Psalm 40, 7

Das Buch der Psalmen

Kapitel: 40, Vers: 7

Psalm 40, 6
Psalm 40, 8

Luther 1984 Psalm 40, 7:-a-Schlachtopfer und Speisopfer gefallen dir nicht, aber die Ohren hast du mir aufgetan. / Du willst weder Brandopfer noch Sündopfer. / -a) Psalm 50, 8-13; 51, 18; 1. Samuel 15, 22; Hebräer 10, 5-10.
Menge 1926 Psalm 40, 7:An Schlacht- und Speisopfern hast du kein Gefallen, / doch offne Ohren hast du mir gegeben; / nach Brand- und Sündopfern trägst du kein Verlangen. /
Revidierte Elberfelder 1985 Psalm 40, 7:An Schlacht- und Speisopfern hattest du kein Gefallen,-a- / Ohren hast du mir gegraben-b-; / Brand- und Sündopfer hast du nicht gefordert-c-. / -a) Psalm 51, 18. b) Jesaja 50, 4.5. c) Psalm 50, 9.13.
Schlachter 1952 Psalm 40, 7:Opfer und Gaben begehrst du nicht; / die Ohren hast du mir aufgetan; / Brandopfer und Sündopfer hast du nicht verlangt. /
Zürcher 1931 Psalm 40, 7:Schlachtopfer und Speisopfer gefallen dir nicht, / doch Ohren hast du mir gegraben; / Brandopfer und Sündopfer forderst du nicht. / -Psalm 50, 13; 51, 18; Jesaja 1, 11; Jeremia 6, 20; 7, 22; Amos 5, 22; Micha 6, 6.7.
Buber-Rosenzweig 1929 Psalm 40, 7:Nach Schlachtmahl, Hinleitspende gelüstets dich nicht: Ohren hast du mir gebohrt. Darhöhung, Entsündungsgabe heischest du nicht..
Tur-Sinai 1954 Psalm 40, 7:Hast Schlachtung, Spende nicht begehrt / da du die Ohren mir geöffnet; / Hochopfer und Entsündungsgabe hast du nicht verlangt. /
Luther 1545 Psalm 40, 7:Opfer und Speisopfer gefallen dir nicht; aber die Ohren hast du mir aufgetan. Du willst weder Brandopfer noch Sündopfer.
NeÜ 2016 Psalm 40, 7:Opfer und Gaben gefallen dir nicht, / aber Ohren hast du mir gegeben; / und ich weiß, dass du weder Brand- noch Sündopfer willst.
Jantzen/Jettel 2016 Psalm 40, 7:°An Opfern 1) und Dargebrachtem hattest du nicht Lust. 2) Ohren 3) hast du mir gegraben. Brandopfer und Sündopfer hast du nicht erbeten. 4) a)
1) im Hebräer kollektive Einzahl
2) nach der griechischen Übersetzung und Hebräer 10, 5: Opfer … wolltest du nicht
3) So nach d. Mas. T. u. einigen Hss der griech. Üsg. Andere wichtige Hss d. griech. Üsg. sowie Hebräer 10, 5 haben: „einen Leib“. Übersetzungskommentar: Die Übersetzung dieser Verse stellt eine Schwierigkeit dar. An welchen überlieferten Text soll man sich halten, an den Masoretischen Text, an die überlieferte griechische Version des AT oder an die des Verfassers des Hebräerbriefschreibers, der den Text in Hebräer 10, 5-7 zitiert? Nach dem Mas. T. lautet der Text auf Dt.: „(V. 7) An Opfer und Gabe hattest du nicht Gefallen. Ohren hast du mir gegraben. Brandopfer und Sündopfer hast du nicht erbeten. (V. 8) Da sagte ich: Siehe: Ich komme. In der Rolle des Buches ist über mich geschrieben. (V. 9) Dein Wohlgefallen zu tun, mein Gott, ist meine Lust. Und deine Weisung ist mitten in meinem Inneren [eigtl.: mitten in meinen Eingeweiden].“ [Eine etwas unwahrscheinlichere Übersetzungsvariante: Man könnte den letzten Teil von V. 9 auch an V. 8 anschließen: „(V. 8) Da sagte ich: Siehe: Ich komme (in der Rolle des Buches ist über mich geschrieben), (V. 9) dein Wohlgefallen, mein Gott, zu tun. Ich habe Lust ‹daran›. Und deine Weisung ist mitten in meinem Inneren.“] Nach Hebräer 10, 5-7 lautet der Text: „(V. 5) … Opfer und Dargebrachtes wolltest du nicht. Einen Leib richtetest du mir zu. (V. 6) An Brandopfern und [Opfern] für Sünde hattest du nicht Wohlgefallen. (V. 7) Dann sagte ich: Siehe! Ich komme (in der Rolle des Buches ist über mich geschrieben), deinen Willen, Gott, zu tun.“ … Nach der gr. Übersetzung des AT lautet Psalm 40, 7-9: „(V. 7) Opfer und Dargebrachtes wolltest du nicht, aber Ohren [o.: einen Leib; s. u.] richtetest du mir zu. Brandopfer und [Opfer] für Sünde erbatest du nicht. (V. 8) Dann sagte ich: Siehe! Ich komme. In der Rolle des Buches ist über mich geschrieben. (V. 9) Zu tun deinen Willen, mein Gott, habe ich gewollt. Und deine Weisung ist mitten in meinem Inneren.“ Ein Vergleich zeigt, dass der Text im Großen und Ganzen gleich ist. Der Hauptunterschied besteht darin, dass in Psalm 40, 7 der Mas. T. OSNAJIM (Ohren) hat, das NT (in Hebräer 10, 5) aber SOOMA (Leib). Der gr. Text des AT ist in Psalm 40, 7 (n. gr. Zählung Psalm 39, 7) nicht einheitlich überliefert. Manche gr. Mss haben OOTIA (Ohren; so Codex G, s. Septuaginta-Ausgabe v. A. Rahlfs, 1935). Die drei bekannten Textzeugen SINAITICUS, VATICANUS u. ALEXANDRINUS haben SOOMA (Leib). (Word Biblical Commentary, zu Hebräer 10, 5, NOTES, Anm. m) Die beste Lösung zur Erklärung des Unterschiedes liegt darin, dass die gr. Übersetzer des AT den hebr. Ausdruck für „Ohren“ als SYNEKDOCHE für „Leib“ auffassten. SYNEKDOCHE ist die Ersetzung eines Wortes durch einen Begriff aus demselben Begriffsfeld. In diesem Fall steht ein Teil [„Ohren“] für das Ganze [„Leib“], lat.: PARS PRO TOTO. Entsprechend übersetzten sie OSNAJIM (Ohren) mit SOOMA (Leib). Wer das „Ohr“ eines Knechtes hat, hat auch seinen Leib, d. h., seine Hingabe, seinen Gehorsam. Die „Ohren“ repräsentieren den ganzen Leib des Knechtes JAHWEHS, der aufmerksam auf den göttlichen Befehl hörte und sich im Gehorsam hingab. Die Tatsache, dass gr. Handschriften des AT existieren, die den hebr. Ausdruck beibehielten (Codex G, vgl. die Rahlfs-Ausgabe), ist eine Bestätigung dafür, dass die hebr. Vorlage OSNAJIM (Ohren) hatte und der Mas. T. an dieser Stelle richtig überliefert ist. In der gr. Vorlage, aus der der Hebräerschreiber zitierte, stand höchstwahrscheinlich SOOMA (Leib).
4) Vgl. Hebräer 10, 7: An Brandopfern und [Opfern] für Sünde hattest du nicht Wohlgefallen
a) Hebräer 10, 5-7; Psalm 51, 18; 1. Samuel 15, 22; Hosea 6, 6; Matthäus 9, 13; 2. Mose 21, 5-6; Jesaja 50, 4-5