U n t e r w e g s n o t i e r t Eine Handreichung für Dienende ______________________________________________________________ "Deshalb vermag er auch bis aufs Völligste zu retten die, die durch ihn zu Gott hinzutreten: Er lebt die ganze Zeit, um sich für sie zu verwenden; denn ein solcher Hoher Priester ziemte uns: heilig, frei vom Bösen, unbefleckt, von den Sündern geschieden und höher geworden als die Himmel." Hebräer 7, 25.26 __________________________________________________________________ Nr. 157: April - Mai 2026 Die Rettung und die Gemeinde der Geretteten Der Epheserbrief (19) Der Wandel der Geretteten in Christus - Kapitel 4-6 I. Richtlinien für würdigen Wandel im Leib Christi 4, 1-16 II. Richtlinien für würdigen Wandel im Alltag 4, 17-5, 21 III. Der würdige Wandel in den drei Grundformen der Gesellschaft 5, 22- 6, 9 Fortsetzung von der letzten Nummer A. Die Frau-Mann-Beziehung Epheser 5, 22-33 (s. letzte Nr.) B. Die Kind-Eltern-Beziehung Epheser 6, 1-4 1. Ein Wort an die Kinder Epheser 6, 1-3 "Kinder, seid euren Eltern gehorsam in dem Herrn, denn das ist recht. 2 ‚Ehre ‹stets› deinen Vater und [deine] Mutter; 3 damit es dir wohlgehe und du lange Zeit auf der Erde sein wirst.'" Wenn der Brief an Gläubige geschrieben ist, hier aber einen speziellen Kreis der Leser anspricht, so liegt nahe, dass es vor allem um Kinder geht, die an den Herrn gläubig sind. Paulus spricht hier wohl grundsätzlich. Andere Kinder sollen ihren Eltern auch gehorsam sein, weil das Gesetz es sagt; aber gläubige Kinder sollen es tun, weil das Evangelium es sagt. Jedenfalls sind Kinder angesprochen, die den Brief lesen (beziehungsweise hören) und verstehen können. Auch Kinder sind ernst zu nehmen. Sie können zu einer individuellen reifen Entscheidung kommen, sodass man sie als reif für die Taufe einstufen kann und reif genug, um am Mahl des Herrn teilzunehmen. Auch sie dürfen in der Versammlung beten und als Brüder und Schwestern in Christus in der Versammlung der Gemeinde dabei sein. "Kinder, seid euren Eltern gehorsam" Kinder sind Wesen, die nach Begrenzung verlangen. Wenn wir ihnen diese Grenzen nicht setzen, sind sie verwirrt. Paulus gebraucht hier nicht das Wort "unterordnen", sondern "gehorchen". Wir werden hier an die Linie der Autorität erinnert. Kinder wissen, dass es Grenzen gibt. Sie wollen informiert sein. Wir müssen sie daraufhin erziehen, dass sie gehorsam sind. Jüngere Kinder betrachten ihre Eltern als Götter. Je nachdem, wie die Eltern sie behandeln, glauben sie, dass ihre Eltern so gut sind wie Gott. Sie meinen, dass die Eltern nicht sündigen; und die Eltern sollten auch nicht sündigen; sie sollten diesem Gedanken so lange wie möglich entsprechen. Deshalb müssen die Eltern Gehorsam verlangen, weil auch Gott Gehorsam verlangt. Kinder müssen gehorsam sein, weil es so in der Bibel steht, und weil dies der Weg des Lernens ist; denn Gehorsam ist verwandt mit Glauben. Die Bibel sagt, dass Glaube und Gehorsam die Tür sind zum Wachstum in Erkenntnis (vgl. Sprüche 1, 7). In diesem Sinne lernen wir erst, wenn wir glauben. Von daher ist es richtig und wichtig, auch dann gehorsam zu sein, wenn man den Grund oder Zweck eines bestimmten Verbotes/Gebotes nicht versteht. Die letzten Wahrheiten sind bereits vorhanden, sie müssen nicht erst geschaffen werden; und weil sie schon da sind, muss man ihnen auch dann gehorchen, wenn man sie nicht versteht. "in dem Herrn, ..." . Der Ausdruck "in dem Herrn" sagt ein Dreifaches: Der Herr ist die Grundlage des Verhältnisses der Kinder zu den Eltern. Sie haben gehorsam zu sein, weil er das so bestimmt hat. . Der Herr ist die Kraft, dieses Gebot zu halten. Das ist ein Trost für die Kinder. Es ist möglich, gehorsam zu sein. Es gibt eigenartige Eltern, unbekehrte Eltern, kindische Eltern; in jedem Fall gilt es für die Kinder, zu gehorchen. In und mit dem Herrn ist das möglich. In ihm ist Kraft, in ihm ist Verständnis, in ihm ist Geduld. Wenn ein Kind das alles von den Eltern nicht erhält, kann es zum Herrn gehen und von ihm leben. Er gibt mehr, als Eltern zu geben vermögen. . Der Herr ist die Grenze dieses Gebotes. Wo etwas gefordert wird, bei dem Jesus Christus nicht mehr Herr sein kann, dort hört der Gehorsam auf. Dann muss man Gott mehr gehorchen als den Menschen. Gottesfurcht ist höher als Elternfurcht. Die Schrift lehrt, dass Gott eine höhere Autorität ist. Wenn zwischen dem Gebot der Eltern und dem Gebot Gottes eine Kollision auftritt, richte ich mich nach dem Gebot Gottes und nehme es in Kauf, dass ich den Eltern ungehorsam bin. "denn das ist recht." Das heißt, so entspricht es der Ordnung des Herrn und der Furcht Christi. Kinder fragen oft, warum? Es gibt Zeiten, in denen wir ihnen das Warum erklären müssen. Aber es gibt auch Situationen, in denen wir es nicht tun dürfen. Kinder müssen wissen, dass es Gebote gibt, die ohne jegliche Erklärung zu befolgen sind. Warum? - weil der Herr, der dieses Gebot gegeben hat, größer ist als wir und weil unser Fassungsvermögen ungenügend ist. Gott will uns manchmal in den unbedingten Gehorsam führen. Oft ist es unmöglich, einem Kind etwas zu erklären, weil es das noch nicht fassen kann. Da müssen wir sagen: "Kind, ich kann es dir nicht erklären, du musst einfach hinnehmen, dass es so ist." "Ehre ‹stets› deinen Vater und [deine] Mutter;" Ehren (griech. timao) schließt materielle Fürsorge mit ein. Wenn Paulus in 1. Timotheus 5, 17 sagt, man solle die Ältesten ehren, die in Wort und Lehre arbeiten, meint er damit auch, dass sie mit irdischem Vorrat (Geld, Gütern) versorgt werden sollen, damit sie für den Dienst freigestellt sind. Das Wort ehren ist also nicht nur eine Tat, sondern auch eine Haltung, die nötig ist, um Ehre zu zeigen und finanziell zu versorgen. Kinder sind nach dem Bilde Gottes geschaffen. Die Eltern aber auch. Kinder sollten sich fragen, ob die Eltern unterstützungsbedürftig sind. "das ist das erste Gebot mit einer Verheißung:" In den zehn Geboten ist es das erste Gebot mit einer Verheißung. Dies soll die Aussage des Apostels bekräftigen. Es ist also nicht nur ein Gebot, sondern auch ein Evangelium, eine gute Botschaft. "damit es dir wohlgehe und du lange Zeit auf der Erde sein wirst." {2. Mose 20, 12 n. d. griech. Üsg.} Paulus sagt damit aber nicht, dass die Verheißung von langem Leben auf dieser Erde für die Kinder von Ephesus auf jeden Fall in Erfüllung gehen würde. In Epheser 1, 3 sagte er: Wir sind mit geistlichen Segnungen in den himmlischen Bereichen gesegnet, nicht mit diesseitigen Segnungen auf Erden. Das "lange Leben" kann auch erst nach dem Tode eintreten. Paulus will den Kindern mit dem Wort aus dem Alten Testament Mut machen, dem Gebot nachzukommen. Gehorsam zu sein, lohnt sich. Was genau die Belohnung ist, wird an dieser Stelle nicht gesagt. Paulus betont aber: Es wird dir wohl gehen, es wird sich lohnen. 2. Ein Wort an die Väter - Epheser 6, 4 "Und Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern zieht sie auf in der Erziehung und Ermahnung des Herrn." "Und Väter, ..." Der Vater hat, weil er der stärkere Teil der Ehe ist, den größeren Teil der Erziehung zu übernehmen, und dazu auch den schwereren. (Die Mütter werden in diesem Text ausgelassen. Aber Paulus kannte beispielhafte Mütter; 2. Timotheus 1, 5; 2. Timotheus 3, 15; Römer 16, 13.) Wenn Paulus sich an die Väter wendet, schließen wir hieraus, dass es normal ist, dass in der Gemeinde Väter sind. Gemeinde Jesu braucht solche. Aber nun setzt Paulus eine Grenze für die Erziehung: "reizt eure Kinder nicht zum Zorn, ..." Es besteht die Gefahr der Lieblosigkeit. Kinder können auf dreierlei Weise provoziert werden: Erstens, wenn der Vater ein mangelhaftes Vorbild ist. Wenn sein Lebenswandel nicht mit dem übereinstimmt, was er sagt, wird das Kind gereizt. An der Brust seiner Mutter hat es gelernt, zu vertrauen. Es hat gelernt, dass die Mutter für es sorgt. Das überträgt sich dann auch auf die Beziehung zum Vater. Aber Kinder werden zum Zorn gereizt, wenn der Vater oder die Mutter dem Urbild der Gerechtigkeit, das in den Kindern ist, nicht entsprechen. Wenn Kinder merken, dass der Vater sich nicht so verhält, wie er sollte, wenn er zum Beispiel etwas versprochen hat und es nicht hält (Kinder können Ungerechtigkeit nicht ertragen!), dann werden sie hart. Zweitens, wenn der Vater das Kind überfordert. Bei einer Forderung soll der Vater nicht zu weit gehen, sondern auf die Schwachheit des Kindes Rücksicht nehmen. Wenn die Zügel zu straff angezogen werden, kann das Kind zum Zorn provoziert werden - oder es wird depressiv. Drittens, wenn die Zügel zu locker sind. Ein Kind braucht von Natur aus Information darüber, wo die Grenzen sind. Es will seine Welt kennenlernen. Es fragt sich: Wo beginnt ein Gegenstand, und wo hört er auf? Und weil es einen Geist hat, will es bald auch wissen: Wo beginnen die geistigen Grenzen, und wo hören sie auf? Daher fordert es die Eltern heraus: "Bitte, teilt mir mit: Wie sieht meine Welt aus?" Die Eltern sind dem Kind diese Information schuldig. Wenn die Eltern dem Kind diese Information nicht mitteilen, kann es zornig werden. Wenn das Kind zu freizügig erzogen wird, wird es mit der Zeit zum Zorn provoziert. Es ist frustriert, da es nicht weiß, wie es sich in dieser Welt verhalten soll. Es kennt dann nicht den Weg der Bewahrung, den Weg des Vermeidens des Bösen. Ein solches Kind ist unruhig; es weiß nicht, woran es ist. Es darf immer tun, was es will. Bei allem fragen die Eltern: "Was möchtest du gerne?" Sie sind sehr nett zu ihm - und dadurch furchtbar grausam. Das ist Kindesmisshandlung. Es ist nicht leicht, den Mittelweg zu finden. Kinder sind neue Menschen, freie Menschen, keine Spielzeuge. Sie haben ihren eigenen Willen, sie sind eine eigene Persönlichkeit. Das zu lernen, braucht viel Liebe und viel Einblick in die zwei Pole des Charakters Gottes: seine Heiligkeit und seine Liebe. Was die Eltern-Kind-Beziehung betrifft, gilt der Satz: "Alles zum Wohl des Kindes." Kinder sollen denken: "Gott ist wie meine Eltern. Die wollen nur das Beste für mich." Kinder möchten so denken wie die Eltern, und wenn sie sich geliebt fühlen, werden sie es auch. Wenn sie wissen, dass sie geliebt sind, lassen sie sich leicht formen. Man muss ihnen nur deutlich machen, wer der (liebende) Herr im Hause ist. "sondern zieht sie auf" Dies geschieht durch Ziehen und durch Vorangehen. Manche Kinder werden viel geschoben - aus dem Bett, an den Tisch; man schiebt ihnen das Essen in den Mund, dann schiebt man sie in die Schule und zuletzt wieder ins Bett. Es steht hier geschrieben: "sondern zieht sie auf". Eine Nebenbemerkung zum Essen: Kinder haben von Natur aus Hunger, und sie haben von Natur aus eine gewisse Fähigkeit, festzustellen, was ihnen guttut und was nicht. Das ist wissenschaftlich festgestellt worden. Das sollten wir beachten. Wenn sie bei der einen Mahlzeit nicht essen wollen, werden sie es wahrscheinlich bei der nächsten tun. Aber bitte, geben Sie ihnen nichts zwischendurch! "Muss ich das essen, Mama?" - "Nein, du musst nicht, aber du bekommst nichts zwischendurch, und du bekommst auch nicht etwas anderes zur nächsten Mahlzeit." "in der Erziehung und Ermahnung des Herrn." Erziehung und Ermahnung ergänzen einander. Erziehung ist das Hauptstück, Ermahnung die Ergänzung. Erziehung geschieht mit dem Wort und mit dem Wandel. Ehe wir viel tun, müssen wir mit dem Wort erziehen. Wir müssen Information erteilen. Das ist vor allem die Pflicht des Vaters. (Vgl. Sprüche 3, 12; Sprüche 4, 1; Sprüche 13, 1; Sprüche 15, 5; Sprüche 28, 7; Sprüche 29, 3; Hebräer 12, 7.9.) Mahlzeiten sind eine gute Gelegenheit. Wir Väter sollten auch die Bibel zur Hand nehmen und sie vor den Kindern und mit ihnen lesen und ihnen auslegen. Und wir sollten unsere Kinder mit unserem Wandel erziehen. Das ist wichtiger als man ahnt. Wer von der Kraft des guten Vorbildes weiß, hat mehr Geduld und kann manches übersehen und getrost in die Zukunft blicken. Wenn wir gerecht sind, Menschen des Gebets, die in der Bibel zu Hause sind, und das mit unserem Leben beweisen, werden die Kinder unserem Beispiel folgen - auch wenn sie sich im Augenblick nicht so benehmen, wie sie sollten. Zur Erziehung gehört Disziplin. Damit ist nicht nur Strafe gemeint. Disziplin bedeutet auch, zu belohnen - positiv und negativ. Es heißt, die Augen für Gelegenheiten offen zu halten und sie für gutes Verhalten zu loben. Auch Strafe muss sein, - wenn Kinder Schlechtes getan haben oder ungehorsam gewesen sind. Eine weise Mutter von sieben Kindern, von denen sämtliche Missionare wurden, sagte: "Kinder müssen nie für Ungeschicklichkeiten, Missgeschicke oder Fehler bestraft werden, aber für Sünde und Ungehorsam." Gott sagt (Sprüche 10, 13): "Auf des Verständigen Lippen findet sich Weisheit, und eine Rute für den Rücken dessen, dem es an Herzsinn mangelt." (s. a. Sprüche 13, 24; Sprüche 19, 18; Sprüche 23, 13-14; Sprüche 26, 3; Sprüche 29, 15.17; Hebräer 12, 10.11). Das darf aber nicht ohne das unterweisende, liebende Gespräch geschehen. Ermahnung (mündliche Zurechtweisung und Erinnerung) ist die Ergänzung der Züchtigung nach zwei Seiten hin: Sie ist eine Grenze für den Vater. Er soll Geduld haben, und soll noch einmal dasselbe sagen. Und sie ist eine Bekräftigung des Wortes, das er erteilt hat. Das Wort "Ermahnung" (griech.: nouthesia) bedeutet Erinnerung im positiven Sinn. "des Herrn": Dies steht im Genitiv (2. Fall), nicht im Dativ (3. Fall), auch nicht im Akkusativ (4. Fall). Es heißt also nicht, dass die Ermahnung zum Herrn hin (4. Fall) oder im Herrn (3. Fall) geschieht, sondern es ist die Erziehung und Ermahnung des Herrn. Das heißt, die Art, wie der Herr ermahnt und erzieht, ist unser Vorbild. So sollen wir erziehen und ermahnen. Das bedeutet auch, dass wir den Kindern mitteilen, dass auch wir Väter Gestrafte sind, wenn wir sie strafen müssen, und dass sie nicht die einzigen Wesen in der Welt sind, die als Folge von Sünde zu leiden haben. Wir gehören dem Herrn, sind ihm verantwortlich. Daher stehen auch wir in seiner Erziehung. 3. Exkurs zum Thema "Erziehung" . Es geht in erster Linie nicht um Regeln, sondern um eine Beziehung. Eltern sind "Hirten" der Herzen der Kinder. Viel Gespräch und Austausch ist unerlässlich. Eltern sind angehalten, den Kleinen bereits in jungen Jahren Christus und sein Wort lieb zu machen. Es muss ihnen der Unterschied zwischen Reich Gottes und Welt klargemacht werden. . Eltern haben darauf zu achten, dass ihre Beziehung zu Gott und ihre Beziehung als Ehepartner intakt ist. Dann wird üblicherweise auch die Beziehung zu den Kindern intakt werden. . Ein respektvoller, freundlicher Umgang mit jungen Menschen findet Widerhall im Respekt derselben. Kinder, die in der Furcht Gottes erzogen werden, lernen auch die Eltern zu fürchten (3. Mose 19, 3; 3. Mose 20, 9; 5. Mose 21, 18-21; Sprüche 20, 20). "Fürchten" bedeutet, sich mit ganzer Hingabe nach ihnen auszurichten. (Siehe zu Epheser 5, 33) . Kinder müssen merken, dass sie geliebt sind. Herzlichkeit, nicht Härte, prägt den Umgang in der christlichen Familie. . Es gibt Grenzen "zum Wohl des Kindes" und konsequente Überwachung der Regeln. Es gibt bei Ungehorsam Konsequenzen, und zwar sofort (Prediger 8, 11) und nicht im Zorn (Sprüche 13, 24; Hebräer 12, 6) und nicht ohne Gespräch. Und nicht entwürdigend. Kinder sind Geschöpfe, die im Bild Gottes geschaffen sind. . Es braucht Unterweisung und klare Anordnungen. Die Eltern erklären dem Heranwachsenden: Weißt du, was unsere höchste Pflicht und unser Ziel ist? Gott zu ehren und ihm Freude zu machen. - Weißt du, welches Ziel Gott mit uns hat? Uns Freude zu geben. Und die haben wir nur, wenn wir ihm gehorchen. . Ältere Kinder brauchen neben den Anordnungen auch Begründungen. Dadurch werden sie einsichtig. Z. Bsp: " Papa, darf ich rauchen?" - "Ja, du darfst. Du musst mir nur eine Reihe guter Argumente geben, die dafürsprechen, dass auch ich zu rauchen anfangen soll." . Wenn Kinder Einwände haben, muss man ihnen (zum Beispiel anhand von Dan 1) zeigen, wie Kinder respektvoll eine Bitte äußern können. . Die Atmosphäre in der christlichen Familie sollte geprägt sein von (1) bedingungsloser Liebe, (2) Geborgenheit, (3) Respekt, (4) Vertrauen, (5) Wahrhaftigkeit, (6) Vergebungsbereitschaft und (7) von dem Wissen "Wir sind nicht vollkommen!" . Gott hat den Eltern alles gegeben, um gute Eltern sein zu können (2. Petrus 1, 3.4). C. Die Sklave-Herr-Beziehung - V. 6, 5-9 1. Ein Wort an die Sklaven - Epheser 6, 5-8 Leibeigene Knechte, gehorcht [euren] Herren nach dem Fleisch mit Furcht und Zittern, in Einfalt eures Herzens - wie dem Christus; 6 nicht mit Augendienerei als Menschengefällige, sondern als leibeigene Knechte des Christus, die den Willen Gottes von Herzen tun. 7 Leistet Leibeigenendienst mit gutem Willen, als dem Herrn und nicht den Menschen, 8 in dem Wissen, dass ein jeder, wenn er etwas Gutes tut, dieses vom Herrn ‹für sich› als Ertrag erhalten wird, er sei Knecht oder Freier." Paulus spricht hier die extreme Situation der Sklaverei an. Was er den Sklaven und den Herren hier sagt, kann sich in so mancher Hinsicht auch der Arbeitnehmer und Arbeitgeber sagen lassen. Was die Sklaven damals annehmen mussten, können wir heute ganz gewiss annehmen. Es wäre nicht nötig, dass heutzutage das Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis oft so angespannt ist. Würden die Arbeitgeber und Arbeitnehmer als gleichwertig betrachtet, wäre die Atmosphäre entspannter. Wie betrachten wir die Gesellschaftsstrukturen dieser Welt, und was hat die Bibel dazu zu sagen? Vor einigen Jahren noch herrschte die Anschauung vor: Wir lassen sie, wie sie sind, und passen das Evangelium der allgemeinen Anschauung an. Heute hat man sich schon so weit angepasst, dass man bereit ist, diese Strukturen umzuwandeln, aber merkwürdigerweise nicht im Sinne des Evangeliums, sondern im Sinne revolutionärer Elemente. Die Bibel sagt aber ausdrücklich: "Passt euch dem Schema dieser Weltzeit nicht an." (Römer 12, 2) Alle Gesellschaftsstrukturen können in zwei Gruppen aufgeteilt werden, eine übergeordnete und eine untergeordnete. Das will man heute umstrukturieren. Man will den vertikalen Charakter der Gesellschaftsstruktur umkippen und ihn horizontal gestalten. Man will, dass "alle Menschen Brüder" werden. Das ist eine extreme Verlängerung des Demokratie-Gedankens. Den haben wir in der Heiligen Schrift aber nicht. Warum nicht? Zunächst ist zwar zu sagen, dass der demokratische Gedanke an sich von der Bibel herkommt, weil die Bibel die Menschen grundsätzlich als Brüder voneinander betrachtet. Erstens sind die Menschen als Brüder geschaffen. Dieser Gedanke ist übrigens in der französischen Revolution hochgekommen, wurde von der amerikanischen Revolution übernommen und ist seither in aller Welt verbreitet worden. Der amerikanische Freiheitsgedanke wurde von Frankreich und Deutschland stimuliert. Frankreich gab den Vereinigten Staaten einen Gedanken von unten (den Geist der französischen Revolution), Deutschland vermittelte ihnen einen von oben. Ein Politiker, der die Unabhängigkeitserklärung mit unterschrieben hatte und später auch Präsident wurde, besuchte einen lutherischen Pfarrer und studierte eingehend Luthers Schrift "Von der Freiheit eines Christenmenschen". Es scheint, dass die Beschäftigung mit dieser Schrift die Ausarbeitung der Unabhängigkeitserklärung stark beeinflusst hat. Warum erwähnen wir das? - Weil wir die Bibel in allen Punkten als Richtschnur nehmen müssen. Die Bibel sagt nicht nur, dass der Mensch frei und ein Bruder des Nächsten ist, sondern auch, dass er gebunden ist, ein Sklave der Sünde. Wenn Luther von der Freiheit sprach, meinte er den Christen. Aber diesen Gedanken darf man nicht ohne weiteres auf die diesseitigen menschlichen Strukturen anwenden. Adam und Eva waren in einem gewissen Sinne auf einer Ebene, sie waren gleichgestellt. Und wenn sie vor dem Sündenfall Nachkommen gehabt hätten, wären alle Menschen Brüder gewesen, und die heutigen Gesellschaftsstrukturen wären nicht nötig gewesen. Dann hätten wir unter den Menschen tatsächlich das, was heute den Anarchisten vorschwebt. Und wir müssen anerkennen, dass dieses einem Ideal entspricht, das in uns liegt. Es wird hier ein Urbild angestrebt, das aber zerstört wurde und wegen der Sünde unmöglich wiederhergestellt werden kann, auch durch das Evangelium nicht - in der Gemeinde Jesu schon, aber nicht in der Gesellschaft der Menschen überhaupt. Und auch in der Gemeinde Jesu brauchen wir eine Struktur. Deshalb auch ist sie in ihrer irdischen Gestalt nicht genau das, was sie in ihrer himmlischen Gestalt ist. Im Himmel wird sie - in Christus - eine Gesellschaft von lauter Brüdern und Schwestern sein. Es ist da "nicht Jude noch Grieche, nicht Sklave noch Freier, nicht Mann noch Frau" (Galater 3, 28), sondern "alles und in allen Christus" (Kolosser 3, 11); als Gerettete sind alle eins in Christus (Galater 3, 28). Aber hört eine Frau mit dem Christwerden auf, Frau zu sein? Wird mit der Bekehrung das Geschlecht aufgehoben? - Natürlich nicht. Wird durch die Bekehrung die Sklaverei aufgehoben? - Nein. Wenn sich ein Sklave bekehrt, sind am nächsten Tag seine Ketten immer noch da. In Christus ist er frei, aber nicht in der Gesellschaft. In Christus bin ich weder Mann noch Frau, aber als Mensch, der noch die diesseitige Form hat und in dieser Welt lebt, bin ich immer noch ein Mann! Deshalb müssen in der Gesellschaft gewisse Formen vorhanden sein - nicht zuletzt der Sünde wegen. Diese Formen sind eine vorübergehende Notlösung, aber sie müssen beachtet werden. Sie sind eine Vorrichtung, die das Schlimmste verhütet. So gibt es zum Beispiel in den irdischen Gesellschaftsstrukturen tatsächlich Gewalt. Es gibt die Autorität der Polizei, es gibt den Krieg, es gibt diese vertikale Linie in der Regierung, in der Ehe und am Arbeitsplatz. Als Mensch in dieser sichtbaren und greifbaren Welt ist man entweder ein Übergeordneter oder ein Untergeordneter - oder beides. Autorität (Obrigkeit) ist eine göttliche Ordnung. Diese göttlichen Einrichtungen und Ordnungen sind zu beachten und anzuerkennen. Auch wir müssen sie beachten, wenn wir vom Verhalten der Christen innerhalb der irdischen Gesellschaftsstrukturen sprechen. Zweitens müssen wir die Methode beachten, durch die Gott das Verhalten in diesen Strukturen regelt. Wir merken, dass in allen drei Paaren, in der Mann-Frau-Beziehung, in der Eltern-Kind-Beziehung und in der Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehung zuerst der Untergeordnete angesprochen wird, nicht der Übergeordnete. Das fällt auf. Wenn Paulus helfen will, dass die Ehe christlich geführt werden kann, spricht er nicht zuerst den Mann an, sondern zuerst die Frau. Wenn er der Familie ein Wort zu sagen hat, spricht er nicht zuerst den Vater an, sondern zuerst das Kind. Und beim Arbeitsverhältnis wendet er sich zuerst an die Sklaven. Warum? Wir würden das nicht verstehen, wenn wir nicht Jesus, der Gesalbten, hätten, den Gottessohn. Er hat sich erniedrigt, er hat sich zum Sklaven gemacht. Aber nun werden diese drei Gruppen (Ehe, Familie, Sklave-Herr-Beziehung) im Blick auf Christus angesprochen: wie dem Herrn / wie dem Christus (5, 22.23.24; 6, 5.7), in dem Herrn (6, 1), des Herrn / des Christus (6, 4.6), dem Herrn (6, 8.9). Unser Herr entleerte sich und wurde ein Diener, ein Sklave, er erniedrigte sich bis zum Tod, ja zum Kreuzestod. Er ging voran und nahm den Tod eines Verbrechers auf sich, er starb, als wäre er ein Übeltäter gewesen. Und nun spricht Paulus eine andere Sprache als die Sprache dieser Welt. Er sagt: Die Lösung liegt darin, dass wir zunächst den untersten Weg gehen. Wir müssen lernen, vom Heil her zu denken. Als Christus die Welt retten wollte, tat er dies nicht von oben nach unten, sondern von unten nach oben. Er nahm die Sünde auf sich, litt zu unseren Gunsten. Unser Beitrag zur Lösung von sozialen Problemen wird auf dem Weg liegen, dass wir bereit sind zu leiden und den Christusweg zu gehen. Darum spricht Gott (durch Paulus im Eph-Brief) zuerst die Frau an, und das Kind, und den Sklaven. Nicht etwa, weil sie die größere Schuld hätten, sondern weil dies der Leidensweg des Christus ist. Die Lösung für die Probleme des Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnisses sieht Paulus also nicht darin, dass die Sklaven befreit werden müssen und die Arbeitnehmer revolutionieren, sondern darin, dass der Mensch innerlich frei werden muss - in Christus. "Leibeigene Knechte, ..." Paulus beginnt mit dem Wort an die Untergeordneten. Das Wort (griech. doulos) bedeutet "Sklavendiener", "leibeigener Knecht". In der Gemeinde der Epheser gab es Sklaven. Paulus reiht wie selbstverständlich aneinander: Frauen - Männer, Kinder - Eltern, Sklaven - Herren. Die Gesellschaftsstrukturen waren als solche in der Gemeinde vertreten, und man saß in der Versammlung nebeneinander. "gehorcht ‹stets› euren Herren nach dem Fleisch" Sie sind Herren lediglich im irdischen Bereich. Der eigentliche Herr ist im Himmel. Paulus sagt in Philipper 3, 20: "unsere bürgerliche Heimat befindet sich im Himmel". Von dort her leben wir, auch wenn wir im Diesseits Untergebene sind. "mit Furcht und Zittern, ..." Die "Furcht" und das "Zittern" gelten nicht den irdischen Herren. Wie man Christus mit Furcht dient, so sollen die Sklaven dienen, zitternd vor dem himmlischen Herrn, denn es steht das Evangelium auf dem Spiel. Die "Herren" (oder Arbeitgeber) sollen für Christus gewonnen werden. Es soll ihnen nach Möglichkeit nichts in den Weg gelegt werden. Jesus selbst ging diesen Weg (Philipper 2, 7.8). Er erniedrigte sich selbst, er nahm als Mensch die Gestalt eines leibeigenen Knechtes an. Dieser Weg ist gangbar! Wir gehen mit Furcht vor - nicht, weil wir Menschen zu fürchten haben, sondern den Herrn. Paulus sagt in 2. Korinther 5, 11: "Da wir also um die Furcht des Herrn wissen, überzeugen wir Menschen; Gott sind wir aber offenbar gemacht." Philipper 2, 12: "bringt ... mit Furcht und Zittern eure eigene Rettung zuwege." Weil wir mit Furcht und Zittern Christus gehorchen wollen, nehmen wir im irdischen Arbeitsverhältnis eine ähnliche Haltung ein. Wir nehmen unsere Aufgaben nicht leichtfertig. Wir sollen mit allem Ernst jetzt hier Nachfolger Christi sein. Die Verantwortung, Christus hier zu vertreten, bringt Zittern mit sich. Ich bin Tag und Nacht Sklave Christi. Ich muss bereit sein, auf sein Geheiß hin mich zu bewegen und auf sein Geheiß hin stehenzubleiben. Ich verfüge nicht über meine Schlafenszeit, Freizeit und Arbeitszeit. Ich darf zwar meinen Weg planen - dementsprechend wie ich meine, dass es Gott wohlgefällig ist -, aber nachdem ich das getan habe, muss ich für Unterbrechungen bereit sein. Dann darf ich beten: "Herr hilf mir und bewahre mich vor Unterbrechungen und Ablenkungen, die nicht von dir sind! Hilf mir, mit denen zu leben, die von dir kommen. Lass mich im Lauf meines Weges (im Gebet, in der Arbeit, im Dienst) nicht unnötig aufgehalten werden." Aber sollte Gott es für gut finden, eine Unterbrechung einzuleiten, muss ich bereit sein, sofort aufzustehen, sofort zu handeln. Ich bin ein Sklave Christi. Wenn wir wirklich mit ganzem Ernst dabei sind, werden wir merken, dass unser Fleisch unwillig ist, zu gehorchen. Kein Wunder, dass Paulus sagt (1. Korinther 9, 27): "Ich behandle meinen Leib mit Gewalt und mache ihn zu einem Sklaven". "Junge, jetzt kommst du mit!" Der Leib ist nicht bekehrt, er ist immer noch faul und träge. Der Geist ist willig, aber oft macht der Leib nicht so schnell mit, wie der Geist es gerne haben möchte. Aber eines Tages wird Gott uns einen neuen Leib geben. Wenn wir uns zu sehr nach den Lüsten und Wünschen des Leibes ausrichten, leben wir diesseitsorientiert; Paulus sagt: dann leben wir "nach dem Fleisch". Manche Christen sind geradezu gekennzeichnet von dem Wesen des Fleisches. Christen sollten jedoch Soldaten (Diener) Christi sein. Es sollte zu sehen sein, dass ihr Leib ihnen gehorcht und nicht sie dem Leib. Sie sollen mit Furcht und Zittern dem Herrn dienen. "in Einfalt eures Herzens" das heißt: ohne Hintergedanken, vorbehaltlos, aufrichtig. " - wie dem Christus;" Hier kommt der Bezug auf Christus (beziehungsweise der Vergleich mit Christus: "wie dem Christus") zum ersten Mal in diesem Text vor; viermal lenkt Paulus die Augen des Sklaven auf Jesus: "wie dem Christus (V. 5); ihr seid Sklaven Christi (V. 6); ihr leistet Sklavendienst "als dem Herrn" (V. 7)"; und ihr werdet belohnt "von dem Herrn" (V. 8) - und einmal auf Gott (V. 6): ihr tut "den Willen Gottes" (sein Wille ist euer Befehl). Ihr seid ihm verantwortlich. Und von ihm kommt auch die Belohnung. Fünfmal wird ihnen zugerufen: Haltet das Auge auf den Herrn gerichtet! Keine der drei Gruppen (5, 25-6, 9) hat das so nötig wie die Sklaven. Paulus setzt sich gleichsam neben den Sklaven und sagt: "Bruder, auch ich, der Gebundene im Herrn (4, 1), der Gebundene Christi Jesu (3, 1), bin im Gefängnis, aber ich bin es im Herrn! Ich halte mir den Herrn vor Augen. So sieht das aus." "nicht mit Augendienerei als Menschengefällige, ..." Augendienerei ist eine verbreitete Art zu arbeiten: Sobald die Augen des Aufsehers abgewendet sind, arbeitet man anders. Nicht so, sagt Paulus, denn die Augen des Herrn sind immer auf uns gerichtet. Wir dienen nicht, um Menschen gefällig zu sein, sondern um ihm zu gefallen und in ihm vorwärtszukommen. "sondern als leibeigene Knechte des Christus, die den Willen Gottes von Herzen tun." Wenn Sie Schreiner sind, so sind Sie von Gott geführt, Schreiner zu sein. Sagen Sie nicht: "Ich bin nebenbei Schreiner, aber in erster Linie Verkünder des Evangeliums beziehungsweise Diener Christi". Nein, Sie sind beides. Die berufliche Arbeit, die Sie tun, ist nicht nebensächlich. Er hat Sie an diesen Platz gestellt. Alles, was wir tun, sollen wir für den Herrn tun. Es ist sein Wille. Und diesen Willen wollen wir von Herzen tun, das heißt, ganz und gerne tun! "Leistet Leibeigenendienst [oder: Verrichtet den Sklavendienst; tut den Dienst des leibeigenen Knechtes] mit gutem Willen, ..." - nicht mit bösem Willen. Es scheint, dass Paulus hier einen Wink gibt: Verrichtet nicht nur den geforderten Sklavendienst, sondern dient über das Geforderte hinaus (auf Englisch: beyond the call of duty). "als dem Herrn und nicht den Menschen, ..." - denn hinter dem Chef steht der Herr. Wir sollten hinter jedem irdischen Vorgesetzten Jesus Christus sehen, unseren wahren Vorgesetzten. "in dem Wissen, dass ein jeder, wenn er etwas Gutes tut, dieses vom Herrn ‹für sich› als Ertrag erhalten wird, er sei Knecht oder Freier." Etwas freier übersetzt: "wissend, dass ein jeder für das Gute, das er tut, von dem Herrn Lohn zurückerhalten wird, er sei Knecht oder Freier." Wir tun die uns aufgetragene berufliche Arbeit im Hinblick auf den Lohn im Himmel. "dass ein jeder, wenn er etwas Gutes tut, ..." Die Arbeit des Sklaven ist etwas, das Paulus "gut" ("das Gute, das er tut") nennt. Arbeit ist an und für sich etwas Gutes. Sie kam nicht erst mit dem Sündenfall. Schon vorher hatte Adam Arbeit im Garten Eden. Wir sollen dieses Gute für den Herrn tun, in welcher Gesellschaftsstruktur auch immer wir uns befinden. "..., dieses von dem Herrn ‹für sich› als Ertrag erhalten wird" Alles, was wir tun, ist Investition! Und eines Tages werden wir mit himmlischen Prozenten belohnt werden. Es gibt auch Vergeltung/Lohn im negativen Sinn. Wenn im Brief der Offenbarung die Bösen aufgezählt werden, werden auch Sklaven erwähnt (Offenbarung 6, 15). Sie haben keine Entschuldigung. Sie können nicht sagen: "Aber wir waren doch schon auf Erden unterdrückt." Ihr nachteiliges Los an und für sich rettet sie nicht. Auch sie müssen von ihren bösen Taten umkehren. 2. Ein Wort an die Herren - Epheser 6, 9 "Und die Herren: Tut dasselbe gegen sie und lasst das Drohen, wissend, dass auch euer eigener Herr in den Himmeln ist, und bei ihm gibt es kein Ansehen der Person." Was ist mit "Tut dasselbe" gemeint? Paulus hatte eben erklärt, man sollte den Dienst dem Herrn tun (V. 7), und man sollte "mit Furcht und Zittern" gehorchen wie dem Christus (V. 5). Der Herr des Sklaven soll dieselbe Haltung einnehmen: von ganzem Herzen dienen, mit aller Energie und allem Respekt, mit Furcht und Zittern seinem himmlischen Herrn Dienst leisten. Er hat sich seinem Sklaven gegenüber genauso zu verhalten, wie sich der Sklave dem Herrn gegenüber verhält. Ein Herr soll seine Sklaven so behandeln, wie er selbst behandelt werden möchte. Das ist eine hohe Forderung. Von Christus her können wir in den ungerechten Gesellschaftsstrukturen dieser Welt einen Ausgleich finden. "und lasst das Drohen, ..." Lasst es! Der Herr droht, nicht ihr seid die Drohenden. "wissend, dass auch euer eigener Herr in den Himmeln ist, ..." Denkt aber nicht, er sei weit weg! - denn ihr seid "in den himmlischen Bereichen" (2, 6). Er ist neben euch, sieht, was ihr tut. "und bei ihm gibt es kein Ansehen der Person." Dieses letzte Wort ist zugleich eine Verheißung, dass eines Tages der große Ausgleich kommen wird, die große Gleichschaltung, und sie wird gerecht sein. 3. Exkurs zur Aufhebung der Sklaverei Es gibt Vieles in der Welt, was nicht sein sollte. Es ist nicht der Weg Gottes, sofort das Paradies einzuführen. Die Forderung nach der Aufhebung der Sklaverei ist willkürlich, denn die Sklaverei ist nur eine Form von Unterdrückung. Wenn man schon die Aufhebung der Sklaverei fordert, müsste man weitergehen: Man müsste fordern, dass alles aufgehoben wird, was nicht sein sollte. Aber es ist nun einmal so, dass Gott Anlass zum Leid stehen lässt. Die Sklaverei von Menschen ist nicht nur auf die Sünden von Menschen zurückzuführen. Gott bleibt Herr in dieser Welt! Er weiß um alle Unterdrückung, und er lässt sie zu. Wir müssen bedenken, dass es ohnehin Gnade ist, dass der Mensch überhaupt noch am Leben ist. Gott hätte ein Recht, sofort den Tod aller Menschen herbeizuführen. Niemand denke, dass das Sterben eine "Erlösung" sei. Nein, die Hölle ist viel schlimmer als die Sklaverei. Das heißt, die Tatsache, dass ein Sklave immer noch lebt, ist Gnade. Und wenn ein Sklave Christ ist, ist sein Sklavenstand mit der Hilfe des Herrn tragbar. Mit ihm kann er in dieser Situation ausharren. Wenn in Epheser 6 nichts über politisches Engagement steht, heißt das allerdings nicht, dass Christen sich nicht politisch einsetzen sollten oder dürften. Zum Beispiel haben sich Christen vorbildhaft für die Abschaffung der Sklaverei eingesetzt. Paulus predigte vor Felix nicht über Jesus, sondern er predigte Moral. Elia oder Johannes der Täufer haben hochstehenden Regenten ihre Sünden vorgehalten. Sie haben ihnen ins Gewissen geredet. Das sollten wir Christen tun! Es ist richtig, der Regierung zu sagen: "Dieses und jenes ist verkehrt, es ist Sünde." Nur: dies mit Gewalt zu tun, ist nicht der Weg des Evangeliums. Wir dürfen keinen Weg gehen, der in sich sündig ist. Paulus sagt, wir sollen nicht "Böses tun, auf dass Gutes komme" (Römer 3, 8). Wir müssen auf gutem Wege das Gute erreichen. Wenn wir es auf dem guten Wege nicht erreichen können, müssen wir Gott das Regiment überlassen. Paulus sagt nicht, dass die Sklaverei nicht aufgehoben werden sollte. Er sagt, dass kein Sklave und kein Herr das Recht hat, zu sündigen. Die Lösung für das Problem der Sklaverei liegt im Wort an die Herren. Herbert Jantzen (z. T. Thomas Jettel) - Fortsetzung in der nächsten Nummer DIENSTE MÄRZ - JUNI 2026 20.-21. März: Zollikofen 22.März: Saland 29.März: Villmergen 05. April: Engen/Ebnet 12. April: Engen/Ebnet 14.-19.April: Meschede Römer 1-8 20.-24.April: Haus Frieden, Hägelberg 26.April: Engen/Ebnet 03.Mai: Rothrist 14.Juni: Engen/Ebnet Vielen Dank für Ihre Gebete! - Thomas Jettel ___________________________________________________________________________________________________________________________________ In "Unterwegs notiert" geben wir (seit 1999) Gedanken weiter, die im geistlichen Gespräch oder im Dienst am Wort eine Hilfe sein können. Die Zustellung ist unentgeltlich. Frühere Nummern können bei www.sermon-online.de heruntergeladen werden. Hrsg. Thomas Jettel, jettel@bluewin.ch Krümmenswil 414; CH-9643 Krummenau; +41 76 490 5953. Homepage: https://jettel.ch Beiträge zum Inhalt bitte an den Herausgeber. Inhalte dürfen vervielfältigt werden. (Bankverbindung: Thomas Jettel, IBAN: DE73 6849 2200 0001 4628 14 oder CH40 0900 0000 8751 9928 9) Zur Erleichterung des Versandes bitte E-Mail-Adressen dem Herausgeber bekannt geben. 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