975]

            und ließ die Stämme Israels wohnen in deren Zelten.

 

78:56  Aber sie versuchten Gott, den Höchsten, und waren widerspenstig gegen ihn,

            und seine Zeugnisse hielten sie nicht[976].

78:57  Und sie wichen zurück und handelten treulos wie ihre Väter.

            Sie wandten sich um wie ein trügerischer Bogen[977].

78:58  Und sie erbitterten ihn durch ihre Höhen

            und reizten ihn zur Eifersucht durch ihre geschnitzten Bilder.

78:59  Gott hörte es und ergrimmte,

            und er verwarf Israel gar sehr.

78:60  Und er verließ[978] die Wohnung zu Silo,

            das Zelt, das er errichtet hatte unter den Menschen.

78:61  Und er gab in die Gefangenschaft seine Stärke[979]

            und seine Zier in die Hand des Bedrängers.

78:62  Und er gab sein Volk dem Schwerte preis,

            und er ergrimmte gegen sein Erbteil.

78:63  Seine Jünglinge fraß das Feuer,

            und seine Jungfrauen mussten ohne Brautlied bleiben[980].

78:64  Seine Priester fielen durch das Schwert,

            und seine Witwen konnten nicht beweinen[981].

 

78:65 <>        Mein Herr erwachte einem Schlafenden gleich,

            wie ein Held, der aufjauchzt vom Wein;

78:66  und er schlug seine Bedränger von hinten[982].

            Ewige Schande fügte er ihnen zu.

78:67  Und er verwarf das Zelt Josephs,

            und den Stamm Ephraim[983] erwählte er nicht,

78:68  sondern er erwählte den Stamm Juda,

            den Berg Zijon, den er liebte.

78:69  Er baute sein Heiligtum wie [Himmels]höhen,

            wie die Erde, die er auf ewig gegründet hatte.

78:70 <>        Er erwählte David, seinen Knecht,

            und nahm ihn von den Hürden der Schafe;

78:71  hinter den Säugenden[984] weg ließ er ihn kommen,

            zu weiden[985] Jakob, sein Volk,

            und Israel, sein Erbteil.

78:72  Und er war ihnen Hirte[986] nach der Lauterkeit*[987] seines Herzens,

            und mit der Geschicklichkeit seiner Hände*[988] leitete er sie.

 

Inhalt

°Ps 79

79:0Ein Psalm

            Von Asaph

 

            Gott, Völker* sind in dein Erbteil gekommen,

            haben deinen heiligen Tempel verunreinigt,

            haben Jerusalem zu Trümmerhaufen gemacht,

79:0haben die Leichen deiner Knechte

            zur Speise gegeben den Vögeln des Himmels,

            das Fleisch deiner Frommen* den wilden Tieren der Erde.

79:0Sie vergossen ihr Blut wie Wasser

            rings um Jerusalem her,

            und niemand war da, der begrub.

79:0Wir wurden ein Hohn unseren Nachbarn,

            ein Spott und Schimpf denen, die uns umgaben.

 

79:05 <>        Bis wann[989], Jahweh, willst du immerfort zürnen?

            Bis wann wird wie Feuer brennen dein Eifer?

79:0Gieße aus deine Grimmglut

            auf die Völker*, die dich nicht kennen,

            und auf die Königreiche,

            die deinen Namen nicht anrufen,

79:0denn man hat Jakob verzehrt,

            und seine Wohnung haben sie verwüstet.

 

 

79:0Ahnde an uns nicht[990] die Ungerechtigkeiten der Vorfahren.

            Lass uns eilends entgegenkommen deine Erbarmungen[991],

            denn wir sind sehr ‹schwach und› heruntergekommen[992].

 

79:0Hilf uns, Gott unseres Heils,

            ob deines herrlichen Namens[993].

            Und befreie uns und vergib[994] unsere Sünden

            deines Namens wegen.

79:10 <>        Warum sollen die [von den] Völkern* sagen:

            „Wo ist ihr Gott?“

            Lass unter den Völkern* kundwerden vor unseren Augen

            die Vergeltung für das vergossene Blut deiner Knechte.

 

79:11  Lass vor dein Angesicht kommen das Seufzen des Gefangenen.

            Nach der Größe deines Armes

            lass übrigbleiben die Söhne des Todes[995].

79:12  Und vergilt unseren Nachbarn siebenfach in ihren Schoß[996]

            ihr Höhnen, womit sie dich verhöhnten, mein Herr.

79:13  Und wir, dein Volk und die Herde deiner Weide,

            werden dir ewiglich ‹Lob› bekennen[997],

            von Geschlecht zu Geschlecht erzählen dein Lob.

 

Inhalt

°Ps 80

80:0Dem leitenden Musiker*

            Nach „Lilien“

            Ein Zeugnis

            Von Asaph

            Ein Psalm

 

80:0Israels Hirte, nimm zu Ohren!

            Der du Joseph leitest wie Schafe,

            der du thronst über den Cheruben, strahle