Psalm 42, 6

Das Buch der Psalmen

Kapitel: 42, Vers: 6

Psalm 42, 5
Psalm 42, 7

Luther 1984:Was betrübst du dich, meine Seele, / und bist so unruhig in mir? / Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, / daß er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.-a- -a) Psalm 116, 7.
Menge 1926/1949 (Hexapla 1989):Was betrübst du dich, meine Seele, / und stürmst so ruhlos in mir? / Harre auf Gott! denn ich werde ihm noch danken, / ihm, meines Angesichts Hilfe und meinem Gott.
Revidierte Elberfelder 1985/1986:Was bist du so aufgelöst-1-, meine Seele, und stöhnst-2- in mir? / Harre auf Gott! - denn ich werde ihn noch preisen (für) / -3-das Heil-4- seines Angesichts-a-. / -1) o: gebeugt. 2) o: bist unruhig. 3-3) bei and. Vers- und Wortabtrennung lautet der Text wie in V. 12 und Psalm 43, 5. 4) w. Mz: «Rettungen, Heilstaten». a) Psalm 43, 5.
Schlachter 1952:Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? / Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, / daß er meines Angesichts Heil und mein Gott ist! /
Zürcher 1931:Was bist du so gebeugt, meine Seele, / und so unruhig in mir? / Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, / ihm, meinem Helfer und meinem Gott!
Luther 1912:Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott! denn ich werde ihm noch danken, daß er mir hilft mit seinem Angesicht. - Psalm 42, 12; Psalm 43, 5.
Buber-Rosenzweig 1929:Was versenkst du dich, meine Seele, und rauschest in mir! Harre auf Gott! ja, noch werde ich ihm danken seines Antlitzes Befreiungen, meinem Gott.
Tur-Sinai 1954:Was beugst du, meine Seele, dich / und jammerst in mir? / Erharre Gott, denn noch will ich ihm hulden / der ist des Angesichtes Heil!
Luther 1545 (Original):Was betrübestu dich meine Seele, vnd bist so vnrügig in mir? harre auff Gott, Denn ich werde jm noch dancken, das er mir hilfft mit seinem Angesicht. -[Angesicht] Ist sein erkentnis vnd gegenwertigkeit durchs wort vnd glauben.
Luther 1545 (hochdeutsch):Was betrübest du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, daß er mir hilft mit seinem Angesicht.
NeÜ 2021:(6) Was bist du so verwirrt, meine Seele, / was stöhnst du in mir? / Hoffe auf Gott! Denn ich werde ihn noch loben / für die Rettung, die von ihm kommt.
Jantzen/Jettel 2016:Was bist du aufgelöst 1), meine Seele, und bist unruhig 2) in mir? Warte auf Gott, denn ich werde ihm noch danken 3) für das Heil 4) seines Angesichts 5). a)
1) o.: Was beugst du dich tief hinab; so a. V. 12 u. 43, 5
2) o.: stöhnst du auf; bist du angstvoll; so a. V. 12 u. 43, 5
3) o.: ‹Lob› bekennen; so a. V. 12 u. 43, 4 .5
4) o.: die Heilstaten; o.: die Rettungen; im Hebräer Mehrzahl; so a. V. 12 u. 43, 5
5) d. h.: das Heil, das von seinem in Gnaden zugewandten Angesichts ausgeht Andere übersetzen mit alten Übersetzungen (gr., syrisch, lat.) und einer hebr. Hs.: „der das Heil meines Angesichts ist und mein Gott.“ Diese Version, identisch mit den Parallelen 42, 12 und 43, 6, hat einiges für sich. Moll (im Bibelwerk von Lange) weist darauf hin: „Ändert man … die Lesart in der angegebenen Weise, so entsteht nicht bloß eine Gleichförmigkeit der Kehrverse [42, 12; 43, 6], sondern ein passender Sinn in unanstößiger Form und ein angemessener rhythmischer Schlussfall.“ Der Masoretische Text liest: „und für das Heil seines Angesichts“ (d. h.: für das Heil, das von seinem [in Gnaden zugewandten] Angesicht ausgeht). Moll findet die Wortstellung von „Heil seines Angesichts“ anstößig. Er schreibt: „Denn abhängig vom Zeitwort ‘preisen’ [danken] und ohne ein verknüpfendes ‘und’ in Parallele gestellt zu dem voraufgehenden ‘ihn’, d. i. Gott, entsteht entweder eine harte Konstruktion, indem man das Zeitwort in Gedanken wiederholt, oder es verwandelt sich die Apposition in eine frostige Substituierung.“ Auch Delitzsch weist darauf hin, dass die von den Masoreten überlieferten Worte „keinen rechten Schluss bilden“ würden. Es scheint aber nicht zwingend erforderlich, vom Masoretischen Text abzuweichen; er ergibt einen guten Sinn. Eine geringfügige Abweichung von Parallelversen ist auch sonst im Psalter nicht unüblich. (Vgl. 24, 7 mit V. 9; 49, 13 mit V. 21; 56, 5 mit V. 11.12; 59, 10 mit V. 18.)
a) Psalm 42, 12; 43, 5; Matthäus 8, 26; Psalm 27, 13 .14*; 71, 14; Klagelieder 3, 24 .25 .26; Psalm 31, 15 .16 .17; 44, 4; Jesaja 12, 2
English Standard Version 2001:Why are you cast down, O my soul, and why are you in turmoil within me? Hope in God; for I shall again praise him, my salvation
King James Version 1611:Why art thou cast down, O my soul? and [why] art thou disquieted in me? hope thou in God: for I shall yet praise him [for] the help of his countenance.



Kommentar:
John MacArthur Studienbibel:42, 1: Wie im Fall von Psalm 9 und 10, gehörten Psalm 42 und 43 ursprünglich zusammen. Einige alte Handschriften fügen sie zusammen; Psalm 43 hat im Gegensatz zu den anderen umgebenden Psalmen keine Überschrift. In seiner Form kann Psalm 42 als persönliche Wehklage betrachtet werden. Dieser Psalm liefert außerdem ein Beispiel für eine wichtige Eigenschaft des 2. Psalmbuches: Gott wird hier vorzugsweise als »Gott« (bzw. mit Parallelen zu diesem Wort) bezeichnet. Die historische Situation von Psalm 42 ist nicht näher spezifiziert. Offensichtlich ist jedoch, dass der Psalmist in einer harten Situation steckte, die von seinen umgebenden Spöttern noch arg verschlimmert wurde. Folglich ist Psalm 42 ein zweistrophiges Klagelied. I. Strophe 1: Der Psalmist singt von seinem Durst (42, 2-6) A. Der Inhalt dieser Strophe (42, 2-5) B. Der Refrain dieser Wehklage (vgl. V. 12) (42, 6) II. Strophe 2: Der Psalmist singt von seinem Ertrinken (42, 7-12) A. Der Inhalt dieser Strophe (42, 7-11) B. Der Refrain dieser Wehklage (vgl. V. 6) (42, 12) 42, 1 Die Begriffe »Vorsänger« (d.h., der Anbetungsleiter) und »Maskil« (eine »Besinnung« oder Lektion; vgl. Psalm 32, 1) kommen hier nicht zum ersten Mal vor, im Gegensatz zu »den Söhnen Korachs«. Zur Abstammung der »Söhne Korachs« vgl. 4. Mose 26, 10ff.; 1. Chronik 6, 1ff.; 2. Chronik 20, 19. Insgesamt 11 Psalmen werden dieser Gruppe zugeordnet, davon kommen 7 im 2. Psalmbuch vor (Psalm 42, 44, 45, 46, 47, 48, 49). Bei diesen Israeliten handelt es sich wahrscheinlich eher um die levitischen Interpreten als um die Autoren dieser Psalmen (d.h. sinngemäß »für die Söhne Korachs«).




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