1. Petrus 1, 2

Der erste Brief des Petrus (Erster Petrusbrief)

Kapitel: 1, Vers: 2

1. Petrus 1, 1
1. Petrus 1, 3

Luther 1984:die Gott, der Vater, -a-ausersehen hat durch die Heiligung des Geistes zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blut Jesu Christi: Gott gebe euch viel Gnade und Frieden! -a) Römer 8, 29.
Menge 1949 (V1):und nach der Vorersehung-1- Gottes des Vaters dazu auserwählt sind, in der Heiligung-2- des Geistes zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blute Jesu Christi (zu gelangen): Gnade und Friede möge euch immer reichlicher zuteil werden! -1) aÜs: Voraussicht, Vorherbestimmung. 2) o: durch die Heiligung.
Revidierte Elberfelder 1985:nach Vorkenntnis Gottes-a-, des Vaters, in der Heiligung des Geistes-b- zum Gehorsam-c- und zur Blutbesprengung Jesu Christi-d-: Gnade und Friede werde euch (immer) reichlicher zuteil-e-! -a) Römer 8, 29; Kolosser 3, 12. b) 1. Korinther 6, 11. c) Römer 1, 5. d) Hebräer 12, 24. e) 2. Petrus 1, 2; Judas 2.
Schlachter 1952:nach der Vorsehung-1- Gottes des Vaters, in der Heiligung des Geistes, zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blute Jesu Christi; Gnade und Friede widerfahre euch mehr und mehr! -1) dem Vorherwissen.++
Zürcher 1931:nach der Vorherbestimmung Gottes, des Vaters, in der Heiligung durch den Geist zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blute Jesu Christi. Gnade und Friede werde euch in Fülle zuteil! -Römer 8, 29; Hebräer 12, 24.
Luther 1545:nach der Versehung Gottes des Vaters, durch die Heiligung des Geistes, zum Gehorsam und zur Besprengung des Blutes Jesu Christi. Gott gebe euch viel Gnade und Frieden!
Albrecht 1912:und die nach der Vorherbestimmung Gottes des Vaters-a- auserwählt sind, um, von dem Geiste geheiligt, zum Gehorsam-1- zu kommen und mit dem Blute Jesu Christi-2- besprengt zu werden-b-*. Gnade und Friede werde euch reichlich zuteil! -1) gegen die Heilsbotschaft. 2) als des wahren Passahlammes (1. Korinther 5, 7). a) vgl. Römer 8, 29. b) vgl. 1. Johannes 1, 7.++
Luther 1912:nach -a-der Vorsehung Gottes, des Vaters, durch die Heiligung des Geistes, zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blut Jesu Christi: Gott gebe euch viel Gnade und Frieden! -a) Römer 8, 29.
Meister:nach Vorhererkenntnis-a- Gottes des Vaters, in Heiligung-b- des Geistes, zum Gehorsam des Glaubens und zur Besprengung-c- des Blutes Jesu Christi; Gnade-d- und Friede die Fülle! -a) Epheser 1, 4; 1. Petrus 1, 20; Römer 8, 29; 11, 2. b) 2. Thessalonicher 2, 13. c) Hebräer 10, 22; 12, 24. d) Römer 1, 7; 2. Petrus 1, 2; Judas 2.
Menge 1949 (V2):und nach der Vorersehung-1- Gottes des Vaters dazu auserwählt sind, in der Heiligung-2- des Geistes zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blute Jesu Christi (zu gelangen): Gnade und Friede möge euch immer reichlicher zuteil werden! -1) aÜs: Voraussicht, Vorherbestimmung. 2) o: durch die Heiligung.
Nicht revidierte Elberfelder 1905:auserwählt nach Vorkenntnis Gottes, des Vaters, durch-1- Heiligung-2- des Geistes, zum Gehorsam und zur Blutbesprengung Jesu Christi: Gnade und Friede sei euch-3- vermehrt! -1) o: in. 2) s. Anm. zu 2. Thessalonicher 2, 13. 3) w: Gnade euch und Friede sei.++
Revidierte Elberfelder 1985-1991:nach Vorkenntnis Gottes-a-, des Vaters, in der Heiligung des Geistes-b- zum Gehorsam-c- und zur Besprengung mit dem Blut Jesu Christi-d-: Gnade und Friede werde euch (immer) reichlicher zuteil-e-! -a) Römer 8, 29; Kolosser 3, 12. b) 1. Korinther 6, 11. c) Römer 1, 5. d) Hebräer 12, 24. e) 2. Petrus 1, 2; Judas 2.
Schlachter 1998:die auserwählt sind gemäß der Vorsehung-1- Gottes des Vaters, in der Heiligung des Geistes, zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blut Jesu Christi: Gnade und Friede werde euch mehr und mehr zuteil! -1) o: Vorerkenntnis; dasselbe Wort in Apostelgeschichte 2, 23.++
Interlinear 1979:nach Vorbestimmung Gottes, Vaters, in Heiligung Geistes, zum Gehorsam und Besprengung mit Blut Jesu Christi, Gnade euch und Friede möge immer reichlicher zuteil werden!
NeÜ 2016:Gott, der Vater, hat euch aufgrund seiner Allwissenheit erwählt und durch das Wirken seines Geistes zu geheiligten Menschen gemacht, zu Menschen, die Jesus Christus gehorchen und durch sein Blut von aller Schuld gereinigt sind. Gnade und Frieden mögen sich reichlich vermehren bei euch.
Jantzen/Jettel 2016:[ a)erwählten Fremden] gemäß b) Vorkenntnis 1) Gottes, des Vaters, in c)Heiligung des Geistes 2), zum d)Gehorsam und ‹zur› Besprengung mit [dem] e)Blut Jesu Christi: Gnade [sei] euch ‹zuteil› und Friede [werde euch] vermehrt.
a) 1. Petrus 2, 4; 2, 6; 2, 9; Epheser 1, 4*
b) Römer 8, 29*
c) 2. Thessalonicher 2, 13
d) 1. Petrus 1, 22*
e) 1. Petrus 1, 19; Hebräer 9, 12-26; 10, 22; 11, 28; 12, 24
1) o.: gemäß einem Zuvorkennen Petrus nennt die Adressaten „erwählte Fremdlinge der Zerstreuung“. Der Artikel vor „erwählte Fremdlinge“ fehlt. Möglicherweise will der Apostel dadurch den Stand seiner Leser betonen: Wenn ich euch schreibe, schreibe ich „an erwählte Fremdlinge der Zerstreuung“. Man könnte übersetzen: „an solche, die erwählte Fremdlinge ‹in› der Zerstreuung sind“. Er schreibt an Fremdlinge, die zwar in der Welt zerstreut leben, aber Gottes „Eigentumsvolk“ und „erwähltes Geschlecht“ (2, 9.10) sind. V. 2 „[Erwählte Fremdlinge] gemäß Vorauskenntnis Gottes, des Vaters, in Heiligung des Geistes zum Gehorsam und zur Blutbesprengung Jesu Christi“ Das, was sie sind – erwählte Fremdlinge – sind sie „gemäß Vorauskenntnis Gottes, des Vaters, d. h., gemäß einem liebenden Vorauskennen. „… gemäß Vorauskenntnis“, nicht gemäß Vorherbestimmung. „Vorherbestimmen“ bzw. „im Voraus bestimmen“ ist pro-ooridsein. (Wir beachten: In Rm 8, 29.30 wird „vorauskennen“ von „im Voraus bestimmen“ unterschieden.) Weil Gott sie bereits zuvor in Christus kannte, waren sie erwählte Fremdlinge „gemäß Vorauskenntnis Gottes“, d. h., entsprechend einem göttlichen Zuvorkennen in der Ewigkeit. Das griech. Wort für „zuvor kennen / vorauskennen“ setzt sich zusammen aus zwei Wörtern: pro- (vor; voraus) und -ginooskein. Um dem Begriff „zuvor kennen / vorauskennen“ auf den Grund zu gehen, untersuchen wir zuerst die Bedeutung von „kennen“ und dann die von „zuvor kennen“. Was bedeutet ginooskein (kennen)? Das Wort „kennen“ (ginooskein) kann unpersönlich oder persönlich sein. „Kennen“ kann sowohl im Griechischen als auch im Hebräischen mehr bedeuten als lediglich, eine sachliche Kenntnis von etwas zu haben. Das griechische Wort hat eine große Bedeutungsspanne. Es kann heißen: „Kenntnis haben; in Kenntnis sein; erfahren; in Erfahrung bringen; merken; erkennen; zur Kenntnis kommen; kennenlernen; zur Kenntnis nehmen; zur Kenntnis bringen; verstehen; im Passiv: bekannt werden; bekannt sein; in den Sinn kommen; begreifen; verstehen; wissen.“ (Ähnlich ist es mit dem hebräischen Wort für „kennen“, jada’. Es ist mehr als ein Wissen.) Wenn in der Bibel davon die Rede ist, dass eine Person eine andere „kennt“, ist ein besonderes Kennen gemeint, ein nahendes, liebevolles, ein Kennen, das den Gekannten in eine persönliche Beziehung zu dem Kennenden setzt und umgekehrt. Der Herr Jesus kennt den Vater in besonderer Weise (Johannes 8, 55). Gott kennt und kannte in seiner Allwissenheit alle Menschen. Jesus sagt von den Ungerechten, dass er sie nie kannte (Matthäus 7, 23), von den Gläubigen aber, dass er sie kennt (Johannes 10, 14.15.27; 2. Timotheus 2, 19M). In Psalm 1, 6A hießt es: „Jahweh kennt den Weg der Gerechten“. Wenn der Herr den Weg des Gerechten kennt, bedeutet dieses jedoch nicht, dass er ihn im Voraus bestimmt oder vorgezeichnet hat. In Psalm 37, 18A lesen wir: „Jahweh kennt die Tage der Lauteren…“ Adam kannte Eva (1. Mose 4, 1.25; 24, 16; Matthäus 1, 25), nämlich liebevoll und in einer Beziehung mit ihr stehend. Und Gäubige „kennen“ ihren Herrn in einer besonderen Weise, mit Erfahrung und Beziehung (Johannes 17, 3; 1Johannes 5, 20; Jeremia 31, 34).Mose kannte Jahweh „von Angesicht zu Angesicht“ (5. Mose 34, 10). Ebenso ist das Kennen, mit dem Gott Israel kannte, mehr als lediglich ein Wissen: Rm 11, 2: „Gott verstieß sein Volk nicht, das er im Voraus kannte/ erkannte.“ (Vgl. Psalm 91, 14; Am3, 2; 5. Mose 9, 24.) Das wird auch in 2. Mose 2, 25 deutlich: „Und Gott sah die Söhne Israels. Und Gott kannte/erkannte ‹sie›.“ Gott nahm liebevoll Kenntnis von ihnen, nahm sich ihrer an und trat schließlich in eine besondere Beziehung mit ihnen. Gott kennt die Seinen schon von der Ewigkeit her, die anderen nicht. Zu den Ungläubigen wird er eines Tages sagen, dass er sie nie kannte (Matthäus 7, 23). Was bedeutet „proginooskein“ bzw. „prognoosis“? Pro- (vor; voraus) und ginooskein (kennen) ergibt die Bedeutung „vorauskennen“ / „im Voraus kennen“. „Vor“ bezieht sich in 1. Petrus 1, 2 auf die Ewigkeit, vor unserer Zeit. Proginooskein bedeutet an dieser Stelle ein göttliches Kennen vor unserer Zeit, ein Kennen in der Ewigkeit. Gott überblickt von Anfang an das Ende. Der Herr Jesus wird eines Tages zu den Ungerechten sagen: „Ich habe euch nicht gekannt“112 (Matthäus 7, 23). Auch am Anfang „kannte“ er sie in diesem Sinne nicht, obwohl er von ihnen wusste. Wenn ginooskein (kennen) mehr ist als ein Wissen, so ist proginooskein (im Voraus kennen) mehr als ein Vorauswissen um jemandes Existenz. Es handelt sich in diesen Zusammenhängen um ein Vorauskennen verbunden mit einer Beziehung. Lenski spricht von einem Kennen „mit Zuneigung und einer daraus resultierenden Wirkung“ (113 „with affection and with a resultant effect“ (Lenski, zu 2. Petrus 1, 1.2). Zuvorkennen/Vorauskennen scheint also ein liebevolles persönliches, beziehungsmäßiges Kennen im Voraus zu sein. In seiner Allwissenheit kannte Gott in der Ewigkeit bereits die, die eines Tages in Christus sein würden. „Vorkenntnis/Vorauskenntnis“ ist in diesem Zusammenhang daher mehr als Voraussicht und Vorauswissen von Fakten. Das Hauptwort prognoosis kommt neben 1. Petrus 1, 1.2 nur noch in Apg 2, 23 vor: „... diesen, der nach Gottes festgesetztem Ratschluss und Vorauskenntnis dahingegeben worden war, habt ihr genommen und umgebracht, wozu ihr die Hände von Gesetzlosen gebrauchtet, die ihn an [das Kreuz] hefteten ...“ In den Apokryphen kommt es noch an zwei Stellen im Buch Judit vor: „Und ich werde dich mitten durch Judäa führen bis nach Jerusalem und deinen Thron mitten in der Stadt aufstellen. Du wirst sie wegführen wie Schafe, denen der Hirte fehlt, und kein Hund wird gegen dich bellen. Dieses wurde mir durch mein Vorherwissen (Vgl. Herder Übersetzung. Einheits-Übersetzung: „kraft meiner Sehergabe“; Patloch: „gemäß meiner Vorherschau“) mitgeteilt. Es wurde mir verkündet, und ich wurde gesandt, es dir zu berichten.“ (11, 19; Kursivsetzung vom Verfasser; so auch im Folg.) „Und deine Beschlüsse [o.: die Dinge, die du beschlossen hattest,] waren da und sprechen: ‘Siehe, da sind wir!’; denn alle deine Wege sind in Bereitschaft, und dein Gericht ist vorhergesehen...“ (9, 6) Das Zeitwort (im Voraus kennen; zuvor kennen; griech. proginooskein) kommt im NT in Apg 26, 5; Rm 8, 29; 11, 2; 1. Petrus 1, 20 und 2. Petrus 3, 17 vor, nie im AT, dreimal im apokryphen Weisheitsbuch Salomons. Apg 26, 5: „... da sie mich von der ersten Zeit her kannten – wenn sie es bezeugen wollen –, dass ich nach der strengsten ‹und genauesten› Sonderrichtung unserer Frömmigkeitserweisung lebte: als Pharisäer.“ Rm 8, 28.29: „Wir wissen aber: Denen, die Gott lieben, wirkt alles zusammen zum Guten, denen, die nach einem Vorsatz gerufen sind, 29 weil er die, die er im Voraus kannte, auch im Voraus bestimmte, seinem Ebenbilde, dem Sohne, gleichgestaltet zu sein, sodass er Erstgeborener unter vielen Brüdern sei.“ Rm 11, 2A: „Gott verstieß sein Volk nicht, das er im Voraus kannte.“ 1. Petrus 1, 19E.20: „… Christus, der im Voraus gekannt war, vor Gründung der Welt, aber auf die letzten Zeiten [zu] geoffenbart wurde euretwegen ...“ 2. Petrus 3, 17: „Ihr also, Geliebte, als solche, die im Voraus Kenntnis haben ...“ Weisheit Salomons 6, 13: „, die [nach ihr] verlangen, gibt sie [d. i. die Weisheit] sich rasch im Voraus zu erkennen [wörtl: kommt sie zuvor, um sich ihnen im Voraus zu erkennen zu geben]“ 8, 8: „… Zeichen und Wunder erkennt/weiß sie im Voraus und ebenso die Ausgänge der Zeitpunkte und Zeiträume/Zeitläufe.“ 18, 6: „Jene Nacht wurde unseren Vätern im Voraus angekündigt...“ Lexikalische Angaben: Einige Wörterbücher kennen „im Voraus ausersehen“ bzw. „vorherbestimmen“ als Bedeutung von proginooskein nicht: Wilhelm Pape (Griechisch-Deutsch Altgriechisches Wörterbuch) gibt als Bedeutung „Vorherwissen“ (Nomen) bzw. für das Verb „vorher wissen“ od. „einsehen“ an. Das LEH-Lexikon (A Greek-English Lexicon of the Septuagint, Lust, Eynikel, Hauspie) gibt die Bedeutung mit „vorsehen / im Voraus bekannt machen / voraussehen“ (engl.: foresee) an. Liddell & Scott (A Greek-English Lexicon, ein Lexikonvor allem für klassisches Griechisch) geben für das Nomen an: ein „Erkennen/Wahrnehmen im Voraus“ (perceiving beforehand) und (in medizinischen Zusammenhängen:) eine „Prognose“ (von Krankheiten); das Verb: „im Voraus wissen, erfahren, kennen lernen, verstehen“; „vorauskennen“ (foreknow); „im Voraus ein Urteil treffen“ (judge beforehand). Nach Streitenberger ist in der griech. Klassik „vorherbestimmen“ bzw. „im Voraus ausersehen“ für proginooskein unbekannt. (…) Bei Clemens, Justin, Origenes und Hermas findet sich nur die Grundbedeutung „vorherwissen“. (Clemens: „Denn jedes Wissen ist lehrbar; alles Lehrbare aber beruht auf vorher Bekanntem.“ (Stromata 2.4.14.2); „Da aber der Herr ein Herzenskenner ist und die Zukunft vorherweiß , sah er gleich von Anfang her voraus, wie leicht wandelbar der Mensch und wie falsch und tückisch der Teufel ist“ (2.13.56.2.2); „obwohl er im Voraus weiß , dass das, was er tun will, etwas Schlechtes ist.“ (2.13.57.4.4); „Zeichen und Wunder erkennt er im Voraus „ (6.8.70.4.) Justin: „Dass jedoch diejenigen, deren Ungerechtigkeit man vorherwusste , …, nicht durch Gottes Schuld Sünder werden, …, habe ich auch schon oben dargetan.“ (Dialog mit Tryphon, 140.4.7). „Und der Aufschub, dass Gott dies noch nicht getan hat, ist des Menschengeschlechtes wegen eingetreten, denn er sieht vorher , dass einige infolge ihrer Buße noch Rettung finden werden“ (Apologie, 28.2.3). Origenes: „Der die künftigen Dinge vorauswissende Gott“ (Contra Celsum, 2.20); „Wenn ferner die Adler die Nachstellungen gegen ihre Jungen vorhersehen könnten, …, so hätten sie nicht da gehorstet, wo ihnen Nachstellungen bevorstanden.“ (Contra Celsum, 4.90.33). Hermas: „…, da er ein Kenner der Herzen ist und alles vorher weiß , kannte er die Schwachheit der Menschen und die Verschmitztheit des Teufels“ (Pastor 31.4.3).) Thayer’s Greek-English Lexicon of the New Testament hat die Bedeutung: „Vorauswissen, Vorauskenntnis“ (Judit 9, 6; 11, 19); „Vorbedacht, Vorkehrung-Treffen“ (forethought) und „Vorherige Vereinbarung“ (prearrangement); das Verb: „vorauswissen“, „im Voraus Kenntnis haben“; „im Voraus kennen“ (to have knowledge of eforehand); „im Voraus bedacht sein; im Voraus Vorkehrung treffen“. Thayer gibt für Rm 11, 2 „im Voraus kennen“ an und wendet sich gegen die, die Rm 11, 2 so erklären wollen als bedeute es „vorherbestimmen“ (Thayer: “against those who in the preceding passages from Rom. explain proginooskein as meaning to predestinate, cf. Meyer, Philippi, Van Hengel). Luow Nida (Greek-English Lexicon of the New Testament) gibt an: „Vorherwissen/Vorauskenntnis“; für proginooskein: „im Voraus über etwas Bescheid wissen, z. B. um ein Ereignis wissen, bevor es geschieht“; „im Voraus kennen“; „Vorherwissen/ Vorauskenntnis haben“. Zur Stelle 1. Petrus 1, 20 findet sich die Anmerkung: „auch die Bedeutung ‘im Voraus erwählen’ ist möglich.“ Aber das ist fraglich. (s. unten.) Menge-Güthling (Enzyklopädisches Wörterbuch der griechischen und deutschen Sprache): „Vorherwissen“, „Voraussicht“; „vorher gefasster Ratschluss“; für proginooskein: „im Voraus erkennen od. kennen lernen“; „vorher erfahren o. einsehen o. bedenken“; „vorauswissen; „zuvor bestimmen (erwählen)“; „einen Vorbeschluss fassen“. Bauer, Danker, Arndt & Gingrich (Greek-English Lexicon of the New Testament and Other Early Christian Literature ) haben: „Vorauswissen“; „Vorbestimmung“ (Judit 9, 6; Apg 2, 23; 1. Petrus 1, 2)“; für proginooskein: „vorherwissen, „vorauswissen; (1. Petrus 1, 20: „von früher her kennen)“; „im Voraus (jemanden) ausersehen“ (Rm 8, 29; 11, 2; 1. Petrus 1, 20; Apg 26, 5.) Ob, wie Menge und Bauer vorschlagen, proginooskein die Bedeutung, „zuvor bestimmen (erwählen)“ bzw. „vorherbestimmen“ haben kann und prognoosis neben „Vorauskenntnis“ zusätzlich auch „Erwählung im Voraus“ oder ein „Vorherbestimmen“ bedeuten kann, steht zur Debatte. Im Blick auf nicht nur die üblichen Definitionen, sondern auch die mehrmalige Verneinung einer Vorherbestimmung in dem betreffenden Terminus, scheint da eine theologische Überzeugung die Begriffsbestimmung zu beeinflussen. Bauer-Danker-Arndt & Gingrich führen „Vorherbestimmung“ als eine der Bedeutungen an und geben als Beleg Apg 2, 23 und 1. Petrus 1, 2 sowie Judit 9, 6 an. Auf die Stellen Apg 2 und Judit 9 wollen wir im Folgenden näher eingehen. Apg 2, 22-24 (Kursivsetzung v. Verfasser): „Männer von Israel, hört diese Worte: Jesus, den Nazarener, einen Mann, der von Gott euch vorgestellt ‹und beglaubigt› wurde durch Krafttaten und Wunder und Zeichen, die Gott durch ihn in eurer Mitte tat, wie ihr auch selbst wisst, 23 diesen, der nach Gottes festgesetztem und Vorauskenntnis [prognoosei] dahingegeben worden war, habt ihr genommen und umgebracht, wozu ihr die Hände von Gesetzlosen gebrauchtet, die ihn an [das Kreuz] hefteten, 24 den Gott zur Auferstehung brachte…“ Der Text sagt nicht, dass Jesus von Gott vorherbestimmt wurde, ans Kreuz zu gehen. Es gab zwar einen göttlichen Ratschluss, aber nicht notwendigerweise per Vorherbestimmung. Gott wusste von jeher alles im Voraus; wissend um unseren Fall konnte Gott im Voraus Vorkehrung für unser Heil treffen. Das ist nicht dasselbe wie Vorherbestimmung, denn es handelt sich um eine Antwort auf eine Information; es war ein Vorkehrung-Treffen. Die Übersetzung „Vorherbestimmung“ ließe Apg 2, 23 zu viel aussagen. Zu Judit 9, 6: Die Einheitsübersetzung hält sich an Bauers Vorschlag und übersetzt: „Denn alle deine Wege sind schon gebahnt, und dein Gericht ist eine beschlossene Sache.“ Dem gegenüber stehen eine Reihe anderer Übersetzungen. Menge übersetzt: „Denn alle deine Wege sind in Bereitschaft, und dein Gericht ist vorhergesehen.“ (Ähnlich Patloch, Herder und Luther.) „En prognoosei“ hieße wörtlich „Vorauskenntnis“. Also: „… dein Gericht ist in [göttlicher] Vorauskenntnis“, „… ist vorausgesehen“. Es war ein Trost für Judith, zu wissen, dass Gott alles in der Hand hatte. Das göttliche Gericht über die Assyrer war „in Vorauskenntnis“, d. h., Gott hatte alles vorausgesehen, was geschehen würde, inklusive das Gericht über die Assyrer, das zu jenem Zeitpunkt noch ausständig war, aber mit Gewissheit eintreten würde. Judit 9, 6 verlangt nicht notwendigerweise die Übersetzung: „dein Gericht ist vorherbestimmt“. Die dritte Belegstelle von Bauer ist 1. Petrus 1, 2. Hätte Petrus ausdrücken wollen, dass die persönliche Erwählung einzelner aufgrund einer göttlichen Vorherbestimmung – und daher ohne den Willen der Erwählten – geschehen sei, hätte er das entsprechende Wort, nämlich pro-ooridsein [im Voraus bestimmen] verwenden können. Wie oben bereits dargelegt, liegt dieser Sinn aber nicht in der Stelle. Fazit: Judith 9, 6 und Apg 2, 23 sind ungenügende Belege dafür, dem Wort prognoosis in 1. Petrus 1, 2 die Bedeutung „Vorherbestimmen“ zuzuweisen. Abgesehen davon wäre damit noch nicht bewiesen, dass die Erwählung Einzelner zum Heil aufgrund einer Vorherbestimmung geschehen wäre. Der Text sagt nicht, dass die Erwählung als solche aufgrund der prognoosis stattgefunden hat. Der Text sagt, dass der Stand der Briefempfänger als „erwählte Fremdlinge“ gemäß göttlicher prognoosis war. Der Text sagt nicht, dass man, ehe man zu einem Erwählten wird, von Gott dazu bestimmt sein müsse. Als Belegstellen dafür, dass das Verb proginooskein die Bedeutung „im Voraus erwählen“ haben könne, führen Bauer, Danker, Arndt & Gingrich Rm 8, 29; 11, 2; 1. Petrus 1, 20 und Apg 26, 5 an. Zu 1. Petrus 1, 18-20: „… ihr wurdet nicht mit Verderblichem, mit Silber oder Gold, erlöst …, 19 sondern mit kostbarem Blut als eines tadellosen und fleckenlosen Lammes, [dem Blut] des Christus, 20 der im Voraus gekannt war [griech. pro-egnoosmenou], vor Gründung der Welt, aber auf die letzten Zeiten zu geoffenbart wurde euretwegen“. Wenn Gott den Herrn Jesus Christus als das Lamm „im Voraus kannte“, wird damit ausgedrückt, dass Gott in dem Wissen um den Sündenfall im Voraus für unser Heil Vorkehrung traf. Gottes Lamm war seit jeher die göttliche Vorkehrung für unsere Erlösung. Golgatha war Gottes ewiger Ratschluss. Das ist aber nicht dasselbe wie vorherbestimmte Handlungen. Der Begriff prognoosis darf in seiner Bedeutung nicht zu weit ausgedehnt werden. Der Gedanke einer Vorherbestimmung liegt nicht in dem Wort. Es war nicht so, dass Jesus Christus, ob er wollte oder nicht, als Opferlamm von Gott vorherbestimmt war. Eine Aussage, dass Gott vorherbestimmt hätte, wer sich bekehrt und wer nicht, findet sich nicht. Die Heilige Schrift sagt nicht, dass prognoosis ein Willensakt sei, der die Handlung jemandes anderen bestimmt. Prognoosis ist nicht ein Vorherbestimmen. Davon wird es in Rm 8, 29.30 unterschieden. Prognoosis ist nicht ein Erwählen. Davon wird es in 1. Petrus 1, 1.2 unterschieden. Die erwählten Fremdlinge sind das, was sie sind, nicht durch Vorherbestimmung, sondern durch Vorauskenntnis. Würde man Vorauskenntnis mit Erwählung gleichsetzen, würde man eine Tautologie124 schaffen. Petrus würde gleichsam sagen: „erwählte Fremdlinge gemäß Erwählung“. Er sagt nicht, dass die Briefempfänger erwählt sind „gemäß Erwählung“, sondern „gemäß Vorauskenntnis“. Aus der Tatsache, dass Gott uns schon in der Ewigkeit in Christus sah und als solche kannte, eine Beziehung zu uns hatte, darf man nicht schließen, dass er unsere Bekehrung vorausplante oder uns im Voraus dazu bestimmte, Christus anzunehmen. Wer ist im Voraus gekannt? 1. Grundsätzlich ist es das gesamte „erwählte Geschlecht“ (1. Petrus 2, 9), das neutestamentliche Volk Gottes, das im Voraus gekannt ist. Gott hat die Gemeinde Jesu in der Ewigkeit mit Zuneigung „gekannt“, wie man geliebte Verwandte und Gleichartige kennt. Petrus sagt, dass die Briefempfänger gemäß göttlicher Vorauskenntnis zu einem erwählten (geliebten, kostbaren) Geschlecht geworden sind – erwählte Fremdlinge mitten in einer verderbten Welt. Diese erwählten Fremdlinge sind sie dadurch geworden, dass sie anlässlich ihrer Heilswende (durch Buße und Glauben) in Christus versetzt wurden. Petrus lässt grüßen von der „Miterwählten“ in Babylon (1. Petrus 5, 13; vgl. 2Johannes 1.13). Sie alle sind Erwählte in Christus. Alle Gläubigen – in Christus – an jedem Ort gehören zu dieser Schar. Sobald jemand in Christus hineinkommt, wird er von einem Nichterwählten zu einem Erwählten. In Christus hat jeder, der zu ihm kommt, Anteil an der Erwählung. 2. Jedes einzelne Glied des Gottesvolkes ist im Voraus gekannt. Das göttliche Vorauskennen schließt persönliches und zuneigendes Kennen ein, wie oben dargestellt wurde. Gott kannte die, von denen er wusste, dass sie sich bekehren würden, ganz persönlich, ehe sie existierten, und hatte gedanklich eine Art Beziehung zu ihnen. Es war daher für ihn keine Überraschung, als sie sich bekehrten. Dennoch sagt die Heilige Schrift nicht, dass ihre Hinkehr zu Christus im Voraus bestimmt (determiniert) war. Die Briefempfänger des 1. Petrusbriefes waren also „erwählte Fremdlinge“ entsprechend dem, dass Gott sie bereits in der Ewigkeit im Voraus liebevoll kannte. Sie sind nun Gottes erwähltes, geliebtes Geschlecht (2, 9), zerstreut inmitten einer Welt von Gottfernen und Ehrfurchtslosen. Als solches sind sie Fremdkörper in der Welt. Früher waren sie auf derselben niederen Ebene wie die Menschen ihrer Umgebung gewesen. Nun aber sind sie Erlesene, Erkorene, Kostbare, Hochgeschätzte gemäß Vorauskenntnis Gottes. Und jeder noch nicht Gerettete kann ebenso ein solcher werden, wenn er Christus annimmt. Die Ausdrücke, „erwählt“ sowie „im Voraus gekannt“ sind beide Ausdrücke der Liebe und der Beziehung. 1. Petrus 1, 2: „Erwählte Fremdlinge … in Heiligung des Geistes [o.: durch den Geist]“ Die Empfänger des Briefes sind erwählte Fremdlinge. Wie wurden sie diese Fremdlinge? – Sie wurden es „in Heiligung des Geistes [o.: durch den Geist]“ a) Wie ist der Wesfall „des Geistes“ zu verstehen? Erwählte Fremdlinge wurden sie in einer werbenden Heiligung, die durch Einwirkung des Heiligen Geistes geschah. (Vgl. Barnes zu 1. Petrus 1, 2.) Es handelt sich um eine Heiligung, die vom Heiligen Geist ausgeht und von ihm gewirkt ist. Die Wiedergeburt, in der man ein „erwählter Fremdling“ wird, geschieht durch das anschließende Wirken des Geistes im bzw. am Herzen. b) Welche Heiligung ist gemeint? Es gibt grundsätzlich drei Möglichkeiten: . Die punktuelle, im Moment der Wiedergeburt stattfindende Da geschieht auch die faktische Erwählung.131 In eben dieser Heiligung wurden sie „erwählte Fremdlinge“. Es könnte hier also der Zustand des Geheiligtseins gemeint sein. . Die fortgesetzte, progressive Heiligung bis zur Vollendung Lenski vertritt diese Auffassung: „Erwählte Fremdlinge, das sind sie ‘in Heiligung des Geistes’, d. h., in einem Geheiligtsein, das durch den Heiligen Geist gewirkt wird.“132 Er meint, hier gehe es nicht nur um das punktuelle Geheiligtsein bei der Wiedergeburt, sondern auch um das praktische Christenleben. Der Heilige Geist hält sie als Fremdlinge von der Welt abgesondert. Er macht sie mehr und mehr „heilig“, Christus ähnlich. Vollendet wird diese Heiligung bei der Ankunft Christi (1. Thessalonicher 5, 23; 1Johannes 3, 2). . Die Heiligung vor der Bekehrung Es spricht einiges dafür, dass der Apostel hier an eine vorauslaufende Heiligung (Absonderung) denkt, eine Heiligung des unbekehrten Menschen; sie geschieht durch den Heiligen Geist. Sie hat die Bekehrung des Menschen zum Ziel. Gott möchte den Menschen, der sich von ihm losgelöst und selbständig gemacht hat, auf die Seite nehmen, absondern, disponieren, auf Gott einstellen, für Gottes Wort empfänglich machen. Lukas berichtet in Apg 13, 48: „Als die von den Völkern es hörten, freuten sie sich und verherrlichten das Wort des Herrn. Und sie glaubten, so viele zum ewigen Leben eingestellt [o. disponiert, gestimmt, empfänglich gemacht] worden waren.“133 Der Mensch kann sich nur dann bekehren, wenn Gottes Geist in Gnade an ihm wirkt, also der Geist ihn „heiligt“. Das bedeutet, dass zum göttlichen Ruf auch diese Heiligung gehört. Ohne den Ruf und diese Heiligung, dieses Zuordnungsbemühen Gottes, könnte kein Mensch gerettet werden. Von dem vorauslaufenden Wirken des Geistes sprach der Herr in Johannes 16, 8-11: „Und jener (d. i.: der Geist, der Fürsprecher, V. 7), wenn er gekommen ist, wird die Welt zurechtweisen in Bezug auf Sünde und in Bezug auf Gerechtigkeit und in Bezug auf Gericht; 9 in Bezug auf Sünde, da sie nicht an mich glauben; 10 in Bezug auf Gerechtigkeit, da ich zu meinem Vater hingehe (und ihr schaut mich nicht mehr); 11 in Bezug auf Gericht, da der Fürst dieser Welt gerichtet worden ist.“ Diese „Heiligung“ ist ein göttlicher Akt, der, wenn der Mensch Widerstand leistet, unterbrochen werden kann. Die Heilige Schrift sagt nicht, dass diese Heiligung unwiderstehlich sei. Sie führt nur dann zur Bekehrung, wenn der Mensch dem Wirken des Geistes nicht widersteht. Gott wirbt, lädt ein135. Aber er zwingt niemanden. Das Heil des Menschen beginnt immer mit dem Rufen Gottes. Kommt der Mensch in Buße zu Christus, bekennt er im Vertrauen auf Christi stellvertretendes Opfer seine Sünden, so wird er gerettet. Die eigentliche, die entscheidende Heiligung geschieht dann erst in der persönlichen Heilswende (1Kr 1, 2; 6, 11). Da wird der Mensch Gott zugeordnet und vom „normalen“ Leben in dieser Welt abgesondert, sodass er nun ganz dem Herrn gehört. Für die hier beschriebene Bedeutung von „Heiligung“ spricht die Reihenfolge in 1. Petrus 1, 2: „… Heiligung des Geistes zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blut Jesu Christi”. Es geht um den Glaubensgehorsam in der persönlichen Heilswende (Vgl. 1, 22; Apg 5, 32) und um das Besprengtwerden mit dem Blut des Lammes (1, 19; Johannes 1, 29; Hebräer 10, 22; 11, 28; 12, 24), das ebenfalls in der Heilswende stattfindet. Petrus nennt nun zuerst die „Heiligung“, dann erst den Glaubensgehorsam. Paulus spricht in 2. Thessalonicher 2, 13, einer ähnlichen Stelle, von derselben vorauslaufende Heiligung. Er verwendet dort dieselbe Reihenfolge: zuerst „Heiligung des Geistes“ (vor der Bekehrung), dann „Glauben an die Wahrheit“. 1. Petrus 1, 1.2: „… zum Gehorsam und ‹zur› Besprengung mit [dem] Blut Jesu Christi: …“ Die Empfänger des Briefes sind erwählte Fremdlinge. Sie wurden es „in Heiligung durch den Geist“, d. h., in einem Geheiligtsein, das von Gottes Geist ausging und durch seinen Geist gewirkt war. Wozu führte diese Heiligung? Petrus sagt, sie führte „… zum Gehorsam und zur Besprengung mit [dem] Blut Jesu Christi“. Welcher Gehorsam ist gemeint? Es gibt zweierlei Gehorsam: den Gehorsam in der Bekehrung und den Gehorsam nach der Bekehrung. Buße zu tun und zu glauben, das ist ein göttlicher Befehl (Apg 17, 30): Gott „weist … alle Menschen überall an, Buße zu tun.“ Wenn man dem Befehl nachkommt, ist man gehorsam. Der punktuelle Gehorsam in der Umkehr ist der Anfang eines Gehorsamsweges. So, wie wir den Herrn Jesus Christus angenommen haben, so sollen wir in ihm wandeln (Kol 2, 6). „Gehorsam“ steht im Petrustext neben „Besprengung mit dem Blut Christi“; beide Ausdrücke beziehen sich auf den Zeitpunkt der persönlichen Heilswende. So ist an unserer Stelle wohl der Gehorsam in der Bekehrung im Blickfeld. Dieser mündet in ein Leben des Gehorsams (1, 14). Wie ist der Wesfall „Jesu Christi“ zu verstehen? Gehört er zu beiden Satzgliedern oder nur zum zweiten: Sollte es heißen: „… zum Gehorsam gegenüber Jesus Christus und [zur] Besprengung [mit seinem] Blut“? Oder sollte es heißen: „…zum Gehorsam und [zur] Besprengung mit dem Blut Jesu Christi“? Die grammatische Regel lautet: „Wenn zwei Nomen (Hauptwörter) im gleichen Fall mit kai (und) verknüpft und von einem Genitivattribut gefolgt werden, so bilden die beiden Nomen in der Regel eine Einheit und werden beide vom Genitivattribut modifiziert. (z. B. Matthäus 4, 16; Lukas 1, 17.79; 6, 15; Apg 1, 13; 2, 19.46; 4, 27; 16, 2; Rm 1, 18; 11, 22; 1Kr 11, 7; 2Kr 1, 21; Epheser 6, 4; Php 1, 11; 2. Thessalonicher 2, 9; 3, 8; Titus 1, 14; Hebräer 12, 19.22.24; Jk 1, 21; 2. Petrus 1, 1.17; Offenbarung 14, 7). Aber es gibt auch Ausnahmen (z. B. Offenbarung 14, 7 und Matthäus 24, 6). Die Regel trifft in 1. Petrus 1, 2 nicht zu, denn der Genitiv („Jesu Christi“) steht bei „Blut“, nicht bei „Besprengung“. Würde man sie anwenden, so müsste man übersetzen: „zum Gehorsam gegenüber dem Blut Jesu Christi und zur Besprengung mit demselben“. Der Gehorsam wird aber nicht dem Blut entgegengebracht. Diese Übersetzung sollte ausscheiden. Zwischen der Präposition (eis, zum) und der Person Jesu Christi stehen nicht zwei, sondern drei Substantive (Gehorsam, Besprengung, Blut). Der Genitiv „Jesu Christi“ bezieht sich offensichtlich nur auf das Blut: „Jesu Christi Blut“. Der Genitiv „des Blutes“ bezieht sich auf „Besprengung“. D. h.: Es geht um die „Besprengung des Blutes“ (im Sinne von: „Besprengung mit dem Blut“). „Blut“ wird näher definiert: das „Blut Jesu Christi“. Es geht nicht um die Besprengung Christi. Fangen wir beim anderen Ende an, so hat die Präposition eis zwei Objekte, den Gehorsam und die Besprengung. Ab dem Wort „Besprengung“ geht es nicht mehr um den Akkusativ (Wenfall), sondern um den Genitiv (Wesfall): die Besprengung des Blutes (gleichbedeutend mit „die Besprengung mit dem Blut“) Jesu Christi. Wir haben hier nicht den Fall von zwei mit einem kai verbundenen Gegenständen einer Präposition, welche beide wiederum einem gemeinsamen Nomen gehörten. Die Besprengung gehört nicht Jesus Christus, sondern dem Blut, und der Gehorsam gehört schon gar nicht dem Blut, sondern dem, den der Heilige Geist heiligt. (Natürlich schließt dieser als Gott den Christus ein, aber nicht weil dieser Text es sagt, sondern weil andere Texte es sagen.) Demnach steht „Gehorsam“ losgelöst: „zum Gehorsam und [zur] Besprengung mit dem Blut Jesu Christi“. (Vgl. Keil, Die Briefe des Petrus und Judas: „… gegen die Verbindung [von eis hüpakoeen] mit Ieesou Christou (Jesu Christi) spricht entscheidend, dass Ieesou Christou als Subjektsgenitiv zu haimatos [Blut] nicht zugleich Objektsgenitiv zu hüpakoee [Gehorsam] sein kann“. Erg. in Eckklammern v. Verf.) Gehorsam ist wie in 1, 14 und Rm 6, 16 absolut, also losgelöst von einem Bezugswort, gebraucht. Was ist mit „Besprengung mit dem Blut“ gemeint? Durch Besprengtwerden mit dem Blut der Opfertiere wurde Israel in den Gnadenbund mit dem Herrn aufgenommen. (Vgl. Keil und 2. Mose 24, 7.8; Hebräer 9, 19; 12, 22.24.)142 Die Besprengung mit dem Blut Jesu Christi, von welcher Petrus spricht, ist Bild der Zueignung des durch seinen Tod begründeten Bundesverhältnisses. Die Besprengung mit dem Blut Jesu reinigt. Hier scheint also die persönliche Anwendung des Blutes Christi gemeint zu sein, das er für uns vergoss und das daher für den Glaubenden eine sühnende Wirkung hat.
2) o.: durch den Geist
English Standard Version 2001:according to the foreknowledge of God the Father, in the sanctification of the Spirit, for obedience to Jesus Christ and for sprinkling with his blood:May grace and peace be multiplied to you.
King James Version 1611:Elect according to the foreknowledge of God the Father, through sanctification of the Spirit, unto obedience and sprinkling of the blood of Jesus Christ: Grace unto you, and peace, be multiplied.