U n t e r w e g s n o t i e r t
Eine Handreichung für Dienende
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„Fürchten wir uns also, dass nicht etwa,
während die Verheißung, in seine Ruhe einzugehen, noch ausständig ist,
sich bei jemandem von euch herausstellt, dass er zurückgeblieben ist!“
Hebräer 4, 1
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Nr. 153: Juli – August 2025
Die Rettung und die Gemeinde der Geretteten
Der Epheserbrief (15)
Die Segnungen der Gläubigen in Christus – Kapitel 1-3
Der Wandel der Geretteten in Christus – Kapitel 4-6
I. Richtlinien für würdigen Wandel im Leib Christi 4, 1-16
II. Richtlinien für würdigen Wandel im Alltag 4, 17-5, 21
A. Grundsätzliche Ausrichtung nach dem Leitbild 4, 17-24
B. Konkrete Ausrichtung – in Gegenüberstellung 4, 25-32
Fortsetzung von der letzten Nummer.
Christi Leben kommt in seinen Kindern zum Ausdruck. Der neue Mensch wird in ihnen geformt. Christen sind werdende Menschen in dieser Welt. Der neue Mensch ist in einem gewissen Sinn schon in ihnen geschaffen worden und wächst nun und gewinnt in ihnen Gestalt. Er ist ein Abbild des Christus. Für sein Zusammenleben mit der Umwelt sind ihm praktische Wegweisungen gegeben (Epheser 4, 25-32).
Im folgenden Abschnitt (5, 1-21) lesen wir mehrmals Vergleiche, ausgedrückt durch „wie“ beziehungsweise „als“. (Vgl. 5, 1: wie geliebte Kinder; 5, 8: wie Kinder des Lichts; 5, 15: „als Weise“; „nicht als Unweise“.) Der Apostel motiviert die Leser zu dem neuen Wandel, indem er sie als Gotteskinder, als Kinder des Lichts und als Weise anspricht.
1 „Werdet also Nachahmer Gottes wie geliebte Kinder, 2 und wandelt in der Liebe, so wie auch der Christus uns liebte und sich selbst für uns dahingab als eine Weihegabe und ein Opfer, Gott zu einem duftenden Wohlgeruch. 3 Aber Unzucht und alle Unreinigkeit oder Habsucht werde bei euch nicht einmal genannt, so wie es sich für Heilige geziemt, 4 auch Schändlichkeit und albernes Gerede und Witzelei, was nicht angebracht ist, sondern vielmehr Dank; 5 denn von diesem seid in Kenntnis, dass kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Habsüchtiger – er ist ein Götzendiener – Erbteil hat im Königreich Christi und Gottes. 6 Niemand betrüge euch mit leeren Worten, denn wegen dieser Dinge kommt der Zorn Gottes auf die Söhne des Ungehorsams.“
Das Schlüsselwort in diesem Abschnitt ist „Kinder“. Paulus erinnert die Epheser daran, dass sie nicht mehr Kinder des Ungehorsams sind (V. 6), sondern geliebte Kinder Gottes (V. 1). Eltern sprechen zu ihren Kindern anders, als sie es mit Nachbarskindern tun.
Wir werden in unserem Alltagsleben getragen von dem Bewusstsein, dass wir geliebte Gotteskinder sind. Das ist der Beweggrund für unsere Lebensführung.
„Werdet also Nachahmer Gottes“
„Werdet“: Gott gibt uns Zeit zum Wachsen. „Werdet Nachahmer! Macht es wie Gott.“ Gott nachahmen in der Liebe, in der Heiligkeit, im Vergeben (vgl. 4, 32), in der Hingabe.
„wie (oder: als) geliebte Kinder, ...“
Wesensmäßige Zusammengehörigkeit gebiert das Verlangen, nahe zu sein. Das, wozu ich gehöre, ist das, womit ich zusammen sein will. Das ist Liebe. Gottes Kinder sind ein Stück von Gott, weil sie von ihm geboren sind. Kinder lieben ihre Eltern. Wenn sie es nicht tun, ist es nicht normal. Dann ist eine fremde Entwicklung hineingekommen. Kinder lieben ihre Eltern, weil sie von ihnen herkommen, ein Stück von ihnen sind. Weil diese wesensmäßige Einheit da ist, besteht das Verlangen, zusammenzubleiben. Kinder, die wissen, dass sie geliebt sind, handeln anders als ungeliebte. Sie wollen ihren Eltern gehorchen.
Wir sind geliebte Kinder und erfahren seine Liebe täglich. Wir sollen es wissen und es uns immer wieder sagen. Das macht es uns leicht, in Gottes Wegen zu wandeln. Wir lieben unseren Vater im Himmel; wir sind ein Stück von ihm; aufgrund dieser Tatsache werden wir ermutigt, zusammenzubleiben.
Das, was ist, soll sein und bleiben: Liebe. (Vgl. Hebräer 13, 1.) Kinder vom höchsten, unsichtbaren Gott sind aus ihm geboren. Sie haben in Christus Leben aus Gott bekommen, und weil sie ein Stück von Gott sind, empfinden sie in sich einen Zug nach Gott. Deshalb wollen sie mit ihm sprechen, deshalb haben sie Heimweh nach ihm, deshalb ist Liebe da.
„und wandelt in der Liebe, ...“
Liebe ist das Charakteristische in der Gottesfamilie. Wir denken daran, dass wir zu Gottes Familie gehören, und wir machen uns bewusst, dass wir vom Vater geliebte Kinder sind. Das macht es uns leicht, in der Liebe zu wandeln.
„so wie auch der Christus uns liebte“
Wieder wird das Bild von Jesus Christus gebraucht. Er war der Sohn. Er war eins mit seinem Vater; und als er hier auf Erden lebte, lebte er in dem Bewusstsein der Zugehörigkeit zu seinem Vater. Und so, wie er der Sohn seines Vaters war, so seid ihr Söhne eures Vaters, sagt Paulus. Lebt in dieser Liebe, in der er mit seinem Vater lebte. Lasst nichts dazwischenkommen.
Wie sieht Liebe aus? Paulus versäumt nicht, auch dies klar zu schildern.
„und sich selbst für uns dahingab“
Christus gab sich in zwei Richtungen: Er gab sich Gott hin. Und er gab sich für uns hin.
Christus gab sich Gott. – Wie sollen wir uns ihm geben? Indem wir für Gott leben, ihn ehren. Wir opfern ihm ein reines, duftendes Leben, ein Opfer „ohne Tadel“. (Vgl. Offenbarung 14, 5.)
Der Sohn Gottes hat uns geliebt und sich für uns hingegeben, nahm für uns die Stelle ein, die wir ursprünglich hätten einnehmen sollen. Und er lebte als Mensch, so, wie wir vor unserem Vater hätten leben sollen. Er brachte sich Gott dar, stellvertretend, wie wir es hätten tun sollen, und gab sich als Sühnopfer für unsere Schuld, das es uns nun ermöglicht, dass wir uns dem Vater darbringen.
„als eine Weihegabe und ein Opfer, Gott zu einem duftenden Wohlgeruch.“
Als er auf Erden war, lebte Christus in seinem eigenen Leibe. Jetzt lebt er weiter – in denen, die ihn angenommen haben, in Menschen, die es kraft seiner Innewohnung nun vermögen, sich Gott darzubringen und für Gott zu leben. Durch diese neue Verbindung mit Christus wird das Gebot, in Liebe zu wandeln, verwirklicht. Sonst wäre das Gebot leer und nicht zu verwirklichen. Weil Christus in uns lebt, ist es nun möglich, dass wir als Nachfolger Christi diesem Gebot nachkommen.
Wir leben in dieser Welt als Heilige, „Gottgeweihte“, weil wir Heilige sind. Heilige sind Menschen, die von dem, was Gott missfällt, gereinigt worden sind; und sie sind Gott Hingegebene, „Gottgeweihte“. Sie sind Gott zugeordnet, ganz für ihn da und ganz nach ihm ausgerichtet. Sie gehören Gott. Ein Hoher Priester im Alten Testament trägt auf seiner Stirn die Aufschrift „Heilig dem HERRN“. Damit erklärt er, dass er ganz für Gott da ist; er hat kein Eigenleben.
Wir alle sind Priester Gottes (1. Petrus 2, 5.9; Offenbarung 1, 6; Offenbarung 5, 10), dem Herrn geheiligt. Jesus hat sich als Weihegabe gegeben; wir sollen uns daher als Gottgeweihte entsprechend verhalten. Paulus nennt nun, Dinge, die bei den Heiligen nie vorkommen dürfen:
„Aber Unzucht und alle Unreinigkeit oder Habsucht werde bei euch nicht einmal genannt, so wie es sich für Heilige geziemt, ...“
„Aber …“: V. 3 steht im Gegensatz zu V. 2.
„Unzucht“ (im Griech. porneia) ist jegliche Geschlechtsverbindung außerhalb der Ehe. Dazu gehört auch voreheliche geschlechtliche Verbindung.
„und alle Unreinigkeit oder Habsucht“
Auch über „Unreinigkeit“ sollte nicht geredet werden müssen. Unreinigkeit ist eine Vorstufe von Unzucht, denn wenn man im eigenen Leben unrein ist, kommt es leicht zu unzüchtigen und verbotenen Begegnungen. Wer mit dem eigenen Gefäß, seinem Leibe, nicht sauber umgeht, wird mit dem Gefäß des anderen Geschlechts auch nicht sauber umgehen. Die Reinheit beginnt bei der Kleidung – bei Männern wie bei Frauen. Kleidung ist Verhüllung. Reinheit drückt sich bei der Körperpflege aus und auch bei der Körperhaltung. Zum Beispiel sollte eine Frau wissen, wie man sitzt und wie man sich bückt. Auch bei den Blicken (Hiob 31, 1) und den Bewegungen. Äußerliche Sauberkeit und moralische Reinheit sind nicht weit voneinander entfernt. (Vgl. 3. Mose 11, 25; 3. Mose 15, 1-33; 3. Mose 17, 15.16.) Es ist biblisch, wenn man sich wäscht, seinen Körper sauber hält.
„Habsucht“ kommt von dem griech. Wort für „Neigung haben nach mehr“ bzw. „mehr haben wollen“. Man neigt dazu, sich mehr ansammeln zu wollen, als man soll. Diese Haltung äußert sich im Leben durch Gewinnsucht und Streben nach eigenem Vorteil – oft auf Kosten anderer. Habsucht ist eine ebenso schwere Sünde wie Unzucht. Sie ist Götzendienst (Epheser 5, 5; Kolosser 3, 5).
Wir sollten uns fragen, worauf unser Verlangen, zu haben (zu besitzen) gerichtet ist. Wenn mein Verlangen auf Christus ausgerichtet ist, kann die Neigung nach mehr Besitz in die richtige Richtung gelenkt werden. „Habe deine Lust an dem Herrn, und er wird dir geben, was dein Herz begehrt“ (Psalm 37, 4).
Wenn ich mein Verlangen nach Diesseitigem zu Gott bringe, erfahre ich, dass er am besten weiß, was ich brauche. Er ist kein Fremdling in dieser Welt, als würde er kein Verständnis für die Begierden und Freuden dieser Welt haben. Er hat uns auf diese Welt gestellt, die er geschaffen hat. Er hat die Arten und die Farben geschaffen, er hat uns als Geschlechter geschaffen, die einander anziehen. Er hat uns die Fähigkeit gegeben, uns zu freuen und zu genießen. Und er will, dass wir zur Entfaltung kommen. Aber es ist nicht sein Wille, dass ich traurig werde. Ich muss nüchtern erkennen, dass ich einen Keim der Sünde in mir habe, der mir die Freude verderben wird. Aber wenn der Herr Jesus ins Leben kommt, kommt die Freude; die Leere weicht, und ich bin von ihm ausgefüllt. Erst dann werden alle Freuden zur wahren Freude. Und er bestimmt dann die Zeit, wann ich was genießen darf.
„werde bei euch nicht einmal genannt, ...“
Petrus sagte (1. Petrus 4, 17), das Gericht Gottes beginnt beim Haus Gottes. Von den Heiligen wird mehr verlangt als von der Welt. Gott legt einen anderen Maßstab an. Über solche Dinge wie Unzucht, Unreinigkeit oder Habsucht sollte gar nicht geredet werden müssen. Was wir reden, prägt uns. Wir sollen uns nicht viel damit beschäftigen, nicht dabei verweilen.
Die Epheserchristen waren etwa neun Jahre lang gläubig. Sie wohnten in einer moralisch schmutzigen Hafenstadt, die an den Kreuzungsstraßen der damaligen Welt lag.
Dort, wo die Versuchungen zahlreich sind, sollte bei den Heiligen von all diesen Dingen nichts vorkommen. Sie sollten zu jenem Sumpf in starkem Kontrast stehen. Paulus sagt, dass diese Dinge bei ihnen nicht vorkommen sollten.
„so wie es sich für Heilige geziemt, ...“
All dieses ist für Heilige nicht angebracht. „Heilige“ sind nicht vollkommene Menschen. Heiligkeit ist ein Zugehörigkeitswort. Es bedeutet, dass man dem heiligen Gott angehört. Wir sollen als Fremdkörper in die Welt gehen, um ihnen in ihrer Mitte Lichtstrahlen zu sein.
„wie es sich ... geziemt“: Paulus verwendet Wörter, die uns heute etwas fremd geworden sind, wie zum Beispiel dieses Wort „geziemen“. Viele von uns haben das Gespür dafür verloren, was sich geziemt und was nicht. Sie wissen nicht mehr, was sich gehört. Bei vielen kommt oberflächliches (um nicht zu sagen „gesetzliches“) Denken zum Ausdruck. Wer nach Regeln und Gesetzen ausgerichtet ist, denkt „gesetzlich“. Der Christ, der den Herrn liebt, wird sich immer wieder fragen: „Was ist in diesem Fall dem Herrn wohlgefällig?“
Heilige sollten ein Gespür entwickeln für das, was sittlich ist, was sich geziemt. Darüber sollten Christen sich einig sein, und nicht sollte jeder seinen eigenen autonomen Weg gehen. Sie sollten den Herrn fragen, was ihm gefällt. Wer auf Christus ausgerichtet ist und aus diesem Grunde die Heilige Schrift, das „Gesetz“ Gottes, erforscht, um zu erfahren, was ihm gefällt und wie er ihn mehr verherrlichen könnte, denkt nicht „gesetzlich“. Die innere Haltung ist das Entscheidende. Christen müssen heute wieder neu lernen, was sich geziemt und was nicht.
„auch Schändlichkeit und albernes Gerede und Witzelei“
Auch diese sollen nicht vorkommen.
Mit „Schändlichkeit“ sind Dinge gemeint, deren man sich schämt. Die moderne Gesellschaft schämt sich nicht mehr. Heute muss das moralische Schamempfinden wieder neu hergestellt werden. Das geht nur auf dem Weg, dass wir Gottes Wort wieder gründlich lesen und eine heilige Frömmigkeit an den Tag legen.
Der Ausdruck „albernes Gerede“ ist sehr allgemein. Es könnten damit zweideutige Redensarten gemeint sein. Es gibt Christen, die es fertigbringen, mit einem schönen Anstrich Böses zu sagen. Diese Art ist sündig.
Es ist interessant, wie viel Wert die Bibel auf das Reden legt: Das Evangelium wird durch Sprechen weitergegeben; das Verhältnis von Menschen zu Gott besteht zum großen Teil aus Sprechen (Beten). Wenn wir das Auto auftanken wollen, brauchen wir nicht unbedingt zu sprechen, aber bezeichnenderweise müssen wir Worte gebrauchen, wenn wir geistlich auftanken wollen. Ich komme zu Gott und spreche, und er spricht. Wenn zwei sich lieben, sprechen sie. Wenn eine Familie froh ist, wird gesprochen. Und das Reden bringt Freude, bringt geistige und geistliche Kraft. Die Bibel sagt, dass diese Kraft nicht vermindert werden soll durch abbauendes Reden. Sie legt großen Wert darauf, dass jedes Wort am rechten Platz und im rechten Ton gesprochen und das rechte Wort verwendet wird. Heute wird viel Leeres telefoniert, Unnützes ins Smartphone getippt und sonst gesprochen. Vieles ist schädlich. Wir werden über jedes unnütze Wort, das wir gesprochen haben, gerichtet werden. Matthäus 12, 36: „... aus deinen Worten wirst du gerechtfertigt werden, und aus deinen Worten wirst du verurteilt werden.“
„Witzelei“: Wo ist beim Humor die Grenze? Ein Christ soll nie auf Kosten anderer lachen oder sich wegen anderer lustig fühlen oder über zweideutige Dinge schmunzeln.
Ungerettete haben eigentlich keinen Grund, von Herzen zu lachen. Oft ist ihr Lachen ein Zeichen von Oberflächlichkeit. Bei leichtfertigem Lustigsein sollten Heilige nicht mitmachen. Da ist es besser, jene Gesellschaft zu verlassen.
(Ein Tipp: Wenn Sie zu einer Gesellschaft eingeladen sind oder aus beruflichen Gründen angehalten sind, bei einer Feier dabei zu sein, so fahren Sie womöglich mit dem eigenen Fahrzeug dorthin. Dann können Sie auch selbständig und zeitig wieder nach Hause fahren und sind nicht von anderen abhängig.)
Psalm 1, 1.2: „Selig ist der Mann, der nicht wandelt nach dem Rat der Ehrfurchtslosen und nicht betritt den Weg der Sünder und sich nicht setzt in den Kreis der Spötter, sondern seine Lust hat an der Weisung des HERRN und in seiner Weisung nachsinnt Tag und Nacht.“
„was nicht angebracht [oder: unschicklich] ist, ...“
Als Heilige sollten wir wissen, was sich schickt und was nicht. Wenn wir viel in der Bibel lesen und über Gott und seine Heiligkeit und Liebe nachdenken, werden wir ein Gespür dafür entwickeln.
„sondern vielmehr Dank;“
Was ist die geeignete Redensart von Heiligen? Nicht witzig sein, sondern dankbar. Danksagung – das ist die Alternative! Wo Dankbarkeit herrscht, ist frisches, hilfreiches Gespräch möglich.
Wem sollen wir dankbar sein? Zunächst Gott. Wenn wir vor allem ihm gegenüber dankbar sind, werden wir es bald auch Menschen gegenüber sein.
„denn von diesem seid in Kenntnis, dass kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Habsüchtiger – er ist ein Götzendiener – …“
Ein „Unzüchtiger“ ist einer, der sich der außerehelichen Geschlechtsverbindung hingibt. Ein „Unreiner“ ist einer, der sich innerlich mit unzüchtigen Gedanken, Worten oder Werken beschmutzt.
Ein „Habsüchtiger“ ist einer, der mehr haben will und mit seinen Gedanken, Worten und Werken darauf aus ist. Paulus sagt, „er ist ein Götzendiener“. Warum ist Habsucht Götzendienst? Weil man etwas neben Gott stellt! Das erste Gebot (2. Mose 20) ist das wichtigste: „Du sollst keine Götter neben mir haben.“ Es heißt nicht: „anstelle von mir“, sondern „neben mir“. – Was würden Sie sagen, wenn Ihre Ehefrau einen weiteren Mann neben Ihnen hat?
Etwas neben Gott zu stellen, bedeutet, Gott nicht mit ganzem Herzen zu lieben. Die Bibel sagt deutlich, dass ich das, was ich haben will, vom Herrn erwarten und erbitten soll. Alles, was ich nicht über Gott bekommen möchte, ist mir ein Götze. Die Bibel lehrt, dass Gott mein Anbetungsgegenstand sein soll – in Christus Jesus. Sobald ich etwas über ihn stelle oder etwas neben ihm haben will, bin ich ein Götzendiener. Das ist mir dann zum Nebengott geworden.
Wir sollten das ernst nehmen und uns fragen, ob Jesus Christus wirklich Gott und Herr in unserem Leben ist, oder ob etwas anderes neben ihm steht, das seine Liebe verdrängt. 1. Johannes 2, 15: „Liebt nicht die Welt, noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt liebt, ist die Liebe des Vaters nicht in ihm“.
„… Erbteil hat im Königreich Christi und Gottes.“
Es gibt Sünden, die Menschen nicht sofort als Nichtchristen identifizieren. Solche werden hier nicht genannt. Aber in den V. 3-5 werden Sünden genannt, die bei Heiligen überhaupt nicht vorkommen sollten. Diese hier genannten Sünden kennzeichnen Menschen als Nichtchristen. Dabei macht Paulus einen Unterschied zwischen dem Vorkommen der Sünde selbst und dem Leben in der Sünde. Wenn er von der Sünde spricht, gebraucht er ein Tätigkeitswort, wenn er vom Sünder (Hurer, Götzendiener, Habsüchtigen) spricht, bezieht er sich auf Menschen, die in diesen Dingen leben und verharren. Da sagt er: Solche sind nicht nicht Erben des Königreiches Gottes.
Christen sind Gotteskinder, und als solche sind sie Erbgenossen. Aber Menschen, die in Unzucht, Unreinigkeit und Habgier leben, werden das Königreich Gottes nicht erben.
„Königreich (o. Königsherrschaft) Christi und Gottes“:
Gott und Christus regieren in dem ewigen messianischen Königreich. Gott und das Lamm sitzen auf demselben Thron. Dieser gemeinsame Thron ist auch der Thron Christi (Lukas 1, 33; Apostelgeschichte 2, 29-36; Apostelgeschichte 13, 34; Apostelgeschichte 15, 16.17.) Und die Überwinder dürfen sich mit ihm auf diesen Thron setzen (Offenbarung 3, 21).
„Niemand betrüge euch mit leeren Worten, ...“
Leere Bekenner haben leere Worte.
„denn wegen dieser Dinge kommt der Zorn Gottes auf die Söhne des Ungehorsams.“
Das griechische Wort drückt aus, dass der Ungehorsam in Unglauben besteht, beziehungsweise dass der Unglaube ein Akt des Ungehorsams ist. Kinder des Unglaubens bzw. des Ungehorsams sind Menschen, die nicht wesensmäßig zu Gott gehören. Ihre Zugehörigkeit liegt woanders, deshalb sind auch ihre Taten anders. Gottes Zorn wird über sie kommen, weil sie nicht die entsprechende Frucht haben.
Die Bibel setzt voraus, dass die geschlechtliche Gemeinschaft zwischen einem Mann und einer Frau stattfindet und dieses in die Ehe gehört. Vor dem Ein-Fleisch-Werden muss man selbständig werden und heiraten (1. Mose 2, 24; Matthäus 19, 4-7). Eine Frau, die mit einem Mann lediglich „zusammenlebt“, ist nicht die Frau jenes Mannes (Johannes 4, 16-18).
Naemi weiß: Um Kinder zu haben, ist eine Eheschließung nötig (Ruth 1, 11-13). Ein Mann, der eine Jungfrau verführt, muss sie heiraten (5. Mose 22, 28.29; 2. Mose 22, 15.16; 2. Samuel 13, 12.16).
Dass jede außereheliche geschlechtliche Verbindung „Unzucht“ ist, geht aus 1. Korinther 7, 1-9 hervor: Paulus sagt, dass es für einen Mann gut ist, eine Frau nicht zu berühren. Aber wegen der Unzucht soll jeder seine eigene Frau haben und jede Frau ihren eigenen Mann. (V. 1.2) Und wie kommt man zur eigenen Frau und zum eigenen Mann? Indem man heiratet (V. 8.9): „Ich sage aber zu den Unverheirateten und den Witwen: Es ist für sie gut, wenn sie bleiben wie auch ich. Sind sie aber nicht ihrer selbst mächtig, sollen sie heiraten, denn es ist besser zu heiraten als zu glühen.“ Paulus sieht keine andere Lösung vor, weil es keine andere gibt.
Gemäß Matthäus 19, 12 gibt es Verschnittene, die sich wegen des Königreichs Gottes selbst zu Verschnittenen gemacht haben, also zu solchen, die keinen geschlechtlichen Umgang haben; sie verzichten auf die Ehe. Demnach ist die einzige Alternative zur Ehe, verschnitten zu sein, das heißt auf geschlechtlichen Umgang zu verzichten. Eine dritte Möglichkeit gibt es nicht.
Unzucht gilt in der Bibel als grobes Vergehen (Markus 7, 21; Römer 1, 29; Offenbarung 9, 21). Unzucht ist Sünde gegen den Leib; der Leib aber gehört dem Herrn (1. Korinther 6, 13-20). Ehebruch wird im Alten Testament hart bestraft (Hesekiel 16, 58). Eine Frau, bei der anlässlich der Hochzeit die Zeichen der Jungfräulichkeit nicht gefunden werden, musste gesteinigt werden (5. Mose 22, 20.21); wer eine unzüchtige Verlobte beschlief, wurde gesteinigt (5. Mose 22, 23.24), auch die Verlobte, falls sie nicht geschrien hatte. Vergewaltiger mussten sterben (5. Mose 22, 25). Im Neuen Testament heißt es, Unzüchtige werden von Gott gerichtet werden (Hebräer 13, 4). Mit einem Unzüchtigen, der sich Christ nennt, darf man keine Gemeinschaft haben (1. Korinther 5, 13). Unzucht schließt vom Königreich Gottes aus (1. Korinther 6, 9.10; Epheser 5, 3-8). Auch Unzucht in Gedanken ist Sünde (Matthäus 5, 27-29).
Unzucht hat schlimme Folgen: Der Ruf wird geschädigt, ebenso das Selbstwertbewusstsein und die Achtung gegenüber der Frau beziehungsweise gegenüber dem betreffenden Mann; die zukünftige Partnerwahl ist gefährdet; es entsteht eine gefühlsmäßige Bindung der Frau an den jungen Mann, die wiederum den Aufbau einer gesunden Intimbeziehung gefährdet, denn dazu ist Ehrlichkeit und Vertrauen in die Treue und Selbstbeherrschung des Partners nötig. Durch frühere Unzucht kann Misstrauen in der späteren Ehe entstehen. Weitere mögliche Folgen sind: Durch uneheliche Schwangerschaft kann es zur Versuchung zu Kindesmord durch Abtreibung kommen; jedenfalls ist der Start ins Leben für ein uneheliches Kind immer schwerer als für eines, das in eine liebende Familie hineingeboren wird. Und da die Mutter für die uneheliche Tochter kein Vorbild ist, kann sich das Dilemma später leicht wiederholen. Auch die geistlichen Folgen für Unzüchtige sind verheerend. Aber es gibt – wie bei David, Simson und der Samariterin (Johannes 4) und der Ehebrecherin (Johannes 8) – Hoffnung. Bei echter Reue und konsequenter Buße und Demütigung unter Gottes Hand gibt es reichliche Vergebung in Christus Jesus (1. Johannes 1, 9). Gott kann die verlorenen Jahre erstatten (Joel 2, 25).
Wie können wir der Gefahr der Unzucht vorbeugen? Durch Gedankenreinheit, durch Vermeiden von unzüchtigen Bildern, Filmen, Internetseiten; durch gute Seelsorge, verbunden mit klarer Korrekturbereitschaft, durch Offenheit im Gespräch mit reifen Gläubigen, durch Verbringen von Zeit im Wort Gottes, durch viel Gebet; durch Fürbitter, die man um Unterstützung bittet. Gute Gemeinschaft mit treuen Gotteskindern ist hilfreich, sowie Abstand zum anderen Geschlecht.
Römer 13, 14: „Zieht den Herrn Jesus Christus an und trefft [gedanklich] nicht Vorkehrungen für die Lüste des Fleisches.“
7 „Werdet also nicht ihre Mitteilhabenden, 8 denn ihr wart einst Finsternis; nun aber [seid ihr] Licht im Herrn. Wandelt wie Kinder des Lichts 9 (denn die Frucht des Geistes besteht in aller Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit) 10 und prüft dabei, was dem Herrn angenehm ist. 11 Und seid nicht mitbeteiligt an den unfruchtbaren Werken der Finsternis; vielmehr aber deckt [sie] auch auf ‹und weist zurecht›; 12 denn was heimlich von ihnen geschieht, ist schändlich auch [nur] zu sagen. 13 Das alles wird aber geoffenbart, wenn es vom Licht aufgedeckt ‹und zurechtgewiesen› wird, denn alles, was offenbar gemacht wird, ist Licht. 14 Darum sagt er: Wache auf, Schläfer, und stehe auf aus den Toten, und der Christus wird dir leuchten.“
In den V. 7-17 werden die Gläubigen als Kinder des Lichts betrachtet. In diesen Versen ist die Rede von Licht und Dunkelheit. Weil wir ins Licht versetzt wurden, soll unser Leben lauter und durchsichtig sein und im Licht unseres Herrn gelebt werden.
„Werdet also nicht ihre Mitteilhabenden, ...“
„Werdet!“, sagt Paulus, nicht: „Seid!“ Gott lässt Spielraum zum Wachsen.
Wir sind nicht ihre Mitteilhabenden und sollen es auch nicht werden. Es wäre etwas Unnormales, wenn wir Mitgenossen derer würden, die nicht Gotteskinder sind. Wir sollen uns nicht mit ihnen identifizieren.
Es macht einen Unterschied, ob jemand in eine Bar geht, um mit einem Menschen über Christus zu sprechen, oder wenn er dorthin geht, um das zu tun, was gewöhnlich in einer Bar getan wird. Es kommt nicht auf den Ort an, wo man ist, es kommt auf den Beweggrund an, warum man dort ist. Man muss sich fragen: Bin ich dort als ein Kind der Finsternis oder als ein Kind des Lichts?
„denn ihr wart einst Finsternis;“
Nicht nur waren wir Sünder, sondern wir waren Sünde; und nicht nur waren wir in der Finsternis, sondern wir waren Finsternis. Menschen, die Christus nicht haben, sind personifizierte Finsternis und üben einen verfinsternden Einfluss aus. Im nächsten Satz sagt Paulus:
„nun aber [seid ihr] Licht.“
„Jetzt sind wir Licht.“ Wir sind wie Wegweiser. Andere können dadurch sehen, wo entlang sie gehen sollen. Wir sind Lichter für andere Menschen und sollen uns auch dem Licht entsprechend benehmen. Es soll keine finsteren Teile in unserem Leben geben.
„im Herrn.“
In dem Herrn sind wir Licht, weil er Licht ist. Deshalb sind wir Lichtmenschen, Leuchter.
„Wandelt wie Kinder des Lichts, …“
Das göttliche Licht manifestiert sich durch einen Wandel im Licht. Unser Leben soll lauter und durchsichtig sein und im Licht unseres Herrn gelebt werden.
„Wandelt, wie (bzw. was) ihr seid!“ Adel verpflichtet. Wenn du ein Kind des Lichts bist, brauchst du nicht länger versuchen, jemand anderer zu sein. Du darfst dich als das geben, das du bist: Licht.
Meine Aufgabe ist es, im Herrn zu bleiben – und dadurch im Licht. Tue ich das, wird Licht von mir ausgehen.
„denn die Frucht des Geistes besteht in aller Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit,“
V. 9 ist ein eingeschobener Zwischensatz.
„Gütigkeit, Gerechtigkeit, Wahrheit“: Wenn wir gütig sind, werden Menschen erleuchtet. Da fällt Licht auf die Person des Herrn Jesus, und die Menschen können sich vorstellen, wie er aussieht. Wenn wir mitten in einer ungerechten Welt gerecht sind, fällt Licht auf den Gerechten: Christus. Wenn wir wahr sind, wird Licht auf den geworfen, der die Wahrheit in Person ist.
„und prüft dabei, was dem Herrn angenehm [oder: wohlgefällig] ist.“
Wir prüfen, was dem Herrn Freude macht. Prüfen setzt Denken voraus. Der Apostel lehrt an dieser Stelle, dass es Gott gefällt, wenn wir denken, ehe wir handeln. Die Bibel fördert das Denken. Wir haben im Neuen Testament nicht ein fertiges Gesetz, das uns für jede Situation Anweisungen gibt, wie wir zu handeln haben. Wir müssen denken, überlegen, was dem Herrn in der jeweiligen Situation Freude machen könnte.
„Und seid nicht mitbeteiligt an den unfruchtbaren Werken der Finsternis;“
Im Zusammenhang mit „Finsternis“ spricht er von Werken, nicht von Frucht. Finsternis hat keine Frucht, weil sie nicht Leben ist. Finsternis ist mit Tod zu vergleichen.
Ihre Werke sind „unfruchtbar“ für Gott, für geistliche Dinge. Was ein Mensch tut, ehe er zu Christus kommt, hat kaum Wert für Gott.
„Mitbeteiligt“ sein ist nicht dasselbe wie Umgang zu haben. Mitbeteiligt sein heißt, etwas gemeinsam haben mit anderen, dasselbe tun, was sie tun. Umgang haben bedeutet mit den Menschen der Finsternis Kontakt zu haben. Letzteres ist nicht verboten:
„vielmehr aber deckt [sie] auch auf ‹und weist zurecht›;“
Ich kann nichts aufdecken, wovon ich nichts weiß. Ich muss mit einer Sache Umgang gehabt haben, um darüber Bescheid zu wissen. Die Bibel lehrt nicht, dass Gläubige sich völlig von der Welt zurückziehen sollten. Im Gegenteil, sie lehrt, dass sie in die Finsternis hingehen und dort die Sünde aufdecken sollen. Umgang zu haben ist nicht verboten, aber Gemeinschaft zu haben beim Umgang ist verboten. Wenn ich in die Finsternis der Welt hineingehe, und mich dort in Gegensatz zu diesen Dingen stelle, wird ein Kampf ausgelöst: Licht kämpft gegen Finsternis.
Dafür sind wir da. Unsere Natur schrickt zwar vor dieser Auseinandersetzung mit der Finsternis zurück, aber als Gotteskinder können wir nicht entfliehen, es sei denn, dass wir unser Christsein leugnen wollten; und dies wäre noch schlimmer. Das Leid des Leugnens ist schlimmer als das Leid des Sich-Auseinandersetzens. Daher wollen wir mit unseren Worten und mit unserem Benehmen von den bösen Werken sagen: „Das ist Sünde“!
„denn was heimlich von ihnen geschieht, ...“
Warum sollen Christen jene Werke aufdecken? Weil das, was sie sagen, schändlich ist.
Weil wir Christen in der Vergangenheit die Sünde der Gottlosen nicht aufgedeckt haben, haben sie sich selbst aufgedeckt und wagen es nun, ihre Taten in aller Öffentlichkeit zu tun. Früher hatte man des Nachts Unzucht getrieben und (z. B.) Homosexualität heimlich gelebt, heute schmusen Schwule öffentlich auf der Straße oder in der Bahn.
Die Entwerferin des Minikleides soll gesagt haben, die Absicht beim Tragen des Mini sei, damit zu zeigen, dass man bereit sei, auch während des Tages mit einem Mann ins Bett zu gehen.
Als Petrus am Pfingsttag sprach (Apostelgeschichte 2, 15) und Paulus seine Briefe schrieb (1. Thessalonischer 5, 7), wagte man es nicht, am Tag betrunken zu sein. In der biblischen Zeit waren die Menschen während der Nacht betrunken. Als die Leute an Pfingsten den Jüngern vorwarfen, „Sie sind voll süßen Wein“, sagte Petrus: „Es ist doch erst die dritte Stunde am Tag“, also erst gegen 9 Uhr vormittags. Während des Tages betrinkt man sich nicht.
„… ist schändlich auch [nur] zu sagen.“
Es gibt also Schande. Die Existenz der Schande wird heute oft geleugnet. Aber die Bibel redet von Schande und betont die Notwendigkeit, sich zu schämen. Es ist gut, wenn man sich gewisser Dinge schämt.
„Das alles wird aber geoffenbart, wenn es vom Licht aufgedeckt ‹und zurechtgewiesen› wird, denn alles, was offenbar gemacht wird, ist Licht.“
Alles Angestrahlte ist Licht, ist hell beleuchtet. Wenn der Mond von der Sonne angestrahlt wird, leuchtet er.
„Darum sagt er: Wache auf, Schläfer, ...“
Menschen, die in der Finsternis sind, „schlafen“. (Vgl. 1. Thessalonischer 5, 6.) Paulus wendet dieses Bild auf Gläubige an: Viele Christen schlafen eine Art „Todesschlaf“. Schlaf ist eine Vorform von Tod. Daher gebraucht Paulus das Bild vom Aufstehen aus dem Tode (Vgl. Offenbarung 3, 1ff):
„und stehe auf aus den Toten, und der Christus wird dir leuchten.“
Wir aber sollen Menschen sein, die mit diesem Dichter, den er hier zitiert, sprechen: „Schläfer, steh auf! Komm heraus aus deiner Sünde, Christus wird dir Licht geben und den Weg zeigen.“
Bedenken wir: Wenn man schläft, weiß man meistens nicht, dass man schläft. Daher ist es wichtig, dass wir den Herrn bitten: „Herr, sollte ich schlafen, so wecke mich!“ Und lassen wir uns von Mitgeschwistern wecken!
15 „Seht also ‹stets› zu, wie ihr mit Sorgfalt wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise, 16 und ‹als solche› kauft die gelegene Zeit aus, weil die Tage böse sind. 17 Deswegen werdet nicht töricht, sondern werdet solche, die verstehen, was der Wille des Herrn ist.“
Das Stichwort in diesen Vers ist „weise“ (bzw.: „unweise“). Wir sollten wie Weise leben? Der Leitgedanke scheint zu sein: Für Gotteskinder ist der Wille ihres Herrn die höchste Weisheit.
Wer ist ein Weiser?
· Ein Weiser ist vorsichtig. - V. 15
· Er erkennt die rechte Zeit. Er nutzt die Gelegenheit, kauft die Zeit aus. Er erkennt, dass die Tage sonst böse sind. - V. 16
· Er will den Willen des Herrn verstehen. - V. 17
„Seht also ‹stets› zu, wie ihr mit Sorgfalt wandelt, ...“
Das griechische Wort für „Sorgfalt“ ist verwandt mit unserem Fremdwort „Akribie“. Heilige sollen sich höchst vorsichtig und umsichtig in der Welt verhalten. Jemand hat die Gemeinde Jesu verglichen mit einer Braut, die ihr Hochzeitskleid trägt. Wie würde sie sich benehmen, wenn sie über einen vom Regen aufgeweichten Feldweg oder durch eine Kohlengrube gehen müsste?
Wir sollen sehr behutsam sein, wie wir uns verhalten und wo wir hinblicken – am Bahnhof, in der Stadt, in den Einkaufshäusern, im Urlaub ... Unsere Augen könnten schnell Tore der Befleckung werden, ebenso unsere Ohren. Manchmal muss man „taub“ sein. (Vgl. Psalm 38, 14.15.)
„nicht als Unweise, sondern als Weise, ...“
Weisheit ist, das Wissen um ein hohes Ziel und das Wissen, welcher der beste Weg ist, dieses Ziel zu erreichen.
Das höchste Ziel im Leben ist die Ewigkeit bei Gott. Es gibt andere, nähere Ziele auf diesem Wege: Weise sind wir, wenn wir nicht nur Kenntnisse haben, sondern im Blick auf das Ziel wissen, wie wir diese Kenntnisse anzuwenden haben. Wir sollten wissen, was gut ist und was nicht, und was gut ist und was besser. Wir sollten wissen, wie man ohne Sünde leben kann und wie man das Sündigen vermeiden kann.
Als Weise sollen wir zielbewusst vorwärtsgehen, dabei aber immer auch auf die Seite schauen, das heißt Umsicht bewahren.
Man sagt, die besten Autofahrer sind diejenigen, die beim Schauen nach vorne den weitesten Blick benutzen, den das Auge hat, und zugleich auf die Seitenstraßen achten, ob von daher Gefahr kommt. Auch im Geistlichen sind diejenigen die besten „Fahrer“, die wissen, wohin sie wollen und das Auge auf das Ziel gerichtet halten, während sie gleichzeitig die möglichen Gefahren am Weg überblicken.
„und ‹als solche› kauft die gelegene Zeit aus, ...“
Gott sorgt immer wieder für gute Gelegenheiten. Diese sollen wir „kaufen“.
„weil die Tage böse sind.“
Die Zeit ist gut, aber die Tage sind böse, weil die Menschen, als Sünder, die Tage mit Bösem ausgefüllt haben. Und weil die Tage mit Bösem angefüllt sind, muss man sich die Zeit kaufen. Dafür muss man etwas hergeben.
Wir haben also tatsächlich „keine Zeit“ (i. S. v.: nicht genügend Zeit), weil die Zeit, die im Tag vorhanden ist, bereits vom Bösen beschlagnahmt ist. Die Tage sind mit bösen Angeboten angefüllt, das heißt mit Angeboten, die zum Willen Gottes in Konkurrenz stehen.
Wenn wir die Zeit auskaufen wollen, werden wir etwas bezahlen müssen. Wir werden etwas Wertvolles drangeben müssen. Wenn ich das Beste tun will, muss ich das Zweitbeste (das ich vielleicht tun wollte) drangeben. Manchmal ist das Gute der Feind des Besten. Ich muss mich fragen: „Soll ich nun beten oder meine Turnübungen machen?“
Es ist ganz normal, dass man für die „Stille Zeit“ keine Zeit hat. Es ist nichts Außergewöhnliches, wenn Sie wachsam sein müssen, um Ihre Zeit für Gottes Wort zu haben. Vielleicht müssen Sie das Frühstück drangeben, vielleicht ein Gespräch, vielleicht die Zeitungslektüre.
Es wird uns immer etwas kosten.
Wir müssen das Gute in die Zeit hineinbringen. Auf diese Weise wird sie mit Gutem ausgefüllt werden. Die Tage, die Umwelt, alles ist vom Feind beschlagnahmt. Wir sind von oben gekommen, vom Himmel – wie Jesus. (So sagt er es: „So wie der Vater mich gesandt hat, so schicke ich auch euch“ Johannes 20, 21). Wir sind in diese Zeit, in diese Welt hineingeschickt. Wir gehören ihr nicht an. Wir sind für sie Fremdkörper, und als solche sind wir geschickt, um eine „Invasion“ zu machen. Das trifft auch auf die Zeit zu. Wir selbst müssen in die Zeit hineindringen und dort Gutes wirken. Der Christ ist deshalb zum Verzicht aufgerufen.
„Deswegen“
– weil wir wenig Zeit haben; – weil wir Prioritäten setzen müssen; – weil Gefahren lauern –
„werdet nicht töricht, ...“
Paulus appelliert an das geistliche Urteilsvermögen. Man kann viel dazu beitragen, ob man weise handeln wird und überhaupt weise wird. Ein Christ hat Weisheit in und durch Jesus Christus. Er ist uns von Gott „zur Weisheit gemacht“ (1. Korinther 1, 30). Wir haben also die Weisheit auf unserer Seite. „Der Weisheit Anfang ist Furcht Jahwehs.“ (Psalm 111, 10; Sprüche 1, 7; 9, 10)
„sondern werdet solche, die verstehen, ...“
Paulus appelliert an uns. Er weiß, dass wir nicht unverständig sein wollen. Und wir haben es nicht schwer dazu, verständig zu sein. Gottes Wort erleuchtet unseren Verstand. Gottes Wort ist unseres Fußes Leuchte (Psalm 119, 105). Es macht uns weiser als unsere Feinde (Psalm 119, 98). Früher waren wir „verfinstert am Verstand“ (Epheser 4, 18). Aber der Sohn Gottes ist gekommen und hat uns ein Denken, ein Verständnis, gegeben, damit wir Gott, den Wahrhaftigen, kennen; und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn, Jesus Christus (1. Johannes 5, 20).
„…, was der Wille des Herrn ist.“
Es ist nicht immer von vornherein klar, was der Wille des Herrn ist. Unsere Augen sind dunkel für die Wahrheiten der Ewigkeit. Sie müssen uns geöffnet werden (Epheser 1, 18). Es steht nicht schwarz auf weiß, was zu tun ist. Es kann sein, dass es uns zunächst etwas schleierhaft ist. Wir müssen lernen zu verstehen, was der Wille des Herrn ist. Das verlangt Konzentration. Es geschieht nicht „im Vorbeigehen“. Die Stille Zeit und andere Momente des Tages sind dazu geeignet, uns darauf zu konzentrieren.
Wie gibt sich der Herr uns zu verstehen? Er sagt nicht alles klar und für uns verständlich auf den ersten Blick. Deshalb müssen wir in die Schule gehen. Deshalb müssen wir Sachverhalte durchdenken.
Gold oder Eisenerz liegt nicht auf der Oberfläche. Man muss graben. Warum hat Gott dies so eingerichtet? Weil Gott will, dass wir suchen und forschen. Dann schätzen wir das, was wir erarbeitet haben, umso mehr.
So ist es auch mit der Weisheit. Wir müssen überlegen: Was ist in diesem Fall dem Herrn wohlgefällig? Auch im Erfahrungsaustausch mit anderen wird klarer, was dem Herrn Jesus wohlgefällig ist. Wir sollen unsere Sinne üben im Erkennen dessen was ihm wohlgefällig und sein Wille ist. So wird auch deutlicher offenbar, dass wir Menschen des Lichtes sind.
Ein Weiser konzentriert sich auf das Ziel und behält es im Auge. Dann findet er den Weg heraus, auf welchem er dieses Ziel am besten erreichen kann.
Herbert Jantzen und Thomas Jettel
— Fortsetzung in der nächsten Nummer
06.Juli: Aulfingen
13.Juli: Uznach
20.Juli: Engen –
Nachmittag: Wetzikon Lukas 9, 18ff.
27.Juli: Schlieren
03.Aug.: Rothrist
17.Aug.: Engen/Ebnet/Aulfingen
31.Aug.: Engen –
Nachmittag: Wetzikon Lukas 10, 25ff.
07.Sept.: Oberglatt
11-14. Sept.: Bentorf
Vielen Dank für Ihre Gebete! – Thomas Jettel
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In „Unterwegs notiert” geben wir (seit 1999) Gedanken weiter, die im geistlichen Gespräch oder im Dienst am Wort eine Hilfe sein können. Die Zustellung ist unentgeltlich. Frühere Nummern können bei www.sermon-online.de heruntergeladen werden. Hrsg. Thomas Jettel, jettel@bluewin.ch Krümmenswil 414; CH-9643 Krummenau; +41 76 490 5953. Homepage: https://jettel.ch Beiträge zum Inhalt bitte an den Herausgeber. Inhalte dürfen vervielfältigt werden. (Bankverbindung: Thomas Jettel, IBAN: DE73 6849 2200 0001 4628 14 oder CH40 0900 0000 8751 9928 9) Zur Erleichterung des Versandes bitte E-Mail-Adressen dem Herausgeber bekannt geben. Ihre Daten (Email-/Postadr.) werden für den Versand verwendet und vertraulich behandelt. Sie dürfen der Verwendung Ihrer Daten widersprechen und die Löschung beantragen. Wer das Blatt nicht mehr erhalten möchte, darf es ohne weiteres abbestellen.