U n t e r w e g s  n o t i e r t

 

Eine Handreichung für Dienende

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„…weshalb Gott … mit einem Eide ins Mittel trat, damit wir durch zwei unverrückbare Dinge,

…, einen starken Trost hätten, die wir flüchteten ‹und Zuflucht nahmen›,

um die vorgelegte Hoffnung zu ergreifen ‹und festzuhalten›,

welche wir als einen Anker der Seele haben, einen sicheren und auch festen

und der in das Innere, [hinter] den Vorhang, hineingeht, wo als Vorläufer für uns hineinging Jesus,

nach der Ordnung Melchisedeks Hoher Priester geworden in Ewigkeit.“

Hebräer 6, 17-20

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Nr. 156: Januar – Februar – März 2026

 

Die Rettung und die Gemeinde der Geretteten

Der Epheserbrief (18)

 

 


Der Wandel der Geretteten in Christus – Kapitel 4-6

I. Richtlinien für würdigen Wandel im Leib Christi 4, 1-16

II. Richtlinien für würdigen Wandel im Alltag  4, 17-5, 21

III. Der würdige Wandel in den drei Grundformen der Gesellschaft 5, 22- 6, 9 

 

Fortsetzung von der letzten Nummer

Der würdige Wandel in den 3 Grundformen der Gesellschaft 5, 22-6, 9

Wir haben einen sehr lebensnahen Text vor uns, ein Wort, das uns viele Probleme unter uns Menschen aufzeigt. Die Lösung liegt in einem Schlüsselwort, das immer wieder vorkommt: „in dem Herrn“. In diesen V. lesen wir den Begriff „Herr“ häufig. Alles steht in dieser Beziehung und unter diesem Zeichen des Herr-Seins Jesu Christi. Die Lösung menschlicher Probleme liegt bei Gott, und zwar bei Gott als Herrn. Wenn Gott unser absoluter Herrscher wird, können Probleme gelöst werden. Weil die Menschen den Allmächtigen (Elohim = Gott, der Starke) nicht als Herrn (Adonai = Gebieter) anerkannt haben, sandte Gott seinen Sohn, der bereit war, zum Sklaven zu werden und in allem völlig von Gott abhängig zu sein. Dieser starb für uns und erstand aus dem Tode und lebt. Er ruft nun Menschen zu sich. Diese sind die Gemeinde der Gerufenen. An sie ist der Epheserbrief gerichtet. Kraft unserer Verbindung zu Jesus Christus gibt es nun Lösungen. Es gibt keine echten Lösungen der Probleme in der Gesellschaft als nur in und über Christus. Die Lösung der Probleme in unserer Gesellschaft beginnt, wenn die verschiedenen Glieder der Gesellschaft Christus an die erste Stelle setzen. Wenn in der Ehe beim Mann Christus an erster Stelle steht, wenn Christus bei der Frau an erster Stelle steht, wenn er bei den Kindern an erster Stelle steht, und wenn dieses der Fall ist beim Arbeitgeber und Arbeitnehmer, dann werden über Christus wunderbare Lösungen möglich und sichtbar.

 

In diesem Text geht es in besonderer Weise um drei kritische Gebiete im gesellschaftlichen Leben: Ehe, Familie und Beruf. Wenn in diesen drei Gebieten der Heilige Geist (und das Evangelium) einziehen darf und ordnen kann, wird das gesamte Leben eines Landes geregelt werden. Dann werden wir Ruhe haben im Land. Wenn Jesus Christus mit dem Heiligen Geist in die Ehe, in die Familie und auf dem Arbeitsplatz einziehen kann, werden von diesem Zentrum aus alle diese Themen – Politik, Kultur, Erziehung, Wissenschaft – gelöst werden.

Ehe, Familie und Beruf sind die drei kritischsten Gebiete. Nicht von ungefähr greift Paulus gerade diese drei auf. Sie sind maßgebend. Wir stehen hier wieder in Bewunderung vor der Allwissenheit des Wortes Gottes, vor seiner Aktualität und Weisheit. Bedenken Sie, dass dies vor vielen Hunderten von Jahren geschrieben wurde und heute noch gerade so aktuell und wegweisend ist. Wir haben hier in diesen drei kritischen Gebieten eine Richtlinie: Christus. Von diesem Zentrum aus werden alle Fragen geregelt.

Diese drei gesellschaftlichen Ordnungen waren auf Christus ausgerichtet. Von dorther sind die Lösungen möglich. Wenn Paulus die Ehe anspricht, sagt er „wie Christus“; wenn er die Familie anspricht, sagt er „in Christus“, und wenn er das Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis anspricht, sagt er „für Christus“.

Innerhalb der Besprechung der drei kritischen Gebiete rollt Paulus nicht die ganze Problematik auf, sondern greift die schwächsten Punkte heraus. Wo sind die schwächsten Punkte in der Ehe? Gerade diese berührt Paulus. Er hält keinen großen Ehevortrag, aber er drückt die richtige, die lösende Taste. Wo liegt die Lösung? Wenn dieses Thema geklärt ist, ist die gesamte Ehe geklärt – beim Mann und bei der Frau. Paulus spricht auch bei den Kindern die richtige Stelle an, ebenso bei den Vätern und beim Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis. Er berührt den Punkt, auf den es ankommt.

Die Ehe, die Familie und das Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis werden zunächst bejaht. Dann wird die Funktion der jeweiligen Parteien aufgezeigt. Bereits das trägt zur Lösung bei. Wenn man eine Frau, die in der Ehe das Zepter führen will, charakterisiert, sagt man: in dieser Familie hat die Frau die Hosen an. Wenn dies der Fall ist, hat eine Verschiebung der Funktion stattgefunden; dann klappt es einfach nicht, denn wir sind anders gebaut. Wenn die Funktion falsch verstanden wird, funktioniert die Ehe nicht.

So sagt Paulus zum Beispiel: In der Ehe ist der Mann das Haupt der Frau. In der Familie sind die Kinder die Freude der Eltern, und die Eltern das Vorbild der Kinder. Im Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis ist der Arbeiter das Vorrecht des Arbeitgebers, und der Arbeitgeber ist für den Arbeitnehmer ein Vorangehender.

Die Hauptermahnung für die Frauen in der Ehe ist, dass sie sich unterordnen. Die für die Männer ist, dass sie lösend lieben, das heißt, so lieben, dass die Frau befreit (erlöst) wird – wie Christus der Befreier/Erlöser ist. Bei den Kindern ist die Ermahnung, dass sie den Eltern gehorchen, und bei den Vätern ist die Ermahnung, dass sie mäßig seien und dass sie in der Unterweisung und Mahnung des Herrn erziehen. Bei den Sklaven ist die Ermahnung, dass sie aufrichtig gehorchen. (Nb: Der Sklave heißt hier nicht Knecht. Der Knecht ist ein besoldeter Arbeiter. Hier aber steht Sklave (gr. doulos). Wenn Paulus jenen Sklaven das sagt, wie viel mehr gilt es für befreite Lohnarbeiter! Wie viel mehr hat ein besoldeter Arbeiter Grund, zufrieden zu sein und so dem Herrn zu dienen, wie es ein Sklave tut.) Bei den Herren ist die Ermahnung, dass sie verständnisvoll sind.

 

Die Ehe, die Familie und die Arbeit – diese Strukturen entstanden bereits in der Zeit vor dem Sündenfall. Sie sind bereits mit der Schöpfung gegeben. Sie sind an und für sich etwas Gutes. Zwar wurden sie befleckt von der Sünde und müssen jetzt wieder gereinigt und Gott geweiht werden. Die Ehe (die Beziehungen zwischen den Partnern sowie die Sexualität u. a.), die Beziehungen in der Familie und die Beziehungen in der Arbeitswelt müssen gereinigt und Gott geweiht werden. Die Tatsache, dass es Sklaven gab, zeigt, wie sehr die Sünde sich eingeschlichen hat. Aber die Sklaverei ist nicht das größte Übel der Welt. Obwohl sie abgeschafft wurde, ist sie heute in neuen Formen noch vorhanden. Der Druck in der Arbeitswelt ist heute existenziell.

Die römische Sklaverei war, körperlich gesehen, schlimm. Man musste oft Sklaven bei Nacht anketten, damit sie nicht Selbstmord begingen. Etwa die Hälfte der Bevölkerung bestand aus Sklaven. Die Zustände waren bedrückend. Aber Paulus zeigt uns, wie das Evangelium in diesem Rahmen sieghaft voranschreiten kann – im Leben eines einzelnen Menschen. Auch die Ehe war eine Sklaverei, besonders für Frauen. Aber sie brachte auch Männer in eine Art Sklaverei.

Paulus spricht in diesen Versen von Über- und Unterordnung: der Mann über der Frau, der Vater über dem Kind, der Herr über den Sklaven. Paulus macht deutlich, dass durch das Evangelium, dadurch, dass wir einen größeren Herrn bekommen haben, ein Nebeneinander entstanden ist. Die Frau wird befreit von der Sklaverei ihrem Mann gegenüber. (Die römische Frau war eine Sklavin ihres Mannes. Nicht jeder Mann behandelte seine Frau als Sklavin, aber rechtlich gesehen war sie Eigentum des Mannes. Er konnte mit ihr tun, was immer er wollte. Die christliche Frau wurde befreit – nicht notwendigerweise vom Druck ihres Mannes, aber für die innere Entscheidung. Sie kann nun manchmal „Nein“ sagen; denn Christus ist der Herr, der über ihrem Mann steht.) Das Kind wird frei im Herrn. Der Sklave wird innerlich (nicht äußerlich) frei. Er kann sich dann ganz anders demütigen und seine Arbeit tun. Wer die höhere Herrschaft anerkennt, kann sich beugen und unterordnen und in Souveränität seine Arbeit tun.

A. Die Ehebeziehung  Epheser 5, 22-33

Es geht um das Thema „Die Lebensführung der Gemeinde Jesu Christi in den Gesellschaftsstrukturen dieser Welt“. Wie ist das Christenleben im täglichen Leben zu verwirklichen?

In diesem Abschnitt wird auf zentrale Dinge hingewiesen, in denen wir oft fehlen. Es geht hier um die Schwachpunkte; Paulus schreibt nicht eine erschöpfende Abhandlung über Ehe, Kindererziehung und christliches Familienleben. Der Schwachpunkt der Männer ist das Lieben, deshalb erwähnt er es dreimal (Epheser 5, 25.28.33; in anderen Briefen kommt es noch dreimal vor: Kolosser 3, 19; 1. Thessalonischer 4, 4; 1. Petrus 3, 7), derjenige der Frauen ist die Unterordnung; darüber spricht er ebenfalls dreimal (Epheser 5, 22.24.33; in anderen Briefen weitere dreimal: Kolosser 3, 19; Titus 2, 5; 1. Petrus 3, 1).

 

1. Ein Wort an die Frauen  Epheser 5, 22-24

„Frauen, ordnet euch den eigenen Männern unter wie dem Herrn, 23 weil der Mann das Haupt der Frau ist, wie auch Christus das Haupt der Gemeinde, und er ist der Retter des Leibes. 24 Jedoch wie die Gemeinde Christus unterordnet ist, so seien es auch die Frauen den eigenen Männern in allem.“

a. Die Anweisung: Sich unterordnen, wie die Gemeinde sich dem Herrn unterordnet  - V. 22

„Frauen, ordnet euch den eigenen Männern unter [o.: werdet den eigenen Männern untertan]“

Die Frau ist beides, ein gleichwertiger Partner, eine ihm entsprechende Ergänzung (1. Mose 2, 18: „ein ihm entsprechendes Gegenüber“), und eine ihm untergeordnete Hilfe (1. Mose 2, 18). In Römer 7, 2 heißt es für „die verheiratete Frau“ im griech. Grundtext: „die dem Manne unterstellte Frau“. Unterstellt ist sie ihm per Schöpfungsordnung.

Gleichwertigkeit bedeutet nicht gleiche Rollen. Für einen Bauern, der Heu einbringen musste, mochte der Heuwagen und das Pferd gleich viel Wert haben; dennoch muss das Pferd vorne gehen und der Heuwagen sich ziehen lassen, nicht umgekehrt.

 

 „den eigenen Männern“

– nicht den fremden. Und jede Frau hat nur einen Mann. Der Apostel Paulus sagt in 1. Korinther 7, 2 durch den Heiligen Geist, dass jeder Mann seine eigene Frau und jede Frau ihren eigenen Mann haben soll. Das ist die Ordnung von der Schöpfung her (Vgl. Matthäus 19, 4.5: „einen Männlichen und eine Weibliche“ ... „die zwei“), das heißt, wenn sie verheiratet sind, dann nur zwei, nicht mehr.

Es hat Zeiten gegeben, in denen die Polygamie gesetzlich möglich war; Gott hatte dies anerkannt und eine Zeitlang zugelassen, aber er zeigt, dass dies viele Probleme mit sich bringt. Aus 1. Timotheus 3, 2.12 und Titus 1, 6 geht hervor, dass ein Mann, der mit mehreren Frauen verheiratet war und Christ wurde, nicht Ältester sein kann. Dasselbe gilt für das diakonische Amt. Jeder Polygamist, der zum Glauben kam, musste seine Frauen behalten und gut behandeln. Er konnte jedoch nicht die Gemeinde leiten, denn der Leiter sollte ein Vorbild sein für die „Herde Gottes“, die ihm anvertraut ist. Hätte Gott es zugelassen, dass Leiter von Gemeinden mit mehreren Frauen verheiratet sind, so hätte dies die Polygamie innerhalb der christlichen Gemeinden wiederaufleben lassen.

 

 „wie dem Herrn, ...“

Das ist der Maßstab. Das Verhältnis zwischen Mann und Frau wird von Christus her abgeleitet: Sonst könnte man für die Ehe willkürliche Maßstäbe anlegen. Die Frau wird das richtige Verhältnis zum Mann, das heißt, zu ihrem menschlichen Herrn (1. Petrus 3, 6; 1. Mose 3, 16; 1. Mose 18, 12), finden, wenn sie das richtige Verhältnis zu Jesus Christus hat. Andernfalls wird die Sache scheitern; denn wie sollte eine Frau ihren Weg finden, wenn sie nicht Jesus Christus als ihren ersten Herrn anerkennt? Wenn der Mann etwas von der Frau fordert, das nicht dem Herrn entspricht, soll die Frau aus Liebe zum Herrn Nein sagen. Aber ansonsten soll sie zu verstehen geben, dass sie ihn liebt und sich ihm so unterordnet, wie sie sich dem Herrn unterordnet. Sie soll ihre Unterordnung dem Herrn gegenüber als Modell nehmen. Daraus wird klar, dass es im Leben einer Frau drei Prioritäten gibt: An erster Stelle steht die Beziehung zu Gott, an der zweiten die Beziehung zum Mann (ihm eine treue Hilfe zu sein), und an der dritten die Beziehung zu den Kindern und das Führen des Haushalts (1. Timotheus 5, 14; Titus 2, 5).

b. Begründung: Weil der Mann ihr Haupt ist, wie Christus für die Gemeinde Haupt ist V. 23
Haupt – wie Christus

„weil der Mann das Haupt der Frau ist, ...“

Nicht: Er soll Haupt sein. Er ist es.

Es gibt Gebiete, in denen die Frau schwächer ist als der Mann. Sie ist körperlich schwächer und gefühlsmäßig schwankender. Dagegen braucht sie intellektuell nicht notwendigerweise schwächer zu sein. Es gibt Gebiete, in denen sie viel stärker ist als der Mann; aber dort, wo sie schwächer ist, soll der Mann ihr seine Stärke verleihen. Er soll nicht ihre Schwäche ausbeuten oder ausnützen.

Das Hauptsein des Ehemannes soll Christi Hauptsein widerspiegeln. Selbstaufopfernde Liebe soll ihn in seinen Entscheidungen leiten. Das bedeutet, dass er vor dem Herrn seine Entscheidungen so trifft, dass sie für seine Frau und seine Kinder zum Besten dienen.

 

 „wie auch Christus das Haupt der Gemeinde ist.“

Weil die Frau ein Bild für die Gemeinde ist, deshalb soll sie dies so anerkennen. Er ist nicht ihr Spielzeug, nicht ihr Hampelmann, nicht ihr Vorzeige-Mann und nicht ihr Sohn. Sie hat ihn zu fürchten (V. 33), weil sie Christus fürchtet. Paulus zeigt in den V. 24 und 25, dass das Verhältnis zwischen Mann und Frau ein Bild ist für das Verhältnis zwischen Christus und der Gemeinde. Das eigentliche Verhältnis ist das zwischen Christus und der Gemeinde. Die Ehe ist das Schattenbild davon.

Die Frau sei ihrem Mann untertan, weil er ihr Haupt ist. Dazu, dass er ihr Haupt ist, hat er nichts beigetragen. Es ist so. Damit hat er sich abzufinden. Und sie auch. Weil der Mann das Haupt der Frau ist, soll es in der Ehe dementsprechend zugehen.

Wie nun ist der Mann Haupt der Frau? Wir haben zu fragen: Wie ist Christus das Haupt der Gemeinde? Christus zeigte vor allem: Hauptsein heißt: Haupt hinhalten! Der Mann soll seinen Kopf hinhalten und für sie denken.

In vielen Dingen ist die Frau überfordert, wenn sie nach allem sehen soll. Dabei ist entscheidend, dass er sich als Diener versteht, nicht als Herrscher. Er soll dienen mit der Gabe, die Gott ihm gegeben hat.

Retter – wie Christus

„und er ist der Retter des Leibes.“

Wie Christus der Retter seines Leibes, der Gemeinde, ist, so ist in gewisser Hinsicht der Mann Retter seiner Frau. Das griechische Wort für „Retter“ bedeutet übrigens beides: Retter und Bewahrer. Wie Christus die Gemeinde, so rettet und bewahrt der Mann seine Frau, das heißt: er erhält, schützt, nährt und pflegt sie. (Vgl. V. 29.)

Der physische Leib wird durch den Kopf gerettet beziehungsweise bewahrt. Unser Kopf wird in mehrere Gebiete aufgeteilt, in denen sich die zentralen Lenkstellen für unseren Körper befinden. Wir haben einen denkenden Teil (vorne) und einen Organe steuernden Teil (ganz hinten), der die lebenswichtigen Organe, wie zum Beispiel das Herz, steuert. Der Kopf ist lebenswichtig. Wird er von einer Waffe getroffen, so ist auch der ganze Körper erledigt.

Wir Männer sollen für unsere Frauen und Familien lebenswichtig sein. Es soll unser Anliegen sein, dass unsere Frauen geistlich, geistig und körperlich weiterleben können.

Auf geistlichem Gebiet:

Der Mann soll, soweit er es kann, für die geistliche Gesundheit seiner Frau sorgen. Gesund ist jemand, wenn der Glaube, die Liebe und die Hoffnung gesund sind.

Der Glaube ist der Schlüssel der Beziehung zu Gott, die Liebe ist die Substanz dieser Beziehung, und die Hoffnung der komplette Sinngehalt dieser Beziehung.

Der Mann darf in gewisser Hinsicht ihr „Seelsorger“ sein. Er hat ein Anliegen, dass sie geistlich vorankommt. Er möchte, soweit er kann, dafür sorgen, dass ihr Verhältnis zum Herrn gut ist.

Die Ehe dient dem geistlichen Leben beider Partner. Der Mann hat dafür zu sorgen, dass das Verhältnis der Partner zum Herrn richtig ist. Er hat dafür zu sorgen, dass die Bibel gelesen wird, gebetet wird, dass beide miteinander beten, dass die Familie miteinander Gottes Wort liest und betet.

Auf geistigem Gebiet:

Wenn er der Kopf ist, soll er in einem gewissen Sinn Lehrer sein. Er soll es als Diener tun, denn die Talente und Begabungen, die ihm entsprechen, sind Hilfen zum Dienst und nicht zur Selbstverherrlichung. Wir müssen unsere Gaben, welcher Art sie auch sind, immer als Möglichkeiten zum Dienst ansehen, sonst haben wir kein richtiges Verhältnis zu unserer Begabung.

Der Mann ist also da, um die Lücken in der einen oder anderen Hinsicht bei der Frau auszufüllen. Die Frau kommt oft nicht dazu, die Nachrichten zu hören oder zu lesen. Der Mann ist der Teil in der Ehe, der in die Welt hinausgeht und deshalb mehr mit der Welt in Berührung ist. Die Bibel lehrt, dass die Frauen mehr zu Hause bleiben sollen (Titus 2, 4.5; 1. Timotheus 5, 14). Ihre Aufgabe ist es nicht, Vorsitzende in der UNO zu sein oder im Gemeinderat der Stadt zu sitzen. (Es ist nicht richtig, dass sie dort den Mann „spielt“. Gott gebrauchte zwar auch einmal eine Debora, aber wohl deshalb, weil kein Mann da war. Und sie saß nicht im Tor, sondern unter einer Eiche.)

Es gibt Männer, die aus beruflichen Gründen länger studieren müssen als ihre Frauen; dann liegt es an ihnen, auch ihre Frauen weiterzuführen, sonst entsteht eine Kluft zwischen Mann und Frau. Der Mann hat sie also auch auf diesem Gebiet mitzunehmen.

Auf körperlichem Gebiet:

Der Mann hat auf körperlichem Gebiet für sie zu sorgen. Es gibt viele Gelegenheiten in der Ehe, wo er die Möglichkeit hat, da zu helfen.

Tragen wir dazu bei, dass unsere Frauen in jeder Hinsicht am Leben bleiben und ihr Leben in jeder Hinsicht gefördert wird!

c. Wiederholung der Anweisung mit Ergänzung: „unterordnen in allem“ V. 24

„Jedoch wie die Gemeinde Christus unterordnet ist,“

Paulus sagt nicht, die Gemeinde solle Christus untertan sein. Sie ist untertan. Was ist, soll auch werden!

Aber, wer versucht, das erst herzustellen, wird Gottes Ordnung zerstören. Wer versucht, Haupt zu werden, wird so tun, als ob er es noch nicht ist, deshalb wird er etwas zerstören. Wer aber das ist und auslebt, zu dem Gott ihn gemacht hat, wird Gesundung erfahren. Die Frau, die schlicht das ist, was sie ist und wie Gott sie gemacht hat, wird Heil erfahren.

Merken wir, dass das Evangelium das, was Gott in der Schöpfung geschaffen hat, neu macht, aber das Wesen desselben bleiben lässt. Gott verändert nicht die Schöpfungsordnung. Er verändert nicht Frauen; nein, sie bleiben Frauen. Und sie werden nun wirklich zu Frauen werden. Durch das Evangelium werden sie das, was sie eigentlich sein sollten. Ebenso die Männer. Sie werden durch das Evangelium zu wirklichen Männern. Kinder können nun wirklich Kinder sein, Familien können jetzt wirklich Familien sein. Das Sein bekommt nun wirklich Inhalt.

 

 „… so seien es auch die Frauen“

Die V. 22-24 kommen vor den V. 25-32. Die Unterordnung der Frauen ist unabhängig von der Liebe der Männer.

Daher ist auch Unterordnung unter ungläubige Männer gefordert – außer bei klaren Konflikten mit Geboten Jesu (1. Petrus 3).

 

 „den eigenen Männern“

Es ist nicht so, dass mehrere Frauen einen Mann teilen müssen, sondern jede Frau hat ihren Mann. Dieser gehört ihr besonders; er gehört nicht noch einer anderen Frau – auch nicht seiner Mutter.

Nb: Dass es auch Männer gibt, die keine Frauen haben, und Frauen, die keine Männer haben, ist eine Sonderführung (1. Korinther 7). Das kommt nicht so oft vor, aber wenn es vorkommt, ist es ein Zeichen davon, dass es eines Tages – in der Ewigkeit – überhaupt keine Ehe mehr geben wird. Die Ehe wurde für diese Welt geschaffen. Diejenigen, die heute nicht verheiratet sind, aber die Kraft Gottes im Ledigsein offenbaren, zeigen an, dass eine bessere Welt kommen wird, in welcher es anders sein wird. Sie sind gewissermaßen Propheten; sie lassen die Kraft Gottes in ihrem Leben zum Tragen kommen.

Übrigens sind auch Eheleute ein Mittel, um das Heil in Jesus Christus zum Ausdruck zu bringen. Jeder in dieser Welt sollte wissen, dass es nicht möglich ist, ein gutes Eheleben zu führen. Kein Mensch kann wirklich eine glückliche Ehe leben. Es ist unmöglich, dass zwei Sünder wirklich in vollkommenem Einvernehmen und in Harmonie miteinander leben. Früher oder später wird es Kollisionen geben. Deshalb versagt die Welt. Sie resigniert. Und sie hat dieses Modell (wie es in der Heiligen Schrift vorgegeben wird) aufgegeben. (Leider gehen manchmal sogar Gläubige den weltlichen Weg.) Aber Gott kann diese Schöpfungsstrukturen neu und sinnvoll machen. Wenn sich zwei Menschen bekehren und eine glückliche Ehe führen, wissen die anderen, dass hier mehr vorhanden ist als nur menschliche Kraft. Auf diese Weise können sie über ihr Eheleben die andere Welt (die Welt Gottes) in diese Welt hineinleuchten lassen.

Paulus nennt das Ledigsein und das Verheiratet Sein Gnadengaben. Die Ehe ist für den Gläubigen eine Gnadengabe, und auch das Ledigsein ist für einen Gläubigen eine Gnadengabe.

 

„in allem.“

Das heißt, in allen Lebensbereichen – wie sie sich ja auch dem Herrn in allem unterordnet. Nichts ist ausgenommen. Christus will alles ausfüllen (Epheser 1, 23; Epheser 4, 10.13). Sie darf selbständig denken, aber sie soll in allem in Harmonie mit dem Mann handeln.

Eine Ausnahme gibt es aber doch: Sünde. Wenn die Frau sich an dem Mann orientiert und sich unterordnet, aber dann eine Konfliktsituation eintritt zwischen dem Gehorsam gegenüber dem Mann und dem Gehorsam gegenüber Gott, muss sie Gott an die erste Stelle setzen. Dann muss sie auch bereit sein, die Konsequenzen auf sich zu nehmen.

 

2. Ein Wort an die Männer  Epheser 5, 25-32

Das Wort des Paulus an die Männer ist länger, weil die Männer ein längeres Wort brauchen. Mit den Frauen kommt Paulus sehr schnell klar. Sie machen oft schnell mit, aber die Männer nicht immer so leicht. Die brauchen mehr Worte und eine sehr deutliche Sprache.

a. Die Anweisung: Lieben, wie Christus die Gemeinde liebte  V. 25-27

„Männer, liebt eure Frauen, so wie ja auch der Christus die Gemeinde liebte und sich selbst für sie hingab, 26 damit er sie, nachdem er sie durch das Wasserbad im Wort gereinigt hatte, heilige, 27 damit er sie sich selbst darstelle als die herrliche Gemeinde, die nicht einen Flecken oder eine Runzel habe oder etwas Ähnliches, sondern damit sie heilig sei und tadellos.“

 

 „Männer, liebt eure Frauen“

Paulus war vielleicht Witwer. Er war Mitglied des Hohen Rats gewesen und als solcher musste man verheiratet gewesen sein; seine Frau könnte gestorben sein. Selbst in dem Fall, dass er gar nie verheiratet war, gilt sein Wort. Er spricht hier als Prophet und weiß an dieser Stelle durch den Heiligen Geist genau, was der Herr weiß. Er weiß, wo die Schwachpunkte der Männer und die der Frauen liegen.

 

 „liebt“

– im Sinne von „liebt fortwährend“; der griech. Imperativ Präsens, die Befehlsform der Gegenwart, deutet eine andauernde beziehungsweise wiederholte Handlung an.

Paulus hat nur eine Anforderung an den Mann („Liebt!“), wie er auch nur eine Anforderung an die Frau hatte („Werdet untertan!“). Er nimmt sich nicht die Zeit, näher auszuführen, was das bedeutet. Das hatte er bei der Anforderung an die Frau nicht getan. Dem Mann erklärt er, wie er zu lieben hat.

Es gibt viele Männer, die nicht wissen, wie sie die Liebe aufbringen sollen. Einige Wochen nach der Hochzeit ist es mit der Liebe aus. Paulus weist hier auf die Quelle der Liebe hin: Wir können auch in der Ehe nur mit der Liebe Christi lieben.

Man lernt vom Herrn Jesus, dass Lieben nicht eine Sache von Empfindungen, Hormonen und Gefühlen ist, sondern eine Einstellung, die in die Tat übergeht. Diese Einstellung kann man schon vor der Ehe einüben: Man kann zu Hause und in der Umwelt beginnen, Respekt und Selbstaufopferung zu üben. Man kann sich Jesus ansehen und sich beim Lesen der Evangelien fragen: Wie sieht das aus, wenn einer liebt? Da wird man Liebe lernen.

b. Exkurs zum Thema Partnerwahl

Auch vor der Ehe sollte ein Mann nur eine Frau haben. Man sollte nicht von Frau zu Frau flitzen.

Eine Frau denkt, was das Heiraten betrifft, viel permanenter als ein Mann. Intuitiv (ohne es zu wissen) liegt es in einer Frau, sich für eine längere Zeit zu geben, wenn sie sich gibt. Denn Liebe hängt mit einer Geburt zusammen. Das ist miteinander verzahnt – auch wenn es nicht immer unmittelbar aufeinander folgt. Als Gott uns schuf, hat er uns für die Vermehrung geschaffen. Und Liebe dient dazu (– nicht nur dazu). Es liegt im Wesen der Sache, dass, wenn eine Frau an einen Mann denkt und sich überlegt, ob er der Mann ihres Lebens werden soll, dies wohl eine Weile dauern kann. Für sie ist dies nicht eine Sache einer kurzen Zeit.

Das erfordert vom Mann, dass er daran denkt. Der Mann muss überlegen und einkalkulieren, was es bedeutet, sich einer Frau zu nähern und ihr Aufmerksamkeit zu zeigen.

Niemand weiß, wen er heiratet – auch wenn sich die Beiden noch so gut kennengelernt haben. Deshalb ist das viele Gerede vom Kennenlernen vor der Verlobung eine Luftblase. Die Partner wissen nicht, wen sie vor sich haben, – und sie wissen nicht, wer diese Person in Zukunft sein wird; denn jeder Mensch verändert sich. Somit ist es immer eine Vertrauensangelegenheit.

Deshalb ist Liebe gefordert – besonders beim Mann, weil er in dieser Richtung nicht so stark veranlagt ist. Aber er kann denken - und soll denken. Er ist Haupt, er sollte seinen Kopf gebrauchen!

c. Erläuterung: Wie dieses Lieben aussieht V. 25-27

„Männer, liebt eure Frauen, ...“

Philia ist die brüderliche oder freundschaftliche Liebe. Eros ist die Liebe zwischen den Geschlechtern, diese Anziehungskraft. Agape (das hier verwendete Wort) ist Liebe in ihrer edelsten Form, die selbstlose Liebe; eine Liebe, die liebt, um zu lieben, nicht wegen etwas, das in uns und im andern ist. Sogar im weltlichen Griechentum wird die Liebe in der Ehe Agape genannt; auch in der griechischen Übersetzung des Hoheliedes.

Agape ist nicht die Liebe, die deshalb liebt, weil sie etwas Liebenswürdiges im andern sieht. Agape-Liebe liebt einfach, unabhängig davon, was bei dem zu Liebenden vorhanden ist.

Paulus nimmt sich nicht viel Zeit, eine Begründung anzugeben – im Gegensatz dazu, wie er dies bei der Anforderung an die Frau tat. Aber er erklärt dem Mann, wie er zu lieben hat.

Wie nun sollen die Männer lieben?

Paulus gibt zwei Antworten: so wie Christus liebte (V. 25-27), und so, wie man den eigenen Leib liebt (V. 28-32).

 

Zur ersten Antwort:

„so, wie ja auch der Christus die Gemeinde liebte“

(Zur Übersetzung: Das kleine Wörtchen „ja“ muss eingefügt werden, weil es im Grundtext impliziert angedeutet ist.)

Christus liebte die Gemeinde. Das Zeitwort steht in der Vergangenheitsform. Paulus bezieht sich auf die Liebe Christi, die er erzeigte, als er sein Leben in den Tod gab. Je mehr Liebe kostet, desto teurer ist sie. Es kostete Christus alles!

Paulus will sagen, dass die Liebe des Ehemannes zu seiner Frau eine Golgatha-Liebe zu sein hat. An dieser Liebe Christi soll sich der Mann orientieren.

 

 „und sich selbst für sie hingab, ...“

Der Mann gibt sich seiner Frau in Liebe hin, wie der Christus sich für uns auf Golgatha hingab. Der Mann soll immer wieder bereit sein, sich für die Frau hinzugeben. Er soll sein ganzes Leben für die Frau einsetzen – als ein Opfer.

Wenn er dies getan hat, wenn er sich grundsätzlich völlig ihr hingegeben hat, kann er ihr helfen (V. 23).

Es wird eine lebenslange Aufgabe des Mannes sein, der Frau zu helfen, wie der Christus uns lebenslang hilft, damit wir ans Ziel kommen. Der Mann hat die Aufgabe für die Frau zu sorgen, dass sie ans Ziel kommt und eines Tages ohne Runzel dasteht, wie Jesus das für uns tut.

Das wird er natürlich ohne Christus nicht schaffen.

Bei uns ist es oft umgekehrt. Wir Männer verlangen diese Hingabe von der Frau. Aber Gott gebraucht dieses Wort für den Mann. Er soll sein ganzes Leben auf den Altar Gottes legen. Die Ehe ist der Ort, wo wir unser Leben hingeben. Immer wieder sterben!

Als Christus sich für uns hingab, starb er an einem Kreuz. Wenn wir uns so hingeben werden, wie Christus sich für uns hingegeben hat, wird dies von uns den Tod verlangen, das heißt, das wird für uns bedeuten, den eigenen Vorstellungen und der Selbstsucht abzusterben.

Können wir die Kreuze in unserem Leben begrüßen? Wir sind immer wieder in Situationen, wo wir vor einem Kreuz stehen; dann haben wir die Wahl: Wir können dem Kreuz ausweichen oder die Einladung zum Sterben annehmen.

Darum geht es hier im Leben: dass Christus verherrlicht und sein Leben offenbar werde.

Es gibt keine bessere Gelegenheit, das Kreuz auf sich zu nehmen und zu sterben, als in der Ehe, weil es keine engere Beziehung von Mensch zu Mensch gibt als die Ehe. Nirgendwo lernt man sich mit seinen Sünden so gut kennen. Nur über diesen Kreuzesweg, nur über diese Hingabe – wie Christus sich hingegeben hat – werden wir zur wahren Liebe kommen, die die Ehe trägt.

Er reinigte sie (Vergangenht.) V. 26

„damit er sie ... heilige“

Zu welchem Zweck starb Christus? Um die Gemeinde zu heiligen.

Diese Heiligung ist aber nicht möglich, ehe etwas anderes geschehen ist:

 

 „…, nachdem er sie durch das Wasserbad im Wort gereinigt hatte“

Paulus spricht nicht von Taufe, sondern von Reinigung. Die Reinigung geschah „im Wort“, nicht im Taufwasser. Die Epheser wurden im Wort Gottes gereinigt. „Wort“ steht hier für das Evangelium, das „Wort der Wahrheit“. Paulus hatte bereits geschrieben (1, 13): „in dem auch ihr, die ihr gehört hattet das Wort der Wahrheit, die gute Botschaft eurer Rettung, in dem ihr, die ihr auch geglaubt hattet, versiegelt wurdet mit dem Heiligen Geist der Verheißung“. Der Versiegelung mit dem Heiligen Geist musste eine Reinigung vorausgehen. Die Sündenvergebung und Heilszueignung ist also das „Wasserbad im Wort“. Die Wiedergeburt ist im übertragenen Sinn das „Wasserbad“, in dem wir gereinigt werden. Paulus will hier betonen, dass die Wiedergeburt kommen muss, ehe ein Heiligungsleben geführt und erlebt werden kann.

Vgl. Titus 3, 5: „… nach seiner Barmherzigkeit, rettete er uns durch Waschung der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes“.

Er heiligt sie (Gegenw.) V. 26

„damit er sie ... heilige“

Zu welchem Zweck liebte Christus die Gemeinde? Christus starb für uns, um uns zu reinigen und zu heiligen; aber er kann uns nicht heiligen, ehe wir grundsätzlich gereinigt sind. Sobald jemand in der Wiedergeburt gereinigt ist, will und wird der Herr fortfahren und ihn heiligen.

Die Wiedergeburt kann mit einem Vollbad verglichen werden, vergleichbar dem Vollbad bei der alttestamentlichen Priesterweihe (2. Mose 29, 4). Dieses Bad geschieht nur einmal in meinem Leben. Danach aber müssen wir immer wieder (wie die Priester im Tempel, 2. Mose 30, 19; vgl. Johannes 13, 10) die Hände und Füße waschen (beziehungsweise gewaschen bekommen).

In den V. 26 und 27 haben wir dreimal das Wort „damit“. Jesus gab sich für die Gemeinde hin, damit er sie heilige. Er beginnt mit jedem einzelnen von uns jeweils mit dem „Wasserbad“ und führt uns schließlich zu einem vollkommenen Heiligkeitszustand (V. 27). Dazwischen geschieht ein lebenslanger Heiligungsprozess (V. 26).

So hat der Mann seine Frau zu lieben: beständig sich selbst aufopfernd, in steter Selbsthingabe, nicht von seinen Gefühlen oder Launen abhängig. Das ist eine lebenslange Aufgabe.

Er wird sie verherrlichen (Zuk.) V. 27

„damit er sie sich selbst darstelle“

Das Ziel der Heiligung ist Umgestaltung in Christi Bild.

 

 „als die herrliche Gemeinde ohne einen Flecken oder eine Runzel oder etwas Ähnliches, ...“

Es gibt Runzeln, die am besten mit Hitze (1. Petrus 4, 12) ausgebügelt werden. Christus ist für uns durch das große Feuer der Leiden gegangen; und er führt auch uns durch diese Hitze (Jesaja 43, 2). Wir sollen daher nicht verwundert sein, wenn der Herr ein heißes „Bügeleisen“ benutzt. Das dient dazu, dass die Runzeln entfernt werden und alles geglättet und ausgeglichen wird.

 

 „sondern damit sie heilig sei und tadellos“

Das ist das Ziel.

Vgl. Kolosser 1, 22: „(euch ...) versöhnte er nun aber ganz ..., um euch darzustellen als Heilige und Tadellose und Nichtanzuklagende vor seinem Angesicht“.

Vgl. 1. Korinther 1, 8: „der euch auch festigen wird bis ans Ende als solche, die [dann] Nichtanzuklagende [sind] am Tage unseres Herrn, Jesu Christi“. An jenem Tage, wenn wir durch die Tore des Himmels gehen, sollen wir nicht zurückgepfiffen werden müssen. Alles soll in Ordnung sein.

So soll der Mann seine Frau lieben – nicht, indem er die Frau „bügelt“! Nicht wir Männer haben ihre Runzeln zu glätten, nicht wir haben die Hitze anzulegen. Nein, wir haben selber durch die Hitze zu gehen. Wir haben uns hinzugeben, wir haben das Kreuz auf uns zu nehmen! Erst von dorther werden wir ein Wort haben bei unserer Familie. Jedes andere Wort fällt daneben und verhärtet – gerade beim weiblichen Geschlecht. Es geht nur auf diesem Weg.

 

Eine Frau, die von ihrem Mann viel Liebe empfängt, wird immer schöner. Die innere Schönheit strahlt durch den äußeren Menschen hindurch.

d. Wiederholung der Anweisung mit Ergänzung: Lieben, wie den eigenen Leib V. 28-32

Hier ist die zweite Antwort auf die Frage, wie der Mann seine Frau zu lieben hat:

„In dieser Weise haben die Männer ihre Frauen zu lieben, wie ihre eigenen Leiber. Wer seine Frau liebt, liebt sich selbst, 29 denn niemand hasste je sein Fleisch, sondern er nährt und pflegt es – gleichwie auch der Herr die Gemeinde, 30 weil wir Glieder seines Leibes sind, von seinem Fleische und von seinem Gebein. 31 Deswegen wird ein Mensch den Vater und die Mutter verlassen und an seine Frau gefügt werden, und die zwei werden ein Fleisch sein. 32 Dieses Geheimnis ist groß, aber ich spreche in Bezug auf Christus und in Bezug auf die Gemeinde.“

 

 „In dieser Weise haben die Männer ihre Frauen zu lieben“

Christus ist unser Vorbild. Der Mann ist für die Frau wie das Haupt für den Leib. Der Mann ist für sie wie Christus (V. 23).

Wie liebt das Haupt den Leib? Es gibt sich hin für den Leib. Und es erhält den Leib, pflegt ihn, nährt ihn. Beides ist ein Bild der Liebe.

„wie ihre eigenen Leiber.“

Die Bibel lehrt nicht Askese, Selbstkasteiung. Wir pflegen unseren Körper und sollen das tun. Wir schauen auf unser leiblich-irdisches Wohl. Wir tun es, weil wir unseren Leib lieben. So haben wir Männer für die Frau zu sorgen.

 

 „Wer seine Frau liebt, liebt sich selbst“

Die Frau zu lieben ist positive Selbstliebe. Aus zwei Gründen:

Erstens, weil die Ehe, wie der eigene Leib, eine Einheit ist. Kopf und Leib gehören zusammen. Ebenso Ehemann und Ehefrau. Sie sind eins. Paulus sagt: „Wenn du deine Frau liebst, liebst du ein Stück von dir selbst, denn du bist ein Stück von ihr und sie ein Stück von dir“.

Zweitens, weil man im positiven Sinne selbst etwas davon hat. Paulus appelliert ein wenig an unseren Egoismus. Wenn der Kopf für den Leib sorgt, sorgt der Kopf für sich selbst. Wenn der Mann für die Frau sorgt, sorgt er für sich selbst, denn die Frau sorgt auch für ihn (wie der Leib ja auch für den Kopf sorgt, zum Beispiel der Magen, das Blut usw.). Die Frau wird positiv reagieren und ihm Gutes tun. Der Mann, der seine Frau liebt, wird sich selbst Gutes tun. Wenn aber der Mann seine Frau vernachlässigt, vernachlässigt er sich in der Folge selbst.

 

 „denn niemand hasste je sein eigenes Fleisch, ...“

Auch der Selbstmörder hasst nicht sein Fleisch. Wer Selbstmord begeht, tut es aus großer Liebe zu sich selbst. Er will sich ja schonen. Er will ja entfliehen aus den Strapazen und Kümmernissen seines Lebens und seiner schlechten Umstände.

 

„sondern er nährt und pflegt es, gleichwie ja auch der Herr die Gemeinde [ nährt und pflegt]“

Der Herr, Jesus, ist der Fürsorger. Bei ihm ist dies selbstverständlich, bei uns oft nicht. Aber wir dürfen von ihm lernen. So sollte ein Mann die Frau geistlich und leiblich umsorgen. Auch ihr Geist braucht Pflege.

Lieben heißt, sich der Frau anzunehmen, für sie da zu sein, ihr Arbeit abzunehmen, ihr Aufmerksamkeit zu widmen, sich um ihr Wohlergehen und ihre Gefühlsschwankungen zu kümmern, sie vor Gefahren von außen zu schützen.

Der moderne Weltmensch sieht die Frau als Gegenstand an. Es verdrießt Frauen, dass sie nicht als mehr behandelt werden als nur wie ein Stück Fleisch. In der Ehe muss der Mann wissen: Meine Frau ist keine Sache, sie ist im Bilde Gottes geschaffen, dem Mann gleichwertig und ebenbürtig.

 

 „weil wir Glieder seines Leibes sind, ‹von› seinem ‹Fleisch› und ‹von› seinem Gebein.“

Der Herr nährt und pflegt uns, weil wir Glieder seines Leibes sind. Der Mann soll ebenso mit der Frau verfahren, weil sie ein Teil von ihm ist.

In V. 30 übernimmt Paulus einige Satzteile aus 1. Mose 2. Aber hier ist noch kein Zitat. Erst in V. 31 zitiert er. Das Wort „sein“ („Glieder seines Leibes“) steht nicht in 1. Mose 2. Paulus spricht von Christus (V. 32). Er gebraucht das Zitat aus 1. Mose 2 im übertragenen Sinne. Das heißt, die V. 30 und 31 sind hier nicht auf die Ehe bezogen, sondern auf Christus und die Gemeinde.

 

 „Deswegen wird ein Mensch den Vater und die Mutter verlassen und an seine Frau gefügt werden, und die zwei werden ein Fleisch sein.“

Jesus verließ alles, was er hatte, und wurde an die Gemeinde „gefügt“, fest angeschlossen. Christus und die Gemeinde bilden eine Einheit. 1. Mose 2 zeigt als Modell, was Jesus getan hat, als er in die Welt kam. Er kam, um sich der Gemeinde zu widmen. Er ging ans Kreuz, um nach der Auferstehung für immer für die Gemeinde da zu sein.

 

 „Dieses Geheimnis ist groß, ...“

Dieses große Geheimnis war bis jetzt verschleiert, ist nun aber offenbart; daher ist es für uns nicht länger ein verborgenes Geheimnis, sondern ein offenbartes.

 

 „aber ich spreche in Bezug auf Christus und in Bezug auf die Gemeinde.“

Die Gemeinde ist nicht nur das Ergebnis von Christi Tod auf Golgatha, sondern Christi Tod auf Golgatha ist das Ergebnis eines Urbildes, das Gott hatte. Und um dieses Urbild wiederherzustellen, hat Christus sein Leben gelassen.

Das Geistliche ist also primär, das Irdische sekundär. Das Urbild ist die geistliche Ehe zwischen Christus und seiner Gemeinde. Die Ehe zwischen Mann und Frau ist das Abbild dieses Urbildes. Warum verlässt ein Mann seine Eltern? Warum hängt er an seiner Frau? Weil Gott die Ehe nach einem Urbild geschaffen hat. Sie ist ein Schattenbild von der Gemeinde, welche die eigentliche, große, reale Ehe ist. Das Geistliche ist zuerst da, dann kommt das Leibliche. Das geistliche Bild ist da, und von da her bekommt die Ehe ihre Form und Bedeutung.

Von dort kommen wir her, sagt Paulus. Und weil dem so ist, weil Christus für seine Gemeinde sorgt, darum hat er diesen Trieb bei der Schöpfung in uns hineingelegt (und in der Wiedergeburt geheiligt), dass wir für unsere eigenen Leiber sorgen und für unsere Frauen. Das ist die gottgegebene Ordnung.

Also wollen wir dem entsprechend leben und mit echter, hingebender Liebe lieben!

 

3. Ein Schlusswort an Beide  Epheser 5, 33

„Dennoch: Auch jeder einzelne von euch liebe seine Frau in der Weise, wie er sich selbst liebt; aber die Frau, dass sie den Mann fürchte!“

Es könnte jemand sagen: Die primäre Form ist also die geistliche, daher ist die irdische Beziehung nicht so wichtig.

Das verhütet Paulus. Er kommt hier zum Anfang des Abschnitts (V. 22.25) zurück und rundet das Thema ab.

 

 „Dennoch:“

Das heißt, obwohl ich diese Deutung gab und diesen Vergleich machte, habe ich nicht vergessen, was ich vorhin sagte.

 

 „Auch jeder einzelne von euch liebe seine Frau in der Weise, wie er sich selbst [liebt];“

Jeder ist gemeint. Jeder verheiratete Mann, jeder liebe seine Frau. Es bleibt dabei.

Wenn der Mann die Frau liebt, ist die Ehe gerettet.

 

 „aber die Frau - dass sie den Mann fürchte!“

Paulus verwendet hier durch den Heiligen Geist tatsächlich den Ausdruck „fürchten“. In Bezug auf die Ehebeziehung kommt er nur hier vor. Ansonsten wird es für die Haltung zu Gott gebraucht. (zum Beispiel 1. Petrus 2, 17: „Ehrt alle; liebt die Bruderschaft; fürchtet Gott; ehrt den König!“)

Das Wort „fürchten“ sollten wir weder abschwächen noch übertreiben. Es bedeutet nicht nur „respektieren, achten, wertschätzen, ehren“. Es bedeutet auch nicht, dass man lediglich Angst hat.

Wenn im Alten Testament ein Gottesmann Jahweh fürchtete, war sein ganzes Denken, sein ganzes Leben, nach Jahweh ausgerichtet. Gott war seine höchste Autorität. Nichts konkurrierte mit ihm. Gott hatte in seinem Leben die höchste Orientierungsgewalt.

Was bedeutet „fürchten“ bzw. „sich ausrichten“?

Ein Beispiel: Sie kommen an eine Kreuzung: Da steht ein Polizist, eine Ampel und ein Vorfahrtschild. Wenn die Ampel nicht eingeschaltet ist und der Polizist nur dort steht und zusieht, gilt das Vorfahrtschild, das Vorfahrt gewährt oder nicht gewährt. Sie orientieren sich an diesem Schild. Wenn aber die Ampel eingeschalten ist, hat sie eine höhere Gewalt als das Schild. Dann missachten Sie das Vorfahrtschild und richten sich nach der Ampel. Wenn die Ampel immer noch eingeschaltet ist, aber der Polizist (weil es eine Notsituation gibt) schnell auf die Straße springt und anfängt, Wegweisung zu geben, so vergessen Sie die Ampel und blicken auf den Polizisten. Er ist jetzt die höchste Autorität. Sie richten sich nach ihm.

Zuerst fürchten Sie das Vorfahrtschild, dann fürchten Sie die Ampel, dann fürchten Sie die Polizei. Sie richten sich danach aus.

Furcht ist nicht Angst. Allerdings schwingt in dem Wort „Furcht“ ein gewisses „Zittern“ mit, denn es gibt Konsequenzen, falls man verkehrt handelt. Angst ist im Begriff Furcht nicht ganz ausgeschaltet, aber Angst ist nicht das Dominierende. Sie handeln nicht aus Angst oder Hektik, sondern Sie richten sich nach dem aus, was vorgegeben ist.

Das nennt die Bibel fürchten. (Oft ist uns die biblische Definition eines Wortes neu und gefühlsmäßig etwas fremd; aber wir müssen uns daran gewöhnen. Wenn wir biblisch denken wollen, müssen wir lernen, so zu denken und zu reden, wie die Heilige Schrift denkt und redet.)

 

Wenn die Frau die Furcht, die sie Gott entgegenbringt, die mit hingebender Liebe und Zuneigung vermengt ist, dem Ehemann entgegenbringt, wird ihre Haltung die richtige sein.

Exkurs zum Thema „Ehebeziehung“

a. Zusammenfassendes zur Funktion und Aufgabe der Frau

Sie ist die Hilfe des Mannes (1. Mose 2, 18.22; 1. Korinther 11, 9). Deshalb unterstellt sie sich ihm und bleibt ihm untergeordnet (Römer 7, 2; Titus 2, 5; 1. Timotheus 2, 12; 1. Petrus 3, 1.5.6)

·         wie dem Herrn (Epheser 5, 22)

·         wie die Gemeinde Christus (5, 24)

·         in allem (5, 24)

Das bedeutet, sie wird

·         den Mann unterstützen, dass er seinen Dienst besser tun kann (1. Mose 2)

·         den Haushalt leiten (1. Timotheus 5, 14; Sprüche 31, 27)

·         den Mann lieben, die Kinder lieben (Titus 2, 4)

·         die Kinder unterweisen (Titus 2, 3E; Sprüche 1, 8; 6, 20; 31, 1)

·         junge Frauen lehren, dass sie das ihren Männern und Kindern tun. (Titus 2, 4)

Das wird für die Frau bedeuten, dass sie Gott vertrauen wird,

·         dass er ihren Mann an diesen seinen Platz gestellt hat und ihn für seine Aufgaben ausrüstet, in denen sie ihn unterstützen darf; und

·         dass er sie durch ihren Mann führt

·         dass er ihr helfen wird, ihn loszulassen, und nicht ihn verändern zu wollen.

b. Zusammenfassendes zur Funktion und Aufgabe des Mannes

Er ist ihr Haupt (Epheser 5, 23; 1. Korinther 11, 3). Das bedeutet:

·         Er ist ihr Vorangehender.

Das betrifft Verantwortung, Denken, Planen, Ziele, Initiative und positive Kontrolle (Matthäus 2, 13; 1. Mose 3, 9)

·         ihr Vorbild in Wort und Tat.

Er spricht. Er schweigt nicht. Er stellt Gottes Wort in den Raum. Er weiß: alles für die Ewigkeit Fruchtbare kommt durch das Wort Gottes.

·         ihr liebender Diener (Epheser 5, 25ff; Matthäus 23, 11.12; Philipper 2, 3)

Er schafft eine Atmosphäre von Vertrauen und Ermutigung.

·         ihr Retter und Bewahrer in geistlicher, geistiger und körperlicher Hinsicht (Epheser 5, 23.28.29. Alles zu ihrem Wohl).

Haupt sein heißt: Haupt hinhalten! Das schließt ein:

·         die Frau pflegen, nähren, schützen, ermutigen Epheser 5, 29

·         sehen, ob sie ihren Anforderungen gewachsen ist oder sich zu viel aufgebürdet hat.

So verleiht er ihr Sicherheit.

c. Was dies für ihn bedeutet

Er formt seine Frau, indem er an seinem eigenen Charakter arbeitet (Vgl. 1. Timotheus 3).

·         treu und wahrhaftig

·         rein, keusch

·         nüchtern und besonnen (selbstbeherrscht, diszipliniert)

·         würdig, ehrbar

·         sanftmütig und geduldig

·         gottesfürchtig

·         lehrhaft (demütig, ermutigend, nicht zornig, nicht kritisierend, kein „faules“ Wort aus seinem Munde lassend)

·         auch auf das äußere Erscheinen achtend (gepflegt, höflich, pünktlich).

d. Spezielle Feinde des Mannes

·         Arroganz (eigene Ehre; Karriere)

·         Habsucht (Lust der Augen, Materialismus) Matthäus 6, 19-34

·         Lust des Fleisches 2. Timotheus 2, 22; 1. Korinther 6, 18

·         Zorn, Ungeduld 1. Timotheus 2, 8; Jakobus 1, 19; 3, 2

·         Zweifel 1. Timotheus 2, 8; Jakobus 1, 5-8

·         Kritikgeist Matthäus 7, 1; Jakobus 3, 2

·         Trägheit, Bequemlichkeit

e. Wie der Mann seine Frau zum Blühen bringen kann

Indem er ihr Geborgenheit vermittelt und ihr zeigt, dass er sie liebt. Das bedeutet:

·         Zeit, Zuwendung, Zuhören

·         Freundliche Worte, Äußerungen echter Wertschätzung

·         Gemeinsame Unternehmungen

·         Kleine Aufmerksamkeiten („A daisy a day“)

·         Körperkontakt, Nähe, Umarmung

f. Was tun, wenn die Frau sich nicht unterordnen will:

1. Durch gute Kommunikation klären:

 . Wissen beide, was mit Unterordnung gemeint ist?

 . In welchem Bereich unterordnet sie sich nicht?

 . In welchem Bereich nimmt er seine Verantwortung nicht wahr?

2. Demut, Sanftmut, Geduld (Langmut) – in Liebe. Epheser 4, 2

.  dienend, sachlich und positiv bleiben

.  Verantwortung übernehmen – in und mit dem Herrn

 . Beten. Bereit sein zu leiden.

3. Nicht aufgeben. Nicht die Verantwortung abschieben. Resignieren ist keine Lösung. Rückzug ist Sünde. Wo Gott einen Auftrag gibt, da ist auch seine Kraft. Paulus sagt den Philippern (und dasselbe gilt für jeden): „Ich bin stark für alles in dem, der mich ‹stets› innerlich kräftigt“ (Philipper 4, 13).

Exkurs zum Begriff „Waschung der Wiedergeburt“ in Titus 3, 5

Was bedeutet in Titus 3, 5 „Waschung der Wiedergeburt“? Ist die Waschung eine Wiedergeburt, oder ist die Wiedergeburt eine Waschung?

Viele behaupten, die Wiedergeburt geschehe durch die Taufe. Demnach würde Paulus hier in erster Linie von einem Taufbad sprechen und damit die Taufe als Mittel zur Wiedergeburt bezeichnen. Die Taufe ist aber gemäß den Aussagen der Heiligen Schrift nicht das Mittel der Sündenvergebung. Die entscheidenden Bedingungen dafür sind Buße und Glaube. Die Menschen im Haus des Kornelius, zum Beispiel, erhielten den Heiligen Geist, weil sie Buße taten und glaubten. Sie wurden ohne Taufe gerettet (Apostelgeschichte 10, 43.44 in Verbindung mit Römer 8, 9.15.16.)

Gibt es zu der Regel, die Taufe sei Bedingung für die Sündenvergebung, auch nur eine einzige Ausnahme, so ist sie keine echte Regel mehr. Bei Gott ist eine einzige Abweichung genug, um zu verhindern, dass eine Auffassung zur Lehre erhoben werden kann. Wahrheit muss auf der ganzen Linie stichhaltig und konsequent sein. Wenn also an einer einzigen Stelle die Taufe zur Sündenvergebung nicht nötig war, kann man von daher nicht lehren, sie sei ein Mittel zur Vergebung und zum Heil. Diese Stelle in Apostelgeschichte 10 genügt also, um zu zeigen, dass Paulus in Titus 3 nicht sagen will, die Sündenvergebung und der Empfang des Heiligen Geistes komme durch die Taufe.

Vergleichen wir diese Stelle mit dem Befehl des Ananias an Saulus, sich sofort nach seiner Bekehrung taufen zu lassen und seine Sünden abzuwaschen.

Apostelgeschichte 22, 16: „Und nun, was jetzt? Stehe auf, und lass dich taufen und lass dir deine Sünden abwaschen, nachdem du den Namen des Herrn angerufen hast.“ Wörtlich heißt es: „angerufen habend (o. anrufend) den Namen des Herrn“; das Mittelwort „angerufen habend“ (o. anrufend) schafft eine kausale beziehungsweise temporale Verbindung zwischen Sündenabwaschung und Anrufen. Nachdem (o. indem) er den Namen angerufen hat – in der Bekehrung, die möglicherweise noch ausstand – und dadurch Sündenvergebung erlangt, sollte er sich taufen lassen und auf diese Weise die Sündenabwaschung sichtbar darstellen. Im metaphorischen Sinne, der oft bildlichen Sprache des Juden, kann man diesen Befehl also unwidersprochen so stehen lassen.

Was aber bedeutet das Wort im Grundtext, das in Titus 3, 5 mit Waschung wiedergegeben wird?

Manche wollen es mit „Waschbecken“ übersetzen: „er rettete uns durch das Waschbecken der Wiedergeburt“. Dazu gibt es aber keinen Anlass. Das Wort kommt fünf Mal in der griechischen Bibel (AT und NT) vor. In den drei alttestamentlichen Stellen und in Epheser 5 deutet es auf ein Waschen und nicht auf ein Waschgefäß hin, wofür das Griechische eigentlich ein anderes Wort hat. Man darf also nicht an ein Taufbecken denken.

Wenn nun die Wiedergeburt nicht durch die Wassertaufe kommt und das Wort im Grundtext diese Bedeutung nicht verlangt, denken wir hier an eine bildliche Formulierung. Diese Ausdrucksweise ist ja, wie bereits erwähnt, für die Schrift nichts Neues. Die Metapher wird zu reichlich benutzt, als dass man sie an unserer Stelle als eine Ausnahme empfinden sollte. Es handelt sich also um einen Vergleich. Die Wiedergeburt wird mit einem Waschen wie in einem Bad verglichen. Gott rettete uns, indem er uns in der Wiedergeburt wusch, uns reinigte. Innere Reinigung und Wiedergeburt sind eins.

Der Wesfall wird also im Sinne der Gleichsetzung gebraucht:

„Nach seiner Barmherzigkeit rettete er uns durch Waschung, sprich Wiedergeburt“

Beziehungsweise: „Nach seiner Barmherzigkeit rettete er uns durch eine Waschung, nämlich die Wiedergeburt“.

Übrigens ist es ähnlich mit dem zweiten Gefüge „und Erneuerung des Heiligen Geistes“. Der Wesfall „des Heiligen Geistes“ ist hier als Wesfall des Objekts aufzufassen, also: „durch Erneuerung kraft des Heiligen Geistes“ beziehungsweise „durch eine Erneuerung, die durch den Heiligen Geist geschieht“.

Fortsetzung in der nächsten Nummer.

Dienste Januar - März 2026 

04. Jan.: Mönchaltorf (Titus 3, 8ff)

11. Jan: Saland (Titus 1, 9ff)

18. Jan: Aulfingen

21.-25. Jan: Beelen (Hebräer 9-13)

30.-31. Jan: Zollikofen

01. Feb: Engen/Ebnet

06.-08. Feb: Fluorn (1. Mose 6ff)

15. Feb: Engen/Ebnet – 16:00: Wetzikon

20.-28. Feb: Espelkamp (Jakobus u. a.)

01. März: Arbon (Jakobus 1, 12ff)

20.-21. März: Zollikofen

22. März: Saland

29. März: Villmergen

15.-19. April: Meschede (Römer 1-8)

Vielen Dank für Ihre Gebete. 

 

Wir wünschen allen Lesern ein gesegnetes fruchtbringendes Jahr für den Herrn der Herrlichkeit!

– Thomas Jettel

 


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In „Unterwegs notiert” geben wir (seit 1999) Gedanken weiter, die im geistlichen Gespräch oder im Dienst am Wort eine Hilfe sein können. Die Zustellung ist unentgeltlich. Frühere Nummern können bei www.sermon-online.de heruntergeladen werden. Hrsg. Thomas Jettel, jettel@bluewin.ch Krümmenswil 414; CH-9643 Krummenau; +41 76 490 5953. Homepage: https://jettel.ch Beiträge zum Inhalt bitte an den Herausgeber. Inhalte dürfen vervielfältigt werden. (Bankverbindung: Thomas Jettel, IBAN: DE73 6849 2200 0001 4628 14 oder CH40 0900 0000 8751 9928 9) Zur Erleichterung des Versandes bitte E-Mail-Adressen dem Herausgeber bekannt geben. Ihre Daten (Email-/Postadr.) werden für den Versand verwendet und vertraulich behandelt. Sie dürfen der Verwendung Ihrer Daten widersprechen und die Löschung beantragen. Wer das Blatt nicht mehr erhalten möchte, darf es ohne weiteres abbestellen.